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Kulturnachrichten

Donnerstag, 26. Februar 2015

Schriftsteller und Kritiker Fritz J. Raddatz tot

"Bedeutendster Literaturkritiker Deutschlands"

Der Schriftsteller und Literaturkritiker Fritz J. Raddatz ist in der Schweiz gestorben. Das bestätigte der Rowohlt-Verlag gegenüber dem Deutschlandradio. Raddatz, der 1931 in Berlin geboren wurde, galt als einflussreicher Kritiker und Publizist. Nach seinem Studium arbeitete er als Lektor beim Ostberliner Staatsverlag "Volk und Welt". Später war er Cheflektor bei Kindler, bevor er dann zu Rowohlt wechselte. 1977 übernahm Raddatz die Leitung des Feuilletons der Wochenzeitung "Die Zeit". Raddatz gilt als Entdecker zahlreicher Schriftsteller. Kulturstaatsministerin Monika Grütters würdigte ihn als "bedeutendsten Literaturkritiker Deutschlands".

Zentralrat warnt vor Tragen der Kippa in Problemvierteln

Entwicklung so vor fünf Jahren nicht erwartet

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hält es für gefährlich, in überwiegend von Muslimen bewohnten Vierteln einiger Städte die Kippa zu tragen. Juden sollten sich zwar nicht aus Angst verstecken, und die meisten jüdischen Einrichtungen seien gut gesichert, sagte Schuster. Die Frage sei aber, "ob es tatsächlich sinnvoll ist, sich in Problemvierteln, in Vierteln mit einem hohen muslimischen Anteil, als Jude durch das Tragen der Kippa zu erkennen zu geben - oder ob man da besser eine andere Kopfbedeckung trägt". Es sei eine Entwicklung, die er so vor fünf Jahren nicht erwartet habe, und die schon auch ein wenig erschreckend sei, meinte Schuster im RBB Inforadio. Die Zahl antisemitischer Straftaten hat im vergangenen Jahr in Deutschland stark zugenommen. Wurden 2013 noch 788 Fälle registriert, waren es im vergangenen 864 - ein Anstieg um rund zehn Prozent. Das teilte die Amadeu Antonio Stiftung mit und beruft sich auf Zahlen der Bundesregierung, die bislang noch nicht veröffentlicht wurden.

Kunstberater Achenbach soll ins Gefängnis

Staatsanwaltschaft fordert sieben Jahre Haft

Im Betrugsprozess gegen den Kunstberater Helge Achenbach hat die Staatsanwaltschaft eine mehrjährige Haftstrafe gefordert. Achenbach (62) habe das Vertrauen des 2012 gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht ausgenutzt, sagte Staatsanwältin Valeria Sonntag vor dem Landgericht Essen. Der Kunstberater habe sich bei neun Kunst- und sieben Oldtimergeschäften wegen Betruges in besonders schwerem Fall schuldig gemacht und Albrecht einen Gesamtschaden von mindestens 19,4 Millionen Euro zugefügt. Die Anklage-Vertreterin war nach der Beweisaufnahme überzeugt, dass Achenbach ungerechtfertigte Preisaufschläge vorgenommen und teilweise Rechnungen eigenhändig gefälscht hat. Achenbach "handelte von Anfang an in der Geschäftsbeziehung zu Albrecht betrügerisch", sagte Sonntag. Hintergrund für die Taten war nach Überzeugung der Staatsanwältin, dass Achenbach "dringend Geld benötigt" habe, unter anderem für seine defizitären Restaurants.

Terrormiliz IS zerstört weiter archäologische Kunst

Propaganda-Video: Der Prophet hat das so gewollt

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat in der irakischen Stadt Mossul offenbar archäologische Kunstwerke von unschätzbarem Wert zerstört. Der Islamische Staat säubert alles, was er für gotteslästerlich hält. Das habe der Prophet so gewollt, sagt ein Extremist in einem neuen Video. Das am Donnerstag veröffentlichte IS-Video zeigt Extremisten, wie sie mit Hämmern und Bohrern Jahrtausende alte Statuen zerkleinern. Darunter ist offenbar auch die Figur einer assyrischen Schutzgottheit aus dem siebten Jahrhundert vor Christus. Der Archäologieprofessor Amir Al-Dschumaili von der Archäologie-Fakultät in Mossul bestätigte, dass die in dem Video gezeigten Stätten das Stadtmuseum von Mossul und ein Ort namens Nirgal-Tor seien. "Ich bin total geschockt", sagte der Wissenschaftler telefonisch von einem Ort außerhalb von Mossul. "Es ist eine Katastrophe. Nach der Zerstörung dieser Artefakte können wir nicht mehr stolz auf die Zivilisation in Mossul sein."

Hessen sucht in seinen Museen nach Nazi-Raubkunst

Zentralstelle am Landesmuseum Wiesbaden

Deutsche Museen besitzen immer noch viele Kunstwerke, die jüdischen Besitzern geraubt wurden. Hessen lässt nun systematisch nach solchen Bildern suchen und richtet dafür eine Zentralstelle am Landesmuseum Wiesbaden ein, das mehrfach Kunst aus früher jüdischem Besitz zurückgegeben hat. Erst gestern hat das Museum beschlossen, ein romantisches Gemälde von Andreas Achenbach (1815-1910) an die Erben des jüdischen Kunsthändlers Walter Westfeld zu restituieren. "Die Zentralstelle ist die erste in einem deutschen Bundesland", sagte Museumsdirektor Alexander Klar. Die Stellen der beiden Provenienzforscherinnen - für etwa 140 000 Euro pro Jahr - sind dauerhaft im Landeshaushalt verankert.

Deutscher Buchhandlungspreis 2015 ausgelobt

Buchhandlungen Wegmarken der Kulturlandschaft

Kulturstaatsministerin Monika Grütters will unabhängige Buchhandlungen unterstützen und hat den Deutschen Buchhandlungspreis 2015 ausgelobt. "Das literarische Leben ist das Fundament, die vielen kleinen Buchhandlungen und Verlage sind die Wegmarken unserer Kulturlandschaft Deutschland", erklärte Grütters. Gerade die kleinen, inhabergeführten Buchhandlungen seien unverzichtbar für die Vielfalt der Buchkultur. Die mit insgesamt einer Million Euro ausgestattete Auszeichnung wird in drei Kategorien an bis zu 100 Buchhandlungen vergeben. Die Gewinner erhalten Prämien in Höhe von jeweils 25 000 Euro, 15 000 und 7000 Euro. Ab sofort können sich unabhängige und inhabergeführte Buchhandlungen für den Preis bewerben.

Kunstmarkt boomt: 2014 Rekordjahr für Versteigerungen

Kunst im Wert von 15,2 Milliarden Dollar versteigert

Das Hoch am internationalen Kunstmarkt hält an; im vergangenen Jahr wurde bei Auktionen weltweit Kunst im Wert von 15,2 Milliarden Dollar und damit mehr als jemals zuvor umgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahr betrug der Zuwachs 26 Prozent, über zehn Jahre gerechnet ganze 300 Prozent. Außerdem wurden im vergangenen Jahr 1679 Werke für jeweils mehr als eine Million Dollar versteigert, auch das ist ein Rekord. In der Rangliste der begehrtesten Künstler steht Pop-Art-Maler Andy Warhol unangefochten an der Spitze: Werke des US-Künstlers wurden im vergangenen Jahr für insgesamt 569 Millionen Dollar versteigert. Mit weitem Abstand folgt Pablo Picasso, dessen Werke bei Auktionen 375 Millionen Dollar erzielten. Auf Platz drei steht der Brite Francis Bacon mit 270 Millionen Dollar vor dem deutschen Maler Gerhard Richter mit 254 Millionen Euro. Wichtigster Markt bei Kunst-Auktionen war 2014 weiterhin China.

Unterstützung für Potsdamer Garnisonkirche

Neue Mitglieder im Kuratorium Stiftung Wiederaufbau

Die Befürworter des Wiederaufbaus der Garnisonkirche in Potsdam haben prominente Unterstützung erhalten: Dem Kuratorium der Stiftung für den Wiederaufbau gehören künftig auch die Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und frühere Bundesbauministerin Irmgard Schwaetzer an sowie Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos). Damit steigt die Zahl der Kuratoriumsmitglieder auf 15, teilte die Stiftung mit. Der Vorsitzende des Kuratoriums, der Berliner Altbischof und frühere EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber, wurde den Angaben zufolge
in seinem Amt bestätigt. Das Kuratorium begrüße den geplanten Bürgerdialog der Landeshauptstadt zur Potsdamer Mitte und dränge auf einen zügigen Beginn, hieß es weiter. In der Unterschriftenaktion auf der Internetseite hätten sich bereits knapp 10 000 Unterstützer für den Wiederaufbau der 1945 zerstörten und 1968 abgerissenen Barockkirche ausgesprochen.

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