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Kulturnachrichten

Dienstag, 24. Februar 2015

US-Klage gegen Deutschland wegen Welfenschatz

Erben jüdischer Kunsthändler klagen Welfenschatz vor US-Gericht ein

Der Streit um den mittelalterlichen Welfenschatz geht vor ein US-Gericht. Das Wall Street Journal berichtet, dass die Erben jüdischer Kunsthändler in Washington Klage eingereicht haben. Sie fordern den Kirchenschatz von Deutschland zurück, weil er 1935 unter Druck und weit unter Wert abgegeben worden sei. "Würde Deutschland etwas anderes behaupten, würde es noch 2015 Görings Plündereien ausdrücklich billigen", heißt es in dem Schriftsatz. Der Streit um den Welfenschatz zieht sich bereits über Jahre hin. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz lehnt den Anspruch der Erben ab. Auch die Limbach-Kommission hat sich gegen eine Rückgabe ausgesprochen. Der Welfenschatz besteht aus 44 Meisterwerken mittelalterlicher Kirchenkunst. Die Kläger schätzen den Wert auf 260 Millionen Euro.

Berliner Sammler zahlt Millionen für Beuys-Kunstwerk

Wert des Schlüsselwerks von Beuys "Das Kapital"

Der Berliner Unternehmer und Kunstsammler Erich Marx hat eigenen Angaben zufolge einen „nicht kleinen zweistelligen Millionenbetrag für „Das Kapital" von Joseph Beuys" gezahlt. Der in den Medien genannte Wert von vier Millionen Euro für die Installation sei deutlich zu niedrig, sagte Marx bei einer Pressekonferenz in Berlin. Der Mäzen, dessen Sammlung schon jetzt ein Glanzstück des Museums Hamburger Bahnhof ist, hat der Nationalgalerie auch das neue Beuys-Werk als Dauerleihgabe zugesagt. Joseph Beuys hat „Das Kapital" 1980 für die Biennale in Venedig geschaffen. Im nächsten Jahr soll es nach Angaben der Stiftung Preußischer Kulturbesitz einen probeweisen Aufbau der Installation im Hamburger Bahnhof geben. Die monumentale Raumskulptur besteht aus einem Flügel und zahlreichen beschriebenen Schiefertafeln.

Kulturbeauftragter Scholz für europäisches Urheberrecht

Neue Regelung gefordert

Der neue Bevollmächtigte für deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit, Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz, hat sich für eine Regelung des Urheberrechts auf europäischer Ebene ausgesprochen. "Ein einheitliches europäisches Urheberrecht ist mehr wert als 28 Einzelregelungen", sagte Scholz in Paris bei seinem Antrittsbesuch. Dies sei eine Voraussetzung für die Schaffung eines europäischen Kulturraums. Scholz sprach sich für ein Urheberrecht aus, mit dem klassische, an Inhalten ausgerichtete Geschäftsmodelle auch künftig aussichtsreich bleiben könnten. Gleichzeitig sollten neue digitale Vertriebsformen erprobt werden können. Scholz ist seit Jahresbeginn Kulturbeauftragter.

Ermittlungen gegen russischen Opern-Regisseur wegen Blasphemie

Der Vorwurf: die Inszenierung einer Wagner-Oper schürt "religiöse Feindschaft"

Weil seine Inszenierung der Wagner-Oper „Tannhäuser religiöse Gefühle verletzt haben soll, ermittelt die Staatsanwaltschaft im russischen Nowosibirsk gegen Regisseur Timofej Kuljanin. Die Staatsanwaltschaft reagiert damit auf den Vorwurf des orthodoxen Metropoliten von Nowosibirsk, Tichon, die Inszenierung der Oper demütige gläubige Menschen, beleidige die orthodoxe Kirche und schüre „religiöse Feindschaft". Tichon hatte unter anderem die Liebesspiele im Venusberg kritisiert. Die Ermittler wollen nun eine Videoaufzeichnung der „Tannhäuser-Inszenierung prüfen. Dem Regisseur Kuljanin drohen eine Geldstrafe und bis zu 120 Stunden gemeinnützige Arbeit. Kulturschaffende sprachen von einem Zensurversuch Tichons und einem Rückfall in eine Geisteshaltung der Zarenzeit. Das Opernhaus der sibirischen Metropole mit 1,5 Millionen Einwohnern gilt nach den Bühnen von Moskau und Sankt Petersburg als eines der besten Russlands.

Achenbach zieht gegen Albrecht-Familie in die Berufung

Prozess geht weiter

Kunstberater Helge Achenbach hat seine Verurteilung zu knapp 20 Millionen Euro Schadenersatz an die Familie des Aldi-Erben Berthold Albrecht angefochten. Man habe fristgerecht Berufung eingelegt und Prozesskostenhilfe für Achenbach beantragt, bestätigte das Düsseldorfer Oberlandesgericht. Das Landgericht Düsseldorf hatte Achenbach in einem Zivilprozess im Januar zur Zahlung von 19,4 Millionen Euro Schadensersatz an die Albrecht-Erben verurteilt. Der Kunstberater soll bei Verkäufen von Kunst und Oldtimern an Albrecht unberechtigte Aufschläge vorgenommen habe.

Neue Ausgabe des Satiremagazins "Charlie Hebdo"

"Charly Hebdo" erscheint mit Auflage von 2,5 Millionen Exemplaren

Sieben Wochen nach dem islamistischen Terroranschlag auf die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" erscheint morgen das neue Heft. Auf der Titelseite steht "Es geht wieder los". Die Karikatur thematisiert diesmal nicht den islamistischen Terror, sondern die Rolle der rechtsextremen Front National unter Marine le Pen. Eine Woche nach dem Anschlag auf die Satirezeitung war eine Ausgabe "der Überlebenden" erschienen, die rund acht Millionen Mal verkauft wurde - ein absoluter Rekord in der französischen Zeitungsgeschichte. Nach jener Ausgabe machten die Redakteure eine mehrwöchige Pause. Ab jetzt soll "Charly Hebdo" wieder wöchentlich erscheinen.

Politische Themen zur Leipziger Buchmesse

Schwerpunkte der Verlage

Die Verlage aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen setzen zur Leipziger Buchmesse (12. bis 15. März) vor allem auf politische Themen. 25 Jahre Wiedervereinigung, Terror und Antisemitismus seien thematische Schwerpunkte bei den Neuerscheinungen, sagte Nora Milenkovic vom Landesverband des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Leipzig. Insgesamt präsentieren sich aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen 107 Verlage auf der Messe. Mit dabei sind auch ungewöhnliche Projekte: Der Buchfunk Verlag etwa erzählt die Lebensgeschichte Giacomo Casanovas in einem 137-stündigen Hörbuch.

Weltpremiere: García-Lorca-Stück als Oper

Am Theatro Real in Madrid wird die Oper heute uraufgeführt

Die Idee stammt vom Starintendanten Gerard Mortier, dem Erneuerer der europäischen Opernszene. Er hatte dem Madrider Dirigenten Mauricio Sotelo den Auftrag erteilt, eine Oper nach einem Theaterstück von García Lorca zu komponieren. An dem Projekt sind Musiker und Künstler aus mehreren Ländern beteiligt. Die Grundlage der Oper bildet ein Theaterstück des spanischen Autors Federico García Lorca. Lorca hatte das surrealistische Stück 1930 während einer persönlichen Krise in Kuba geschrieben. Er vertraute das Manuskript damals einem Freund an mit der Auflage, es nach seinem Tod zu vernichten. Das Theaterstück "Das Publikum" wurde erst Jahrzehnte später erstmals aufgeführt. Es handelt von Liebe, Homosexualität und den Masken im Theater. Die Oper wird bis zum 13. März an acht Abenden in Madrid aufgeführt und soll anschließend als DVD auf den Markt kommen.

Kabarettist Steffen Möller erhält Richard-von-Weizsäcker-Preis

Für seinen Einsatz als „guter Deutscher in Polen"

Der Autor, Schauspieler und Kabarettist Steffen Möller erhält den mit 10 000 Euro dotierten Richard-von-Weizsäcker-Preis der Deutschen Nationalstiftung. „Steffen Möller hat mit scharfem Blick, Einfühlungsvermögen und Humor Deutsche und Polen einander näher gebracht, begründete die Deutsche Nationalstiftung ihre Entscheidung. Als einer der bekanntesten Deutschen in Polen repräsentiere er auch in politisch schwierigen Zeiten den sympathischen Deutschen. Auf diese Weise konnte er auf dem Feld der Kultur mehr für das Verständnis tun, als es Berufsdiplomaten im Allgemeinen möglich sei. Der Preis wird am 26. April im Berliner Kabarett-Theater «Die Wühlmäuse» verliehen.

Piene-Ausstellung in Teheran

Museum in der iranischen Hauptstadt zeigt Werke des ZERO-Künstlers Otto Piene

Das Museum für Zeitgenössische Künste (TMOCA) in der iranischen Hauptstadt Teheran eröffnet heute erstmals eine Einzelausstellung von Otto Piene. In Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer Galerie Breckner soll die Ausstellung "Rainbow" mit etwa 90 Werken des ZERO-Künstlers bis zum 25. Mai im TMOCA laufen. Der Künstler starb am 17. Juli 2014 mit 86 Jahren. Er hatte die Ausstellung im Iran aber noch mitkonzipiert. Zu sehen seien unter anderem Pienes aufblasbare Himmelsskulpturen "Inflatables" und eigens für Teheran geschaffene Glasskulpturen mit dem Titel "Lichtgeister", deren Farben auf die blau-grünen Mosaike der Imam-Moschee Isfahan Bezug nehmen. ZERO war die erste international beachtetet, westdeutsche Avantgarde-Kunstbewegung nach dem Zweiten Weltkrieg. Die ZERO-Kunst ist seit einigen Jahren international wieder stark nachgefragt.

"Seid umschlungen" ist das Leitmotiv der Ruhrtriennale

Erste Ruhrtriennale unter Intendant Johan Simons

Mit 40 Produktionen und 140 Veranstaltungen startet die Ruhrtriennale ab dem 14. August 2015 in die erste Spielzeit unter Leitung von Johan Simons. Zu den Höhepunkten der neuen Saison gehört unter anderem eine neue "Rheingold"-Produktion unter der Regie von Johan Simons in der Jahrhunderthalle Bochum. Die Inszenierung soll das Publikum mit einer Fusion aus Klassik und Techno mit neuen musikalischen Ansätzen konfrontieren.
Als weiteres Highlight wird das Festivaldorf "The Good, the Bad and the Ugly" angekündigt. Die Installation des Ateliers Van Lieshout wird in Anlehnung an alte Zechensiedlungen im Bochumer Westpark entstehen. In zahlreichen Behausungen, die teilweise menschlichen Körperteilen nachempfunden sind, können Besucher und Künstler übernachten, arbeiten und diskutieren. Simons will in seiner Intendanzzeit vor allem das Konzept der «Kreationen» wiederbeleben, das von dem ersten Triennale-Intendanten Gerard Mortier entwickelt wurde. Dadurch sollen spartenübergreifende Produktionen aus Schauspiel, Musik, Tanz und Installation entstehen.

Göttingen will Klingebiel-Zelle behalten

Das Land Niedersachsen und die Stadt Göttingen streiten um Kunstobjekt

Es geht um die Klingebiel-Zelle im früheren Landeskrankenhaus in Göttingen, die der Langzeit-Psychiatrie-Insasse Julius Klingebiel (1904-1965) bemalt hat. Das Land möchte die Zelle, die sich in Landesbesitz befindet, ins Sprengelmuseum nach Hannover transferieren. Göttingens Kulturausschuss dagegen will das Kunstwerk in der Stadt behalten und im örtlichen Museum aufbauen lassen. Die Klingebiel-Zelle gilt als herausragendes Werk der sogenannten Außenseiter-Kunst.

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