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Kulturnachrichten

Samstag, 21. Februar 2015

Welfenschatz unter höchsten deutschen Kulturschutz gestellt

Der Schatz darf nicht mehr aus Deutschland ausgeführt werden

Berlin hat die weltberühmten Goldreliquien in das Verzeichnis des national wertvollen Kulturguts eingetragen, bestätigte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger. "Die Eintragung ist das richtige Signal. Es geht letztlich um das Bewahren von Kulturerbe", so Parzinger. Der Welfenschatz gilt als einer der wertvollsten Kirchenschätze des Mittelalters. Er ist die Hauptattraktion des Berliner Kunstgewerbemuseums. Erben jüdischer Kunsthändler hatten jahrelang Anspruch auf die Schätze erhoben, der Fall ist noch nicht abschließend geregelt.

DDR-Moderator und Kammersänger Reiner Süß gestorben

Der zu DDR-Zeiten populäre Opernsänger und beliebte Fernsehmoderator ist tot

Kurz vor seinem 85. Geburtstag starb der Künstler am 29. Januar in einem Pflegeheim in Friedland (Mecklenburg-Vorpommern), wie sein Leipziger Verleger Mark Lehmstedt bestätigte. Mit seiner DDR-Fernsehsendung "Da liegt Musike drin" erreichte der Kammersänger zwischen 1968 und 1985 ein Millionenpublikum. Darin widmete er sich nicht nur klassischer Musik, sondern auch der Operette, dem Musical, dem Volkslied und dem Schlager. 2010 veröffentlichte er seine Memoiren "Da lag Musike drin".

"Timbuktu" räumt bei César-Filmpreisen ab

Das Drama von Abderrahmane Sissako machte in Paris das Rennen

Der Spielfilm "Timbuktu" hat bei den César-Filmpreisen haushoch abgeräumt. Mit sieben Auszeichnungen, darunter für den besten Film, die beste Regie und das beste Originaldrehbuch, ging das Drama des mauretanischen Regisseurs Abderrahmane Sissako am Freitagabend als eindeutiger Sieger hervor. Es handelt von der malischen Stadt Timbuktu, die allmählich von Dschihadisten übernommen wird. Der Spielfilm gehört morgen auch zu den Oscar-Favoriten als bester fremdsprachiger Film. Mit einem César wurden bei der 40. Verleihung der französischen Filmpreise gleich zwei deutsche Regisseure ausgezeichnet. Wim Wenders erhielt für "Das Salz der Erde" die Trophäe für den besten Dokumentarfilm. Die Hommage an den Fotografen Sebastião Salgado kämpft auch um den Doku-Oscar. Der Preis für das beste adaptierte Drehbuch ging an "Diplomatie" von Volker Schlöndorff und Cyril Gély, auf dessen gleichnamigem Theaterstück das Kriegsdrama basiert.

Demonstration gegen rein weiße Oscar-Nominierungen

Bürgerrechtsgruppen fordern mehr kulturelle Vielfalt in Hollywood

Aus Protest gegen die rein weißen Oscar-Nominierungen planen US-Bürgerrechtsgruppen eine Demonstration am Rande der wichtigsten Filmgala der Welt. Die Kundgebung für mehr kulturelle Vielfalt solle kurz vor der Oscar-Verleihung morgen vor dem Dolby Theatre in Los Angeles stattfinden, heißt es vom Los Angeles Urban Policy Roundtable. "Frauen, Hispanics, Afroamerikaner und Farbige sind in Hollywood unsichtbar", kritisierte der Verein. Dass sich unter den 20 Oscar-Kandidaten in den vier Schauspieler-Kategorien kein einziger Schwarzer befindet, sorgt seit der Bekanntgabe der Nominierungen Mitte Januar für Kritik. Dabei hätten die Akademie-Mitglieder nach Auffassung vieler Kritiker durchaus eine Chance gehabt, mit dem US-Bürgerrechtsdrama "Selma" über Martin Luther King gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Der Film mit David Oyelowo in der Hauptrolle wurde zwar als Bester Film nominiert, doch sowohl Oyelowo als auch die schwarze Regisseurin Ava DuVernay gingen bei den Nominierungen leer aus.

Vier Nominierungen für Preis der Nationalgalerie

Favoriten sind drei junge Künstler und ein Künstlerkollektiv

Der Däne Christian Falsnaes, der Augsburger Florian Hecker, die Frankfurterin Anne Imhof und das eurasische Künstlerkollektiv Slavs und Tatars kommen in die Endrunde. Das teilte der Verein der Freunde der Nationalgalerie mit. Die Jury wählte sie aus mehr als 130 Bewerbungen aus. Vom 10. September an stellen sich die Kandidaten in einer gemeinsamen Ausstellung im Museum Hamburger Bahnhof vor. Dort wird am 17. September auch der renommierte Preis verliehen. Er ist seit 2013 nicht mehr mit Geld verbunden. Stattdessen bekommt der Gewinner im Folgejahr eine Einzelausstellung in einem der Häuser der Nationalgalerie. Teilnahmeberechtigt sind Künstler aller Nationen, die derzeit in Deutschland arbeiten und nicht älter als 40 sind.

Kunst der Brueghel-Familie in Paderborn

Die Malerdynastie Brueghel ist Mittelpunkt einer Ausstellung

Die Schau in der Reithalle von Schloss Neuhaus präsentiert eine Übersicht über das vielfältige Schaffen der Brueghels und der wichtigsten Maler in ihrem Umkreis, wie die Städtische Galerie mitteilte. Rund 140 Gemälde, Zeichnungen und Druckgraphiken aus vier Generationen verdeutlichten das Wirken der angesehenen flämischen Künstlerfamilie. Das thematische Spektrum reicht von den "Sieben Todsünden" von Hieronymus Bosch, über Flusslandschaften und Genreszenen bis zu subtilen Zeichnungen von Dörfern, Städten und Häfen. Die Brueghel-Familie zählt zu den bedeutendsten Malerdynastien des 16.
und 17. Jahrhunderts. Die Ausstellung, die in Deutschland nur in Paderborn gezeigt wird, ist bis zum 21. Juni zu sehen.

Der Deutsche Bühnenverein fordert Überarbeitung des Urheberrechts

Konsequenzen nach "Baal"-Streit

Nach dem Rechtsstreit zwischen dem Münchner Residenztheater und dem Suhrkamp-Verlag im Prozess um Frank Castorfs Inszenierung des Brecht-Stücks "Baal" fordert der Deutsche Bühnenverein eine Auseinandersetzung mit dem Urheberrecht. Das Urheberrecht werde in der jetzigen Form den Anforderungen eines modernen Theaters in vielen Punkten nicht mehr gerecht, heißt es. Stücke würden geschrieben, um aufgeführt zu werden. Wer das Originalstück wahrnehmen möchte, der könne es ja lesen, so der Bühnenverein. Im Fall der "Baal"-Inszenierung von Castorf in München hatte der Suhrkamp-Verlag als Vertreter der Erben von Bertolt Brecht die Aufführung per einstweiliger Verfügung verbieten lassen wollen. Suhrkamp kritisierte vor allem die dem "Baal" hinzugefügten Fremdtexte. Am Mittwoch einigten sich beide Parteien vor Gericht auf einen Vergleich. Das Stück in der Version von Castorf darf noch einmal in München und einmal in Berlin beim Theatertreffen gezeigt werden.

Hollywood verteilt Himbeeren und Spirit Awards

Schon einen Tag vor der großen Oscar-Gala gibt es heute in Hollywood Filmpreise

Aber die sind alles andere als beliebt: Die "Goldenen Himbeeren" (Razzie Awards) sind Schmähpreise für besonders schlechte Leistungen im vergangenen Jahr. Als "schlechteste Hauptdarsteller" sind unter anderem Nicolas Gage oder Adam Sandler nominiert. "Schlechteste Hauptdarstellerin" zu werden, müssen unter anderem Drew Barrymore und Charlize Theron fürchten. Die Preise werden von Filmkritikern und Filmschaffenden in einem Online-Votum vergeben. Seriöser geht es bei den "Independent Spirit Awards" zu, Hollywoods Alternativauszeichnungen für unabhängige, mit vergleichsweise wenig Geld produzierte Filme. Sie werden traditionell einen Tag vor den Oscars in einem Zelt am Strand von Santa Monica verliehen. Im vergangenen Jahr wurde hier "12 Years a Slave" von Regisseur Steve McQueen als bester Film ausgezeichnet, einen Tag später gewann er auch den Oscar.

350 Jugendliche wetteifern bei jüdischem Singwettbewerb "Jewrovision"

Größter jüdischer Gesangs- und Tanzwettbewerb Europas

In Köln findet heute die diesjährige "Jewrovision" statt. Bei bei dem Wettbewerb liefern sich 350 Kinder und Jugendliche aus 15 jüdischen Gemeinden in ganz Deutschland einen Wettstreit um den besten Auftritt. Die jungen Leute im Alter zwischen zehn und 19 Jahren covern bekannte Songs, entwerfen Bühnenbilder, studieren Choreographien ein und texten selbst. Der Wettbewerb war 2002 nach dem Vorbild des Eurovision Song Contests ins Leben gerufen worden. Veranstalter ist seit 2013 der Zentralrat der Juden in Deutschland.

Streit um Stradivari-Geige

Leihvertrag von Stargeiger Frank Peter Zimmermann läuft aus

Die Zitterpartie um die wertvolle Stradivari "Lady Inchiquin" geht weiter: Am Sonntag um 24 Uhr läuft der Leihvertrag für die Stradivari zwischen der Portigon AG und dem Geiger Frank Peter Zimmermann aus. Kurz vor Ablauf des Vertrags ist die Portigon auf den weltbekannten Musiker zugegangen. Portigon halte ein Gesprächsangebot "weiterhin aufrecht", heißt es in einem Brief des Nachfolgers der WestLB. Zimmermann hat eine Kaufoption auf die millionenteure Geige, allerdings gibt es Streit um den Kaufpreis. Zimmermann hätte die Geige für 5,8 Millionen Euro kaufen können. Er hält diesen Preis um mindestens eine Million Euro zu teuer. Er kündigte an, das Instrument zurückzugeben. Um den geplanten Verkauf der Sammlung zu Marktpreisen hatte es seit Wochen Streit in der Politik und mit den nordrhein-westfälischen Kulturschaffenden gegeben.

Konzertveranstalter fordert neue Musiksäle für Deutschland

"Wir brauchen das Bestehende und etwas Neues dazu"

Der Verband der Deutschen Konzertdirektionen fordert deshalb neue Musiksäle für Deutschland. "Wir vergessen alle, dass sich die musikalische Kultur im Laufe der letzten 20 Jahre ganz wesentlich entwickelt hat", sagte Verbandspräsident Michael Russ als Begründung. "Wir brauchen das Bestehende und wir brauchen etwas Neues dazu", forderte Russ. Die Entwicklungen in München, wo Ministerpräsident Horst Seehofer und Oberbürgermeister Dieter Reiter sich gerade auch mit der Begründung geringer Auslastungszahlen gegen den Bau eines neuen Saales entschieden haben, verfolge er mit Interesse, sagte Russ weiter.

Arbeiten im Lustgarten von Sanssouci gehen weiter

Am Dienstag sollen Sanierungsarbeiten fortgesetzt werden

In den friderizianischen Laubengängen im Park von Sanssouci sollen unter anderem vorhandene Entwässerungen repariert und neu installiert werden, teilte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg mit. Erstmals nach Jahrzehnten würden auch die Wege von Grund auf saniert. Ab 2016 sind Nachpflanzungen der Laubengänge geplant, die Friedrich der Große hatte anlegen lassen. Für die Finanzierung des Projekts sorgt eine Vereinbarung zwischen der Landeshauptstadt und der Stiftung. Danach stellt Potsdam seit 2014 fünf Jahre lang jeweils eine Million Euro zur Behebung des Pflegedefizits in den Potsdamer Parkanlagen bereit. Aus Sicht der Stiftung wären 4,5 Millionen Euro für die Pflege notwendig.

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