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Kulturnachrichten

Mittwoch, 18. Februar 2015

Suhrkamp lehnt Vergleich im "Baal"-Prozess ab

Brecht-Erben wollen Castorf-Inszenierung verbieten

Der Suhrkamp Verlag will im Sinne der Brecht-Erben die "Baal"-Inszenierung von Frank Castorf am Münchner Residenztheater weiter verbieten lassen. Einen Vergleichsvorschlag des Richters lehnten Anwalt und Justiziarin des Verlages vor dem Landgericht München ab.
Das Residenztheater hatte vorgeschlagen, das Theaterstück nicht über die bereits geplanten Termine im Februar und März sowie das Berliner Theatertreffen im Mai hinaus aufzuführen. Außerdem war es bereit, den Titel zu ändern, vor jeder Aufführung auf die Problematik hinzuweisen und sich beim Suhrkamp Verlag besonders zu bedanken. Der Richter hatte dem Verlag nahegelegt, auf diesen Vorschlag einzugehen.
Der Suhrkamp Verlag hat eine einstweilige Verfügung gegen die Inszenierung am Residenztheater beantragt. Bei Castorfs Interpretation handele es sich um eine "nicht autorisierte Bearbeitung des Stückes". Der Regisseur hat seiner Inszenierung zahlreiche Fremdtexte hinzugefügt.

Wahl der Oscar-Preisträger beendet

Regisseurin DuVernay: System Hollywood ist kaputt

Die Oscar-Wahl ist gelaufen, die Gewinner stehen fest. Bis gestern Abend mussten die über 6000 Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences ihre Stimmzettel abgegeben haben. Nach Angaben der Filmakademie werden nun Mitarbeiter der Prüfgesellschaft PricewaterhouseCoopers die Stimmen auszählen.
Auch wenn die Gewinner noch nicht bekannt sind, an der Auswahl der Nominierten übte die schwarze Filmregisseurin Ava DuVernay harte Kritik.
"Heterosexuelle weiße Männer haben seit jeher die Fäden in der Hand, sie halten sich für das Zentrum des Universums", sagte sie der "Berliner Zeitung". "Die Hürden, die man dort als Frau überwinden muss, sind enorm. Und als schwarze Frau sind sie sogar noch größer."
DuVernays Historienepos "Selma", ein Porträt des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King, ist für einen Oscar als bester Film nominiert. Mit einer Nominierung als erste schwarze Regisseurin hätte DuVernay Filmgeschichte geschrieben.
Verliehen werden die Oscars zum 87. Mal am 22. Februar.

Filmstudio-Chef warnt vor Einbußen von Fördergeldern

Ohne zuverlässige Förderung drohe Filmkunst das Aus

Der Vorstandschef der Babelsberger Filmstudios, Carl Woebcken, hat vor dem Verlust von Filmkunst durch beschnittene Fördergelder gewarnt. Ein zuverlässiges Film-Fördersystem sei das einzige Instrument, regelmäßig internationale Koproduktionen anzuziehen. "Hätten wir ein Fördersystem wie in England, würden auch die Bavaria Studios in München oder die MMC Studios Köln profitieren und in internationale Filmproduktionen investieren", sagte Woebcken der Deutschen Presse-Agentur. Ohne derartige Projekte drohe eine Verlust der Filmkunst in Deutschland. Das internationale Produktionssystem habe sich durch die Globalisierung stark geändert, so Woebcken. Andere Länder hätten sich darauf besser eingestellt.

Neues Körperwelten-Museum in Berlin eröffnet

Behördeneinspruch vorerst abgelehnt

Am Berliner Fernsehturm ist eine neue Ausstellung des Leichen-Plastinators Gunther von Hagens eröffnet worden. Die Körperwelten-Ausstellung sollte ursprünglich bereits Ende 2014 zu sehen sein. Der Stadtbezirk Berlin-Mitte hatte zwei Mal vergeblich versucht, die Schau gerichtlich zu verbieten. Beim Oberverwaltungsgericht ist aber noch ein Revisionsverfahren anhängig. In Berlin war die in der Öffentlichkeit kontrovers diskutierte Ausstellung bereits 2001 und 2011 zu sehen. Nun soll auf einer 1200 qm großen Fläche ein „Menschen Museum“ mit rund 200 anatomische Exponate entstehen.

Olga Martynova erhält heute den Berliner Literaturpreis

Michael Müller: „Literarische Vermittlerin zwischen Russland und Deutschland

Seit 1991 lebt Olga Martynowa in Deutschland, heute bekommt die russische Romanautorin, Essayistin und Übersetzerin vom Berliner Bürgermeister den Berliner Literaturpreis überreicht. Michael Müller lobte die Autorin, die auf Russisch und ihrer Zweitsprache Deutsch schreibt, vorab: „Sie thematisiert auf ganz eigene, fantasievolle Weise Konflikte und Bewältigungsproblematik von Stalinismus, Kaltem Krieg sowie der Begegnung von Ost und West als europäischen Kultur- und Geschichtsräumen." Die mit insgesamt 30.000 Euro dotierte Auszeichnung wird von der Stiftung Preußische Seehandlung vergeben; mit dem Preis ist die Berufung der Autorin auf die Heiner Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der Freien Universität Berlin verbunden,

Foto vom Kieler Matrosenaufstand 1918 stammt aus Berlin

Originalaufnahme zeigt Demo am Halleschen Tor

Seit fast 100 Jahren illustriert das Foto den Kieler Matrosenaufstand, jetzt kam heraus: Das berühmte Bild wurde in Berlin geschossen. Dass die Aufnahme keinesfalls die revolutionären Ereignisse an der Förde dokumentiert, teilte das Kieler Stadtarchiv mit. Stattdessen zeigt es einen Demonstrationszug, der damals in Berlin von Tempelhof nach Friedrichshain führte. Das Bundesbildarchiv habe die Originalvorlage gefunden, so der Leiter des Stadtarchivs, Johannes Rosenplänter. Das Foto trage den Titel "Der Trauerzug passiert das Hallesche Tor". An der Gedenkdemonstration für acht Tote nahmen schätzungsweise 100 000 Menschen teil; darunter auch Matrosen.

Taucher heben Goldschatz vor isaelischer Küste

Münzenfund aus dem 11. Jahrhundert

Den bisher größten Goldschatz in der israelischen Geschichte haben Hobbytaucher in einem antiken Mittelmeerhafen entdeckt. Rund 2000 Münzen aus der Ära der Fatimiden im 11. Jahrhundert seien vor Caesarea gefunden worden, bestätigte eine Sprecherin der israelischen Altertumsbehörde. Der Leiter der archäologischen Marineeinheit, Kobi Scharvit, sagte, möglicherweise stammten die Münzen aus dem Wrack eines Schiffs, das mit Steuergeldern nach Ägypten unterwegs war. Die ismaelitische Dynastie der Fatimiden, die für ihren legendären Reichtum bekannt war, herrschte im Nahen Osten von 909 bis 1171.

Roger Willemsen erhält Literaturpreis der Heine-Gesellschaft

Jury: Willemsen trägt Geist und Witz in moderne Debatten

Der Autor und Moderator Roger Willemsen erhält die 15. Ehrengabe der Heinrich-Heine-Gesellschaft. Willemsen sei im kulturellen und politischen Leben ganz im Heineschen Sinne als "Künstler, Tribun und Apostel" präsent, teilte die Heine-Gesellschaft mit. Willemsen sei auch ein engagierter Kämpfer für die Menschenrechte, der weder Grenzen noch Themen scheue und im Sinne Heines Geist und Witz in moderne Debatten trage, hieß es zur Begründung. Die Verleihung des Literaturpreises, der seit 50 Jahren in unregelmäßigen Abständen vergeben wird, findet am 28. Juni in Düsseldorf statt. Zuletzt wurde 2012 der bosnische Schriftsteller Dzevad Karahasan ausgezeichnet.

Nerudas Gebeine kommen zurück ins Grab

Untersuchung der Todesursache soll im April endgültig abgeschlossen werden

Die Gebeine des Literatur-Nobelpreisträgers Pablo Neruda sollen zurück in sein Grab kommen. Ein Richter ordnete die Rückführung des chilenischen Dichters nach dem 8. April an. Dann sollen die Untersuchungen über die Todesursache des chilenischen Dichters endgültig abgeschlossen sein. Ein Hinweis auf eine Vergiftung hat sich bislang nicht ergeben. Der Dichter und Freund des sozialistischen Präsidenten Salvador Allende war am 23. September 1973 im Alter von 69 Jahren gestorben.
Zwölf Tage zuvor hatte General Augusto Pinochet mit Unterstützung des US-Geheimdiensts bei einem Militärputsch Allende gestürzt. Die offizielle Sterbeurkunde gab Prostatakrebs als Todesursache an. Lange hielt sich die These, dass Neruda, der Mitglied der Kommunistischen Partei Chiles war und mit Gegnern der chilenischen Militärdiktatur gegen Pinochet kämpfen wollte, vergiftet worden sei. Die Untersuchungen sind bislang noch nicht offiziell abgeschlossen. Der Richter Carroza erklärte, er könne derzeit nicht abschließend sagen, ob Neruda ermordet wurde oder nicht.

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Fazit

Margaret Atwood wird 80Humanistin und hellsichtige Mahnerin
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

Weltberühmt wurde sie mit ihrer Dystopie "Der Report der Magd". Heute feiert die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood ihren 80. Geburtstag. Über ihre teilweise düsteren Visionen sagt sie: "Ich beschreibe nur, was wir schon tun oder tun könnten."Mehr

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