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Kulturnachrichten

Dienstag, 17. Februar 2015

Berlinale-Gewinner kommt im Sommer ins Kino

"Taxi" als bester Spielfim geehrt

Der iranische Berlinale-Gewinner "Taxi" kommt am 23. Juli in die deutschen Kinos. Das teilte der Leipziger Filmverleih Weltkino mit. Er hatte die Rechte bereits vor der Berlinale-Preisverleihung erworben. In seinem Film chauffiert der in seiner Heimat mit einem Arbeits- und Ausreiseverbot belegte Regisseur Javar Panahi seine Landsleute durch Teheran und lässt sie von ihrem Leben erzählen. Panahi drehte den Film heimlich und ließ ihn nach Berlin schmuggeln.

Autor Ernst Röhl gestorben

Satirischer Sprachkritiker beleuchtete DDR-Realität

Der Autor Ernst Röhl ist gestern im Alter von 77 Jahren nach langer Krankheit im brandenburgischen Zepernick gestorben. Das teilte die Eulenspiegel Verlagsgruppe mit, die rund 20 Bücher Röhls veröffentlichte. Er habe mit Witz und Ironie Beschönigungen der Herrschenden aufgedeckt, hieß es in dem Nachruf. Von 1965 bis 1997 war Ernst Röhl Redakteur der ostdeutschen Satire-Zeitschrift "Eulenspiegel".
Zuvor hatte Röhl die Folgen von Satire in der DDR selbst zu spüren gekommen. Laut Verlagsangaben war er als "Rädelsführer" des Leipziger Studentenkabaretts "Rat der Spötter" verhaftet und abgeurteilt worden. Er musste sich dann zunächst als Holzarbeiter und Korrektor durchschlagen.
Der Eulenspiegel Verlag brachte rund 20 Bücher des Autors heraus. 2010 wurde Röhls letzte Publikation, das "Wörterbuch der Heuchelsprache", veröffentlicht.

Bucerius Kunstforum in Hamburg wird erweitert

Umzug für 2018 geplant

Das Bucerius Kunstforum bezieht Anfang 2018 neue Räume. Es werde größer und großzügiger. Es bleibe aber bei der Idee, Kunst mitten in der Stadt zu präsentieren, sagte der Vorstandsvorsitzende der Zeit-Stiftung, Michael Göring, in Hamburg. Seit der Eröffnung im Herbst 2002 seien die Besucherzahlen inzwischen auf jährlich rund 200 000 gestiegen und die räumlichen Kapazitäten an eine Grenze gekommen. Im neuen Haus werde das erfolgreiche Konzept konzentrierter Themenausstellungen auf einer Etage fortgeführt, sagte Direktorin Ortrud Westheider. Der Neubau entsteht direkt hinter dem bisherigen Standort des Bucerius-Kunstforums neben dem Hamburger Rathaus.

Münchner Kammerspiele starten Diskussionsprojekt

"Urban Places - Public Spaces"

Mit einer Videokonferenz zwischen München, Istanbul und Sao Paulo startet am Sonntag die Veranstaltungsreihe "Urban Places - Public Spaces" über Leben in der Stadt. "Metropolen weltweit stehen vor großen Herausforderungen", teilten die Veranstalter, das Goethe-Institut und die Münchner Kammerspiele, mit. An insgesamt drei Terminen werden Künstler, Experten und Publikum aus München in einer Live-Schalte im Schauspielhaus mit jeweils zwei anderen Städten der Welt über ihre Probleme diskutieren. Unter der Überschrift «Wem gehört die Stadt?» debattieren zunächst Theaterregisseur Stefan Kaegi und Journalist Alex Rühle aus München mit einem Regisseur, einem Aktivisten, einer Stadtplanerin und einer Autorin aus Istanbul und Sao Paulo. Themen sein werden unter anderem die Probleme, dass zu viele Menschen in zu wenigen Flüchtlingsunterkünften leben oder dass ganze Bevölkerungsgruppen aus den Stadtzentren verdrängt werden. Die nächsten beiden Terminen stehen unter den Titeln "Wer macht die Stadt?" (22.03.) und "Was ist die gute Stadt?" (26.04.). Alle Veranstaltungen werden von ARD-alpha aufgezeichnet.

Schützenwesen wird vorerst nicht Kulturerbe

Grund ist Umgang mit muslimischem Schützenkönig

Das Expertenkomitee der Deutschen Unesco-Kommission hat den Aufnahme-Antrag für das Schützenwesen in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes zurückgestellt, berichtet die "Westfalenpost" in Hagen. Als Grund wurde angegeben, dass einem muslimischen Schützenkönig die Teilnahme am Bezirksschützenfest verweigert wurde. Es sei nicht einsichtig, weshalb ein historisch christlicher Gründungszweck deutscher Schützenverbände durch religiöse Öffnung gefährdet sein solle, heißt es in dem Brief der Kommission.
Der Fall im westfälischen Werl hatte im vergangenen Jahr bundesweit für Empörung gesorgt. Nach Protesten durfte der Schützenkönig seinen Titel zwar behalten, an weiteren Wettbewerben aber nicht teilnehmen.

Sachsen erwirbt Silbermann-Tagebuch

Orgelbauer berichtet von einer Bildungsreise

Die Sächsische Landesbibliothek in Dresden hat ein bisher unbekanntes Reisetagebuch des Orgelbauers Johann Andreas Silbermann (1712-1783) erworben. Auf 284
Blättern hielt der in Straßburg lebende Silbermann seine Bildungsreise durch Kursachsen und Berlin im Jahre 1741 fest. Das Journal sei auf einer Versteigerung in London angeboten worden, teilte die Kulturstiftung der Länder mit. Unterstützt wurde der Kauf von der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kulturstiftung der Länder sowie vom Freistaat Sachsen. Die Aufzeichnungen sollen von Wissenschaftlern der Sächsischen Landesbibliothek ausgewertet werden.

"It's My Party"-Sängerin gestorben

Lesley Gore wurde 68 Jahre alt

Die US-Sängerin Lesley Gore, die 1963 mit "It's My Party" weltbekannt wurde, ist im Alter von 68 Jahren gestorben. Wie die "New York Times" unter Berufung auf ihre langjährige Lebensgefährtin berichtete, starb Gore gestern in einem New Yorker Krankenhaus an einem Krebsleiden. Ihren größten Hit hatte sie mit 16 Jahren, den Herzschmerz-Song "It's My Party", der die Spitze der US-Charts erklomm. Bis Ende der 60er Jahre feierte Gore weitere Erfolge mit Hits wie "Judy's Turn To Cry", «She's a Fool» und "You Don't Own Me". Später schrieb sie auch selbst Musik, zum Beispiel zusammen mit ihrem Bruder den Song "Out Here On My Own" für den Film "Fame", der 1980 für einen Oscar nominiert wurde.

Menschen verlernen das Hören von Naturgeräuschen

Der zunehmede Lärmpegel ist schuld

Der ständig zunehmende Lärmpegel in vielen Gegenden der Welt verringert einem US-Forscher zufolge die Fähigkeit der Menschen, Naturgeräusche wahrzunehmen. "Diese antrainierte Taubheit ist ein wirkliches Problem." Das sagte Kurt Fristrup, Wissenschaftler bei der US-Parkbehörde, am gestern bei der Konferenz des weltgrößten Wissenschaftsverbands AAAS (American Association for the Advancement of Science) im kalifornischen San Jose. "Wir konditionieren uns selbst so, dass wir die Informationen, die in unsere Ohren kommen, nicht mehr wahrnehmen."Fristrup und sein Team untersuchten in den vergangenen zehn Jahren die Lärmbelastung an rund 600 Stellen in US-Nationalparks, darunter bei Touristen besonders beliebte Parks wie Yosemite und Yellowstone.An deutlich mehr als der Hälfte dieser Orte liege der durchschnittliche Lärmpegel beispielsweise aufgrund von Motorbooten und Flugzeugen um drei Dezibel höher als ohne diese von Menschen verursachten Geräusche. Der Wissenschaftler und sein Team erwarten, dass sich diese Lärmbelastung in den kommenden 30 Jahren mehr als verdoppeln wird.

Papstbesuch in Paraguay

Er wird im Juli stattfinden

Die Bischofskonferenz von Paraguay hat den Besuch von Papst Franziskus im Land offiziell bestätigt. Wie die Tageszeitung "Ultima Hora" berichtet, will das Kirchenoberhaupt im Juli unter anderem den Wallfahrtsort Caacupe rund eine Autostunde von der Hauptstadt Asuncion entfernt besuchen. Im März werde in Paraguay eine Vatikan-Delegation erwartet, die den Besuch vorbereiten solle, hieß es.Im Rahmen seiner geplanten Südamerika-Reise will der Papst auch Bolivien und Peru besuchen. Franziskus hatte die Pläne bereits im Januar auf dem Rückflug von den Philippinen nach Rom angekündigt.

Schwarze Frauen müssen in Hollywood noch immer kämpfen

Nur 3 Filme von schwarzen Regisseurinnen im vergangenen Jahr

Die Filmwelt verbucht es als Erfolg, dass in den USA im vergangenen Jahr ganze drei Filme von schwarzen Regisseurinnen in die Kinos kamen, mehr als je zuvor in einem einzigen Jahr. Eine von ihnen, Filmemacherin Ava DuVernay, hat mit ihrem Geschichtsdrama "Selma" bei der Oscar-Verleihung am Sonntag sogar Chancen auf den Preis für den besten Film. Doch es sind eben nur 3 von insgesamt 373, die in die US-Kinos kamen. Schwarze Regisseurinnen sind in Hollywood selten. In den vergangenen sieben Jahren hatten nur drei von ihnen etwas mit den 700 erfolgreichsten Filmen zu tun, wie eine Studie der Initiative für Medien, Vielfalt und sozialen Wandel der Universität von Südkalifornien kürzlich ergab. "Das Ökosystem des Filmemachens ist für Frauen und Dunkelhäutige problematisch", sagt die Direktorin der Initiative, Stacy Smith. Mehr als 95 Prozent der Filme mit den besten Einspielergebnissen des vergangenen Jahrzehnts seien von Männern gedreht worden, von den 700 Spitzenfilmen der vergangenen sieben Jahre stammten fast 90 Prozent von weißen Regisseuren. Die Regisseurin des Films "Belle", die Britin Amma Asante, verweist darauf, dass alle acht für den Oscar als bester Film nominierten Streifen in diesem Jahr von Männern handeln. Und DuVernay ist die einzige Regisseurin eines dieser Filme. Die Zahl der Filmemacherinnen egal welcher Hautfarbe in Hollywood liegt seit zwei Jahrzehnten bei niedrigen fünf Prozent.

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Fazit

Margaret Atwood wird 80Humanistin und hellsichtige Mahnerin
Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

Weltberühmt wurde sie mit ihrer Dystopie "Der Report der Magd". Heute feiert die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood ihren 80. Geburtstag. Über ihre teilweise düsteren Visionen sagt sie: "Ich beschreibe nur, was wir schon tun oder tun könnten."Mehr

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