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Kulturnachrichten

Montag, 16. Februar 2015

Narren am Rhein nehmen Terror, Putin und "Pegida" aufs Korn

Auch Papst Franziskus kam nicht davon

Mehr als zwei Millionen meist kostümierte Narren haben heute die Rosenmontagszüge in Köln und Düsseldorf begleitet. Die Jecken nahmen den islamistischen Terror, den vom russischen Präsidenten Wladimir Putin geschürten Ukraine-Konflikt und die islamfeindlichen "Pegida"-Proteste aufs Korn. Auch Papst Franziskus kam nicht ungeschoren davon. Eine Papstfigur schlug in vollem Ornat unter dem Motto "Nächstenhiebe" mit einem Stock auf den nackten Po des Vatikan ein und erklärte dazu: "Schlagen, aber mit Würde". Auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und der desolate Zustand ihrer Truppenausrüstung wurde zur Zielscheibe der Jecken. Die Stadt Düsseldorf hatte zudem einen Mottowagen zum Thema Flüchtlinge bauen lassen. In Köln jubelten die Narren über einen Mottowagen, der den mörderischen Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" thematisierte. Und an der Stelle des ursprünglichen "Charlie-Hebdo"-Wagens fuhr ein grauer Wagen ohne Aufbauten und närrische Bemalung mit. Er sollte ein Zeichen dafür setzen, dass fanatische Islamisten nicht den Frohsinn des Karnevals verhindern.

Württemberg: Keine Segnungsgottesdienste für Homo-Paare

Das sei nur für Mann und Frau vorgesehen

In der Evangelische Landeskirche in Württemberg wird es weiter keine Segnungsgottesdienste für homosexuelle Paare geben. Die Trauung sei nach der Ordnung der Kirche nur für Mann und Frau vorgesehen. Das sagte heute der für Theologie zuständige Kirchenrat Frank Zeeb. Hintergrund der Äußerung ist ein Gottesdienst zum Valentinstag in Eningen bei Reutlingen. Zu diesem waren ausdrücklich auch Paare eingeladen worden, "für die es keine offizielle kirchliche Segenshandlung gibt". Grundsätzlich sei ein solches Angebot legitim, da es sich an alle Paare richte, fügte Zeeb hinzu. Dabei würden auch heterosexuelle Paare nicht nach ihrem Status befragt - ob sie etwa im "Rentnerkonkubinat" lebten, weil sie bei einer Heirat Pensionsansprüche verlören. Anders wäre es nach den Worten des Fachmanns, wenn sich das Angebot nur an homosexuelle Paare gerichtet hätte. Dies aber sei in Eningen nicht der Fall gewesen. Manche Landeskirchen bieten für Lesben und Schwule inzwischen Segensfeiern an, die weitgehend identisch mit kirchlichen Trauungen sind. Andere Landeskirchen lehnen dies ab.

Nobelpreisträger Grass kritisiert Kanzlerin Merkel

Politik missachte junge Schriftsteller

Literaturnobelpreisträger Günter Grass hat Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeworfen, die politischen Initiativen junger deutscher Schriftsteller zu missachten. Etwa Juli Zeh und Ilija Trojanow hätten einen Appell an die Kanzlerin gestartet, gegen die Abhöraktivitäten der NSA vorzugehen. Das sagte Grass der in Bielefeld erscheinenden heutigen "Neuen Westfälischen" . "Es ist ein Skandal, dass sie bis heute keine Antwort von Frau Merkel bekommen haben", so der Autor der "Blechtrommel". Jungen Autoren sei über die Feuilletons eingeredet worden, die Finger von der Politik zu lassen, weil das den Stil verderbe. "Das war und ist Unsinn", sagte der Literaturnobelpreisträger.

Eurovision Song Contest soll "Green Event" werden

Mit Strom aus regenerativen Energien

Auch Umweltschützer sollen ihre Freude am Eurovision Song Contest (ESC) haben. Erstmals werde der kommende ESC am 23. Mai in Wien den ökologischen Vorgaben eines "Green Events" gerecht werden. Das sagte heute ORF-Intendant Alexander Wrabetz. Dazu gehöre, dass der Strom für den Veranstaltungsort aus regenerativen Energien stamme, Abfall möglichst vermieden und die umweltbewusste Mobilität gefördert werde. Ziel sei es, möglichst wenig klimaschädliches Kohlendioxid zu produzieren. Besondere Rücksicht werde außerdem auf Behinderte genommen. Dazu gehöre der barrierefreie Veranstaltungsort, sowie die Übertragung im Internet, bei der ein Gebärden-Dolmetscher zum Einsatz komme, der mit seinen Gesten auch ein Gefühl für die Musik vermitteln könne, hieß es. Der ORF ist nach dem Sieg der österreichischen Dragqueen Conchita Wurst beim ESC in Kopenhagen diesmal Gastgeber der Show, die mit bis zu 200 Millionen Zuschauern als größtes TV-Unterhaltungsevent der Welt gilt.

Ludwig-Börne-Preis an FAZ-Herausgeber Kaube

Zweiter Börne-Preisträger bei der FAZ

Vor Jürgen Kaube war bereits der verstorbene Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen, Frank Schirrmacher, geehrt worden. Der Ludwig-Börne-Preis 2015 wird am 12. Juli in der Frankfurter Paulskirche verliehen. Preisrichter Dan Diner begründete Kaubes Auszeichnung mit dessen "herausragendem schriftstellerischen Vermögen". Der Publizist, der der Tradition der Aufklärung verpflichtet sei, werde dafür geehrt, "die wissenschaftliche Kultur von Geist und Sache in luzider Klarheit und begriffsnaher Zuspitzung in den öffentlichen Raum zu tragen."
Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Er erinnert an den Frankfurter Juden Ludwig Börne (1786-1837), der sich in Essays und Reportagen für die Ideale der Revolution von 1848 einsetzte.

Millionen für Preußische Schlösser

Bauarbeiten verschrecken Besucher

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg will in diesem Jahr die bisher größte Investitionssumme in ihre Häuser stecken. Nach Angaben von Generaldirektor Hartmut Dorgerloh werden 29 Millionen Euro bereitgestellt. Mit dem Sonderinvestitionsprogramm des Bundes und der Länder Berlin und Brandenburg stehen bis 2018 rund 155 Millionen Euro zusätzlich für die Sanierung der Kulturgüter bereit.
Allerdings schreckten die Bauarbeiten an vielen Häusern wohl Besucher ab, obwohl viele Einrichtungen weiter geöffnet seien, sagte Dorgerloh. 2014 hätten 1,72 Millionen Menschen die ehmaligen Hohenzollern-Sitze besucht, 3,3 Prozent weniger als 2013.

Weimarer Klassik-Stiftung zeigt Cranach-Austellungen

Besucherrückgang im vergangenen Jahr

Unter dem Titel "Bild und Botschaft" solle die Ausstellung ab Anfang April die entscheidende Bedeutung von Thüringen und Weimar für die Reformation und deren Bildgebung verdeutlichen, sagte Stiftungspräsident Hellmut Seemann. Dafür werde auch der Cranach-Altar in der Weimarer Stadtkirche einbezogen, der für die Reformation von zentraler Bedeutung sei. Zeitgleich seien weitere Cranach-Präsentationen in Gotha und auf der Wartburg bei Eisenach geplant.
Für das vergangene Jahr bilanzierte die Klassik-Stiftung rund 116.000 Besucher weniger als 2013. Gründe seien die vorübergehende Schließung des Schillerhauses und die Ausstellung über den Ersten Weltkrieg. Mit nur 6.000 Besuchern sei sie der "Flop des Jahres" gewesen, räumte Seemann ein.

"Fifty Shades of Grey" fährt Rekordergebnis ein

Der Erotikroman lässt weltweit die Kasse klingeln

In Nordamerika spielt «Fifty Shades of Grey» das beste Ergebnis aller Zeiten an einem Valentinstag ein und hat damit alle Erwartungen übertroffen. Der Erotikroman einer Britin, von einer US-Regisseurin in Szene gesetzt, lässt weltweit die Kasse klingeln. Nach vorläufigen Hochrechnungen des Box-Office-Mojo von heute spielte der Film am Wochenende allein in den USA und Kanada 81,7 Millionen Dollar (71,7 Mio Euro) ein. Am heutigen Montag, dem amerikanischen Feiertag Presidents' Day, dürfte sich das Ergebnis um weitere zehn Millionen verbessern. Das schrieb der "Hollywood Reporter". Weltweit rechnen die Universal Studios mit Auftakt-Einnahmen von über 248,7 Millionen Dollar. Dabei hatte die Produktion unter der Regie von Sam Taylor-Johnson mit Dakota Johnson und Jamie Dornan gerade 40 Millionen Dollar gekostet.

Französischer Schauspieler Louis Jourdan gestorben

Hollywood-Star verkörperte oft den "french lover"

Der französische Schauspieler Louis Jourdan ist mit 93 Jahren gestorben. Wie sein Biograf Olivier Minne der Nachrichtenagentur AFP sagte, starb Jourdan am Samstag in seinem Haus in Los Angeles eines natürlichen Todes. Der Biograf würdigte den Franzosen als den wohl letzten "french lover" von Hollywood. Er habe die französische Eleganz perfekt verkörpert. Jourdan war bereits Ende der 30er Jahre in Frankreich auf der Leinwand zu sehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem er sich der französischen Widerstandsbewegung anschloss, zog es ihn nach Hollywood. Dort verkörperte er in Filmen wie "Brief einer Unbekannten" und "Gigi" meist die Rolle des französischen romantischen Liebhabers. Später war Jourdan auch in härteren Rollen wie in "Octopussy" aus der James-Bond-Reihe zu sehen. Auf dem Walk of Fame in Hollywood wurde er mit zwei Sternen geehrt.

US-Dichter Philip Levine gestorben

Er wurde 87 Jahre alt

Der amerikanische Dichter Philip Levine ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Wie seine Witwe mitteilte, litt der mehrfach preisgekrönte Schriftsteller an Krebs. Levine gewann 1979 den National Book Award und 1995 einen Pulitzer-Preis. 2011 wurde er von der Library of Congress zum Poet Laureate gekürt. Er nahm sich den großen amerikanischen Poeten Walt Whitman zum Vorbild und beschrieb vor allem Alltagserfahrungen, unter anderem in Gedichten über seine Kindheit, über die Ehe und die Kindererziehung. Kollegen würdigten Levine als bedeutende Persönlichkeit der amerikanischen Poesie. Der Sohn russisch-jüdischer Einwanderer war geprägt durch seine Kindheit in der Arbeiterschicht. Später arbeitete er selbst unter anderem als Lastwagenfahrer und als Monteur in einer Autofabrik.

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Fazit

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Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood (picture alliance / AP / Invision / Arthur Mola)

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