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Kulturnachrichten

Dienstag, 10. Februar 2015

Deutschland bei Biennale in Venedig

Der deutsche Pavillon setzt auf Verständigung durch Kultur

Bei der Kunstbiennale in Venedig soll der deutsche Beitrag auch zur Verständigung über Kulturgrenzen hinaus dienen. Angesichts der aktuellen Krisen weltweit sei das wichtiger denn je, sagte Andreas Görgen, Leiter der Kulturabteilung im Auswärtigen Amt, bei der Vorstellung des Konzepts in Berlin. Die Biennale gehört zu den renommiertesten Kunstschauen der Welt. Der diesjährige deutsche Kurator Florian Ebner hat fünf Konzept- und Medienkünstler ausgewählt, die von Mai bis November 2015 ihre Positionen zeigen sollen.

Unterstützung für Moskau nach Bilbliotheksbrand

Deutsches Hilfsangebot

Deutschland will Russland bei der Wiederherstellung der Bibliothek der Russischen Akademie der Wissenschaften helfen, die Ende Januar bei einem Brand schwer beschädigt wurde. Außenminister Frank-Walter Steinmeier bot auch die Entsendung von deutschen Experten an. "Auch in politisch schwierigen Zeiten dürfen wir die kulturellen Brücken zwischen Deutschland und Russland nicht kappen", sagte der SPD-Politiker. Die Bibliothek in Moskau mit ihren mehr als 14 Millionen Büchern gilt als eine der wichtigsten Buch- und Dokumentesammlungen in Europa. Nach vorläufigen Angaben wurden bei dem Brand mehr als 1,5 Millionen Dokumente zerstört oder schwer beschädigt.

Autoren starten Online-Experiment zum Thema IS

Mosaik-Roman im Internet

Neun junge deutsche Autoren wollen sich von der kommenden Woche an gemeinsam in einem Mosaik-Roman im Internet mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) befassen. Mit dem Experiment unter dem Titel "Zwei Mädchen im Krieg" folgen die Schriftsteller einem Aufruf ihres Kollegen Thomas von Steinaecker. Der 38-Jährige bezieht sich auf die wahre Geschichte zweier Wiener Teenager, die nach Syrien zogen und dort tief verschleiert Werbung für den IS machen. Veröffentlicht wird der Roman im literarischen Online-Magazin "hundertvierzehn" von S. Fischer. Wie der Verlag mitteilte, schreiben die Autoren ab 16. Februar über drei Wochen hinweg ihre Beiträge. Der abgeschlossene Mosaik-Roman soll während der Leipziger Buchmesse am 12. März vorgestellt werden.

Kunsthalle Karlsruhe digitalisiert Gemälde für Google

Weltweites digitales Museumsprojekt

Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe beteiligt sich am Museumsprojekt "Google Art Project". Seit heute ist ein Querschnitt der Sammlung - 50 Gemälde vom 14. Jahrhundert bis zur Gegenwart - online zu sehen. In hochauflösenden Digitalfotografien werden bei Google beispielsweise Werke von Dürer, Gründewald oder Manet und Degas gezeigt. Die Präsentation der Kunsthalle soll in den kommenden Monaten mit weiteren Werken sowie mit Panoramafotografien aus dem Museum erweitert werden. Das Google Art Project zeigt auf seiner Webseite mehr als 40.000 Kunstwerke aus internationalen Museen und Sammlungen. Aus Deutschland beteiligen sich bislang neben Karlsruhe etwa auch die Staatlichen Museen Berlin und Dresden.

Angebliches Werk von Leonardo da Vinci in Schweiz beschlagnahmt

Das Gemälde wurde im Tessin entdeckt

Das Ölgemälde soll von unschätzbarem Wert und seit Jahrhunderten verschwunden gewesen sein. Das Porträt "Ritratto di Isabella d'Este" sei illegal ins Ausland gebracht worden, teilten die Behörden im italienischen Pesaro mit. Sobald das Gemälde wieder in Italien ist, soll die Urheberschaft bestätigt werden. Das Werk sei in Lugano in einem Tresor sichergestellt worden, teilten die Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei im Tessin mit. Der florentinische Maler, Bildhauer und Wissenschaftler Leonardo da Vinci zählt zu den kreativsten Persönlichkeiten der Kunst- und Wissenschaftsgeschichte. Sein berühmtestes Gemälde ist die Mona Lisa.

Gericht erlaubt Eröffnung von "Körperwelten"-Museum

Das umstrittene Museum in Berlin kann in einer Woche eröffnen

Das entschied das Verwaltungsgericht Berlin in einem Eilverfahren. In der Dauerausstellung im Sockelbau des Berliner Fernsehturms will der Anatom Gunter von Hagens präparierte menschliche Leichen ausstellen. Dagegen hatte das Bezirksamt Berlin-Mitte eine Unterlassungsverfügung eingelegt, die nun keinen Erfolg hatte. Das Verwaltungsgericht erklärte, das Amt könne weiterhin nicht belegen, dass die Ausstellung gegen das Berliner Bestattungsgesetz verstoße. Es ließ gegen seine Entscheidung zugleich Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zu.

Bayerisches Kabinett billigt Pläne für Konzertsaal-Umbau

Die Philharmonie soll entkernt werden um in der alten Hülle einen Saal mit neuer Akustik zu bauen

Nach jahrelangem Dauerstreit über einen neuen Konzertsaal in München hat die bayerische Staatsregierung entschieden, dass es keinen dritten Saal geben, stattdessen soll die Philharmonie im Gasteig komplett umgebaut werden. Ungeachtet heftiger Kritik aus der Kulturszene stellte sich das bayerische Kabinett heute hinter den kürzlich von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ausgehandelten Plan. Dieser sieht vor, dass in der alten Hülle des Kulturzentrums Gasteig ein komplett neuer Konzertsaal entstehen soll. Dort soll neben den Münchner Philharmonikern auch das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks eine Heimat bekommen, mit abwechselnden Belegungsrechten. Pläne für einen weiteren Konzertsaal werden damit auf Eis gelegt.

Comic Helden auf der Kino-Leinwand vereint

Deal zwischen Sony und Disney ermöglicht neue Kinogeschichten mit den Avengers und Spider-Man

Spider-Man, der Spinnenmann mit den Superkräften, soll in einem der nächsten Filme von Disneys Marvel-Studios auftreten. Das sieht ein Deal mit dem Filmstudio Sony Pictures vor, dem seit über zehn Jahren die Filmrechte an Spider-Man gehören. Von dem aktuellen Zeitplan käme dafür zum Beispiel das nächsten Abenteuer von Captain America in Frage. Der Spinnenmann mit den Superkräften ist eine der bekanntesten Comic-Figuren aus dem Marvel-Universum. Im Kino waren die Welten aber bisher getrennt. Nun könnten im Gegenzug auch andere Marvel-Figuren in Spider-Man-Filmen auftreten, erklärten die Unternehmen.

Picasso-Werke in der Garage

Hehlerei oder Geschenke des Künstlers

Ein ehemaliger Elektriker muss seit heute vor einem Gericht im südfranzösischen Grasse die Herkunft von 271 Picasso-Werken in seiner Garage erklären. Der Mann will die Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen, deren Wert heute auf bis zu 100 Millionen Euro geschätzt werden, als Lohn für Handwerksarbeiten vom Künstler selbst erhalten haben. Nachfahren von Pablo Picasso bezweifeln das. Bei dem Prozess werden dem 75-Jährigen und seiner Frau Hehlerei vorgeworfen. Der Fall hatte 2010 für Aufsehen gesorgt. Damals präsentierte das Ehepaar die Werke nach 37 Jahren im Pappkarton den Picasso-Erben, um die Echtheit der Arbeiten aus den Jahren 1900 bis 1932 bestätigen zu lassen.

Kinderbuchautor Peter Abraham mit 79 Jahren gestorben

"Das Schulgespenst" war sein bekanntester Roman

Der Schriftsteller Peter Abraham, einer der bekanntesten Kinderbuchautoren der DDR, ist im Alter von 79 Jahren in Potsdam gestorben. Dies teilte sein Verlag Kulturmaschinen aus Ochsenfurt (Bayern) mit. Bekannt wurde er ab Mitte der 1970er Jahre durch sein Buch "Das Schulgespenst". 1986 wurde das Buch verfilmt. Nach der Wende schrieb Abraham Fortsetzungen über die Erlebnisse des Schulgespenstes. 2011 erschien Abrahams Autobiographie über seine Kindheit in der Nazi-Zeit. Peter Abraham hat insgesamt mehr als 30 Bücher geschrieben.

Verkauf der Achenbach-Insolvenzkunst stößt auf Probleme

Komplizierter Kunstverkauf

Der Erlös aus dem Verkauf der Kunstobjekte aus der Insolvenzmasse des angeklagten Kunstberaters Helge Achenbach dürfte niedriger ausfallen als bisher geschätzt. Auf mehrere Hundert der rund 2000 Kunstwerke in den Firmenlagern Achenbachs meldeten Dritte Ansprüche an, wie Insolvenzverwalter Marc d'Avoine im Betrugsprozess gegen Achenbach am Essener Landgericht aussagte. Allein eines der strittigen Objekte könnte den bisher auf knapp sieben Millionen Euro geschätzten Verkaufserlös um eine Million Euro schmälern. Die Objekte sollen von Juni bis November in London, Köln und Düsseldorf versteigert werden. Zuvor werde geprüft, welche Objekte nicht Achenbach gehörten.

Streit um "Baal"-Inszenierung

Prozess um Aufführungsrechte

Das Landgericht München befasst sich am Aschermittwoch mit dem Streit um die Inszenierung von Bertolt Brechts Stück "Baal" am Münchner Residenztheater. Wie das Gericht heute mitteilte, verhandelt das Gericht über einen Antrag auf Einstweilige Verfügung gegen die Aufführung vom Berliner Suhrkamp Verlag. Damit soll die Inszenierung von Regisseur Frank Castorf gestoppt werden. Bei Castorfs Interpretation handle es sich "um eine nicht-autorisierte Bearbeitung des Stückes von Bertolt Brecht" argumentiert der Verlag. Der Verlag tritt als Vertreter der Brecht-Erben auf.

Neue Ideen für das Bauhaus Dessau

Internationale Unis sollen an der Hochschule lehren

Das Bauhaus Dessau will internationaler werden. "Neuer Schwerpunkt wird sein, dass wir Universitäten weltweit einladen, einen ihrer Kurse hier bei uns abzuhalten", sagte Bauhaus-Direktorin Claudia Perren in einem Interview mit der "Magdeburger Volksstimme". Die Ideen der Schule könnten so in die Welt hinausgetragen werden. Zudem versuche das Bauhaus mit Workshops wie dem "Bauhaus Lab" mit jungen Kreativen zu arbeiten und ihnen Raum für eigene Experimente zu geben. Im Fokus stehe derzeit das geplante Museum. Noch im Februar soll ein Architektur-Wettbewerb ausgeschrieben werden. Bis 2019 soll der Neubau im Stadtpark für rund 25 Millionen Euro entstehen.

Steven Spielberg finanziert Kino-Projekt für Araber und Juden

Filme sollen Araber und Juden zusammenbringen

Ein Projekt der Jerusalemer Cinematheque soll die Begegnung von Arabern und Juden fördern, berichtet die israelische Zeitung "Haaretz". Die Mittel stammten unter anderem aus Einnahmen des Films "Schindlers Liste" des US-amerikanschen Regisseurs Steven Spielberg. Spielbergs "Righteous Persons Foundation" will sicherstellen, dass israelische Araber Zugang zum Kino haben, und Juden und Araber über Filme zusammengebracht werden. Monatlich sollen etwa fünf israelische und ausländische Filme mit arabischen Untertiteln ins Programm genommen werden.

Kirchenmusik-Studium in Bremen soll abgeschafft werden

Renommiertem Studiengang droht das Aus

Der Ausbildung an der Hochschule für Künste (HfK) Bremen droht wegen Kürzungen von mehreren hunderttausend Euro pro Jahr die Schließung, teilte der Deutsche Musikrat in Berlin mit. Auf einen Appell des Musikrats an Bremens Bildungssenatorin Quante-Brandt, den Studiengang in bisherigem Umfang zu sichern, habe die Politikerin erklärt, sie sehe könne den Fachbereich nicht länger unterstützen. Der kleine, aber hoch angesehene Studiengang mit 18 Studierenden im Fach Kirchenmusik steht damit zur Disposition. Der Generalsekretär des Deutschen Musikrates, Christian Höppner, nannte es „absurd, an einer Hochschule mit Schwerpunkt Alter Musik die Kirchenmusik als ergänzenden musikalischen Partner zu gefährden. Damit versündige sich die Senatorin nicht nur am kulturellen Erbe, sondern auch an der bundesweiten Ausbildungssituation im Bereich der Kirchenmusik, die bereits jetzt von einem dramatischen Nachwuchsmangel geprägt sei.

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