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Kulturnachrichten

Sonntag, 23. Februar 2014

Lübecker Autorengruppe um Grass: Müssen Morde an afghanischen Helfern verhindern

"Es geht um mehr als tausend Menschen."

Mit diesen Worten fordert die Lübecker Autorengruppe um Günter Grass die Bundesregierung auf, von den Taliban bedrohte afghanische Bundeswehrhelfer und ihre Familien aufzunehmen. Nach dem Abzug der Bundeswehr befürchten die Unterzeichner vermehrt Angriffe auf Dolmetscher, Scouts und Lehrer. Wörtlich heißt es in dem Appell: "Sollten die Bundestagsabgeordneten die drohenden Morde ignorieren, würde ein weiteres Versagen die deutsche Geschichte belasten." Neben Nobelpreisträger Grass unterzeichneten acht Autoren den Aufruf - unter anderem Nora Bossong, Benjamin Lebert und Dagmar Leupold. - Der NATO-Kampfeinsatz in Afghanistan läuft Ende des Jahres aus. Ab 2015 will sich die NATO nur noch an der Ausbildung der afghanischen Streitkräfte beteiligen.

Wanka zu Kinderpornografie: Debatte über Gesetzeslücken notwendig

Für Johanna Wanka ist Kinderpornografie "eines der schlimmsten Verbrechen", denn dadurch würden Leben zerstört.

Die Bundesbildungsministerin fordert im "Tagesspiegel" eine Debatte über Kinderpornografie im Internet und mögliche Gesetzeslücken in Deutschland. Zugleich warnte die CDU-Politikerin vor einem sorglosen und unkritischen Umgang mit dem Internet. Im Netz gäben Menschen ohne Arg ganz persönliche Informationen und Bilder preis, die auch Jahre später noch Einfluss auf die persönliche und berufliche Entwicklung haben könnten, sagte Wanka. Hintergrund ist der Skandal um den SPD-Politiker Sebastian Edathy. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie.

Kinderpornografie: Fotografen stützen Handelsverbot für Nacktbilder von Kindern

"Mit einem solchen Gesetz würde die Arbeit der Fotografen in keiner Weise beeinträchtigt."

Das stellt der Centralverband der Deutschen Berufsfotografen in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" fest. Er unterstützt damit den Vorschlag von Bundesjustizminister Heiko Maas, den Handel mit Nacktbildern von Minderjährigen zu verbieten. Ebenso äußerte sich der Deutsche Verband für Fotografie. Laut Verbandspräsident Wolfgang Rau werden die Persönlichkeitsrechte bei Bildern von nackten Kindern so sehr verletzt, dass das Recht auf Kunstfreiheit keine Rolle mehr spielt. Anders sieht es der Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler: Gelte ein pauschales Verbot, müssten sich zeitgenössische Künstler möglicherweise ständig fragen, ob sie sich nicht strafbar machten, argumentiert der Verband.

Fernsehpreis: Sender suchen nach neuem Konzept

Der Deutsche Fernsehpreis steht vor einer grundlegenden Reform.

In seiner bestehenden Form wird er dieses Jahr zum letzten Mal vergeben. Das ständige Sekretariat des Fernsehpreises teilte mit, der Gesellschaftervertrag sei von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 fristgerecht gekündigt worden. Damit bestätigte das Sekretariat einen Vorab-Bericht des Magazins "Spiegel". Bis zur Preisverleihung im Herbst sollten Alternativen zum bisherigen Konzept entwickelt und geprüft werden. Es würden aber weiterhin "hervorragende Leistungen für das Fernsehen" gewürdigt werden. Der Fernsehpreis wird in diesem Jahr zum 16. Mal verliehen. An der Verleihung hatte es in den vergangenen Jahren wiederholt Kritik gegeben.

Judi Dench: "Ich muss meine Filme nicht unbedingt anschauen"

Sie sieht sich nicht gerne auf der Leinwand.

Die Schauspielerin Judi Dench bekennt in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", beim Anschauen ihres aktuellen Films "Philomena", habe sie nichts gefühlt. Wörtlich sagte Dench: "So, wie ich wirklich bin, will ich mich gar nicht sehen. Ich habe ein ganz anderes Bild von mir im Kopf." Die Oscar-Preisträgerin spielt in "Philomena" eine Frau, die in den 1950er Jahren ihr Kind zur Zwangsadoption freigeben muss und es später wieder sucht. Der Film beruht auf einer wahren Geschichte. Es sei eine besondere Herausforderung gewesen, eine Frau zu spielen, die noch lebe, sagte Dench. Sie habe große Bedenken gehabt, der wahren Geschichte nicht gerecht zu werden.

Dessauer Intendant Bücker: Kritik an Theater-Sparpolitik auf der Bühne

Der Dessauer Generalintendant André Bücker verqickt in seiner Inszenierung die aktuelle Situation mit der historischen Vorlage.

Gestern brachte das Anhaltische Theater Dessau eine Neuinterpretation des Stücks "Des Bettlers Oper" von 1728 auf die Bühne. Es beinhaltet scharfe Kritik an der Kultur-Sparpolitik in Sachsen-Anhalt. Intendant Bücker sagte im "Deutschlandradio Kultur", er habe bewusst auch Originalzitate von Politikern verwendet. So sei im Landtag zum Thema Theaterfinanzierung etwa der Satz gefallen: Man könne nicht länger in ein krankes System investieren. Bücker kritisierte mehrere kulturpolitische Entscheidungen der jüngsten Vergangenheit als durchaus fragwürdig. Als Beispiel nannte er etwa die Entlassung der Wissenschaftsministerin Birgitta Wolf und die Kürzungen in der Theaterlandschaft. - Das Stück wurde anlässlich des 22. Kurt-Weill-Fests aufgeführt.

Maler Markus Lüpertz: Ein Künstler darf nicht korrumpierbar sein

"Die Malerei ist etwas Göttliches."

Dieser Meinung ist der Maler Markus Lüpertz. Der ehemalige Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie kritisierte in der "Welt am Sonntag", die Malerei komme im Bewusstsein der Leute kaum noch vor. Der Künstler macht dafür fehlende Bildung verantwortlich. Laut Lüpertz müssten die Deutschen durch Demokratisierung, Freiheit, Frieden und gigantische Bildungsangebote eigentlich ein hochintelligentes Volk sein. Allerdings sei das Gegenteil der Fall. Lüpertz betonte, das Wichtigste für einen Künstler sei, dass er nicht korrumpierbar werde. Es dürfe nicht um Preissteigerung und Weiterverkauf gehen, sondern um die eigene Idee. Lüpertz gehört zu den bekanntesten und provokantesten deutschen Gegenwartskünstlern. Bekannt wurde er Anfang der 1970er Jahren unter anderem mit Gemälden symbolträchtiger Motive wie Stahlhelmen und Streitwagen.

Internet-Gesetz in der Türkei: Polizei löst Proteste gewaltsam auf

Sie forderten ein "freies" Internet und den Rücktritt der Regierung.

In Istanbul haben wieder tausende Menschen gegen das neue strengere Internetgesetz protestiert - die Polizei löste die Demonstration gewaltsam auf. Die Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer und Tränengas ein. Einige Demonstranten wehrten sich laut Korrespondenten mit Steinen und Feuerwerkskörpern. Das auch international umstrittene Internetkontrollgesetz ist Anfang der Woche in Kraft getreten. Die Regierung kann nun Webseiten ohne richterlichen Beschluss sperren lassen.

Berühmt durch Musical "Sound of Music": Maria von Trapp gestorben

Sie gehörte zur legendären Sängerfamilie Trapp.

Maria von Trapp starb im Alter von 99 Jahren im US-Bundesstaat Vermont. Das teilte ihr Bruder mit. Die österreichische Familie war vor dem Zweiten Weltkrieg in ganz Europa mit Konzerten erfolgreich. 1938 flohen die Trapps aus dem von den Nationalsozialisten besetzen Österreich in die USA. Ihre Geschichte wurde 1959 im Musical "The Sound of Music" auf die Bühne gebracht. Die Verfilmung dieses Musicals im Jahr 1965 unter der Regie von Robert Wise wurde zum Triumph der 20th Century Fox Studios. Der Film wurde mit einem Oscar ausgezeichnet und machte die Familie zur Legende.

Ältestes Superman-Titelbild bringt bei Auktion rund 200.000 Euro

Der Käufer will das Bild einfach nur in seinem Laden ausstellen.

Das älteste noch erhaltene Original-Cover eines Superman-Comics ist in New York für umgerechnet rund 200.000 Euro versteigert worden. Die Illustration war in einem Heft im August 1939 erschienen. Ein Händler aus Houston in Texas habe sich gegen 20 andere Bieter durchgesetzt, teilte das Auktionshaus Heritage mit. Die Ausgabe 15 der Serie "Action Comics" zeigt, wie Superman unter Wasser ein U-Boot mit einem eingesperrten Marinesoldaten Richtung Wasseroberfläche drückt.

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