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Kulturnachrichten

Donnerstag, 6. Februar 2014

Berlinale gedenkt Seymour Hoffman mit Sonderfilmvorführung "Capote"

Der Tod von Philip Seymour Hoffman ist eine sehr harte Nachricht für die Kinobranche gewesen.

Deshalb will die Berlinale des US-Schauspielers gedenken. In einer Sonderaufführung soll der Film "Capote" gezeigt werden. Mit der Produktion hatte Hoffman einen Oscar für die Beste Hauptrolle bekommen. Der Präsident der Festival-Jury, James Schamus, sagte, mit dieser filmischen Hommage werde Hoffman zur Berlinale "da sein, unter uns". Der Schauspieler war am Sonntag in New York tot aufgefunden worden. Möglicherweise starb er an einer Überdosis Heroin.

BGH: Gesponsorte Texte von Unternehmen sind als Anzeige in Zeitung kenntlich zu machen

Wenn Unternehmen dafür bezahlen, dass ein Text in einer Zeitung erscheint, dann muss dies deutlich als Anzeige gekennzeichnet werden.

Das hat der Bundesgerichtshof heute entschieden. Zuvor hatte das "Stuttgarter Wochenblatt" die Verlegerin des kostenlosen Anzeigenblattes "Good News" verklagt. Darin waren zwei Beiträge abgedruckt worden, für die die Verlegerin Geld bekommen hatte. Die Texte waren jedoch nicht klar als Anzeige gekennzeichnet worden, sondern mit den englischen Worten "sponsored by" versehen. Der Bundesgerichtshof urteilte, dass diese Bezeichnung zu unscharf sei und hob das strikte Gebot hervor, gesponserte Texte eindeutig als "Anzeige" kenntlich zu machen.

(I ZR 2/11 GOOD NEWS II)

Biermann schreibt Klitschko: Bitte wirken Sie weiter

"Verlorner Posten in dem Freiheitskriege, Hielt ich seit dreißig Jahren treulich aus. Ich kämpfte ohne Hoffnung, daß ich siege. Ich wußte, nie komm ich gesund nach Haus."

Mit diesem Gedicht von Heinrich Heine hat der Liedermacher Wolf Biermann dem ukrainischen Oppositionsführer Vitali Klitschko Mut zugesprochen. Wie das internationale Literaturfestival Berlin mitteilte, schrieb Biermann es Klitschko in einem persönlichen Brief. Das Schreiben wurde auch von mehr als 200 weiteren Menschen unterzeichnet, unter anderem von Daniel Cohn-Bendit, Roland Jahn und Elfriede Jelinek. Laut Biermann bestaunen die Deutschen, dass der Boxweltmeister mehr könne als mit den Fäusten sprechen. Er appellierte an Klitschko: "Bitte wirken Sie weiter - als Patriot der Ukraine und zugleich Europäer".

Grütters: Kultur von Freihandelsabkommen ausklammern

Die Kultur sollte bei dem geplanten Freihandelsabkommen mit den USA ausgeklammert werden.

Dafür plädiert Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Zur Begründung sagte die CDU-Politikerin am Rande der Berlinale, der Kultur- und Medienbereich sei auf besonderen Schutz angewiesen. Andernfalls stünde Deutschlands einzigartige kulturelle Vielfalt auf dem Spiel. Die Kultur mache gerade zwei Prozent des Handelsvolumens aus. Es müsse möglich sein, diesen Bereich auszusparen. In dem Abkommen soll der Kulturbereich ähnlich wie die Automobilwirtschaft behandelt werden. Schriftsteller und Verleger befürchten dabei unter anderem die europaweite Abschaffung fester Preise für gedruckte Bücher.

Wegen der US-Abhöraffäre sind die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA ins Stocken geraten.

BGH: Filmaufnahmen über Tod an der Mauer stehen unter Urheberschutz

In den 60er Jahren wollte Peter Fechner nach Westberlin flüchten.

Doch an der Mauer wurde der junge Mann angeschossen und verblutete. Die Tragödie hatte damals ein Kameramann gefilmt. Dieser soll die Nutzungsrechte des Films später an den Journalisten Ralf Gründer übertragen haben. Als der Rundfunk Berlin-Brandenburg vor zwei Jahren die Aufnahmen in seinem Abendprogramm zeigte, forderte Gründer eine Entschädigung. Der RBB habe den Film ohne seine Zustimmung veröffentlicht. In diesem Streit hat heute der Bundesgerichtshof sein Urteil gefällt. Demnach stehen die Lichtbilder tatsächlich unter Urheberschutz. Es sei allerdings nicht klar, ob der Journalist Gründer überhaupt die Rechte an den Aufnahmen besitze. Diese Frage soll jetzt das Berliner Kammergericht klären.

(AZ: I ZR 86/12)

Prositutionsmuseum in Amsterdam eröffnet

Früher war es ein Bordell - heute ist es ein Museum.

In Amsterdam ist das erste Prostitutions-Museum der Niederlande eröffnet worden. Das Ausstellungshaus "Red Light Secrets" will ein ungeschminktes Bild vom Rotlichtmilieu geben. Das sagte der Initiator des Projektes Melcher de Wind. Man wolle nicht sensationslüstern sein, keine falsche Romantik vorgaukeln, aber auch niemanden verurteilen. Besucher können Arbeitsplätze von Prostituierten besuchen und selbst in einem der Schaufenster sitzen. Mit Filmen will das Museum zudem über den Alltag im Sexgewerbe informieren und auf die Gefahren von Frauenhandel und Gewalt aufmerksam machen.

Leipziger Buchmesse: Zwei Debüttanten nominiert

Auf der Leipziger Buchmesse dürfen sich zwei Newcomer Hoffnungen auf eine Auszeichnung machen.

Wie die Jury mitteilte, sind Fabian Hischmann mit seinem Roman "Am Ende schmeißen wir mit Gold" und Per Leo mit "Flut und Boden: Roman einer Familie" nominiert worden. Auch drei weitere Kandidaten wurden für den Buchpreis benannt: Martin Mosebach, Katja Petrowskaja sowie Saša Stanišić. Während der Buchmesse werden auch herausragende Werke in den Kategorien Sachbuch/Essayistik und Übersetzung vergeben.

Der Buchpreis ist mit je 15.000 Euro dotiert und zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen in Deutschland. Die Leipziger Buchmesse öffnet am 13. März.

Trotz Protestwelle: Portugal will Bilder von Miró verkaufen

Die portugiesische Opposition, die Kunstszene und die Generalstaatsanwaltschaft können darüber nicht mehr nur den Kopf schütteln: sie sind empört.

Denn trotz großer Proteste will sich die portugiesische Regierung weiterhin von 85 Werken des spanischen Malers Joan Miró trennen. Wie Regierungschef Pedro Passos Coelho sagte, sollen die Bilder "schon bald" verkauft werden. Damit wolle man die Staatskasse aufbessern. Am Dienstag war eine Versteigerung der Bilder im Londoner Auktionshaus Christie's geplatzt - "wegen rechtlicher Unsicherheiten", wie es hieß. Die portugiesische Opposition und Kunstszene kritisieren, Portugal betreibe "den Ausverkauf des kulturellen Vermögens". Eine Internetpetition gegen die Versteigerung der Bilder wurde bereits von fast 10.000 Menschen unterschrieben.

Die Kunstwerke des spanischen Malers Miró stammen aus dem Besitz der Bank BPN, die 2008 wegen zahlreicher Skandale und hoher Verlust verstaatlicht worden war. Christie's bezeichnete die Sammlung als eine der "umfassendsten und eindrucksvollsten" von Miró, die jemals versteigert werden sollten.

Ghost-Writer bezweifelt, dass Samuragochi taub ist

Ist der Japaner Mamoru Samuragochi wirklich taub?

Das bezweifelt sein Ghost-Writer Takashi Niigaki, der für Samuragochi über Jahre hinweg klassische Werke und Sound Tracks für Videospiele komponierte. Niigaki sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er habe keine offensichtlichen Zeichen erkennen können, dass Samuragochi nicht mehr hören könne. Er selbst habe die Zusammenarbeit mit Samuragochi vor einem Jahr beendet.

Samuragochi galt seit Jahren als "Japans Beethoven". Gestern gestand er jedoch, dass etliche Werke, darunter die "Hiroshima Sinfonie" nicht aus seiner Feder stammen. Seiner offiziellen Biografie zufolge ist er über die Jahre langsam ertaubt.

Saudi-Arabien: Retter durften Studentin mit Herzinfarkt nicht helfen

Die Sanitäter durften den Frauen-Trakt der Universität nicht betreten, um einer jungen Frau zu helfen.

Sie starb deshalb an den Folgen eines Herzinfartes. Wie die Tageszeitung "Okaz" mitteilte, sei die Studentin der König-Saud-Universität in Saudi-Arabien zwei Stunden lang nicht ärztlich versorgt worden. In dem Land gelten strenge Bestimmungen zur Geschlechtertrennung im öffentlichen Raum. Immer wieder kommt es vor, dass Frauen bei medizinischen Notfällen, Bränden oder anderen Katastrophen sterben. Denn die Rettungsmannschaften sind überwiegend männlich und dürfen die für Frauen bestimmten Areale nicht betreten.

Sotschi: Schriftsteller appellieren an Putin

Sie könnten nicht untätig zuschauen, während russische Schriftsteller und Journalisten mundtot gemacht würden.

Aus diesem Grund haben sich mehr als 200 Schriftsteller aus aller Welt am Vortag der Eröffnung der Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi in einem Offenen Brief an Präsident Wladimir Putin gewandt. Das im britischen "Guardian" veröffentlichte Protestschreiben wird unter anderem von Elfriede Jelinek, Salman Rushdie und Paul Auster unterstützt. Darin werden etwa die kürzlich erlassenen Gesetze gegen Homosexuelle kritisiert. In einer Demokratie müssten die Stimmen aller Bürger gehört werden, so heißt es.

Den Brief finden Sie hier

64. Berlinale wird eröffnet

Den Auftakt macht die Gesellschaftskomödie "The Grand Budapest Hotel".

Mit dem Film des US-Regisseurs Wes Anderson wird heute die 64. Berlinale eröffnet - und zwar von Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Festival-Direktor Dieter Kosslick und Jury-Präsident James Schamus. Im Wettbewerb laufen 23 Filme, 20 davon konkurrieren um den Goldenen und die Silbernen Bären. Insgesamt werden bis zum 16. Februar mehr als 400 Filme gezeigt.

Türkei: Regierung stimmt für mehr Kontrolle im Internet

Die türkische Regierung nennt es Schutz der Persönlichkeitsrechte, Journalistenorganisationen halten es für Zensur.

Das türkische Parlament hat einem Gesetz zugestimmt, dass die Überwachung im Internet erleichtert. So können nun Websites ohne richterlichen Beschluss gesperrt werden. Außerdem müssen Provider das Surfverhalten ihrer Nutzer aufzeichnen und auf Anfrage aushändigen. Schon in der Vergangenheit wurden immer wieder Internetseiten gesperrt. So war das Videoportal Youtube zwei Jahre lang nicht zugänglich. Auch die beliebte Blog-Plattform Wordpress wurde schon vom Netz genommen.

Steinmeier besorgt um ägyptische Meinungs- und Pressefreiheit

Es gibt in Ägypten einige Entwicklungen, die die Bundesregierung mit Sorge erfüllen.

So hat sich Außenminister Frank Walter Steinmeier auf einem Treffen mit seinem ägyptischen Kollegen Nabil Fahmi geäußert. Er rief die Regierung in Kairo zur Achtung der Presse- und Meinungsfreiheit auf. Fahmi erwiderte, sein Heimatland sei offen für alle friedlichen Arten der Meinungsäußerung. Auch Medien aus dem Ausland seien willkommen. Allerdings sei es kein Geheimnis, dass das Land durch Terrorismus bedroht werde. Vor einer Woche wurde bekannt, dass 20 Journalisten des Senders Al-Dschasira wegen Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vor Gericht gestellt werden sollen.

UNESCO: Illegale Ausgrabungen in Syrien tödlich für Kulturerbe

Dieses Vorgehen ist tödlich für das kulturelle Erbe in Syrien.

Der für Kultur zuständige stellvertretende UNO-Generaldirektor Francesco Bandarin zeigte sich besorgt über die anhaltenden illegalen Ausgrabungen an bedeutenden historischen Orten. In Städten wie Mari, Ebla oder Apamea würden immer wieder Artefakte entwendet. Die Plünderungen hätten mittlerweile ein unvorstellbares Ausmaß angenommen, so Bandarin. Die UNESCO hat mittlerweile in den Nachbarländern Syriens Polizisten und Zollbeamte speziell trainiert. Sie sollen Schmuggelware identifizieren und beschlagnahmen, um den Handel damit einzudämmen.

Berlinale: Schlöndorff findet Filmfestivals bedeutender denn je

Nur Festivals erlauben noch, eine Verbindung zwischen Filmen und Publikum herzustellen.

So schätzt Regisseur Volker Schlöndorff die Bedeutung von Festspielen ein. Im Deutschlandradio Kultur sagte er, die digitale Revolution und die verhältnismäßige Leichtigkeit, mit der man heute Filme machen könne, habe ein Überangebot geschaffen. Es gebe daher zu viele Werke für zu wenig Kinos. Veranstaltungen wie die Berlinale seien daher für Filmschaffende bedeutender denn je.

Babelsberg-Chef: Deutschland ist bei der Film-Finanzierung im Nachteil

Im Kampf um internationale Filmproduktionen ist Deutschland im Nachteil.

Das konstatiert Babelsberg-Vorstandschef Christoph Fisser im Interview mit Deutschlandradio Kultur. Hierzulande gebe es Begrenzungen bei den Fördersummen. In Ländern wie Großbritannien oder Kanada werden Filmemacher dagegen mit bis zu 20 Prozent der Gesamtkosten unterstützt. Da könne man noch so nett, Berlin noch so hip und Babelsberg das älteste Studio der Welt sein, meint Fisser. Wenn ein anderes Land 20 Millionen mehr zahle, schaue es oft schlecht aus. Deswegen mache ihn eine Großproduktion wie der in Görlitz gedrehte Wes Anderson Film "The Grand Budapest Hotel" besonders stolz.

Das Interview zum Nachhören.

USA: Zollbehörde erhofft neue Impulse durch Kinofilm

Die US-Zollbehörde erhofft sich Unterstützung vom neuen George-Clooney-Film.

Wenn der Film in die Kinos komme, dann werden die Menschen in den USA vielleicht genauer auf geerbte Kunstwerke schauen. Das vermutet eine Sprecherin der US-Zollbehörde. Möglicherweise entdecke der ein oder andere, dass über mehrere Generationen weitergegebene Stücke gar nicht rechtmäßig in den eigenen Besitz gelangt seien. Der Film "Monument Men" erzählt die wahre Geschichte einer US-Militäreinheit, die von den Nazis gestohlene Kunstwerke aufspürte und sie den Eigentümern zurückgab.

Düsseldorf: Neuer Geschäftsführer und Intendant für Schauspiel

An der Spitze des Schauspiels Düsseldorfs wird es einen Führungswechsel geben.

Wie NRW-Kulturministerin Ute Schäfer bekanntgab, trennt man sich vom derzeitigen Geschäftsführer und Interimsintendant Manfred Weber. Ab März werde nun der frühere Intendant Günther Beelitz für zwei Jahre zurückkommen, unterstützt vom ehemaligen Geschäftsführer der Oper Leipzig, Alexander von Maravic. Erst am Wochenende hatten sich die Mitarbeiter des Hauses in einem Offenen Brief hinter Weber gestellt und die Kulturpolitik von Stadt und Land scharf kritisiert. Das Haus kämpft derzeit mit einem Defizit von über fünf Millionen Euro. Unter Weber waren die Besucherzahlen zuletzt wieder gestiegen.

Der Offene Brief der Mitarbeiter des Schauspiels Düsseldorf

Tarifverhandlungen für Zeitungsredakteure erneut vertagt

Auch in der siebten Runde hat es keine Annäherung gegeben.

Ein Streitpunkt bei den Tarifverhandlungen für die rund 14.000 Zeitungsredakteure in Deutschland ist weiterhin die Forderung der Verleger, die Gehälter an die Kaufkraft in den jeweiligen Regionen anzupassen. Auch bei anderen Punkten, zum Beispiel beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld, liegen die Positionen auseinander, wie der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger sowie die Gewerkschaft Verdi und der Deutsche Journalistenverband mitteilten. Die Gespräche sollen am 8. März fortgesetzt werden.

Südkorea: Technologie aus der Spielekonsole wird zur Grenzüberwachung genutzt

Eigentlich wurde die Technologie für eine Computer-Spielekonsole entwickelt - jetzt wird sie auch an der koreanischen Grenze eingesetzt.

Die Technik Kinect erkennt Bewegungsabläufe der Spieler und überträgt diese auf den Bildschirm. Wie das Internetportal hankooki berichtet, wird Kinect auch in dem vier Kilometer breiten Sperrgebiet zwischen Nord- und Südkorea verwendet. Die Kameras könnten dort nun unterscheiden, ob sich Tiere oder Menschen über den Grenzstreifen bewegen.

Phillip Seymour Hoffman: Broadway erinnert an Schauspieler

Die Lichter am New Yorker Broadway erloschen für eine Minute.

Mit dieser Geste wurde des verstorbenen Schauspielers Philip Seymour Hoffman gedacht. Vor dem Haus der LAByrinth Theatre Company trafen sich außerdem Kollegen und Fans zu einer Mahnwache. Hoffman war lange Zeit Mitglied und später auch Künstlerischer Leiter der Kompanie. Er wurde am Sonntag tot in seiner Wohnung aufgefunden.

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