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Sonntag, 24.10.2021
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 6. Februar 2021

Astrazeneca-Impfstoff als Glas-Skulptur

Ein englischer Künstler hat den in Oxford entwickelten Impfstoff von Astrazeneca als Glasskulptur nachgebaut. Einen Monat lang habe er mit seinem Team an der Skulptur gearbeitet, erzählte der Künstler Luke Jerram aus Bristol der Nachrichtenagentur dpa. Mit rund 34 Zentimetern Durchmesser ist das Modell millionenfach größer als die tatsächlichen Nanopartikel des Impfstoffs. Im März vergangenen Jahres hatte Jerram eine Nachbildung des Coronavirus angefertigt. Im Herbst erkrankte er dann selbst an Covid-19. Während seiner Genesung habe er beschlossen, sein nächstes Kunstwerk dem Weg aus der Pandemie - den Impfstoffen - zu widmen, so der Künstler. Die Erlöse der fünf Exemplare, die es von seiner Skulptur geben soll, will Jerram an die Hilfs-Organisation "Ärzte ohne Grenzen" spenden, die sich weltweit bei der Bekämpfung der Pandemie engagiert.

Krebsforschungs-Pionier Emil Freireich gestorben

Emil Freireich, US-amerikanischer Pionier der Krebsforschung, ist tot. Freireich sei bereits am vergangenen Montag im Alter von 93 Jahren gestorben, berichteten der TV-Sender ABC und die Zeitung "Houston Chronicle". Als Todesursache nannte ABC eine Covid-19-Infektion. Der Mediziner, der jahrzehntelang am Krebszentrum der Universität Texas in Houston praktizierte, gilt als Mitbegründer der modernen Krebsforschung. Seine Arbeit revolutionierte die Therapien für leukämiekranke Kinder, deren Überlebenschancen Freireich extrem erhöhte.

Pallottiner-Orden profaniert Rheinbacher Kirche

Der Pallottiner-Orden hat am Samstag die Vinzenz-Pallotti-Kirche in Rheinbach bei Bonn profaniert. Aus dem vor 50 Jahren geweihten kirchlichen Bauwerk wurde wieder ein weltliches. Nach einem letzten Gottesdienst wurde das ewige Licht gelöscht, bevor der Kelch, das Altarkreuz und weitere religiöse Gegenstände in einer Prozession aus dem Gebäude getragen wurden. Das Inventar soll weiter im kirchlichen Rahmen genutzt werden: Die Marienstatue geht nach Kamerun, Altar, Bänke und die Orgel nach Pristina im Kosovo, und das Stahlkreuz und der Tabernakel sollen nach Nigeria gebracht werden. Die Pallottiner verlassen Rheinbach nach 85 Jahren aus personellen Gründen. Der Orden hatte dort ein Internat und ein Gymnasium betrieben. Der wohl bekannteste Zögling war der spätere BAP-Sänger Wolfgang Niedecken. Seine Zeit im Internat von 1961 bis 1970 bezeichnete er kürzlich als "wunderschöne Jugend" - und das trotz des erlittenen Missbrauchs durch einen der Pallottiner-Mönche.

Schauspiel-Verband unterstützt queeres Manifest

Der Bundesverband Schauspiel hat sich hinter die Kolleginnen und Kollegen gestellt, die am Freitag im Magazin der "Süddeutschen Zeitung" mehr Diversität gefordert hatten. In einem Manifest hatten sich 185 Schauspielerinnen und Schauspieler als schwul, lesbisch, bisexuell oder trans geoutet. Man unterstütze das und solidarisiere sich, sagte Antoine Monot Jr., Vorstandsmitglied des Bundesverbands Schauspiel, der Deutschen Presse-Agentur. Viele Schauspieler und Schauspielerinnen hätten Angst, wegen ihrer sexuellen Orientierung bestimmte Rollen nicht zu bekommen - etwa weil ein schwuler Mann nicht gern als Liebhaber einer Frau besetzt werde. Dabei werde Fiktion in anderen Konstellationen akzeptiert, sagte Monot - wenn zum Beispiel Schauspieler kinderlose Singles spielten, die im echten Leben Väter seien.

56 Millionen Euro für Sanierung von Kloster Eberbach

Das Kloster Eberbach bei Eltville im Rheingau soll 56 Millionen Euro für seine Sanierung erhalten. Das Land Hessen will das Geld während der kommenden zehn Jahre zur Verfügung stellen. Das Kloster gelte als bedeutendstes mittelalterliches Kulturdenkmal in Hessen, sagte Priska Hinz, Landes-Umweltministerin und Vorsitzende des Kuratoriums der "Stiftung Kloster Eberbach". Hunderttausende Gäste aus dem In- und Ausland besuchen jährlich das ehemalige Zisterzienserkloster mit seiner romanischen Architektur. Gegründet wurde es im Jahr 1136. Seit 1986 wird die Anlage einer Generalsanierung unterzogen. Die bis 2030 vorgesehene Förderung dient nach Angaben von Hinz zahlreichen Sanierungsmaßnamen, die auch den Energieverbrauch senken sollen.

Jendrik Sigwart singt beim Eurovision Song Contest

Der Hamburger Sänger Jendrik Sigwart wird Deutschland in diesem Jahr beim Eurovision Song Contest vertreten. Der 26jährige habe in einem mehrstufigen Auswahlverfahren zwei unabhängige Jurys überzeugt, teilte der Norddeutsche Rundfunk mit. Mit welchem Titel Sigwart am 22. Mai in Rotterdam ins Rennen geht, will der NDR am 25. Februar bekanntgeben. Jendrik Sigwart absolvierte ein Studium zum Musical-Darsteller am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück. Eigene Songs hat er auf der Ukulele, seinem Lieblingsinstrument, geschrieben.

Drei-Stufen-Plan für die Rückkehr des Kulturlebens

Wie sieht der Weg der Kultur aus dem Corona-Lockdown aus? Die Kulturministerinnen und -minister der Bundesländer haben ihre Vorstellungen in einem Drei-Stufen-Plan skizziert, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Demnach sollen, begleitend zur Wiedereröffnung von Schulen und Kitas, zunächst Bildungsangebote der Kultureinrichtungen und der Musik- und Kunstschulen zugelassen werden. Spätestens, wenn der Einzelhandel wieder öffne, sollten dann Museen, Galerien, Gedenkstätten, Bibliotheken und vergleichbare Einrichtungen einen "Basisbetrieb" anbieten. In einer dritten Phase - gekoppelt an die Öffnung der Gastronomie - sollten Veranstaltungen in Theatern, Opern- und Konzerthäusern, Kinos und ähnlichen Veranstaltungsräumen wieder möglich sein. Konkrete Daten wurden nicht genannt. Um das "Eröffnungsszenario" hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder gebeten.

Thüringer Bachwochen fallen erneut aus

Die Thüringer Bachwochen fallen zum zweiten Mal aus. Nach der Absage des Festivals 2020 müsse auch die Ausgabe in diesem Jahr, die vom 27. März bis zum 18. April stattfinden sollte, abgesagt werden, teilte die Festivalleitung in Erfurt mit. Bei Thüringens größtem Klassikfestival waren rund 50 Konzerte geplant. Leiter Christoph Drescher sagte, wegen der nach wie vor hohen Infektionszahlen und der ungewissen Pandemie-Entwicklung sei die Anreise von Künstlerinnen und Künstlern sowie Besuchern nicht zu realisieren. Dem Trägerverein des Festivals zufolge soll aber kurzfristig entschieden werden, ob dennoch über Ostern eine kleine Reihe von Konzerten präsentiert werden kann - entweder digital oder sogar mit Publikum. Ein verkürztes, nachgeholtes Festival sei zudem für September geplant. Außerdem solle es im Juni ein Konzertwochenende im Rahmen des Themenjahres "Jüdisches Leben in Thüringen" geben.

"Little Island " - New York bekommt neuen Kulturpark

New York bekommt einen neuen Park, der eine Brücke zwischen Natur und Kunst bilden soll. Die Eröffnung von "Little Island", einer künstlichen Insel im Hudson River vor der Westseite Manhattans, ist für den Frühling vorgesehen. Die Organisatoren teilten in der US-Metropole mit, Künstlerinnen und Künstler sollten den Park mit einem kuratierten Programm zum Leben erwecken. In einer dreijährigen Residenz werden sie gemeinsam mit lokalen Partnern Kulturveranstaltungen und Festivals planen. Auf "Little Island", das etwas größer als ein Fußballfeld ist, befindet sich ein Amphitheater mit 750 Plätzen. Die Insel steht auf riesigen, verschieden hohen Betonstelen, so dass die Gartenlandschaft mit Dutzenden Bäumen, Sträuchern und Rasenflächen hügelig erscheint. Besucher können von "Little Island" neue Ausblicke auf Teile Manhattans und seine Skyline genießen.

Oscar-Preisträger Christopher Plummer gestorben

Der kanadische Schauspieler und Oscar-Preisträger Christopher Plummer ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Das teilte sein Manager Lou Pitt mit. Plummer galt als einer der großen Charakterdarsteller seiner Generation. Seine lange Karriere wurde 2012 mit einem Oscar für seine Rolle als Hal Fields in dem Filmdrama "Beginners" gekrönt - er wurde so mit 82 Jahren der älteste Oscar-Gewinner der Filmgeschichte. Plummer spielte unter anderem in "Der rosarote Panther kehrt zurück", "Star Trek VI: das unentdeckte Land", "12 Monkeys" und "Wes Craven präsentiert Dracula". In Fernsehserien von "Die Dornenvögel" bis "Counterstrike" war er mehr als hundertmal zu sehen. 2017 ersetzte Plummer nur sechs Wochen vor dem Kinostart Kevin Spacey als J. Paul Getty in "Alles Geld der Welt". Die Rolle brachte ihm die dritte Oscar-Nominierung ein.

Comic-Zeichner Mawil erhält Wilhelm-Busch-Preis

Der Berliner Comic-Autor Markus Witzel, bekannt als Mawil, wird mit dem Wilhelm-Busch-Preis geehrt. Die Auszeichnung ist mit 10 000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre von der Stiftung Sparkasse Schaumburg, der Schaumburger Landschaft und den "Schaumburger Nachrichten" verliehen, wie die Zeitung online berichtete. Mawil veröffentlicht Comics und Graphic Novels, außerdem zeichnet er für Magazine und Tageszeitungen. 2019 gestaltete er als erster Deutscher einen Band der international bekannten Reihe "Lucky Luke". Bisherige Preisträger des Wilhelm-Busch-Preises waren unter anderem Robert Gernhardt, Vicco von Bülow (Loriot) und Ralf König.

Theaterpreise in Venedig an Warlikowski und Tempest

Der polnische Theaterregisseur Krzysztof Warlikowski wird in der Theatersparte der Biennale in Venedig 2021 mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk geehrt. Das teilte die Festivalleitung in der Lagunenstadt mit. Der 1962 geborene Warlikowski sei eine der prägenden Persönlichkeiten des postkommunistischen Theaters in seiner Heimat, hieß es zur Begründung. Der Silberne Löwe geht an die 1985 in London geborene Kae Tempest für ein vielfältiges Werk mit Theaterstücken, Rap und Erzähltexten. Die Preise sollen beim 49. Internationalen Theaterfestival vom 2. bis 11. Juli in Venedig verliehen werden.

Kulturförderer Kavala bleibt in türkischer Haft

In der Türkei muss Kulturförderer Osman Kavala im Gefängnis bleiben. Er ist im Zusammenhang mit dem Putschversuch 2016 angeklagt. Ihm soll nun gemeinsam mit vermeintlichen Anführern der Gezi-Proteste von 2013 der Prozess gemacht werden. Ein Istanbuler Gericht beschloß die Zusammenlegung beider Verfahren. Oppositionspolitiker kritisierten die Entscheidung scharf. Ein Antrag der Anwälte des Angeklagten auf Freilassung wurde abgelehnt. Der 63 Jahre alte Kavala fördert zahlreiche zivilgesellschaftliche Projekte in der Türkei. Er ist auch Gründer der Stiftung Anadolu Kültür, die unter anderem mit dem Goethe-Institut und anderen deutschen Stiftungen zusammenarbeitet. Seit November 2017 sitzt Kavala in Untersuchungshaft, ohne verurteilt worden zu sein.

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