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Montag, 17.02.2020
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 21. Dezember 2019

Keine Weihnachtsmesse in Notre-Dame

In der bei einem Brand zerstörten Pariser Kathedrale Notre-Dame wird in diesem Jahr zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahrhunderten keine Weihnachtsmesse gefeiert. Der Dekan von Notre-Dame, Patrick Chauvet, wird die Mitternachtsmesse an Heiligabend stattdessen in der Kirche Saint-Germain l'Auxerrois am Louvre feiern, wie die Gemeinde am Samstag bestätigte. In Notre-Dame hatte seit 1803 jedes Jahr eine Weihnachtsmesse stattgefunden. Allein während der Zeit um die Französische Revolution wurden in Notre-Dame keine Gottesdienste gefeiert. In den Jahren ab 1803 konnten die Pariser allerdings immer in der Kathedrale Weihnachten feiern - sogar während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Bei dem Brand am 15. April waren das Dach und der Spitzturm der weltberühmten gotischen Kathedrale zerstört worden. Auslöser des Brandes war Ermittlern zufolge vermutlich eine brennende Zigarette oder ein Kurzschluss bei Bauarbeiten am Dach. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung. Der eigentliche Wiederaufbau soll 2021 beginnen.

Banksy-Krippe in Bethlehem

Im Westjordanland ist wenige Tage vor Weihnachten ein neues Kunstwerk des berühmten britischen Street-Art-Künstlers Banksy präsentiert worden: Maria und Josef, Ochs und Esel und das Jesuskind in der Krippe vor einer Betonwand mit einem sternförmigen Detonationsloch. Die Installation mit dem Namen "Die Narbe von Bethlehem" ist seit Samstag im "Walled-Off Hotel" in Bethlehem nahe des israelischen Sperrwalls zu sehen. "Es ist eine großartige Möglichkeit, die Geschichte von Bethlehem, die Weihnachtsgeschichte, auf eine andere Art und Weise zu erzählen", sagte Hotelmanager Wissam Salsaa der Nachrichtenagentur AFP. Das Kunstwerk solle die Menschen dazu bringen, mehr über das Leben der Palästinenser in Bethlehem nachzudenken. Banksy versuche "eine Stimme für diejenigen zu sein, die nicht sprechen können" und schaffe "eine neue Art des Widerstands durch Kunst". Das "Walled-Off Hotel" liegt in unmittelbarer Nähe des israelischen Sperrwalls und warb in der Vergangenheit mit der "schlechtesten Aussicht der Welt", weil der Blick von den Zimmern direkt auf die Betonmauer geht, die die Stadt Bethlehem von Israel trennt.

Todesurteil wegen Blasphemie für Professor

Ein pakistanisches Gericht hat einen Universitätsprofessor wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt. Der Richterspruch gegen den 33-jährigen Junaid Hafeez wurde am Samstag in der Stadt Multan verkündet. Sein Anwalt nannte das Urteil "höchst bedauerlich" und kündigte an, Berufung einzulegen. Hafeez wurde im März 2013 verhaftet, weil er sich in Onlinenetzwerken abfällig über den Propheten Mohammed geäußert haben soll. Zu diesem Zeitpunkt lehrte er in Multan. Nach dem Urteil gegen Hafeez verteilte die Staatsanwaltschaft Süßigkeiten unter ihren Kollegen, die "Allahu Akbar" (Gott ist groß) und "Tod den Gotteslästerern" skandierten. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International nannte das Urteil "einen groben Justizirrtum" und forderte Hafeez' sofortige Freilassung. Rund 40 Menschen sitzen nach einer Schätzung der US-Kommission für internationale Religionsfreiheit aus dem Jahr 2018 nach Blasphemieurteilen in Pakistan in der Todeszelle.

Deutsche brachte Weihnachtsbaum nach Amerika

Eine Frau aus Braunschweig hat nach den Forschungen des Historikers Gerd Biegel den Weihnachtsbaum nach Amerika gebracht. Friederike von Riedesel (1745-1808), die Ehefrau eines braunschweigischen Generals, hat demnach im Jahr 1781 im kanadischen Sorel erstmals auf dem nordamerikanischen Kontinent in ihrer Stube einen kerzengeschmückten Baum aufgestellt. Die Sitte des geschmückten Weihnachtsbaumes habe sich von dort aus in ganz Nordamerika ausgebreitet.

Beethoven-Marathon: 90 Vorstellungen an einem Tag

Mit einem Kraftakt startet das Jubiläumsjahr zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven: Das nach dem Komponisten benannte Bonner Orchester spielt am Samstag alle neun Sinfonien an einem Tag. Jeweils drei Stücke werden in drei Konzerten bis in den Abend hinein mit wechselnden Dirigenten gegeben. Spielorte sind das Hotel auf dem Petersberg in Königswinter sowie in Bonn die Telekom-Zentrale und die Oper. Eingebettet ist der Kraftakt in einen zwölf Stunden dauernden Beethoven-Marathon. Rund 60 Ensembles und Künstlergruppen geben an 30 Spielorten fast 90 Vorstellungen. Geboten werden Kabarett, klassische Musik, Tanz, Theater, eine Travestieshow, Film und Stadtführungen, teils kostenlos, teils nicht. Spielorte sind Theater, die Oper, Kirchen, Restaurants, die Telekom Unternehmenszentrale, ein Hotel und Privathäuser.

Karel Gott auf Prager Friedhof beigesetzt

Der Anfang Oktober gestorbene tschechische Schlagerstar Karel Gott ist kurz vor Weihnachten auf dem Malvazinky-Friedhof im Prager Stadtteil Smichov beigesetzt worden. Das gab seine Witwe Ivana bekannt und dankte für viele Worte der Unterstützung und des Trostes, die sie erhalten habe. Eine auf der Internetseite des Künstlers veröffentlichte Karte zeigt, dass die Grabstätte am Rande des Friedhofs liegt - unweit der Villa Bertramka, in der der Musiker seit den 80er-Jahren gelebt hatte. Der Grabstein aus schwarzem Granit trägt ein Bild des Sängers und seine Unterschrift in goldenen Lettern sowie Geburts- und Sterbedatum. Im Laufe seiner langen Karriere nahm der gebürtige Pilsener mehr als 120 Alben auf und verkaufte Schätzungen zufolge mehr als 30 Millionen Tonträger. Auf dem mehr als sieben Hektar großen Friedhof sind unter anderem auch der frühere tschechoslowakische Staatspräsident Antonin Novotny sowie die Schriftsteller Ladislav Klima und Egon Bondy begraben. Karel Gott war an Leukämie erkrankt und am 1. Oktober mit 80 Jahren gestorben.

Gleichstand in englischen Kirchenchören

Nach über tausendjähriger männlicher Dominanz gibt es nun in den anglikanischen Kirchen Englands zum ersten Mal mehr Mädchen als Jungen im Kirchenchor. Wie britische Medien berichten, stehen laut Kirchenstatistik 739 Mädchen 737 Jungen gegenüber. Im Jahr 909 trat der erste historisch erfasste Knabenchor in der Kathedrale von Wells auf.

Vier neue Mitglieder in der Nobelakademie

Die Schwedische Akademie, die die Nobelpreise für Literatur vergibt, hat vier Frauen als neue Mitglieder aufgenommen. Mit der Finnin Tua Forsström und den Schwedinnen Ellen Mattson, Anne Swärd sowie Åsa Wikforss ist nun etwa ein Drittel des 18 Mitglieder zählenden Gremiums weiblich. Einer der Sitze ist nach dem Tod des langjährigen Mitglieds Göran Malmqvist im Oktober unbesetzt. König Carl XVI. Gustaf, der Schirmherr der Akademie, nahm an der Zeremonie am Sitz der Akademie in Stockholms Altstadt teil.

Wetter sorgt für Besucherschwund in Museen

Laut einer Erhebung des Instituts für Museumsforschung haben Museen, die 2018 sinkende Besuchszahlen gemeldet haben, erstmals das Wetter als häufigsten Grund genannt, der für den Besucher-Rückgang verantwortlich sein soll. Grundsätzlich sei die Besucherzahl mit rund 112 Millionen konstant geblieben.

Twitter hat 6000 Konten gelöscht

Twitter hat fast 6000 Konten aus seinem Netzwerk beseitigt, die vom Königreich Saudi-Arabien geförderte Informationen verbreitet haben sollen. Die Accounts hätten gegen die Plattformrichtlinien im Kampf gegen Manipulation verstoßen. Das teilte der Internetkonzern heute mit. Sie hätten Diskussionen ins Visier genommen, bei denen es um Saudi-Arabien und dessen geopolitische Interessen gegangen sei. Schon im August hatte das Unternehmen 200 000 chinesische Accounts gesperrt, die auf die Hongkonger Protestbewegung abzielten.

Chanukka-Leuchter vor Brandenburger Tor

Vor dem Brandenburger Tor in Berlin ist heute ein zehn Meter hoher Chanukka-Leuchter aufgestellt worden. Am Sonntag sollen die Lichter feierlich entzündet werden. Dabei wollen die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer, der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster und ein jüdisches Kind zusammenkommen. Mit dem Anzünden der ersten Kerze beginnt das jüdische Lichterfest Chanukka. Das acht Tage dauernde Fest erinnert an die Weihe des neu errichteten Tempels in Jerusalem im Jahr 165 vor der christlichen Zeitrechnung.

Haag bleibt beim Kunsthistorischen Museum Wien

Das Kunsthistorische Museum in Wien wird weiter von Sabine Haag geleitet. Österreichs Kunstminister Alexander Schallenberg verlängerte ihren Vertrag um fünf Jahre. Die 57-jährige Kunsthistorikerin leitet den Museumsverband, zu dem auch das Theatermuseum und das Weltmuseum in Wien gehören, seit 2009. "Das Kunsthistorische Museum hat damit eine Leitung, die in der Lage ist, dieses Herzstück der österreichischen Museumslandschaft nach einigen turbulenten Monaten wieder in ruhige Gewässer zu führen", sagte Schallenberg. Zwischenzeitlich war der Direktor der Uffizien in Florenz, Eike Schmidt, ab 2020 als neuer Chef vorgesehen. Schmidt hatte aber im Oktober 2019 überraschend abgesagt. Daher musste der Posten neu ausgeschrieben werden. Neben Haag hatten sich sieben weitere Kandidaten um den Posten beworben. Das Kunsthistorische Museum in Wien zählt zu den größten und bedeutendsten Museen der Welt. Es wurde im Jahr 1891 eröffnet und 2018 von rund 1,8 Millionen Menschen besucht.

25. Weihnachtsessen für 3.000 Obdachlose in Berlin

Der Entertainer Frank Zander hat erneut rund 3.000 Obdachlose und Bedürftige in Berlin mit Gänsebraten bewirtet. Zu dem traditionellen Weihnachtsessen mit Musikprogramm hatte Zander unter dem Motto "Weihnachten mit Frank" zum 25. Mal in das Berliner Estrel-Hotel eingeladen. Unterstützt wurde die Weihnachtsfeier vom Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Neben dem Festessen und einem Bühnenprogramm gab es für die Gäste vor Ort auch Sachspenden wie warme Kleider und Schlafsäcke. Unterstützt wurde der Sänger den Angaben zufolge von rund 350 Helfern. Dabei wurde das Essen von Prominenten serviert, darunter laut Veranstalter Berlins Regierender Bürgermeister Müller, Bundesfamilienministerin Giffey und Schauspielerin Simone Thomalla. Das Musikprogramm gestaltete unter anderem Liedermacher Reinhard Mey.

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