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Kulturnachrichten

Sonntag, 23. Dezember 2018

Kreml: BBC kann in Russland frei arbeiten

Trotz laufender Untersuchung seien die Journalisten nicht eingeschränkt

Die Journalisten des britischen Senders BBC werden nach Darstellung des Kremls trotz einer laufenden Untersuchung von russischen Medienaufsehern zunächst nicht in ihrer Arbeit in Russland eingeschränkt. "Sie arbeiten nach wie vor und können alle Vorteile nutzen, die ihnen das Gesetz über die Massenmedien garantiert", sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin im russischen Fernsehen. Trotz der Überprüfung hielten sich BBC-Korrespondenten in Russland auf und gingen ihrer Arbeit nach. Am Freitag hatte die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor mitgeteilt, dass sie untersuchen werde, ob die BBC World News bei der Ausstrahlung in Russland und bei der Veröffentlichung von Inhalten auf ihrer Internetseite gegen russische Gesetze verstoßen habe. Die Untersuchung steht im Zusammenhang mit entsprechenden Schritten der britischen Medienaufsichtsbehörde Ofcom, die dem kremlnahen Sender RT am Tag zuvor vorgeworfen hatte, parteiisch berichtet zu haben.

Bitkom: Gesetz gegen Hass im Internet nicht effizient

Bernhard Rohleder: "Staat hat Kernaufgaben an Konzerne abgegeben"

Ein Jahr nach Inkrafttreten des Gesetzes gegen Hass im Internet hat der Digitalverband Bitkom eine kritische Bilanz gezogen. Die betroffenen Plattformen betrieben einen "immensen Aufwand", um die rechtlichen Bestimmungen zu erfüllen, sagte Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder dem "Handelsblatt". "Auch nach einem Jahr stehen bei diesem Gesetz Aufwand und Ertrag in keinem vernünftigen Verhältnis." Mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) habe der Staat seine "Kernaufgaben an große internationale Konzerne abgegeben", kritisierte Rohleder. Die Löschberichte verschiedener Plattformen ließen allerdings erkennen, dass nur wenig gemeldete Inhalte tatsächlich gelöscht würden. "Gelöscht wird meist aufgrund der Community-Richtlinien der sozialen Netzwerke und nicht nach dem NetzDG."

NRW-Museumsverbände wollen fusionieren

Vorsitzende verspricht sich sich bessere Sichtbarkeit

Die beiden regionalen Museumsverbände im Rheinland und in Westfalen wollen sich im kommenden Jahr zu einem Verband zusammenschließen. Die Mitglieder des Museumsverbandes Rheinland und der Vereinigung westfälischer Museen hätten bereits zugestimmt, sagte Regine Zeller, die Vorsitzende des Verbandes Rheinischer Museen. 2019 soll der Gesamtmuseumsverband Nordrhein-Westfalen gegründet werden. Es sei wichtig, dass die Häuser mit einer Stimme sprächen. "Es ist unser Ziel, dass wir wahrgenommen werden", sagte Zeller über das Vorhaben. Die Museumsverbände in Westfalen und im Rheinland sind jeweils über 90 Jahre alt. Sie vertreten zusammen mehr als 400 Museen in NRW.

Relotius: Täuschung mit Spendenaufruf?

Geld sollte auf Privatkonto des "Spiegel"-Reporters überwiesen werden

Nach Bekanntwerden der Betrügereien des "Spiegel"-Reporters Claas Relotius stehen strafrechtliche Ermittlungen wegen der Veruntreuung von Spendengeldern im Raum. Wie "Spiegel online" berichtete, soll Relotius von seinem privaten E-Mail-Konto Lesern Spendenaufrufe geschickt haben, um angeblich Waisenkindern in der Türkei zu helfen. Das hätten Leser dem Magazin mitgeteilt. Das Geld sollte demnach auf Relotius' Privatkonto überwiesen werden. "Wie viele Spender sich auf diesen Aufruf meldeten, wieviel Geld schließlich zusammenkam und was mit diesem Geld passierte, ist derzeit noch nicht klar", heißt es auf "Spiegel online". Der Redaktion sei von der Spendensammlung nichts bekannt gewesen. Alle gesammelten Informationen würden der Staatsanwaltschaft "im Rahmen einer Strafanzeige" zur Verfügung gestellt.

Robert Menasse hat Hallstein-Zitate erfunden

Vermeintlichen Zitate hätten Aufnahme gefunden in Bücher und Debatten

Der österreichische Schriftsteller Robert Menasse hat mehrere Zitate des früheren CDU-Europapolitikers Walter Hallstein (1901-1982) erfunden. Hallstein habe es nie so zugespitzt gesagt, "man müsste lange Passagen zitieren, um diese Position ableiten zu können", sagte Menasse der "Welt am Sonntag". "Was kümmert mich das 'Wörtliche', wenn es mir um den Sinn geht", rechtfertigte sich der Schriftsteller. Menasse habe sich auf Hallstein, der 1958 erster Kommissionspräsident des EU-Vorläufers Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) wurde, in vielen Artikeln, Essays und Reden berufen, um seine Forderung nach einer Überwindung der Nationen zu unterstreichen, berichtet die "Welt am Sonntag". Die vermeintlichen Hallstein-Zitate hätten Aufnahme gefunden in Aufsätzen, Büchern und Debatten. Hallstein habe das sagen wollen, was er ihm in den Mund gelegt habe, sagte Menasse. Er habe "eine Diskussion provoziert und einen Denkraum des notwendig Möglichen eröffnet, den es vorher nicht gab, einfach dadurch, dass ich eine Autorität zu meinem Kronzeugen erklärt habe, der nichts dagegen gehabt hätte".

Humboldt Forum: Eröffnung Ende 2019

Das versprach Generalintendant Hartmut Dorgerloh in einem Zeitungsinterview

Das Humboldt Forum im teilrekonstruierten Berliner Schloss wird Ende 2019 mit dem Ausstellungsbereich zur Geschichte des Ortes eröffnet. Das sagte der Generalintendant der Einrichtung, Hartmut Dorgerloh, der "Berliner Morgenpost". "Den genauen Termin werden wir leider erst Mitte des kommenden Jahres nennen können." Zuerst müsse das Gebäude mit 40 000 Quadratmetern Nutzfläche technisch in Betrieb genommen werden. "Wir rechnen im Herbst 2019 mit grünem Licht seitens der Bauaufsicht", fügte er hinzu.

Bürgerstiftung will Opernbau vorstellen

Im Januar will die Stiftung die Neubaupläne dem Magistrat präsentieren

Einflussreiche Bürger wollen für die Stadt Frankfurt eine neue Oper bauen - mit dem Vorschlag hat die Stiftung Anfang Dezember für Furore gesorgt. Im Januar will die Gruppe ihre Initiative nun offiziell dem Magistrat vorstellen. "Wir machen der Stadt ein Angebot", sagte der Sprecher der Bürgerstiftung Neue Oper Frankfurt, Martin Wentz. Die derzeitige Theaterdoppelanlage von Schauspiel und Oper gilt als marode. Ein umfangreiches Gutachten hat die Kosten für eine Sanierung auf fast 900 Millionen Euro geschätzt. Die Stiftung will 50 Millionen Euro etwa durch Spenden als Eigenkapital auftreiben. Den Rest der geschätzten Baukosten von 240 Millionen Euro will die Gruppe mit Darlehen finanzieren. Das Grundstück müsste die Stadt dem Bauherren per Erbbauvertrag überlassen. Die Oper wäre in dem Neubau dann Mieter. Die Stiftung könne die Oper viel schneller und kostengünstiger bauen, da sie anders als die Stadt nicht dem öffentlichen Vergaberecht unterliege, betont Wentz.

Studie: Zahl der regelmäßigen Kirchgänger sinkt

Deutliche Mehrheit der Bundesbürger geht selten oder nie zur Kirche

Immer weniger Christen in Deutschland gehen regelmäßig in die Kirche. Während 1990 noch rund 30 Prozent regelmäßig ein Gotteshaus aufsuchten, waren es 2015 lediglich 22 Prozent, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf eine Untersuchung des Instituts für Wirtschaft Köln berichteten. Zugleich stieg der Anteil derjenigen, die nie zur Kirche gehen, von 36 auf 43 Prozent. Unverändert blieb dem Bericht zufolge im Untersuchungszeitraum der Anteil der Christen, die selten einen Gottesdienst oder eine Messe besuchen. Er liegt demnach stabil bei etwa einem Drittel. Im Jahr 2016 gehörten dem Bericht zufolge knapp 60 Prozent der Menschen in Deutschland einer christlichen Religionsgemeinschaft an. Sieben Prozent waren Mitglieder einer anderen Glaubensgemeinschaft und 33 Prozent konfessionslos.

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