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Kulturnachrichten

Freitag, 21. Dezember 2018

Russische Medienaufseher gehen gegen die BBC vor

Streit zwischen Russland und der BBC geht weiter

Als Reaktion auf ein ähnliches Vorgehen der britischen Medienaufseher gegen einen russischen Sender, lässt Russland nun die BBC überprüfen. Es werde untersucht, ob die BBC World News bei der Ausstrahlung in Russland und bei der Veröffentlichung von Inhalten auf ihrer Internetseite gegen russische Gesetze verstoßen habe, teilte die Behörde Roskomnadsor in Moskau mit. Diese Entscheidung stehe im Zusammenhang mit der britischen Medienaufsichtsbehörde Ofcom, die dem kremlnahen Sender RT am Donnerstag vorgeworfen hatte, im Frühjahr in sieben Fällen parteiisch berichtet zu haben. Die BBC betonte, ihre Arbeit stehe im Einklang mit allen Gesetzen und Regeln in Russland.

Streit um Uecker-Werk entschieden

Fleck auf der Rückseite rechtfertigt keine Herausgabe

Das 40 Jahre alte Nagel-Kunstwerk "Schwarzes Feld" von Günther Uecker wechselt trotz eines verdächtigen Flecks auf der Rückseite nicht den Besitzer. Das entschied das Düsseldorfer Landgericht, wie eine Sprecherin mitteilte. Eine Klägerin hatte die Herausgabe des Werks verlangt: Die verstorbene ursprüngliche Besitzerin habe es ihrem inzwischen ebenfalls verstorbenen Ehemann geschenkt und dessen Namen "Hans" auf der Rückseite vermerkt, weil er das Bild nicht direkt mitnehmen wollte. Dies hatte die Erbin bestritten: Die ursprüngliche Besitzerin und jener "Hans" seien zur fraglichen Zeit zerstritten gewesen, sie habe ihm das auf 20 000 Euro taxierte Werk gewiss nicht geschenkt. Ein Sachverständiger entdeckte auf der Rückseite des Bildes zwar einen verdächtigen Fleck, vermutlich verursacht mit einem Lösungsmittel. Dass dort aber einmal "Hans" oder "Für Hans" stand, konnte er nicht feststellen. Das Gericht wies die Klage ab.

Schauspieler André Jung bekommt Eysoldt-Ring 2018

Kurt-Hübner-Regiepreis geht an Robert Icke

Der Schauspieler André Jung wird mit dem Gertrud-Eysoldt-Ring 2018 ausgezeichnet. Damit geht die mit 10 000 Euro dotierte Ehrung erstmals an einen Luxemburger, wie die südhessische Stadt Bensheim und die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste mitteilten. Der Eysoldt-Ring gilt als einer der bedeutendsten Theaterpreise im deutschsprachigen Raum. Jung wird für seine Rolle als Erzähler in Georg Büchners "Lenz" am Schauspielhaus Zürich/Schiffbau geehrt. Er sei einer "der feinsinnigsten, radikalsten und erstaunlichsten Bühnenkünstler unserer Zeit". Den mit 5000 Euro dotierten Kurt-Hübner-Regiepreis für junge Regisseure bekommt der englische Regisseur, Autor und Theaterleiter Robert Icke. Damit wird seine Inszenierung und Bearbeitung der "Orestie" am Schauspiel Stuttgart gewürdigt. Beide Preise werden am 16. März 2019 im Parktheater Bensheim verliehen.

Humorist F.W. Bernstein gestorben

Er wurde 80 Jahre alt

Der Zeichner, Dichter und Satiriker F.W. Bernstein ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 80 Jahren, wie das Frankfurter Caricatura-Museum mitteilte. Bekanntheit erreichte F.W. Bernstein durch seine Arbeiten für die Satiremagazine "Pardon" und "Titanic" und als Professor für Karikatur und Bildgeschichte in Berlin. Zusammen mit seinen Künstlerfreunden Robert Gernhardt, F. K. Waechter und anderen gründete Bernstein die Neue Frankfurter Schule, die den anspruchsvollen Unsinn kultivierte. Ihr Motto stammte von Bernstein: „Die schärfsten Kritiker der Elche // waren früher selber welche“.

Spex lebt online weiter

Eingestelltes Kultmagazin kündigt Online-Ausgabe an

Die letzte gedruckte Ausgabe des Popkultur-Magazins Spex ist noch nicht erschienen, da kündigt Redakteur Dennis Pohl auf der Webseite für den 01. Februar eine Online-Ausgabe an. Um weiterhin "unabhängig, kritisch und frei von digitalem Massendenken" arbeiten, werden die Leser die Online-Spex für zwei Euro abonnieren können. Die Redaktion will ein neues Konzept entwickeln, Dennis Pohl wird die Chefredaktion übernehmen. Warum nun eine Online-Ausgabe kommt, dazu schrieb Pohl: "Wir hätten uns bequem darüber beschweren können, dass das vermaledeite Internet uns die schönen Jobs wegfrisst, mit seiner Gleichzeitigkeit jegliche Pop-Kritik obsolet macht und überhaupt alles beschissen ist. Oder eben den neuen Vorzeichen entgegen zu treten, zum beherzten Sprung ins Ungewisse anzusetzen und einen Vorschlag zu formulieren, wie relevanter, unabhängiger Journalismus in Zeiten des Glasfaserkabels aussehen kann."

Unicef-Foto des Jahres zeigt Jungen aus Togo

Fotograf Antonio Aragón Renuncio hat das Unicef-Foto des Jahres 2018 gemacht

Ein kleiner Junge im gelben T-Shirt und mit Strohhut auf dem Kopf, in der Hand ein Stück Brot, der Blick an der Kamera vorbei, im Hintergrund stolziert ein Huhn. Erst auf den zweiten Blick fallen die metallenen Beinprothesen des Jungen auf. Er lebt in einem Heim in Togo, das ihm Sicherheit bietet. Das Foto, aufgenommen vom Spanier Antonio Aragón Renuncio, wurde am Donnerstag als Foto des Jahres der Hilfsorganisation Unicef prämiert. Es halte einen "Moment der Vielschichtigkeit" fest, würdigte Schirmherrin Elke Büdenbender die Aufnahme. Mit dem Foto des Jahres will Unicef in jedem Jahr auf das Schicksal von Kindern aufmerksam machen, die hungern, in Krieg aufwachsen oder ausgegrenzt werden.

Schwedische Akademie: Neue Mitglieder aufgenommen

Krise der Akademie hält weiter an

Die Schwedische Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, hat am Donnerstagabend drei neue Mitglieder aufgenommen. Der Literaturwissenschaftler Mats Malm, der Jurist Eric M. Runesson und die Autorin Jila Mossaed ersetzten Mitglieder, die ausgetreten waren. Die Schwedische Akademie ist seit einem Jahr wegen eines Vergewaltigungsskandals in einer tiefen Krise.Die jährliche Hauptversammlung in Anwesenheit des schwedischen Königs verlief einem Bericht der Zeitung "Dagens Nyheter" zufolge deshalb auch anders als gewöhnlich. Sechs Akademiemitglieder und zahlreiche andere Kulturgrößen, die sonst regelmäßige Gäste sind, blieben der Veranstaltung fern. Auch die Königsfamilie war nur zum Teil anwesend. Der Ständige Sekretär Anders Olsson sprach die Krise und die Vorwürfe gegen den Franzosen Jean-Claude Arnault an, der mit der Akademie eng vernetzt ist. Arnault wurde inzwischen wegen Vergewaltigung verurteilt. Außerdem soll er die Gewinner des Literaturnobelpreises ausgeplaudert haben. Weil sich einige Mitglieder nicht von Arnault distanzieren wollten, war das Gremium in einen Streit geraten, der bis heute nicht gelöst ist.

Ex-"Spiegel"-Redakteur gibt Reporterpreise zurück

Claas Relotius hat vier seiner Preise zurückgegeben

Dem ehemalige "Spiegel"-Redakteur Claas Relotius, dem zahlreiche Fälschungen zur Last gelegt werden, habe nun auf den vier Mal an ihn verliehenen Deutschen Reporterpreis verzichtet. Das sagte der Journalist Cordt Schnibben vom Reporter-Forum am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Relotius habe sich per SMS beim Reporter-Forum gemeldet und sich entschuldigt. Damit sei er einer Aberkennung des Preises zuvorgekommen. Er war in den Jahren 2013, 2015, 2016 und 2018 ausgezeichnet worden. Zudem wurde dem Journalisten ein Preis des US-Nachrichtensenders CNN aus dem Jahr 2014 aberkannt. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte am Mittwoch den schweren journalistischen Betrugsfall im eigenen Haus öffentlich gemacht. Der Reporter habe in "großem Umfang seine eigenen Berichte gefälscht und Protagonisten erfunden", hieß es in einem Bericht auf Spiegel Online.

Prager Palais zu Rekordpreis versteigert

Teuerste Zwangsversteigerung der tschechischen Geschichte

Für umgerechnet 18,5 Millionen Euro ist am Donnerstag das frühbarocke Pinkas-Palais auf der Prager Kleinseite unter den Hammer gekommen.
Der Name des Käufers wurde laut Radio Prag nicht mitgeteilt. Der Bau stammt demnach aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und erhielt später einen klassizistischen Anbau. Derzeit werde das Palais saniert; geplant seien Wohnungen, Büros und ein Museum. Das notwendige Investitionsvolumen soll bei mindestens vier Millionen Euro liegen.

Neue Meldestelle soll antisemitische Übergriffe erfassen

Opfer judenfeindlicher Angriffe können sich ab Februar an Meldestelle wenden

Wer Opfer oder Zeuge judenfeindlicher Übergriffe wird, kann sie ab Frebruar online melden. Die Meldestelle wird vom Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) betrieben. "Wir dürfen die Bekämpfung des Antisemitismus nicht den Juden überlassen in diesem Land", sagte der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland, Felix Klein, am Donnerstag bei der Vorstellung der Online-Plattform. Der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland, Daniel Botmann, betonte, eine bundesweite Erfassung sei nötig, da die Polizeistatistik in der Regel nur strafrechtlich belangbare Taten erfasse. Ein Großteil der Vorfälle sei aber nicht strafbar. "Das ist der alltägliche Antisemitismus", sagte Botmann. Die Behörden haben nach Auskunft des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion von Januar bis September dieses Jahres 1075 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund gezählt.

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