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Montag, 21.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 20. Dezember 2018

Unicef-Foto des Jahres zeigt Jungen aus Togo

Fotograf Antonio Aragón Renuncio hat das Unicef-Foto des Jahres 2018 gemacht

Ein kleiner Junge im gelben T-Shirt und mit Strohhut auf dem Kopf, in der Hand ein Stück Brot, der Blick an der Kamera vorbei, im Hintergrund stolziert ein Huhn. Erst auf den zweiten Blick fallen die metallenen Beinprothesen des Jungen auf. Er lebt in einem Heim in Togo, das ihm Sicherheit bietet. Das Foto, aufgenommen vom Spanier Antonio Aragón Renuncio, wurde am Donnerstag als Foto des Jahres der Hilfsorganisation Unicef prämiert. Es halte einen "Moment der Vielschichtigkeit" fest, würdigte Schirmherrin Elke Büdenbender die Aufnahme. Mit dem Foto des Jahres will Unicef in jedem Jahr auf das Schicksal von Kindern aufmerksam machen, die hungern, in Krieg aufwachsen oder ausgegrenzt werden.

Schwedische Akademie: Neue Mitglieder aufgenommen

Krise der Akademie hält weiter an

Die Schwedische Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, hat am Donnerstagabend drei neue Mitglieder aufgenommen. Der Literaturwissenschaftler Mats Malm, der Jurist Eric M. Runesson und die Autorin Jila Mossaed ersetzten Mitglieder, die ausgetreten waren. Die Schwedische Akademie ist seit einem Jahr wegen eines Vergewaltigungsskandals in einer tiefen Krise.Die jährliche Hauptversammlung in Anwesenheit des schwedischen Königs verlief einem Bericht der Zeitung "Dagens Nyheter" zufolge deshalb auch anders als gewöhnlich. Sechs Akademiemitglieder und zahlreiche andere Kulturgrößen, die sonst regelmäßige Gäste sind, blieben der Veranstaltung fern. Auch die Königsfamilie war nur zum Teil anwesend. Der Ständige Sekretär Anders Olsson sprach die Krise und die Vorwürfe gegen den Franzosen Jean-Claude Arnault an, der mit der Akademie eng vernetzt ist. Arnault wurde inzwischen wegen Vergewaltigung verurteilt. Außerdem soll er die Gewinner des Literaturnobelpreises ausgeplaudert haben. Weil sich einige Mitglieder nicht von Arnault distanzieren wollten, war das Gremium in einen Streit geraten, der bis heute nicht gelöst ist.

Ex-"Spiegel"-Redakteur gibt Reporterpreise zurück

Claas Relotius hat vier seiner Preise zurückgegeben

Dem ehemalige "Spiegel"-Redakteur Claas Relotius, dem zahlreiche Fälschungen zur Last gelegt werden, habe nun auf den vier Mal an ihn verliehenen Deutschen Reporterpreis verzichtet. Das sagte der Journalist Cordt Schnibben vom Reporter-Forum am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Relotius habe sich per SMS beim Reporter-Forum gemeldet und sich entschuldigt. Damit sei er einer Aberkennung des Preises zuvorgekommen. Er war in den Jahren 2013, 2015, 2016 und 2018 ausgezeichnet worden. Zudem wurde dem Journalisten ein Preis des US-Nachrichtensenders CNN aus dem Jahr 2014 aberkannt. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte am Mittwoch den schweren journalistischen Betrugsfall im eigenen Haus öffentlich gemacht. Der Reporter habe in "großem Umfang seine eigenen Berichte gefälscht und Protagonisten erfunden", hieß es in einem Bericht auf Spiegel Online.

Prager Palais zu Rekordpreis versteigert

Teuerste Zwangsversteigerung der tschechischen Geschichte

Für umgerechnet 18,5 Millionen Euro ist am Donnerstag das frühbarocke Pinkas-Palais auf der Prager Kleinseite unter den Hammer gekommen.
Der Name des Käufers wurde laut Radio Prag nicht mitgeteilt. Der Bau stammt demnach aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und erhielt später einen klassizistischen Anbau. Derzeit werde das Palais saniert; geplant seien Wohnungen, Büros und ein Museum. Das notwendige Investitionsvolumen soll bei mindestens vier Millionen Euro liegen.

Neue Meldestelle soll antisemitische Übergriffe erfassen

Opfer judenfeindlicher Angriffe können sich ab Februar an Meldestelle wenden

Wer Opfer oder Zeuge judenfeindlicher Übergriffe wird, kann sie ab Frebruar online melden. Die Meldestelle wird vom Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (RIAS) betrieben. "Wir dürfen die Bekämpfung des Antisemitismus nicht den Juden überlassen in diesem Land", sagte der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland, Felix Klein, am Donnerstag bei der Vorstellung der Online-Plattform. Der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland, Daniel Botmann, betonte, eine bundesweite Erfassung sei nötig, da die Polizeistatistik in der Regel nur strafrechtlich belangbare Taten erfasse. Ein Großteil der Vorfälle sei aber nicht strafbar. "Das ist der alltägliche Antisemitismus", sagte Botmann. Die Behörden haben nach Auskunft des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion von Januar bis September dieses Jahres 1075 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund gezählt.

Weinstein-Prozess wird nicht eingestellt

New Yorker Richter lehnt Antrag des Ex-Filmproduzenten ab

Das Gerichtsverfahren gegen den ehemaligen Filmproduzenten Harvey Weinstein wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe wird fortgesetzt. Seine Anwälte hatten argumentiert, der Fall sei durch Vorwürfe, dass ein Polizist sich während der Ermittlungen falsch verhalten habe, "irreparabel belastet". Ein New Yorker Richter lehnte es ab, das Verfahren einzustellen. Nach Angeben der Staatsanwaltschaft gibt es reichlich Beweismaterial für eine Fortsetzung des Verfahrens. Weinstein hat alle Vorwürfe des nicht einvernehmlichen Geschlechtsverkehrs bestritten.

Roland Emmerich erhält Bayerischen Filmpreis

Starregisseur wird Ende Januar geehrt

Der Film-Regisseur Roland Emmerich erhält bei der 40. Verleihung des Bayerischen Filmpreises den Ehrenpreis des Ministerpräsidenten. Regierungschef Markus Söder wird die Auszeichnung am 25. Januar im Münchner Prinzregententheater übergeben, teilte der Bayerische Rundfunk mit. Der 63-Jährige Emmerich zählt zu den international erfolgreichsten deutschen Regisseuren und Produzenten. Mit aufwändigen Produktionen wie "Stargate" und "Godzilla" stieg er in den 1990er-Jahren in die Top-Liga der Hollywoodregisseure auf. Mit Katastrophenfilmen wie "Independence Day", "The Day After Tomorrow" und "2012" begeisterte er Millionen Zuschauer, setzte Maßstäbe für den Einsatz von Spezialeffekten und prägte das moderne Blockbuster-Kino.

Neuer Chef für Germanisches Nationalmuseum berufen

Schweizer Dürer-Experte ist noch Vize-Generaldirektor

Der 55-Jährige Schweizer Daniel Hess wird neuer Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg. Der Dürer-Experte werde am 1. Juli 2019 die Nachfolge von Ulrich Großmann antreten, der in den Ruhestand gehe, teilte das Museum mit. Hess hat den Angaben zufolge an der Universität Zürich Kunstgeschichte, Kirchengeschichte und Literaturkritik studiert. Für seine Promotion wechselte er nach Deutschland. 1998 kam er als Abteilungsleiter an das Germanische Nationalmuseum. Seit 2009 ist Hess erster Stellvertreter des Generaldirektors und Mitglied der Generaldirektion. 2012 war er verantwortlicher Leiter der großen Dürer-Ausstellung des Museums.

Mehr Geld für Sachsen-Anhalts Theater und Orchester

Land unterzeichnet bis 2023 geltende Neuverträge

Sachsen-Anhalts Theater und Orchester können für die kommenden Jahre mit mehr Geld rechnen. Das Land stockt die Grundförderung um fünf Prozent auf und zahlt auch mehr zusätzliches Geld für die steigenden Personalausgaben, wie die Staatskanzlei in Magdeburg mitteilte. Im kommenden Jahr fließen demnach rund 36,2 Millionen Euro Landesmittel an die Häuser. Die entsprechenden Theater- und Orchesterverträge für die Jahre 2019 bis 2023 sind am Donnerstag in der Staatskanzlei unterzeichnet worden. Parallel dazu müssen auch die Träger der Theater und Orchester mehr Geld aufbringen.

Bei Fotografierverbot keine Veröffentlichung im Internet

Bundesgerichtshof gibt Museumsklage gegen Gemälde-Fotos im Netz statt

Besteht in einem Museum ein Fotografierverbot, dürfen Besucher keine eigenen Bilder von Gemälden aufnehmen und diese ins Internet stellen. Das hat der Bundesgerichtshof in einem Fall aus Mannheim entschieden. Ein Mann hatte im Jahr 2007 Gemälde im Reiss-Engelhorn-Museum fotografiert sowie Fotos aus einem Katalog gescannt und alles bei Wikipedia hochgeladen. Damit habe der Mann im Falle der gescannten Bilder das Urheberrecht verletzt, entschied der I. Zivilsenat des Karlsruher Gerichts. Mit den eigenen Fotos habe er das gegen Fotografierverbot im Museum verstoßen. Piktogramme mit einem durchgestrichenen Fotoapparat seien Teil der Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Die Gemälde selbst sind gemeinfrei, dass heißt, sie sind 70 Jahre nach dem Tod der Künstler nicht mehr vom Urheberrecht geschützt.

Hanna Schygulla plant Nachwuchspreis für Filmprojekte

Schauspielerin begeht am 25. Dezember ihren 75. Geburtstag

Die Schauspielerin Hanna Schygulla will einen Nachwuchsförderpreis für grenzüberschreitende Filmprojekte ins Leben rufen. Dies solle einen Gegenpunkt setzen zu den nationalistischen Bewegungen, die sich vielerorts ausbreiteten, sagte Schygulla, die am 25. Dezember 75 Jahre alt wird, der Deutschen Presse-Agentur. Sie wolle gerade auch Migranten fördern, die sich im Filmbereich engagieren wollten. Die Auszeichnung habe den Arbeitstitel Hanna Schygulla-Preis, bis ihr vielleicht noch eine genauere Definition einfalle. Derzeit suche sie Partner, um ihre Idee voranzubringen. Schygulla kennt das Thema Flucht aus eigener Erfahrung: als Kind kam sie mit den Eltern aus Schlesien nach München.

Künstler Ferdinand Kriwet gestorben

Hörspielautor wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet

Der Hörspielautor und Künstler Ferdinand Kriwet ist tot. Er starb mit 76 Jahren in Bremen. Kriwet war eng mit den verschiedenen künstlerischen Avantgarden der 1950/60er Jahre in Köln und Düsseldorf verbunden. Seit den 60er Jahren beschäftigte er sich in Ausstellungen,Bühnenauftritten, Hörspielen, Filmbeiträgen und Mixed-Media-Installationen mit von den Massenmedien beeinflussten Sehgewohnheiten. In seinen multimedialen Collagen griff er die Sprache von Fernsehen, Werbung und Fotografie auf. Für seine vielfältigen Aktivitäten wurde Kriwet mit internationalen Preisen ausgezeichnet.

Architekturbiennale 2020: Hashim Sarkis wird Kurator

Der libanesische Architekt wird Kurator der 17. Architekturbiennale in Venedig

"Die Welt stellt neue Herausforderungen an die Architektur", sagte Hashim Sarkis am Mittwoch einer Mitteilung der Biennale zufolge. Er könne es nicht erwarten, mit Architekten aus aller Welt zusammenzuarbeiten, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Sarkis leitet ein Architekturbüro mit Sitz in den USA und im Libanon und lehrte an verschiedenen Universitäten. 2016 saß er in der Jury der Architekturbiennale. Die Schau unter seiner Leitung läuft vom 23. Mai bis zum 29. November 2020.

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