Montag, 19.08.2019
 

Kulturnachrichten

Mittwoch, 12. Dezember 2018

"Jurassic Park" und "Shining" im US-Filmregister

Werke im Register sollen besonders geschützt werden

Hollywood-Klassiker wie das Dinosaurier-Spektakel "Jurassic Park" (1993), der Gruselthriller "Shining" (1980), der Western "Brokeback Mountain" (2005) und der Zeichentrickfilm "Cinderella" (1950) sind in das offizielle Filmregister der USA aufgenommen worden. Insgesamt seien 25 Filme wegen ihrer kulturellen, geschichtlichen und künstlerischen Bedeutung für die US-amerikanische Filmkunst ausgewählt worden, hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung der Nationalbibliothek in Washington. Auch das Filmmusical "My Fair Lady" (1964), der Hitchcock-Thriller "Rebecca" (1940) und das Drama "Der Verräter" (1935) von Regisseur John Ford gehören zu den diesjährigen Zugängen. Unter den Filmen sind Blockbuster, Dokus, Stumm- und Zeichentrickfilme aus einer Zeitspanne von 1898 bis 2005. Insgesamt sind jetzt 750 Filme in dem 1989 gegründeten Register, die Werke sollen nun besonders geschützt werden.

SAG-Awards: "A Star is Born" ist nominiert

Schauspielergewerkschaft gibt Nominierungen bekannt

Die US-amerikanische Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild hat ihre Nominierungen bekannt gegeben. In den Fernsehkategorien gibt es mehrfache Gewinnchancen für die Mini-Serie "The Assassination of Gianni Versace: American Crime Story" und die Amazon-Reihe "The Marvelous Mrs. Maisel." In den Film-Sparten wurden die Polit-Satire "Vice" und das Musik-Drama "A Star is Born"mehrmals nominiert, darunter Lady Gaga als Beste Hauptdarstellerin. Die SAG Awards werden am 27. Januar verliehen, drei Wochen nach den Golden Globes und vier Wochen vor den Oscars.

Forderung: neuer Umgang mit Kolonialgeschichte

Zentrale Institution zur Herkunftsforschung gefordert

Mehr als 80 Wissenschaftler aus aller Welt haben einen neuen Umgang mit der Kolonialgeschichte gefordert. In einem Appell in der Wochenzeitung "Die Zeit" verlangen die Unterzeichner unter anderem eine zentrale Institution zur Herkunftsforschung und eine grundlegende Neuorientierung in der Aufarbeitung. Rückgabe allein reiche nicht aus, betonen sie nach Angaben des Blattes. Initiiert wurde der Appell von den Historikerinnen Rebekka Habermas (Göttingen), Ulrike Lindner (Köln) und drei weiteren in Deutschland lehrenden Wissenschaftlern. Neben verstärkter Unterstützung bei der Erforschung der Herkunftsgeschichte, denken die Unterzeichner daran, der Kolonialgeschichte einen größeren Raum in Lehrplänen einzuräumen. Der Intendant des künftigen Humboldt Forums im Berliner Schloss, Hartmut Dorgerloh, sprach sich ebenfalls in der "Zeit" gegen eine pauschale Rückgabe aller Kulturgüter aus der Kolonialzeit aus. Zwar müsse und werde es Restitutionen geben, das allein werde aber der komplexen Geschichte nicht gerecht, sagte er.

Ophüls-Ehrenpreis für Iris Berben

Schauspielerin wird für gesellschaftliches Engagement und Verdienste um Filmnachwuchs ausgezeichnet

Für ihre Verdienste um den Kinonachwuchs wird die Schauspielerin Iris Berben beim Festival Max Ophüls Preis mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Mit ihrer Arbeit in der Deutschen Filmakademie zeige die Schauspielerin immer wieder Flagge für Toleranz und gegen Antisemitismus, sagte die Festivalchefin Svenja Böttger. Berben stehe für eine lebendige Kinokultur, die Pflege des Filmnachwuchses und soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft ein. Der Ehrenpreis wird zur Eröffnung der 40. Auflage des Filmfestivals am 14. Januar vergeben. Berben ist die Präsidentin der Deutschen Filmakademie und vertritt damit die Interessen von über 1800 Menschen in der Filmbranche.

EU-Parlament ehrt Oleg Senzow

Cousine des inhaftierten Filmemachers verliest Botschaft

Das Europäische Parlament ehrte den ukrainischen Filmemacher Oleg Senzow mit dem Sacharow-Preis. Parlamentspräsident Antonio Tajani stellte die Auszeichnung im Straßburger Plenum auf einen symbolisch leeren Stuhl. Senzows Cousine Natalia Kaplan verlas eine Botschaft des Regisseurs. Das Parlament ehrt den heute 42-Jährigen für seinen Mut und sein Engagement zur Befreiung politischer Häftlinge in Russland und weltweit. Senzow hatte die Freilassung Dutzender ukrainischer Gefangener aus russischen Straflagern gefordert. 2014 wurde er festgenommen, nachdem er öffentlich gegen die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland protestiert hatte. Der Ukrainer wurde in einem international kritisierten Prozess wegen Zugehörigkeit zu einer terroristischen Organisation zu 20 Jahren Haft verurteilt. Nach einem langen Hungerstreik ist Senzow seinen Angehörigen zufolge schwer krank. Der nach dem russischen Dissidenten und Physiker, Andrej Sacharow, benannte Preis ist mit 50.000 Euro dotiert.

Sampling-Streit: Gutachter stärkt Urheber

Urteil im Streit zwischen Kraftwerk und Pelham vorm EuGH wird in einigen Monaten erwartet

Im jahrzehntelangen Sampling-Streit zwischen den Elektropop-Pionieren Kraftwerk sowie dem Komponisten und Produzenten Moses Pelham hat ein wichtiger EU-Gutachter die Urheber-Position gestärkt. Die Kopie und der Gebrauch von Teilen eines Tonträgers in einem anderen Lied (Sampling) sei ein Eingriff in die Rechte des Herstellers und ohne dessen Erlaubnis zu verbieten. Das befand der Generalanwalt am Europäischen Gerichtshof (EuGH), Maciej Szpunar, am Mittwoch in Luxemburg (Rechtssache C-476/17). Im Streit, der durch alle Instanzen lief, geht es um einen Rhythmus aus dem Kraftwerk-Titel "Metall auf Metall" von 1977. Pelham hatte 1997 eine Zwei-Sekunden-Sequenz ohne Erlaubnis benutzt und in Endlosschleife unter den Song "Nur mir" mit der Rapperin Sabrina Setlur gelegt. Die Einschätzung des Gutachters ist für die EuGH-Richter nicht bindend, häufig folgen sie ihr aber. Ein Urteil dürfte in den kommenden Monaten fallen. Für die Musikbranche hat der Streit eine grundsätzliche Bedeutung. Denn Sampling ist in Hip-Hop und Rap ein seit langem gängiges Stilmittel.

Studie: Filme mit weiblichem Star erfolgreicher

Frauen in der Hauptrolle spielen mehr Umsatz ein als Männer

Kinofilme mit einer weiblichen Hauptrolle spielen laut einer Studie mehr Geld ein als jene mit einem Hauptdarsteller. Zu diesem Ergebnis kommen die US-Analyseagenturen CAA und shift7. Untersucht wurden die 350 umsatzstärksten US-Filme, die zwischen 2014 und 2017 ins Kino kamen. In 105 der umsatzstärksten Filme waren Frauen oder Mädchen der Star, wie beispielsweise in der Comic-Verfilmung "Wonder Woman" mit Gal Gadot oder dem Animationsfilm "Vaiana". Nach Angaben der Co-Autorin der Studie, Christy Haubegger, ist der Zusammenhang zwischen Kassenerfolg und nicht aufs Schönsein reduzierte Frauenrollen naheliegend: "Um eine Milliarde Dollar zu bekommen, musst du ein guter Film sein, und ein guter Film hat mehrdimensionale Charaktere. Du knackst die Milliarde nicht, wenn nur Männer diesen Film sehen wollen", sagte Haubegger der "Los Angeles Times". Initiiert wurde die Untersuchung von der Bewegung "Time's Up", die der Belästigung und Ungleichbehandlung von Frauen in der Filmindustrie ein Ende bereiten will.

Juli Zeh zur Verfassungsrichterin gewählt

Brandenburger Landtag wählt Schriftstellerin

Die Schriftstellerin Juli Zeh ist vom Brandenburger Landtag zur Richterin am Landesverfassungsgericht gewählt worden. Die 44-jährige promovierte Juristin war von der SPD-Fraktion vorgeschlagen worden und erhielt am Mittwoch 71 von 86 abgegebenen Stimmen. Für ihre Gegenkandidatin, die von der AfD-Fraktion vorgeschlagene Juristin Victoria Tuschik, votierten 13 Abgeordnete; zwei enthielten sich. Zeh war bei der Wahl nicht anwesend. Juli Zeh ist damit neben dem Filmemacher Andreas Dresen das zweite prominente Mitglied in dem Richterkollegium, das ehrenamtlich arbeitet und etwa einmal im Monat tagt.

Startklar: Kulturhauptstädte Plowdiw und Matera

Bulgarisches Plowdiw blickt auf 8000 Jahre Geschichte, italienisches Matera ist für antike Höhlen bekannt

Die bulgarische Stadt Plowdiw und die italienische Stadt Matera sind Europas Kulturhauptstädte 2019. Die zweitgrößte bulgarische Stadt Plowdiw ist als antike Stätte ein begehrtes Reiseziel. Thraker, Römer und Türken prägten Plowdiws Geschichte, die 8000 Jahre zurückreichen soll. Matera im Süden Italiens ist für seine Altstadt bekannt. Dort gibt es antike Höhlensiedlungen, die an den Felsenhängen liegen. Die Siedlungen wurden von der Unesco zum Weltkulturerbe erhoben. Die Kulturhauptstadt Europas ist eine Initiative der Europäischen Union. Jedes Jahr werden zwei Städte ernannt - eine aus den alten EU-Staaten und eine aus den neuen. 2020 sind Rijeka in Kroatien und Galway in Irland Kulturhauptstädte.

FAZ-Herausgeber Reißmüller gestorben

Er starb im Alter von 86 Jahren

Johann Georg Reißmüller, von 1974 bis 1999 Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), ist tot. Wie die Zeitung mitteilte, starb er am Vortag im Alter von 86 Jahren in Frankfurt am Main. Der 1932 im nordböhmischen Leitmeritz geborene Reißmüller berichtete von 1967 bis 1971 als Korrespondent aus Belgrad. Im Herausgebergremium der FAZ war er vor allem für Außenpolitik zuständig. Sein wichtigstes Thema war das Schicksal Mittel-, Ost- und Südosteuropas im 20. Jahrhundert. In den Jugoslawien-Kriegen von 1991 bis 1999 ergriff Reißmüller mit großem Nachdruck und in vielen Leitartikeln Partei für die katholischen Slowenen und Kroaten und gegen die von ihm als "spätstalinistisch" bezeichnete serbische Führung unter Slobodan Milosevic. Die frühe Anerkennung der von Jugoslawien abgespaltenen Staaten Kroatien und Slowenien durch Deutschland und den Vatikan begrüßte er. Die Universität Zagreb verlieh ihm für sein publizistisches Wirken die Ehrendoktorwürde.

"Bohemian Rhapsody" häufigster gestreamter Titel

Weltweit wurde der Song von Queen mehr als 1,6 Milliarden mal abgespielt

Der Hit "Bohemian Rhapsody" der britischen Rockband Queen ist der am häufigsten auf Streamingdiensten abgespielte Titel des 20. Jahrhunderts. Auf Diensten wie Spotify, Apple Music und YouTube wurde der Titel dem Label Universal zufolge weltweit mehr als 1,6 Milliarden mal abgespielt. Damit liegt er vor "Smells Like Teen Spirit" von Nirvana und "Sweet Child O' Mine" von Guns N' Roses. Queen hatte "Bohemian Rhapsody" 1975 auf dem Album "A Night at the Opera" veröffentlicht. Mit sechs Minuten Länge ist der Titel doppelt so lang wie ein gewöhnlicher Pop-Song. Untypisch sind auch die vielen musikalischen Wechsel von gefühlvoller Ballade zu opernhaftem Drama, Rock-Hymne und ausklingender Coda.

Khashoggi wird "Person des Jahres"

Das "Time Magazine" würdigt einflussreiche Persönlichkeiten des Weltgeschehens

Das "Time Magazine" hat den ermordeten saudischen Journalisten Jamal Khashoggi gemeinsam mit weiteren Reportern zur "Person des Jahres" gekürt. Das US-Magazin teilte mit, der Titel gehe an die "Wächter im Krieg gegen die Wahrheit". Khashoggi arbeitete als Kolumnist für die "Washington Post" und war ein Kritiker der Regierung in Riad. Er war im Oktober von einem Killerkommando im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet worden. Das "Time Magazine" würdigte außerdem Maria Ressa in den Philippinen, die die Nachrichtenseite "Rappler" betreibt. Ausgezeichnet wurde auch die Redaktion der Zeitung "The Capital Gazette" in Annapolis im US-Bundesstaat Maryland. Ein Attentäter hatte im Juni fünf Mitarbeiter des Blattes erschossen. Ferner würdigte das US-Magazin Kyaw Soe Oo und Wa Lone, die beiden junge Reporter der Nachrichtenagentur Reuters, die seit einem Jahr in Myanmar inhaftiert sind. Sie hatten wegen eines Massakers der Armee an zehn Jungen und Männern der muslimischen Minderheit der Rohingya recherchiert. Insgesamt starben Tausende. Die "Time"-Redaktion würdigt seit 1927 die einflussreichsten Persönlichkeiten des Weltgeschehens.

Goethe-Institut erhält 15 Millionen Euro mehr

Damit sollen digitale Sprach- und Programmangebote ausgebaut werden

Das Goethe-Institut erhält vom Bundestag und dem Auswärtigen Amt in diesem und im kommenden Jahr 15 Millionen Euro mehr. Es will damit unter anderem seine digitalen Sprach- und Programmangebote ausbauen. "Eine zukunftsorientierte auswärtige Kultur- und Bildungspolitik verlangt noch größeres Engagement im Bereich der Digitalisierung", erklärte Johannes Ebert, Generalsekretär des weltweit tätigen deutschen Kulturinstituts zur Jahrespressekonferenz in Berlin. Die Zahl der Sprachkursteilnehmer weltweit sei 2018 gestiegen und an vielen Orten übersteige die Nachfrage nach Deutschunterricht für Fachkräfte das Angebot. "Daher möchten wir 2019 als Erstes durch ein innovatives Einstiegs- und Fortbildungsprogramm weltweit neue Lehrkräfte rekrutieren und für das Deutschlehren qualifizieren", erklärte Ebert.
Angesichts globaler Krisen und nationalistischer Bewegungen müsse das Goethe-Institut noch stärker die Kräfte von Kultur und Bildung mobilisieren, erklärte Institutsdirektor Klaus-Dieter Lehmann.

Juliette Binoche wird Berlinale-Jury-Präsidentin

Die französische Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin freut sich

Die französische Schauspielerin Juliette Binoche wird Jury-Präsidentin der 69. Berlinale (7. bis 17. Februar). Als Oscar-Preisträgerin sei Binoche eine der profiliertesten internationalen Schauspielerinnen, erklärte Berlinale-Präsident Dieter Kosslick. Sie habe in mehr als 70 Filmen gespielt und sei die erste europäische Schauspielerin, die sowohl auf den Filmfestivals in Berlin, Venedig und Cannes ausgezeichnet worden sei. "Ich freue mich auf dieses besondere Rendezvous mit der gesamten Jury und werde meine Aufgabe mit viel Freude und Sorgfalt angehen", erklärte die Schauspielerin. Binoches Karriere reicht von ihrem internationalen Durchbruch in der Romanverfilmung "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" (1988) bis zu jüngsten Filmen, etwa im Berlinale-Wettbewerbsbeitrag "Camille Claudel 1915". Für ihre Rolle der Hana in "Der englische Patient" wurde sie als Beste Nebendarstellerin mit einem Oscar ausgezeichnet.

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