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Kulturnachrichten

Freitag, 23. Dezember 2016

ZDF veröffentlich nach Urteil in Polen Entschuldigung

Wegen Formulierung "polnische Vernichtungslager"
Ein Holocaust-Überlebenden fühlte sich in seiner nationalen Identität beleidigt

Das ZDF hat eine öffentliche Entschuldigung an den Holocaust-Überlebenden Karol Tendera veröffentlicht. Der Sender leistete damit dem Urteil eines polnischen Gerichts Folge. Am Donnerstag hatte ein Berufungsgericht in Krakau den Sender zu einer öffentlichen Entschuldigung verurteilt, weil die NS-Konzentrationslager Auschwitz und Majdanek in einem ZDF-Beitrag als "polnische Vernichtungslager" bezeichnet worden waren. Der Sender veröffentlichte in seiner Mediathek den vom Gericht verfügten Entschuldigungstext. Die Wortwahl "polnische Vernichtungslager" sei demnach eine "inkorrekte und die Geschichte des polnischen Volkes verfälschende Formulierung" gewesen, die unterstelle, dass die Vernichtungslager Auschwitz und Majdanek von Polen errichtet und geführt worden seien. Der Auschwitz-Überlendende Tendera sei dadurch in seinen Persönlichkeitsrechten, insbesondere seiner "Nationalidentität" und seiner "Nationalwürde" verletzt worden, hieß es in der Erklärung. Das Urteil bezieht sich auf die Online-Ankündigung zu einer ZDF-Dokumentation aus dem Juli 2013 über die Befreiung der Konzentrationslager durch die Rote Armee. In erster Instanz war die Klage im April noch abgewiesen worden.

ARD verschiebt "Tatort" wegen Berliner Anschlag

Stattdessen wird der Saarländer Tatort gezeigt

Mit Blick auf die Amokfahrt in Berlin verschiebt das Erste nun doch die für Neujahr vorgesehene "Tatort"-Folge "Sturm" um ein islamistisches Selbstmordattentat. Statt der WDR-Produktion aus Dortmund läuft am 1. Januar der Tatort "Söhne und Väter" des Saarländischen Rundfunks, wie die ARD mitteilte. Die "hochspannende" Folge "Sturm" ende "mit Bildern und Eindrücken, die Assoziationen zum Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin wecken", erklärte ARD-Programmdirektor Volker Herres. Natürlich müsse ein "Tatort" nah an gesellschaftlichen Realitäten sein. "Aber mit Rücksicht auf die Opfer, ihre Angehörigen, Betroffene und das Empfinden von Zuschauern wollen wir diesen 'Tatort' nicht am Abend des ersten Tages im neuen Jahr, sondern mit größerem zeitlichen Abstand zeigen", so Herres. Geplant ist der 29. Januar. Ende 2015 hatte die ARD schon einmal einen "Tatort" mit Til Schweiger wegen der Terroranschläge in Paris vom November verschoben.

"Together Berlin" - Musiker gedenken der Anschlagsopfer

Solidaritätskonzert am Brandenburger Tor soll fünf bis sechs Stunden dauern

Mit dem Lied "We Are The World" haben Musiker am Brandenburger Tor ein Solidaritätskonzert im Gedenken an den Terroranschlag eröffnet. Unter dem Motto "Together Berlin" sollte die Aktion ein Zeichen setzen. "Wir wollen uns Freundschaft, Verbundenheit und Liebe im Leben nicht nehmen lassen", sagte der Veranstalter Rainer Wohltat dazu vorab. Am Nachmittag waren bei kaltem Winterwetter zunächst nur einige Hundert Besucher unterwegs. Zur Sicherheit gab es Taschenkontrollen am Eingang und Betonsperren. Auf der Liste der Musiker standen Max Giesinger, Elen, Triple L und Valerio Lombardo. Am Montag waren bei einem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche zwölf Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 50 Menschen wurden dabei verletzt.

Streit um Fluglärm und Konzertmusik vor Gericht

Erste Verhandlung im März

Der Streit zwischen dem Rheingau Musik Festival und Fluglärm-Gegnern landet vor Gericht. Eine mündliche Verhandlung ist für den 16. März am Landgericht Mainz angesetzt, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Das Festival mit Sitz im hessischen Oestrich-Winkel hatte nach einer Protestaktion die Initiative gegen Fluglärm Mainz verklagt. Die Lärmgegner hatten weltberühmte Künstler angeschrieben und sie auf mögliche Störungen ihrer Konzerte durch den Krach von Flugzeugen hingewiesen. Anschließend forderte das Festival die Initiative auf, eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen. Das tat diese nicht und kündigte weitere Aktionen an. Intendant Michael Herrmann nannte das Verhalten der Initiative geschäftsschädigend. Mit der Klage solle die Behauptung untersagt werden, dass Konzerte von Fluglärm gestört würden. Zudem müsse Aussagen ein Riegel vorgeschoben werden, wonach während der Konzerte Flugrouten verlegt werden könnten. Eine Entscheidung in dem Zivilverfahren wird am Tag der Verhandlung noch nicht erwartet.

Cellist Heinrich Schiff gestorben

Er spielte unter anderem in Salzburg, Edinburgh, Berlin, Australien und Japan

Der international renommierte österreichische Cellist und Dirigent Heinrich Schiff ist tot. Er starb im Alter von 65 Jahren in einem Krankenhaus in Wien in der vergangenen Nacht. Dies bestätigte ein enger Freund der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Dem Künstler war mit zeitgenössischer Musik früh der Durchbruch gelungen. 1978 brachte ihm seine erste Schallplatte die Auszeichnung als "Künstler des Jahres". Schiff war regelmäßig zu Gast bei den Festspielen in Salzburg, Edinburgh oder Berlin, er trat auch als Solist in Australien und Japan auf. Schiff studierte an der Wiener Hochschule für Musik und perfektionierte sein Spiel unter anderem bei dem französischen Cellisten André Navarra. Er spielte im Laufe seiner Karriere fast alle bedeutenden Werke der Celloliteratur ein und arbeitete mit den wichtigsten Musikergrößen seiner Zeit zusammen. Am Dirigentenpult stand Schiff seit etwa 1990. An der Hochschule für Musik und Tanz Köln, später an der Universität Basel, am Mozarteum in Salzburg und an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien wirkte Schiff zudem als Hochschullehrer.

Beach Boys sollen bei Trumps Amtseinführung auftreten

Ansonsten steht noch der Mormon Tabernacle Choir auf dem Programm

Die Beach Boys ("Good Vibrations", "California Girls") überlegen, bei der Vereidigung des künftigen US-Präsidenten Donald Trump zu singen. "Die Beach Boys wurden angefragt, bei den Festlichkeiten zur Amtseinführung aufzutreten. Sie haben sich aber noch nicht entschieden, ob sie teilnehmen werden oder nicht", teilte ein Sprecher der Band dem "Billboard"-Magazin mit. Die Musiker um Sänger Brian Wilson (74) hatten dem Bericht zufolge bereits für die früheren Präsidenten Ronald Reagan, George Bush und Bill Clinton gesungen. Zahlreiche Musiker hatten sich im Wahlkampf auf die Seite der Demokratin Hillary Clinton gestellt. Dementsprechend schwer sei es anscheinend für Trump, Prominente für seine Amtseinführung am 20. Januar zu gewinnen, berichteten US-Medien. Bislang wurde bekannt, dass die 16-jährige Castingshow-Teilnehmerin Jackie Evancho und der Mormon Tabernacle Choir auftreten sollen. Bei den Vereidigungen von US-Präsident Barack Obama waren unter anderem Beyoncé, Aretha Franklin und Kelly Clarkson dabei.

Urheberrechte an Hochschulen: Einigung mit VG Wort

Vorerst Übergangslösung, ab März soll endgültige Einigung stehen

Im Streit um die Wahrung von Urheberrechten an Hochschulen zeichnet sich eine Einigung ab. Die Verwertungsgesellschaft Wort, die Kultusministerkonferenz und die Hochschulrektorenkonferenz unterzeichneten eine Grundsatzvereinbarung zur digitalen Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke an Hochschulen, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt mitteilte. In dem Streit geht es um eine angemessene Vergütung von Autoren. Ohne eine Einigung hätten Hochschuldozenten ihren Studenten vom 1. Januar 2017 an keine Materialien mehr online zur Verfügung stellen dürfen. Die Studenten hätten also wieder in die Bibliothek gehen und sich benötigte Informationen aus Büchern kopieren müssen. Laut der Vereinbarung erhält die VG Wort, die die Rechte der Autoren vertritt, vorerst für weitere neun Monate eine Pauschalvergütung für die hochschulinterne Bereitstellung digitaler Werkauszüge. Darüber hinaus soll eine Arbeitsgruppe bis März eine bundeseinheitliche Lösung entwickeln, die keine Pauschale, sondern eine Einzelabrechnung ermöglicht.

Afghanischer Musiker darf vorerst hier bleiben

Allerdings nur bis sein Theaterstück in München abgespielt ist

Der afghanische Musiker und Schauspieler Ahmad Shakib Pouya muss Deutschland vorerst doch nicht verlassen. Der 33-Jährige dürfe bis nach den Aufführungen des Flüchtlings-Theaterstücks "Zaide" Mitte Januar in München im Land bleiben, teilten seine Unterstützer am Donnerstagabend mit. Am 15. Januar müsse Pouya jedoch nach Afghanistan ausreisen.Der gelernte Zahnarzt Pouya sollte abgeschoben werden, obwohl sein Fall derzeit der Härtefallkommission des bayerischen Landtags zur Entscheidung vorliegt. Pouya war 2011 aus Angst vor den Taliban nach Deutschland geflüchtet. Unter anderem baute er in Augsburg das Flüchtlingsmodell-Projekt "Grandhotel Cosmopolis" mit auf. Zuletzt war er Dolmetscher bei der IG Metall in Frankfurt am Main. Für Pouya hatten sich unter anderem Künstler und Flüchtlingsorganisationen eingesetzt. Den Ausschlag für den Aufschub seiner Ausreise habe letztlich jedoch die Fürsprache des ehemaligen bayerischen Wissenschaftsministers Thomas Goppel (CSU) gegeben, heißt es in dem Schreiben der Unterstützer. Sie hoffen nun darauf, dass die Härtefallkommission in ihrer Sitzung vor der Münchner Premiere des Theaterstücks Zaide zugunsten Pouyas entscheiden wird.

Berlinale wirbt mit Wappentier

Mit den Bären durch die Nacht

Bären für alle Lebenslagen: Die 67. Berliner Filmfestspiele (9.-19. Februar 2017) werben in ihrer nächsten Ausgabe mit dem Wappentier der Hauptstadt. In sechs Bildmotiven drehen die Bären ihre Runden durch das nächtliche Berlin, wie die Veranstalter mitteilten. "Berlin ist groß und auch in diesem Jahr folgen wir der Spur der Bären zu einigen typischen Hauptstadtecken", erklärte Festivaldirektor Dieter Kosslick. Die Motive wurden erneut von der Schweizer Agentur Velvet gestaltet. Die Plakatreihe wird ab Mitte Januar 2017 im Stadtbild zu sehen sein.

Monika Peitsch wird 80 Jahre alt

Paraderolle: Elegante Dame von Welt

Monika Peitsch gehört zu den bekannten Gesichtern im deutschen Fernsehen. In zahlreichen Serien wie "Die Unverbesserlichen" und "Das Erbe der Guldenburgs" gehörte sie zum festen Ensemble, spielte in TV-Filmen wie den Rosamunde-Pilcher-Geschichten und "Pfarrer Braun". Begonnen hat sie ihre jahrzehntelange Karriere im Theater. Parallel sammelte sie Erfahrungen vor der Fernsehkamera. Nach ihrer ersten Rolle 1963 in dem Fernsehspiel "Kleider machen Leute" an der Seite von Hanns Lothar wurde sie sehr schnell zu einer der meistbeschäftigten TV-Darstellerinnen. Daneben lieh sie als Synchronsprecherin Audrey Hepburn, Claudia Cardinale und Doris Day ihre Stimme. Heute wird die Schauspielerin 80 Jahre alt.

Brecht-Festival 2017 setzt auf Eigenproduktionen

Festival-Chef Wengenroth will aktuelle Debatten thematisieren

Der neue Chef des Brecht-Festivals in Augsburg, Patrick Wengenroth, will das Werk von Bertolt Brecht in diesem Jahr aktuellen Debatten entgegenstellen. Als Beispiel nannte Wengenroth den Feminismus. Da das historische Augsburger Theater vor wenigen Monaten kurzfristig aus Brandschützgründen geschlossen werden musste und die nächsten Jahre nicht zur Verfügung steht, setzt der Berliner Regisseur bei seiner Festival-Premiere (3. bis 12. März) auf kleinere Eigenproduktionen. Er selbst wird eine Revue mit dem Titel "Die Welt ist: schlecht! Und ich bin: Brecht!" inszenieren und dabei als Bertolt Brecht selbst auf der Bühne stehen. Auch Konstantin Wecker wird mit einem speziellen Brecht-Programm auftreten. Das Berliner Inklusionstheater RambaZamba wird das Stück "Der gute Mensch von Downtown" mit der früheren "Tatort"-Kommissarin Eva Mattes aufführen. Brecht (1898 - 1956) wurde in Augsburg geboren und lebte in der Stadt bis in seine Jugendzeit. Unter anderem ehrt die Stadt ihren prominenten Sohn neben dem Brecht-Festival mit einem Literaturpreis. In Brechts Geburtshaus ist ein kleines Museum eingerichtet.

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