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Kulturnachrichten

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Ungarn: Kertesz-Nachlass an regierungsnahe Stiftung

Seine Wohnung wird zum Museum

Der Nachlass des Schriftstellers und Literatur-Nobelpreisträgers Imre Kertesz geht an eine regierungsnahe ungarische Stelle. Die Stiftung für die Erforschung der Geschichte und Gesellschaft Mittel- und Osteuropas werde ein Imre-Kertesz-Institut gründen, hieß es in einer Mitteilung der Einrichtung. Der Autor von "Roman eines Schicksallosen" war im März dieses Jahres gestorben. Das neue Institut werde vom kommenden Jahr an das Andenken an Kertesz pflegen. Insbesondere werde es die im Kertesz-Archiv der Berliner Akademie der Künste aufbewahrten Handschriften aufarbeiten und für die Publikation vorbereiten. In der Budapester Wohnung, in der Kertesz von 1954 bis 1995 lebte, soll ein Museum eingerichtet werden. Er schuf dort sein Jahrhundert-Werk "Roman eines Schicksallosen".

Kollwitz-Preis 2017 an Katharina Sieverding

Sie befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen individuellen und globalen Prozessen

Die Fotografin Katharina Sieverding erhält den Käthe-Kollwitz-Preis 2017. Geehrt werde damit die Künstlerin, die seit den 1960er Jahren das Zeitalter der großformatigen Fotokunst eingeleitet habe, teilte die Akademie der Künste in Berlin mit. Ihr Grundthema seit ihrer Zeit als Beuys-Schülerin sei die Frage der Identität. Wie die Akademie weiter mitteilte, standen Film und Fotografie von Anfang an im Zentrum ihres Schaffens. In ihren Werken befasst sich Sieverding mit dem Zusammenhang zwischen mikroskopischen und makroskopischen, individuellen und globalen Prozessen.

"Charlie Hebdo" macht mit Berliner Terroranschlag auf

Auf der Titelseite ist ein Lebkuchenhaus, aus dem Gewehrläufe ragen

Die deutsche Ausgabe des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" macht ihr neues Heft mit dem Berliner Terroranschlag auf. Auf der vorab verbreiteten Titelseite ist ein Lebkuchenhaus zu sehen, aus dem mehrere Gewehrläufe ragen. "Sie werden unsere Art zu leben nicht verändern", lautet der Text zum Bild des Zeichners Foolz. "Charlie Hebdo" hatte Anfang des Monats seine erste deutsche Ausgabe auf den Markt gebracht. Sie erscheint wöchentlich und hat wie die französische 16 Seiten.

Ophüls-Ehrenpreis für Filmproduzenten Peter Rommel

Drei seiner Filme werden im Januar auf dem Festival gezeigt

Für seine Verdienste um den jungen deutschsprachigen Film wird Produzent Peter Rommel (60) vom Filmfestival "Max Ophüls Preis" mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet. Rommel stehe "mit unbedingter Leidenschaft und großem Mut hinter seinen Projekten und vor allem auch hinter den Filmschaffenden", hieß es zur Begründung. Bei dem Filmfestival vom 23. bis 29. Januar in Saarbrücken werden drei seiner Filme gezeigt, darunter Stefan Krohmers "Sie haben Knut". Der gebürtige Stuttgarter Rommel gründete seine erste Produktionsfirma 1993 in Berlin, 1996 folgte eine zweite in Stuttgart. Für seine erste Kinoproduktion "Nachtgestalten" gewann er den Deutschen Filmpreis. Der Ehrenpreis des Festivals wird zum sechsten Mal vergeben, teilten die Organisatoren mit.

Breloer will Zweiteiler über Bertolt Brecht drehen

Burghart Klaußner spielt Brecht, Adele Neuhauser Helene Weigel

Filmemacher Heinrich Breloer will sich nach Thomas Mann nun mit Bertolt Brecht einem weiteren großen Literaten widmen. Für Mai ist der Drehstart in Prag und Umgebung für die ARD-Koproduktion geplant, wie das Erste in München mitteilte. Der Zweiteiler soll das Leben des bis heute meistgespielten deutschen Dramatikers des 20. Jahrhunderts erzählen. Das Drehbuch stammt von Breloer, der auch Regie führt. Bereits seit fünf Jahren liefen die Recherchen für die Produktion, heißt es. So traf Beloer viele Zeitzeugen Brechts. Burghart Klaußner und Adele Neuhauser stellen Bertolt Brecht und seine Ehefrau Helene Weigel dar. Kameramann ist Gernot Roll. Ein Sendetermin steht noch nicht fest.

Birgit Simmler leitet Luisenburg-Festspiele

Michael Lerchenberg geht früher als geplant

Die Kulturmanagerin Birgit Simmler wird als Nachfolgerin von Michael Lerchenberg neue Intendantin der Luisenburg-Festspiele in Wunsiedel. Dies teilte die nordbayerische Stadt mit. Die 44-Jährige arbeitet als Kulturbeauftragte der hessischen Stadt Biedenkopf und ist Intendantin der dortigen Schlossfestspiele. Der Schauspieler und Regisseur Lerchenberg verlässt die Festspiele im Herbst 2017 und geht damit früher als zunächst geplant. Seinen vorzeitigen Weggang hatte er mit fehlendem Rückhalt in der Lokalpolitik begründet.

Intendantenstreit in Rostock geht weiter

Theater geht in Berufung

Die Volkstheater Rostock GmbH wird gegen das Urteil zur Weiterbeschäftigung des Intendanten Sewan Latchinian Berufung einlegen. Das Landgericht Rostock hatte vergangene Woche entschieden, dass die fristlose Kündigung Latchinians von Juni 2016 unwirksam war, das Anstellungsverhältnis bestehe ungekündigt fort. "Das ganze Urteil ist ein Desaster, auch für die Gerichtsbarkeit", sagte Oberbürgermeister Roland Methling. Das Landgericht hatte festgestellt, dass es zwar eine Pflichtverletzung seitens Latchinians gegeben habe. So habe dieser mit einer Mail an den Betriebsrat gegen die Verschwiegenheitspflicht verstoßen. Dennoch sei es dem Volkstheater zuzumuten, das Anstellungsverhältnis mit seinem umstrittenen Intendanten fortzusetzen. Die öffentlich geäußerte Kritik Latchinians an der Geschäftspolitik sei vom Grundrecht auf Meinungs- und Kunstfreiheit gedeckt.

Bundestagspräsident Lammert hielt "Rede des Jahres"

Zum Tag der deutschen Einheit in der Dresdner Semperoper

Die Universität Tübingen verleiht die Auszeichnung "Rede des Jahres 2016" an Bundestagspräsident Norbert Lammert. Das Seminar für Allgemeine Rhetorik ehre Lammert für seine Ansprache zum Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober in der Dresdner Semperoper aus, teilte die Universität mit. Lammert habe eine "besonnene Rede inmitten einer meist stürmisch geführten politischen Debatte" gehalten, hieß es zur Begründung. Dem Bundestagspräsidenten gelang es nach Ansicht der Jury, Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit sowie den Gedanken von Einheit in Frieden zu vermitteln, während vor dem Saal Anhänger der rechtspopulistischen "Pegida"-Bewegung protestierten. Die Universität würdigt seit 1998 jährlich eine Rede, die die politische oder kulturelle Diskussion beeinflusst hat. Kriterien sind unter anderem Wirkungsmächtigkeit, Argumentation und stilistische Qualität.

Szenen aus "Die Stadt ohne Juden" wiederentdeckt

Auf einem Flohmarkt in Paris

Verschollene Passagen des österreichischen Stummfilms „Die Stadt ohne Juden“ sind wieder aufgetaucht und werden restauriert. Der Film aus dem Jahr 1924 nach einer Romanvorlage des jüdischen Schriftstellers und Journalisten Hugo Bettauer ahnte den Ausbruch des Holocaust voraus. Die Filmrollen waren auf einem Pariser Flohmarkt entdeckt worden. Ermöglicht wird die Restauration durch eine Crowdfunding-Initiative, die die öffentlichen Gelder ergänzt.

Bundesverdienstkreuz für Geigerin Julia Fischer

Für ihren Einsatz als Kulturbotschafterin Deutschlands

Die Geigerin und Pianistin Julia Fischer hat in München das Verdienstkreuz am Bande erhalten. Kultusminister Ludwig Spaenle überreichte der 33-Jährigen die Auszeichnung für ihren Einsatz als Kulturbotschafterin Deutschlands. "Mit großer Leidenschaft, eleganter Virtuosität und künstlerischer Vielfältigkeit" begeistere sie das Publikum weltweit für die Musik. Die Künstlerin zähle zu den renommiertesten Geigensolistinnen der Gegenwart und trage mit Konzerten mit namhaften Dirigenten und führenden Orchestern dazu bei, Kultur in die Welt zu tragen, würdigte Spaenle ihre Leistungen. Fischer erhielt für ihre Aufnahmen viele Auszeichnungen, darunter den international hoch angesehenen "Gramophone Award" als "Artist of the Year" und den Deutschen Kulturpreis.

James Taylor sagt Konzert in Manila aus Protest ab

Um gegen die Politik von Präsident Duterte ein Zeichen zu setzen

Aus Protest gegen den blutigen Drogenkrieg auf den Philippinen hat der amerikanische Sänger und Songwriter James Taylor ein Konzert in Manila abgesagt. Berichte über standrechtliche Erschießungen mutmaßlicher Drogenkrimineller hätten ihn zutiefst beunruhigt und seien inakzeptabel, erklärte der 68-jährige Musiker im Kurzmitteilungsdienst Twitter. Taylor, seit den 1960er Jahren einer der erfolgreichsten Popmusiker weltweit, entschuldigte sich bei seinen philippinischen Fans und teilte mit, dass das Geld für die Eintrittskarten für das am 25. Februar geplante Konzert erstattet werde. Auf Taylors Tweet reagierten Dutzende Nutzer mit Respekt für seine Haltung. Einige wenige Duterte-Anhänger sagten, Taylor sollte sich im Land selbst ein Bild von der Lage machen und seine Meinung nicht auf Berichte gründen.

Wien: Kulturmanager Roscic wird Direktor der Staatsoper

Österreichs Kulturminister wünscht Neuaufstellung des Hauses

Der neue Direktor der Wiener Staatsoper heißt Bogdan Roscic. Der in Belgrad geborene Roscic war unter anderem Popkritiker bei einer Wiener Zeitung, später Senderchef des ORF-Musikkanals Ö3, danach künstlerischer Leiter der Deutschen Grammophon Gesellschaft in Hamburg. Seit 2009 ist er Präsident von Sony Music Classical in New York. Der 52-jährige Kulturmanager und Plattenboss folgt ab 2020 dem bisherigen Direktor Dominique Meyer. Der Franzose steht seit 2010 an der Spitze des international höchst renommierten Hauses. Um seine Nachfolge hatten sich 20 Fachleute aus dem In- und Ausland beworben. Roscic erhält einen Fünf-Jahres-Vertrag. Österreichs Kulturminister Thomas Drozda lobte Roscics "herausragenden Gestaltungswillen" und sprach von einer "Weichenstellung" für das Haus. Zwar sei die aktuelle Situation sehr gut, allerdings gehe es darum, die Staatsoper künftig neu aufzustellen. Er wolle, dass die Zahl der Premieren erhöht und das Repertoire künftig anders gepflegt werde, sagte Droszda.

Theater in Deutschland sind Milliarden-Baustellen

Deutscher Bühnenverein hält Sanierung aber für dringend geboten

Theater und Opernhäuser in den großen Städten Deutschlands sind oft jahrelange Dauerbaustellen. Allein die Sanierungen von Bühnen in Berlin, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, Dresden und Bayreuth verschlingen Milliardenbeträge, wie eine dpa-Umfrage ergab. Der scheidende Geschäftsführer des Deutschen Bühnenvereins, Rolf Bolwin, hält die Sanierungen der Theater dennoch für dringend notwendig. Die Bauvorhaben hätten die "klare Absicht einer echten technischen Modernisierung", sagte Bolwin. Durch weniger Personal nach der Sanierung, würden sich viele Investitionen amortisieren.

Hasko Weber bleibt Intendant bis 2023

Vertragsverlängerung in Weimar

Hasko Weber bleibt bis 2023 Generalintendant des Deutschen Nationaltheaters (DNT) und der Staatskapelle in Weimar. Der 53-Jährige habe seinen Vertrag verlängert, teilte die Staatskanzlei in Erfurt mit. Kulturstaatssekretärin Babette Winter freut sich über qualitätsvolle Aufführungen und Inszenierungen sowie stetig wachsene Zuschauerzahlen. Diese "2013 erfolgreich begonnene Entwicklung des Theaters" würde fortgesetzt werden können. Hasko Weber ist seit 2013 Intendant und Geschäftsführer in der Klassiker-Stadt. Zuvor war Weber Schauspieldirektor am Staatsschauspiel Dresden und Intendant am Staatstheater Stuttgart.

Neuer Nationaltheater-Intendant in Mannheim

Marc Stefan Sickel wechselt von Magdeburg nach Mannheim

Der Verwaltungsdirektor und stellvertretende Generalintendant am Theater Magdeburg, Marc Stefan Sickel, wird zur Spielzeit 2017/18 Geschäftsführender Intendant am Nationaltheater Mannheim. Sickel folgt Ralf Klöter, der an die Hamburgische Staatsoper wechselt. Die größte Herausforderung und der Mittelpunkt seiner Arbeit in Mannheim werde die Generalsanierung des Spielhauses am Goetheplatz sein, sagte Sickel.

Michèle Morgan ist tot

Französische Schauspielerin starb im Alter von 96 Jahren

Michèle Morgan ist tot. Die französische Schauspielerin starb gestern nach Angaben ihrer Familie im Alter von 96 Jahren. Morgan zählte vor allem in den 1940er- und 50er-Jahren zu den berühmtesten Darstellerinnen ihres Landes. Sie spielte unter anderem an der Seite von Jean Gabin, Yves Montand, Jean Marais, Frank Sinatra und Humphrey Bogart. Schon ihr erster Film "Hafen im Nebel" von Marcel Carné, den sie mit gerade 18 Jahren drehte, war ein Welterfolg. Eine ihrer schönsten Rollen gab ihr 1955 René Clair in "Das große Manöver", in dem sie noch einmal die sich der Liebe versagende Blondine spielt. Berühmt war sie unter anderem wegen ihrer „Katzenaugen, die immer wieder als die "schönsten Augen" des französischen Kinos bezeichnet wurden.

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