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Kulturnachrichten

Dienstag, 20. Dezember 2016

Geraubte Kunstwerke aus Verona kehren zurück

Kulturminister und Bürgermeister holen Gemälde in Kiew ab

Gut ein Jahr nach einem spektakulären Kunstraub in Verona kehren 17 Renaissance- und Barockgemälde in die norditalienische Stadt zurück. Kulturminister Dario Franceschini reist am Mittwoch gemeinsam mit Veronas Bürgermeister Flavio Tosi und dem Kommandanten der Polizei-Sondereinheit für Kulturgüter, Fabrizio Parrulli, nach Kiew, um die Werke abzuholen, wie das Kulturministerium in Rom mitteilte. Der Wert der Bilder wird laut italienischen Medien auf 15 bis 20 Millionen Euro geschätzt. Sie waren am 19. November 2015 aus dem Museum Castelvecchio in Verona geraubt worden. Im März nahmen Ermittler zwölf Verdächtige eines italienisch-moldawischen Hehlerrings fest. Im Mai wurden die Bilder in Plastiktüten gehüllt auf einer Insel des Flusses Dnister bei Transnistrien gefunden. Vermutlich waren sie, weil praktisch unverkäuflich, für einen Privatsammler bestimmt.

Griechische Traditionszeitung nicht erschienen

"Ta Nea" erschien seit 1922

Die schwere Finanzkrise hat weitere Auswirkungen auf die griechische Presse: Am Dienstag ist "Ta Nea", die Zeitung der politischen Mitte vom traditionsreichen Lambrakis-Verlag, erstmals seit 1922 nicht erschienen. Wie die Gewerkschaft der Verlags-Mitarbeiter mitteilte, wurden die Angestellten seit Monaten nicht bezahlt. Sie hätten beschlossen, ihre Arbeit solange einzustellen, bis sie zumindest einen Teil ihrer Gehälter erhielten. Die Zeitung "Ta Nea" verkaufte zuletzt im Durchschnitt täglich noch etwa 13 000 Exemplare. Auch eine zur Verlagsgruppe gehörende Sonntagszeitung und ein Radiosender stellten den Betrieb ein.

Unicef zeichnet "Foto des Jahres" aus

Erster Preis für iranischen Reporter

Das Bild eines jungen Mädchens auf einem Müllberg im Iran ist für das UN-Kinderhilfswerk Unicef das "Foto des Jahres". Das strahlende Mädchen solle die Unbeschwertheit symbolisieren, die Kinder selbst unter schwierigsten Lebensumständen zeigen könnten, erklärte Unicef bei der heutigen Preisverleihung in Berlin. Der iranische Fotograf Arez Ghaderi hatte das Bild in einer Zeltstadt des Volksstammes der Belutschen nahe der afghanischen Grenze aufgenommen. Die aus dem Iran stammende und in Deutschland aufgewachsene Schauspielerin Jasmin Tabatabai sprach in ihrer Laudatio von einem Moment des "Trotzdem", das in dem Bild des 27-jährigen iranischen Fotografen Arez Ghaderi sichtbar werde. Der internationale Wettbewerb wurde im Jahr 2000 von UNICEF Deutschland ins Leben gerufen.

Vicky Leandros sagt Konzert in Berlin ab

Auftritt in der Gedächtniskirche findet wegen des Anschlags nicht statt

Nach dem Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin hat die Sängerin Vicky Leandros ein für Dienstagabend geplantes Konzert abgesagt. Der Auftritt in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche werde nicht stattfinden, teilte die Konzertagentur Semmel mit. Um 18.00 Uhr soll in der Kirche der Gedenkgottesdienst für die Opfer des Anschlags stattfinden. Am Montagabend war ein Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt rund um die Gedächtniskirche gerast. Zwölf Menschen kamen ums Leben, ein Tatverdächtiger wurde von der Polizei festgenommen.

Öffentliche Kulturausgaben bei fast zehn Milliarden

Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Zuwachs von 4,2 Prozent

Fast zehn Milliarden Euro sind im Jahr 2013 in Deutschland an öffentlichen Geldern in die Kultur geflossen. Die Ausgaben von Bund, Länder und Gemeinden stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent auf insgesamt 9,9 Milliarden Euro. Dies geht aus dem Kulturfinanzbericht 2016 hervor, den das Statistische Bundesamt in Wiesbaden veröffentlicht hat. Statistisch entfielen damit in der Kultur auf jeden Einwohner 122 Euro. Das waren fünf Euro mehr als 2012. Im Jahr 2013 - aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor - machten die öffentlichen Kulturausgaben 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Der größte Anteil entfiel mit 35 Prozent auf den Bereich Theater und Musik, gefolgt von den Bereichen Museen, Sammlungen, Ausstellungen (19,4 Prozent) und Bibliotheken (14,4 Prozent). Gemeinden und Länder gaben mit jeweils etwa 40 Prozent den größten Anteil für Theater und Musik aus. Der Bund förderte dagegen mit knapp 30 Prozent vorrangig die Kultur im Ausland.

Grütters: Frauen im Kulturbetrieb mehr anerkennen

Runder Tisch in Berlin diskutiert erstmals über "Frauen in Kultur und Medien"

Kultur-Staatsministerin Grütters hat eine größere Mitwirkung von Frauen im Kunst- und Kulturbetrieb gefordert. Wenn Kunst, Kultur und der öffentliche Diskurs „Spiegel unserer Identität sein sollten, verdienten „weibliche Perspektiven und Potenziale […] deutlich mehr Anerkennung und Gewicht". Kultur und Medien seien die „gesellschaftliche Avantgarde", sagte die CDU-Politikerin im Deutschlandradio Kultur. In Sachen Frauenbeteiligung und Gleichstellung machten sie diesem Ruf aber „gar keine Ehre". Anlass für die Äußerung war der Runde Tisch „Frauen in Kultur und Medien", der heute erstmals in Berlin stattfinden soll. Im Vergleich mit anderen Branchen seien Frauen im Kultursektor „manchmal sogar noch unterdurchschnittlich vertreten", ergänzte Grütters. Auch eine Studie des Deutschen Kulturrates war in diesem Jahr zu dem Schluss gekommen, dass Frauen im Kunst- und Kulturbetrieb  nach wie vor unterrepräsentiert sind.

Erste Frau leitet Vatikanische Museen

Vatikanische Museen existieren seit 1506

Die Vatikanischen Museen werden ab 1. Januar erstmals von einer Frau geleitet. Neue Direktorin wird die 54-jährige Kunsthistorikerin Barbara Jatta aus Rom. Seit Juli ist sie Vize-Direktorin der Sammlungen und damit engste Mitarbeiterin von Antonio Paolucci (77), der die Vatikanischen Museen seit 2007 leitete. Papst Franziskus hat seine Nachfolgerin heute offiziell ernannt. Jatta ist Spezialistin für Kunstgeschichte der Grafik. 1996 wurde sie Leiterin des Kabinetts für Drucke in den Vatikanischen Museen. 2010 ernannte Papst Benedikt XVI. sie zur Kuratorin der Drucke in der Vatikanbibliothek.

Neuer Star-Wars-Film beschert Disney Rekordumsatz

Erstes Filmstudio mit Jahres-Umsatz von über sieben Milliarden Dollar -

Der Star-Wars-Film "Rogue One" hat Disney den letzten großen Schub gebracht: Erstmals habe ein Filmstudio in diesem Jahr einen Umsatz über sieben Milliarden Dollar (6,7 Milliarden Euro) gemacht, wie das Unternehmen mitteilte. "Rogue One" spielte allein am ersten Wochenende weltweit 290 Millionen Dollar ein. Dieses Jahr war das erste, in dem die fünf Studios der Unternehmensgruppe - Disney, Walt Disney Animation, Pixar, Marvel und Lucasfilm - alle einen Film herausbrachten. Vor "Rogue One" brachten "Findet Dorie", "Captain America: Civil War" und "Zoomania" bereits jeweils mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz; das "Dschungelbuch" spielte 967 Millionen Dollar ein.

Feuerwerk in Rio aus Kostengründen weniger spektakulär

Wirtschaftskrise in Brasilien macht auch den Sponsoren zu schaffen

Touristen und Einheimische müssen sich zum Jahreswechsel in Rio de Janeiro auf ein weniger spektakuläres Feuerwerk einstellen als in früheren Jahren. Wegen der Wirtschaftskrise in Brasilien seien die "Sponsoren in Schwierigkeiten", erklärte der brasilianische Tourismusbeauftragte Antonio de Mello. Statt 16 Minuten wie in den vergangenen Jahren werde das Feuerwerk am Copacabana-Strand in diesem Jahr nur zwölf Minuten dauern. Die Stadt fand den Angaben zufolge auf den letzten Drücker noch einen Sponsor, der einen Teil der Kosten für das Silvester-Spektakel mit Rockkonzert am Strand und anderen Attraktionen übernimmt. Doch auf die Steuerzahler kommen de Mello zufolge trotzdem noch fünf Millionen Reais (1,4 Millionen Euro) zu. Zum Copacabana-Feuerwerk versammeln sich immer bis zu zwei Millionen Schaulustige, in diesem Jahr rechnen die Behörden allein mit 800.000 Touristen. Die Stadt Rio hat sich mit der Austragung der Fußballweltmeisterschaft und den Olympischen Spielen in diesem Jahr finanziell übernommen. Der Bundesstaat Rio steht vor dem Hintergrund einer historischen Rezession in Brasilien vor der Pleite.

"Schätze aus dem Rhein" im Neuen Museum

Neue Dauerausstellung präsentiert über 1.000 Objekte aus dem dritten Jahrhundert

Küchengerät und Werkzeug, Tafelgeschirr und Waffen - nahe der heutigen Ortschaft Neupotz (Rheinland-Pfalz) wurden im dritten Jahrhundert massenhaft römische Metallobjekte im Rhein versenkt. Das Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel zeigt diese Schätze ab heute in einer neuen Dauerausstellung. Mehr als 1.000 Objekte mit einem Gewicht von insgesamt 700 Kilo wurden von 1967 bis 1997 mit der Schaufel eines Schwimmbaggers aus dem Kies eines Rheinarms gefischt. Ein Querschnitt des sogenannten "Barbarenschatzes von Neupotz" soll langfristig im Bacchussaal des Neuen Museums zu sehen sein. Wie die Staatlichen Museen zu Berlin mitteilten, soll der Schatz die Dauerausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte bereichern.

Trier stellt geplante Karl-Marx-Statue vor

Größe und Platz hatten teils heftige Kritik ausgelöst

Die Stadt Trier hat den ersten Modell-Entwurf der geplanten Karl-Marx-Statue vorgestellt, die zum 200. Geburtstag des Philosophen im Mai 2018 aufgestellt werden soll. Ein Bild des Modells des chinesischen Künstlers Wu Weishan zeigt einen nachdenklichen Marx im Gehrock, der mit dem linken Fuß nach vorne schreitet. Die eine Hand ruht auf dem Revers seines Mantels, die andere hält ein Buch. "Das ist eine Figur, mit der man etwas anfangen kann, und wo man keine Angst davor haben muss, dass es sozialistische Übertreibung ist", sagte Baudezernent Andreas Ludwig. Insgesamt 6,30 Meter hoch soll der Marx werden, den die Volksrepublik China der Geburtsstadt von Marx zum großen Jubiläum schenken will: 4,90 Meter groß die Bronze-Skulptur und 1,40 Meter hoch der Sockel. Der Riesen-Marx soll auf den Simeonstiftplatz bei der Porta Nigra kommen. Der Stadtrat soll Anfang März über die Annahme des Geschenkes entscheiden. Größe und Platz hatten teils heftige Kritik ausgelöst.

Auswärtiges Amt: Kein "Weihnachtsverbot" in Istanbul

Streit um die Thematisierung des christlichen Festes an deutscher Schule scheint beigelegt

Der Streit über die Thematisierung von Weihnachten im Unterricht an einer deutschen Auslandsschule in Istanbul scheint beigelegt. Wie der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, in Berlin sagte, hat es inzwischen Gespräche zwischen den türkischen und deutschen Verantwortlichen an der Schule gegeben. Er sei zuversichtlich, dass "Missverständnisse ausgeräumt" und an dieser Schule im Unterricht selbstverständlich auch über deutsche Weihnachtsbräuche gesprochen werden könne, sagte Schäfer. Am Wochenende war bekanntgeworden, dass es an der "Istanbul Lisesi" Streit über die Thematisierung des Themas Weihnachten im Unterricht gab. Zudem wurde ein Konzert im deutschen Generalkonsulat in Istanbul vonseiten der Schule abgesagt. Das mutmaßliche Verbot, dort über Weihnachten im Unterricht zu sprechen, hatte für heftige Kritik von Politikern aller Parteien gesorgt. Auch Kirchenvertreter äußerten sich irritiert. Regierungssprecher Steffen Seibert bemühte sich um Beschwichtigung. Eine Verbindung zu den angespannten Beziehungen zur Türkei oder zum umstrittenen EU-Türkei-Abkommen in der Flüchtlingspolitik sehe er nicht, sagte Seibert.

Jordan bleibt Chefdirigent der Wiener Symphoniker

Vertrag wird bis 2021 verlängert

Philippe Jordan bleibt bis Chefdirigent der Wiener 2021 Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Das teilte laut österreichischen Medien das Orchester in Wien mit. Ursprünglich sollte der Vertrag des Schweizers 2019 enden. Zuletzt war Jordan auch als Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper im Gespräch, eine Dikussion, die sich nun erledigt hat. Symphoniker-Intendant Johannes Neubert freut sich, dass sein 42jährigen Chefdirigenten bleibt: "Philippe Jordan ist zweifellos einer der besten und begehrtesten Dirigenten des gegenwärtigen Musiklebens und ein wesentlicher Faktor für die überaus positive Entwicklung der Wiener Symphoniker in den letzten Jahren."

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