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Kulturnachrichten

Samstag, 17. Dezember 2016

Anne Frank wurde möglicherweise nicht verraten

Neuer Forschungsbericht

Das jüdische Mädchen Anne Frank, das im August 1944 nach mehr als zwei Jahren in einem Versteck in Amsterdam vom deutschen "Sicherheitsdienst" aufgespürt wurde, wurde möglicherweise nicht wie bisher angenommen an die deutschen Besatzer verraten. In einem von der Anne Frank-Stiftung veröffentlichten Forschungsbericht heißt es, es sei auch möglich, dass Anne Frank gemeinsam mit sieben anderen Untergetauchten bei einer Suche der deutschen Behörden nach illegalen Arbeitern und Herstellern gefälschter Essensmarken in die Hände fielen. "Unsere Untersuchung widerlegt einen möglichen Verrat nicht, zeigt aber, dass auch andere Möglichkeiten untersucht werden sollten", sagte der Stiftungsdirektor Ronald Leopold.

"Desierto" gewinnt Havanna-Filmfestival

Migration als kontinentales Phänomen

Das mexikanisch-französische Grenzdrama "Desierto" (Wüste) hat das 38. Filmfestival im kubanischen Havanna gewonnen. Die Jury zeichnete den an der US-mexikanischen Grenze spielenden Film ("Tödliche Hetzjagd" in deutscher Fassung) des Mexikaners Jonás Cuarón für sein "tiefes Nachdenken über Migration als kontinentales Phänomen" aus, wie die Nachrichtenagentur Prensa Latina berichtete. Die Handlung schildert die tödliche Jagd eines selbst ernannten US-Grenzwächters auf illegale Einwanderer. Der Film mit Star Gael García Bernal (38) aus Mexiko hatte 2015 seine Premiere im Filmfestival in Toronto gefeiert.

TV-Nachttherapeut Domian verabschiedet sich

Letzte Sendung nach 21 Jahren

Nach 21 Jahren als "Kummerkasten der Nation" hat sich WDR-Nachttalker Jürgen Domian von seinem Publikum verabschiedet. "Die Zeit mit Euch war groß. Was ich gelernt habe in all den Jahren, das ist Demut", sagte der Moderator in der letzten "Domian"-Ausgabe in der Nacht zum Samstag. Der 58-Jährige hatte das Ende seiner Sendung bereits vor geraumer Zeit angekündigt, weil er keine Lust mehr auf die Nachtarbeit habe. Zum Schluss der Sendung sahen die TV-Zuschauer, wie Domian mit wehmütigem Blick seine Sachen einpackte, seine Jacke anzog und das Licht im Studio ausknipste. Auf Twitter bekundeten zahlreiche Fans ihr Bedauern über das Ende von "Domian". Der WDR plant kein Nachfolgeformat für die Sendung, die seit 1995 in fünf Nächten pro Woche im WDR-Fernsehen und im WDR-Radio 1Live ausgestrahlt wurde.

ARD: kein "Echo" mehr

Preisverleihung sei "erschöpft und müde"

Die ARD wird im kommenden Jahr die Verleihung des Musikpreises Echo nicht übertragen. ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber nannte im Gespräch mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) dafür "inhaltliche Gründe". Der Echo sei bei seinem 25. Geburtstag im April "erschöpft und müde" gewesen, sagte Schreiber. "Wenn Musiker, für die der Preis vergeben wird, sich mehr Zuspruch davon versprechen, dass sie auf der Bühne ihren Preis dissen und schlecht machen, wie kann der Zuschauer zuhause Spaß daran haben?". Die Echo-Gala der Deutschen Phono-Akademie sahen im April weniger als 3,5 Millionen Zuschauer.

Mönchszellen in Eisleben ziehen Besucher an

Restaurierung soll im kommenden Jahr abgeschlossen werden

Die einzigen erhalten gebliebenen Mönchszellen aus der Lutherzeit sind kein Geheimtipp mehr. "In diesem Jahr kamen rund 6000 Menschen, davor waren es jährlich etwa 2000", sagte der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates der St. Annenkirche Eisleben, Joachim Rost. Neben Besuchern aus Nord- und Süddeutschland sind es Touristen aus den USA, Südkorea, Schweden, Engländer und gelegentlich Osteuropäer. In Eisleben wurde Luther geboren - und dort starb der Reformator auch. Die Mönchszellen sind bei Bauuntersuchungen 2008 auf dem Dachboden des ehemaligen Eremiten-Augustinerklosters neben der St. Annenkirche entdeckt worden. Geplant sei, die Restaurierung bis Mitte August 2017 abzuschließen. Dann sind knapp zwei Millionen Euro verbaut. Eine kleine Dauerausstellung mit Bildern und Texttafeln im Klostergebäude wird den besonderen Ort erklären.

Berliner Staatsbibliothek zeigt Thesendrucke

Ausgangspunkt der Reformation

Zum 500. Reformationsjubiläum zeigt die Berliner Staatsbibliothek selten zu sehende Dokumente aus der Zeit Martin Luthers (1483-1546). Unter dem Motto "Bibel-Thesen-Propaganda" werde ab dem 3. Februar die Reformation in 95 Objekten erzählt, darunter einmalig auch alle drei noch existierenden Thesendrucke des Jahres 1517, wie die Staatsbibliothek mitteilte. Die Veröffentlichung von 95 Thesen durch Luther am 31. Oktober 1517 gilt als Ausgangspunkt der Reformation, der kirchlichen Erneuerungsbewegung in Deutschland und Europa. Luther sandte den Angaben zufolge seine Thesen unter anderem dem Mainzer Erzbischof Albrecht von Brandenburg. Zugleich kursierten in Luthers Umfeld einige Abschriften. Außerdem wurden drei Ausgaben der in Latein abgefassten Thesen gedruckt: zwei Plakatdrucke entstanden in Nürnberg und in Leipzig, eine kleinere Ausgabe auf vier Blättern im Quartformat in Basel.

Tina Turners Leben wird zum Musical

Sängerin sehr erfreut

Das Leben von Rocksängerin Tina Turner kommt auf die Bühne: Die Produktionsfirma Stage Entertainment entwickelt nach eigenen Angaben ein Musical, das auf der ereignisreichen Karriere Turners basiert. Geschrieben wird es von Katori Hall, der Autorin des US-Bürgerrechtsdramas "The Mountaintop" (Die letzte Nacht des Martin Luther King). Beteiligt sind daran ferner Regisseurin Phyllida Lloyd, der Choreograf Anthony van Laast und der Designer Mark Thompson, die bereits für das Hit-Musical "Mamma Mia" über die Popgruppe Abba zusammengearbeitet haben. Turner besuchte am Freitag in London einen Arbeitskreis für das Musical, das seit einem Jahr entwickelt wird. Danach äußerte sich die 77-Jährige sehr angetan: "Es war wunderbar, mit Katori und Phyllida zusammenzuarbeiten. Dass meine Geschichte von einem solch unglaublich kreativen Team aufgelegt wird, ist aufregend." Wann und wo das Musical aufgeführt wird, ist bislang nicht bekannt.

Neues Theaterareal in Dresden eröffnet

Staatsoperette und Jugendtheater nun im Zentrum der Stadt

Dresden hat seine Staatsoperette und das Theater der Jungen Generation im Zentrum der Stadt eingeweiht. Sie kommen in einem Gebäude des früheren Kraftwerkes Mitte unter. Damit ging am Freitag ein jahrzehntelanges Provisorium für beide Bühnen am Stadtrand offiziell zu Ende. Kulturbürgermeisterin Klepsch (Linke) sprach von einer "Grundsteinlegung für die Zukunft der beiden Häuser in den nächsten Jahrzehnten". Der Umbau kostete rund 100 Millionen Euro. Das Kraftwerk umfasst insgesamt vier Bühnen. Das frühere Kraftwerksgelände in Dresden soll sich Schritt für Schritt in eine Kulturmeile verwandeln. Auch die Musikhochschule, das Heinrich-Schütz-Konservatorium und die Heinrich-Böll-Stiftung sind bereits als Mieter präsent. Das Gelände gehört dem städtischen Energieunternehmen Drewag. Mehr als die Hälfte der zehn Gebäude ist saniert.

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