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Kulturnachrichten

Samstag, 10. Dezember 2016

Nordirischer Schriftsteller John Montague gestorben

Präsident Higgins würdigte den Toten als "hervorragenden Dichter"

Der nordirische Schriftsteller John Montague ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren in einem Krankenhaus in Nizza. Das berichtete die irische Zeitung "Irish Times" unter Berufung auf Angehörige. Montague hatte den ersten Lehrstuhl für Poesie in der Republik Irland inne und erhielt mehrere Preise für sein Lebenswerk. Irlands Präsident Michael D. Higgins bezeichnete Montague in einer Würdigung als "einen unserer hervorragendsten Dichter". In seinem Werk seien "alle Themen des vergangenen Jahrhunderts präsent - Trennung, Exil, Konflikt", schrieb Higgins.
Montague wurde 1929 in New York geboren, wuchs aber in der nordirischen Grafschaft Tyrone auf. Zu seinen bekanntesten Werken gehört das Gedichtepos "The Rough Field" aus dem Jahr 1972, in dem es um die wechselvolle Geschichte Nordirlands geht.

Einweihung der Steinzeithöhle von Lascaux

Der Nachbau der echten Grotte aus dem Paläolithikum zeigt alle Höhlenmalereien in Originalgröße

Frankreichs Präsident François Hollande hat eine neue Nachbildung der berühmten Höhle von Lascaux eingeweiht. Die Reproduktion wurde nahe der echten Grotte errichtet, die im südwestfranzösischen Montignac im Département Dordogne liegt. Sie bildet erstmals alle steinzeitlichen Malereien in Originalgröße nach, die 1940 entdeckt wurden. Die als "Sixtinische Kapelle der Vorgeschichte" bekannte Höhle musste 1963 für das Publikum geschlossen werden. Der durch den Atem Tausender von Besucher entstandene Pilzbefall bedrohte die rund 18 000 Jahre alten Wandmalereien. 1983 wurde bereits eine erste Replik der Höhle eingeweiht, die aber nicht die komplette Höhle nachstellt. Die über 60 Millionen Euro teure neue Rekonstruktion wird am 15. Dezember für Besucher geöffnet. Die Lascaux-Höhle gehört seit 1979 zum Weltkulturerbe der Unesco.

Nobelpreise in Stockholm verliehen

Schwedens König Carl XVI. Gustaf überreichte den Forschern die Preismedaillen und Urkunden

In Stockholm sind die diesjährigen Nobelpreise in Medizin, Physik und Chemie verliehen worden. Den Medizin-Nobelpreis nahm der japanische Zellforscher Yoshinori Ohsumi für seine Entdeckung entgegen, wie die Müllabfuhr der Körperzellen funktioniert. "Ihre bahnbrechende Forschung hat ein uraltes Rätsel in der Biologie gelöst", sagte Laudator Nils-Göran Larsson vom Nobelkomitee für Medizin. Mit dem Physik-Preis wurden die theoretischen Physiker David Thouless, Duncan Haldane und Michael Kosterlitz für ihre Beschreibung exotischer Materiezustände geehrt. Die gebürtigen Briten leben und forschen in den USA. Den Nobelpreis in Chemie erhielt der gebürtige Brite James Fraser Stoddart, Jean-Pierre Sauvage aus Frankreich und der Niederländer Bernard Feringa für die Entwicklung der kleinsten Maschinen der Welt. "Ihre Arbeit hat die Grundlage für ein völlig neues Forschungsfeld geschaffen", sagte Nobeljuror Olof Ramström in seiner Laudatio. Zuvor hatte Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos in Oslo den Friedensnobelpreis 2016 bekommen. Die Preise sind mit jeweils acht Millionen schwedischen Kronen (rund 830 000 Euro) dotiert. Sie werden traditionell am Todestag des Preisstifters Alfred Nobel in Stockholm und Oslo verliehen.

Verleihung des Literaturnobelpreises vorerst verschoben

Bob Dylan wurde in Stockholm in Abwesenheit geehrt

Obwohl Literaturnobelpreisträger Bob Dylan nicht zur Preisverleihung nach Stockholm kam, wurde der US-Rocksänger bei der Feier geehrt. Nobeljuror Horace Engdahl hielt während der Zeremonie für die Preisträger eine Rede auf den 75-jährigen. "Die Schönheit seiner Songs ist von höchstem Rang", sagte er in seiner Laudatio über den US-Rocksänger. Dylan habe der Sprache der Poesie in der unwahrscheinlichsten Form überhaupt - der Schallplatte - "ihren erhabenen Stil zurückgegeben, der seit der Romantik verloren war." Rockikone Patti Smith sang bei der Feier in Stockholm den Dylan-Song "A Hard Rain's A-Gonna Fall". Eine Dankesrede des Preisträgers sollte beim Nobelbankett am Abend vorgelesen werden. Der Rocksänger hatte die Auszeichnung im Oktober als erster Songschreiber für seine poetischen Neuschöpfungen in der amerikanischen Gesangstradition zuerkannt bekommen. Für die Verleihung an Alfred Nobels Todestag in Stockholm hatte Dylan der Schwedischen Akademie aber abgesagt. Dass sich Dylan nach der Bekanntgabe im Oktober wochenlang nicht gemeldet hatte, hatte die Jury verstimmt. Sie hofft nun darauf, dass er im Frühjahr nach Stockholm kommt, um die traditionelle Nobelrede zu halten, zu der Preisträger verpflichtet sind. Wann und wie Dylan seinen Nobelpreis bekommt, ist aber noch unklar.

Auftritt von US-Komiker in Saudi-Arabien abgesagt

Schauspieler Mike Epps sollte an Frauen-Universität auftreten

In Saudi-Arabien ist eine geplante Vorstellung des US-Komikers und Schauspielers Mike Epps gestrichen worden, offenbar wegen Protesten islamistischer Hardliner. Der Veranstalter Master Events gab die Absage am Samstag über den Kurzbotschaftendienst Twitter bekannt und sagte zu, den Preis für gekaufte Eintrittskarten zurückzuerstatten. Epps sollte am kommenden Freitag in der Haupstadt Riad an der Prinzessin Noura bint Abdulrahman Universität auftreten, eine Hochschule ausschließlich für Frauen. Laut Master Events annullierte die Universität die Veranstaltung. Diese bestritt das und verwies auf die "zuständigen Behörden". Zuvor hatten Internetnutzer auf Twitter unter dem Hashtag "Hollywood an der Noura Universität" gegen Epps' Auftritt mobil gemacht und diesen als unvereinbar mit den Traditionen des Königreichs bezeichnet. Der Standup-Comedian Epps hat in mehreren Filmen mitgewirkt, darunter die Komödie "The Hangover" über eine aus dem Ruder gelaufene Junggesellen-Abschiedsparty in Las Vegas.

Kytes ist Gewinner des New Music Awards 2016

Die Indiepop-Band setzte sich gegen acht weitere Nachwuchsmusiker durch

Die Regensburger Band Kytes hat am Freitagabend in Berlin den New Music Award gewonnen. Der zweite Preis ging an das Musikprojekt L'aupaire des Gießener Sängers und Instrumentalisten Robert Laupert. 700 Zuschauer waren bei der Verleihung in den Hallen der Black Box Music Berlin dabei. "Unglaublich. Wir sind sprachlos und müssen jetzt erst mal ein wenig runterkommen", sagte Kytes nach der Preisverleihung. Der New Music Award ist ein Gemeinschaftsprojekt vom Radiosender Fritz (rbb) und neun weiteren Sendern der ARD-Radioprogramme und wird seit 2008 verliehen. Zu seinen Gewinnern gehörten schon die Bands Kraftklub aus Chemnitz und Bonaparte aus Berlin.

Rapper Kollegah will junge Fans positiv beeinflussen

Statt Drogen und Gewalt sollen positive Grundwerte im Vordergrund seiner Musik stehen

Der Rapper Kollegah will jugendlichen Fans in seinen Texten mittlerweile auch Vorbild sein - und nicht immer nur Musik über Gewalt und Drogen machen. Körper und Geist zu trainieren, sich Ziele zu setzen und sie geduldig umzusetzen - das sei der Schlüssel zum Erfolg. "Solche Grundwerte versuche ich in meine Musik immer mehr einfließen zu lassen, um eventuell auch einen positiven Einfluss auf die jugendliche Zuhörerschaft auszuüben", sagte Kollegah in einem Statement. Das habe er auch auf seinem neuen Album "Imperator" umgesetzt - das allerdings auch klassische Gangster-Themen enthält.

Bundeskunsthalle Bonn begeistert Kunstkritiker

Zehn Fachleute kürten das Museum zur Ausstellung des Jahres in NRW

Kunstkritiker haben die Schau "Von Wand zu Wand" in der Bonner Bundeskunsthalle zur Ausstellung des Jahres in NRW gekürt. Die dort zu erlebenden Rauminstallationen des renommierten Rheydter Künstlers Gregor Schneider begeisterten die Experten in der jährlichen Umfrage der NRW-Ausgabe der "Welt am Sonntag". Zehn Fachleute gaben ihr Urteil über das Kunstjahr 2016 in Nordrhein-Westfalen ab. Lob erhielten auch das nach langer Zeit wiedereröffnete Kaiser-Wilhelm-Museum in Krefeld und das neu entstandene Museum unter Tage in Bochum.

21st Century Fox will Bezahlsender Sky kaufen

Fox will 21,8 Milliarden Euro zahlen

Der US-Konzern 21st Century Fox des Medienmoguls Rupert Murdoch will den europäischen Bezahlsender Sky übernehmen. Sky hat nach eigenen Angaben ein informelles Übernahmeangebot des US-Unterhaltungskonzerns erhalten. Die Gespräche dauerten an. Weitere Ankündigungen würden zu gegebener Zeit gemacht. Der US-Konzern müsse sich zum 6. Januar entscheiden, ob er ein bindendes Angebot vorlegen oder von einer Übernahme Abstand nehmen wolle. Fox hält bereits 39 Prozent an Sky. Bei Sky-Anlegern kam die Nachricht gut an. Die Aktien schossen in London 30 Prozent in die Höhe auf 10,23 Pfund.

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