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Kulturnachrichten

Dienstag, 6. Dezember 2016

Islam-Stiftung in Frankreich gestartet

Idee nach Anschlägen in Nizza und Saint-Etienne-du-Rouvray

In Paris ist die Stiftung für den Islam in Frankreich an den Start gegangen. Die nicht konfessionelle Stiftung solle Kultur- und Bildungsprojekte finanzieren, berichtet die französische Zeitung "La Croix". Die Stiftung sei wichtig, weil damit kulturelle Projekte von Moscheen finanziert werden könnten, so der Präsident des islamischen Dachverbandes "Conseil francais du culte musulman" (CFCM), Anouar Kbibech. Die Stiftung wird von Spenden getragen, drei große Unternehmen haben bereits finanzielle Unterstützung zugesagt. Die Idee für die Stiftung hatte Premierminister Bernard Cazeneuve im August. Er hatte nach den Anschlägen in Nizza und Saint-Etienne-du-Rouvray eine solche Einrichtung für den Islam in Frankreich gefordert. Mit rund 4 Millionen Menschen sind Muslime unter den 66 Millionen Bürgern Frankreichs die zweitgrößte Religionsgemeinschaft nach dem Christentum.

Kulturrat: Künstlerische Fächer leiden unter Pisa

"Pisa-Tests dürfen nicht zum Mantra werden"

Künstlerische Fächer leiden unter Pisa – das stellt der Deutsche Kulturrat fest mit Blick auf das Ergebnis der Schulvergleichsstudie, die heute vorgestellt wurde. Zwar halten die 15-jährigen deutschen Schüler mit Rang 10 unter 35 OECD- Staaten ihre Position über dem Durchschnitt. Eine weitere Verbesserung ist aber nicht in Sicht. Trotz der Konzentration auf die Bereiche Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Olaf Zimmermann vom Deutschen Kulturrat findet, dass Pisa mit Fokus auf die vermeintlich harten Fächer nicht zum Mantra werden dürfe: "Wenn ich mich immer nur mit diesem abfragbaren Wissen beschäftige, kommen die Künste unter die Räder. Eine negative Folge der Pisa-Tests ist, dass alles, was an künstlerischen Fächern in der Schule existiert, immer bedeutungsloser geworden ist, weil nur noch die Fächer in der Bedeutung gewachsen sind, die bei Pisa wichtig sind." Allzu oft werde vergessen, dass die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die Pisa steuert, der Zusammenschluss marktwirtschaftlich orientierter Länder sei, die sich der Förderung des Wirtschaftswachstums verschrieben habe. Bildung diene dazu, diese Ziele zu verwirklichen.

Flechtheim-Erben verklagen Bayern in den USA

Der Freistaat habe sich einer gütlichen Einigung verweigert

Im Streit um die Rückgabe von möglicher NS-Raubkunst haben die Erben des legendären jüdischen Kunsthändlers Alfred Flechtheim den Freistaat Bayern vor einem US-Gericht verklagt. Der deutsche Anwalt der Erben, Markus H. Stötzel, sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, seine amerikanischen Kollegen hätten die Klage beim Bundesbezirksgericht für New York Süd eingereicht. Die Erben erheben Anspruch auf acht wertvolle Gemälde, die zum Bestand der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen gehören. Sie werfen dem bayerischen Kultusminister Ludwig Spaenle vor, sich einer gütlichen Einigung zu verweigern. Seit Jahren gibt es um das Flechtheim-Erbe Streit.

Nominierungen für die Grammy-Verleihung

Adele und Beyoncé sind Favoriten

Die britische Sängerin Adele und R&B-Star Beyoncé sind die großen Favoriten für die Grammy-Verleihung im kommenden Jahr. Beide wurden am Dienstag in den drei wichtigsten Kategorien des Musikpreises nominiert: Album des Jahres, Aufzeichnung des Jahres und der Komponistenpreis Song des Jahres. Der frühere Teenie-Star Justin Bieber und die dänische Popgruppe Lukas Graham sind jeweils in zwei dieser drei Königskategorien vorgeschlagen. Die Grammys werden am 12. Februar in 83 Kategorien verliehen. US-Late-Night-Moderator James Cordon wird die 59. Auflage der Show im Staples Center in Los Angeles präsentieren.

Polnisches Gericht bestätigt Auslieferungsverbot Polanskis

Richter: Vermutlich kein fairer Prozess in den USA

Der Oberste Gerichtshof Polens hat der Überstellung von Starregisseur Roman Polanski an die US-Justiz eine weitere Absage erteilt. Wie das Gericht bekanntgab, wiesen die drei Richter einen entsprechenden Antrag von Justizminister Zbigniew Ziobro zurück. Ziobro hatte gefordert, die Ablehnung eines Auslieferungsgesuchs zu annullieren. Ein unteres Gericht in Krakau hatte das Gesuch zurückgewiesen, weil der 83-jährige Polanski eine Haftzeit abgeleistet habe und nach Ansicht der Richter vermutlich keinen fairen Prozess in den USA bekommen würde, wenn er ausgeliefert würde. Die US-Behörden haben eine Auslieferung Polanskis wegen eines Sexualverbrechens vor fast 40 Jahren beantragt. Der Regisseur von Filmen wie "Der Pianist", "Chinatown" und "Tanz der Vampire" hatte sich 1977 schuldig bekannt, bei einem Fotoshooting in Los Angeles Sex mit einer 13-Jährigen gehabt zu haben. Er war aber nach 42 Tagen im Gefängnis außer Landes geflohen. Polanski hat die polnische und französische Staatsbürgerschaft. Er lebt in Paris, reist aber oft nach Polen, wo er aufgewachsen ist.

Schauspieler Peter Vaughan gestorben

Der aus "Game of Thrones" bekannte Schauspieler wurde 93

In der erfolgreichen Fantasyserie "Game of Thrones" spielte er den weisen gelehrten Maester Aemon. Nun ist der Schauspieler Peter Vaughan am Dienstag im Alter von 93 Jahren gestorben. Dies teilte seine Agentin Sally Long-Innes mit. Weltweit auf den Bildschirmen präsent war der Brite erst im hohen Alter durch seinen Part in der US-Serie. Als blinder Gelehrter beriet dieser die Männer der Nachtwache, die das Königreich Westeros gegen Eindringlinge aus dem Norden schützen. In dieser Rolle war Vaughan von der ersten bis zur fünften Staffel (2011 bis 2015) immer wieder mal zu sehen, ehe Maester Aemon hochbetagt den Serientod starb. Zuvor war Vaughan in Großbritannien vor allem durch seine Rolle in der 70er-Jahre-Sitcom "Porridge" bekannt gewesen.

Protest: "Goldener" Netanjahu überrascht in Tel Aviv

Die Grenzen der Meinungsfreiheit austesten

Eine goldene Statue des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu hat in Tel Aviv für Aufsehen gesorgt. Die fast lebensgroße Figur auf einem meterhohen Sockel tauchte am Dienstag auf dem zentralen Rabin-Platz auf - und zog zahlreiche Schaulustige an. Der Künstler hinter der Idee, Itai Zalait, erklärte, die Statue sei eine kreative Form des Protestes gegen den Ministerpräsidenten. "Netanjahu wird überall als König bezeichnet." Der Ort trug früher den Namen Könige-von-Israel-Platz. Mit der Aktion habe er testen wollen, so Zalait, wie weit er die Grenzen der Meinungsfreiheit in Israel im Jahr 2016 ausdehnen könne. Die Statue sei am Mittag von Menschen umgestoßen worden, die dazu eingeladen gewesen seien, "Netanjahu zu stürzen", berichtete die Zeitung "Haaretz".

Emcke, Kermani und Beckett bei der nächsten Lit.Cologne

Veranstalter: Größtes Literaturfestival Europas

Friedenspreisträgerin Carolin Emcke, der Schriftsteller und Islam-Kenner Navid Kermani und Thriller-Autor Simon Beckett gehören zu den Teilnehmern der 17. Lit.Cologne. Das Kölner Literaturfestival läuft vom 7. bis zum 18. März 2017 und bietet knapp 200 Veranstaltungen. Die Macher wollen unter anderem auf verfolgte Schriftsteller in der Türkei aufmerksam machen. Beim letzten Mal kamen 106 000 Besucher zur Lit.Cologne, nach Veranstalterangaben ist es damit das größte Literaturfestival Europas. Wie immer wird das Festival privatwirtschaftlich organisiert- ohne Subventionen.

Turner-Preis 2016 geht an Helen Marten

Preisträgerin überzeugte durch Kunst aus Alltagsgegenständen

Der renommierte britische Turner-Preis geht in diesem Jahr an Helen Marten. Die 30-Jährige Künstlerin aus dem Nordwesten Englands überzeugte die Jury mit Skulpturen, die aus alltäglichen Gegenständen gemacht sind, zum Beispiel Münzen, Wattestäbchen oder Schüsseln. Die Installation ist noch bis zum 2. Januar in der Tate Britain in London zu sehen. Der nach dem Maler William Turner benannte Preis gilt als die wichtigste britische Auszeichnung für moderne Kunst. Die Preisträgerin erhält umgerechnet rund 30 000 Euro.

Veröffentlichung der sechsten Pisa-Studie

Kultusministerkonferenz ruft zu Gelassenheit auf

Vor der Veröffentlichung der neuen Ergebnisse der Schulvergleichsstudie "Pisa" hat die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Claudia Bogedan, zu Gelassenheit aufgerufen. Tests wie Pisa würden bei der Einordnung des Bildungsgeschehens helfen und Orientierung für das politische Handeln bieten, sagte die Bremer Bildungssenatorin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Eine Aussage über die Qualität von Bildungsprozessen erlaubten sie aber nicht. Hier brauche es tiefere Einblicke. Heute präsentiert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Ergebnisse der Pisa-Testrunde aus dem Jahr 2015, an der 10.000 Schüler aus Deutschland beteiligt waren.

Größte deutsche Schau zu Ramses II.

Größte Schau seit der Ramses-Ausstellung in Paris vor 40 Jahren

Einem der bedeutendsten ägyptischen Pharaonen ist in Karlsruhe die erste deutsche Einzelausstellung gewidmet: Ramses II. (um 1303 bis 1213 v. Chr.). Er erbaute die Tempel von Abu Simbel und führte sein Land nach mehreren Kriegen in einer relativ langen Friedenszeit zu Wohlstand. Unter dem Titel "Ramses - Göttlicher Herrscher am Nil" stellt das Badische Landesmuseum vom 17. Dezember an sein Leben und Wirken vor. Bis zum 18. Juni kommenden Jahres sind rund 260 Exponate aus bedeutenden europäischen Museen zu sehen, einige davon erstmals in Deutschland. Es ist nach Angaben des Karlsruher Museums die größte Schau seit der Ramses-Ausstellung in Paris vor mehr als 40 Jahren.Ramses der Große war der mächtigste aller Pharaonen, hatte der Legende nach 100 Kinder und wurde schon zu Lebzeiten als Gott verehrt. Er wurde etwa 90 Jahre alt und regierte 66 Jahre (1279-1213 v. Chr.).

Geburtskirche: Restaurierung wird teurer

Sechs Millionen Euro fehlen noch

Die Restaurierungsarbeiten an der Geburtskirche in Bethlehem könnten bis spätestens 2019 abgeschlossen werden. Voraussetzung sei, dass die Finanzierung des fehlenden Restbetrags in Höhe von umgerechnet rund sechs Millionen Euro sichergestellt werde, sagte Ziad Al-Bandak, Präsident des Regierungskomitees für die Renovierung der Kirche und Berater von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, bei einer Baustellenbesichtigung mit Medienvertretern. Unter anderem hoffe er auf weitere Unterstützung der katholischen Kirche. Bislang wurden nach Angaben des Palästinenservertreters elf Millionen Euro in die 2013 begonnene Restaurierung investiert. Rund die Hälfte der Summe stammt demnach aus privaten palästinensischen Quellen und aus dem Etat der Regierung. Zu den Gebern der restlichen Summe zählen zahlreiche Staaten, darunter auch Deutschland und der Vatikan.

Jubiläumsjahr: 150 Jahre Bethel

Motto lautet: "Für Menschen da sein"

Das größte diakonische Unternehmen Europas feiert im kommenden Jahr sein 150. Jubiläum. Unter der Überschrift "150 Jahre Bethel - Für Menschen da sein" gibt es vom 6. Januar bis 24. Dezember bundesweit mehr als 100 Veranstaltungen von Hausfesten in den Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen bis zu mehrtägigen internationalen Workshops, wie Bethel-Chef Ulrich Pohl in Bielefeld ankündigte. Zum Auftakt des Jubiläumsjahres wird im Bundestag die Ausstellung "Wir sind viele" mit Bildern des Fotografen Jim Rakete gezeigt. 150 Prominente aus Medien, Musik, Kunst und Politik haben sich zu Botschaftern des Bethel-Jubiläums erklärt, darunter Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die Moderatorin Amelie Fried, die Schauspielerin Martina Gedeck und der frühere WDR-Intendant Fritz Pleitgen. Die Arbeit Bethels begann im Jahr 1867 in Bielefeld mit der Fürsorge für epilepsiekranke Jugendliche.

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