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Kulturnachrichten

Mittwoch, 19. September 2018

Morddrohung wegen Satire-Video

Blogger Schlecky Silberstein erhält antisemitische Morddrohung

Nach dem Dreh eines satirischen Videos über die Vorfälle in Chemnitz hat der Berliner Blogger Schlecky Silberstein eine antisemitische Morddrohung erhalten. Seine Produktionsfirma erklärte, sie habe deshalb rechtliche Schritte eingeleitet. Für das Video, produziert für die Online-Comedyshow Bohemian Browser Ballett vom SWR, hatte Schlecky Silberstein alias Christian Brandes am 7. September einen AfD-Infostand nachgestellt und verkleidete "Skinheads" einen dunkelhäutigen Menschen jagen lassen. Die AfD postete daraufhin ihrerseits ein Videoclip von dem Dreh. Sie warf den Filmemachern vor, sie mit einem "Fake-Video" in Misskredit bringen zu wollen. Zudem klingelte ein AfD-Politiker bei Schlecky Silbersteins Geschäftspartner und veröffentlichte die Adresse im Internet.

Architekt und Philosoph Paul Virilio ist tot

Medienkritiker starb mit 86 Jahren

Der französische Architekt, Schriftsteller und Philosoph Paul Virilio ist tot, wie seine Familie und die Fondation Cartier mitteilte. Virilio gilt mit seinen Schriften als Kritiker der Mediengesellschaft. Virilio war ab 1969 Professor und seit 1973 Studiendirektor an der École Spéciale d'Architecture in Paris. Seit den 1970er Jahren beschrieb er den Ablauf und die Gesetze der Menschheitsgeschichte als Beschleunigungs-Prozess, der heute, im Zeitalter gigantischer Informationsnetzwerke, auf seinen Endpunkt zurase. Diesen Zustand begriff er als rasenden Stillstand einer Gesellschaft, die zwar Zeit und Raum hochtechnologisch beherrscht, aber damit an der Auslöschung ihrer selbst arbeite. 1987 erhielt er den Französischen Nationalpreis der Architekturkritik, 1992 gewann er Siemens-Medienkunstpreis. Paul Virilio starb mit 86 Jahren in Paris.

Deniz Yücel erhält Medienpreis

In seiner Rede kritisiert Yücel Erdogans Staatsbesuch in Deutschland

Beim Empfang eines Medienpreises hat der "Welt"-Journalist Deniz Yücel den bevorstehenden Deutschland-Besuch des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan kritisiert und der Bundesregierung "Verrat" vorgeworfen. Es scheine, "als würde sich die Bundesregierung anschicken, ein weiteres Mal all jene Menschen in der Türkei zu verraten, die sich nach einer freiheitlichen, demokratischen und säkularen Gesellschaft sehnen", hieß es in einem vorab verbreiteten Redetext zur Ehrung Yücels mit dem Medienpreis M100 Media Award in Potsdam. Yücel, der für die "Welt" als Türkei-Korrespondent gearbeitet hatte, war bis zu seiner Freilassung im Februar ein Jahr lang in Istanbul inhaftiert. Nach seiner Entlassung reiste er aus. Sein Prozess wegen des Vorwurfs der Terrorpropaganda und Volksverhetzung geht jedoch weiter. Yücel erhielt den M100 Media Award für seine mutige und unbestechliche Arbeit, wie es hieß. Der Preis geht an Persönlichkeiten, die sich für Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit einsetzen.

Springer-Chef kommt in Netflix-Verwaltungsrat

Mathias Döpfner entscheidet somit über die Strategie von Netflix

Der Chef des Medienkonzerns Axel Springer, Mathias Döpfner, zieht in den Verwaltungsrat des Videostreamingdienstes Netflix ein. Die US-Firma erhoffe sich davon "wertvolle Perspektiven und wichtige Einblicke für den Ausbau und die kontinuierliche Verbesserung unseres weltweiten Angebots", erklärte Gründer und Chef Reed Hastings. Der Verwaltungsrat spielt in US-Unternehmen eine deutlich größere Rolle als die deutschen Aufsichtsräte und bestimmt unter anderem die Strategie mit.

Marek Janowski ab 2019 Chefdirigent in Dresden

Janowski wird er Nachfolger von Michael Sanderling

Die Dresdner Philharmonie bekommt den Chef ihrer Wahl. Der 79-jährige Marek Janowski wird ab der Saison 2019/2020 Chefdirigent, der Vertrag mit ihm wurde unterzeichnet, wie das Orchester mitteilte. Damit gewinne die Philharmonie einen der führenden deutschen Dirigenten für das Repertoire des 19. und 20. Jahrhunderts. Der dem Orchester eng verbundene Janowski werde für drei Jahre als künstlerischer Leiter das Profil des Klangkörpers prägen und weiterentwickeln. Der in Warschau geborene und in Deutschland aufgewachsene Janowski hatte das städtische Orchester bereits von 2001 bis 2003 geleitet, war dann aber aus Enttäuschung über das Hin und Her beim Streit um einen neuen Konzertsaal gegangen. Nun wird er Nachfolger von Michael Sanderling, der das Amt abgibt.

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