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Montag, 06.04.2020
 
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Kulturnachrichten

Montag, 6. April 2020

Filmfest München wird wegen Corona-Pandemie abgesagt

Das Filmfest München fällt dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie aus. Es sei derzeit nicht möglich, ein Festival zu planen, das essenziell auf die Begegnung von Filmschaffenden aus aller Welt angewiesen sei, teilten die Organisatoren in München mit. Filmfestleiterin Diana Iljine sprach von einer schweren Entscheidung.
Eine Verschiebung in den Herbst war im Gespräch, wurde aber dann doch verworfen. Es gebe in dieser Zeit viele andere Filmfestivals etwa in Locarno, Venedig oder Toronto. Das Filmfest München hätte in diesem Jahr vom 25. Juni bis zum 5. Juli stattgefunden.

Bachfest Leipzig wegen Corona-Krise abgesagt

Das diesjährige Bachfest Leipzig entfällt wegen der Corona-Krise. Grund dafür seien die globalen Ein-und Ausreiseverbote, der beschränkte Flugverkehr sowie die potenzielle Gefährdung von Gästen, Künstlern und Mitarbeitern, wie das Bach-Archiv in Leipzig mitteilte. Das für dieses Jahr geplante Konzept «BACH - We are FAMILY!» soll auf 2022 übertragen werden. Vom 11. bis 21. Juni sollten Bach-Interpreten sowie mehr als 40 Bach-Chöre von allen Kontinenten an Johann Sebastian Bachs originalen Leipziger Wirkungsorten zusammenkommen. Das Bachfest gilt hinsichtlich seiner Publikumszusammensetzung - neben den Bayreuther Festspielen - als das am meisten international geprägte Musikfestival Deutschlands.

Echternacher Springprozession im Juni abgesagt

Die Echternacher Springprozession in Luxemburg fällt aufgrund des Coronavirus aus. Die Veranstalter planen als Ersatz eine mediale Präsentation zum Thema am Dienstag nach Pfingsten, wie der Willibrordus-Bauverein mitteilte. Die Springprozession hätte im Zeichen von zehn Jahren Weltkulturerbe und 75 Jahren Springprozession nach dem Zweiten Weltkrieg gefeiert werden sollen. Sie ist seit 2010 von der Unesco als "Immaterielles Kulturerbe" anerkannt und endet traditionell am Grab des heiligen Missionsbischofs Willibrord (658-739) in der Krypta der Echternacher Basilika. Die Prozession ist ein wichtiger Bestandteil der nationalen, religiösen und kulturellen Identität Luxemburgs.

Hans-Christian Oeser erhält Straelener Übersetzerpreis

Der Literaturübersetzer Hans-Christian Oeser erhält den mit 25.000 Euro dotierten Straelener Übersetzerpreis 2020 der Kunststiftung NRW. Er werde für die 2018 erschienene Übersetzung von Sebastian Barrys Roman "Tage ohne Ende" aus dem Englischen ausgezeichnet, teilte die Kunststiftung in Düsseldorf mit. Oeser, der viele englischsprachige Autoren übersetzt hat, finde "einen dynamischen Stil von großer Musikalität", erklärte die Jury. Der 69-Jährige lebt in Berlin und Dublin. Die jährlich vergebene Auszeichnung gehört zu den höchstdotierten Literaturpreisen im deutschsprachigen Raum. Den mit 5000 Euro verbundenen Förderpreis erhält der Übersetzer André Hansen für den aus dem Französischen übersetzten Roman "Zwei Brüder" von Mahir Guven.

Wissenschaftler machen Coronavirus hörbar

US-Wissenschaftler haben das Coronavirus hörbar gemacht. Das berichtet die Wissenschaftsseite "science.com". Dafür haben sie das Spike-Protein, das als Stacheln aus der Hülle des Coronavirus herausragt, in hörbare Tonfolgen übersetzt. Proteine sind aus Aminosäuren aufgbaut. Jede Aminsoäure bekommt von den Forschern eine bestimmte Note. Länge und Intensität wird durch die Eigenschaft der Aminosäurenketten bestimmt. Herausgekommen ist eine beruhigend klingende, sanfte Melodie. Was zuerst nach einer Spielerei klingt, ist für die Forschenden ernsthafte Wissenschaft: Sie hoffen, über das Prinzip der Tonleiter in den Proteinen Stellen zu finden, an denen sich Antikörper oder Medikamente binden lassen.

500. Todestag des italienischen Malers Raffael

Heute vor 500 Jahren starb der italienische Renaissance-Künstler Raffael im Alter von nur 37 Jahren. Er galt als einer der größten Künstler seiner Zeit. Besonders bekannt ist Raffael bis heute für seine Madonnen-Bilder. Außerdem gestaltete er Anfang des 16. Jahrhunderts die Privaträume des Papstes und leitete als Baumeister die Arbeiten am Petersdom. Wegen der Coronakrise wurden alle Ausstellungen und Jubiläumsfeierlichkeiten, die in Deutschland und Italien geplant waren, vorerst abgesagt.

Schauspielerin Shirley Douglas ist tot

Die kanadische Schauspielerin und Aktivistin Shirley Douglas ist gestorben. Das gab ihr Sohn, der Schauspieler Kiefer Sutherland, über Twitter bekannt. Sie starb demnach nach Komplikation mit einer Lungenentzündung. Es gebe aber keinen Zusammenhang mit der Lungenerkrankung Covid-19, betonte Sutherland. Douglas wurde 86 Jahre alt. Douglas arbeitete mit Regisseuren wie Stanley Kubrick ("Lolita") und David Cronenberg ("Dead Ringers") zusammen. Zeit ihres Lebens engagierte sie sich politisch, unter anderem für die Bürgerrechtsbewegung und das kanadische Gesundheitssystem. 1965 heiratete sie den kanadischen Schauspieler Donald Sutherland.

Das Klassikfestival "Prager Frühling" findet nur online statt

Das traditionsreiche Klassikfestival "Prager Frühling" findet in diesem Jahr wegen der Coronakrise nur online statt. Man habe sich für diese alternative Form entschieden, damit Musik selbst in dieser schwierigen Situation den Zuhörern Hoffnung bringen könne, sagte Festivaldirektor Belor. Geplant ist, dass im Mai rund zehn Konzerte kostenlos auf den Internetseiten des Festivals gestreamt werden. Darunter ist Franz Schuberts "Winterreise". Das Musikfestival Prager Frühling findet seit 1946 statt.

Papst Franziskus ruft zu Mut in Corona-Krise auf

Papst Franziskus hat in seiner Predigt zum Palmsonntag zu Mut in der Corona-Krise aufgerufen. "Heute, in dieser dramatischen Situation der Pandemie, angesichts so vieler zerbröckelnder Gewissheiten, angesichts so vieler enttäuschter Erwartungen, in diesem Gefühl bedrückender Verlassenheit, sagt Jesus zu einem jeden: 'Nur Mut! Öffne dein Herz meiner Liebe'", sagte Franziskus. Der Pontifex sprach nicht wie üblich auf dem Petersplatz zu den Gläubigen, sondern wandte sich per Livestream an sie. Damit brach der Vatikan angesichts der Pandemie mit einer jahrhundertealten Tradition zum Auftakt der Karwoche. Der Palmsonntag erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem vor seiner Kreuzigung.

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Fazit

Atelierbesuch bei Jenny MichelKunst aus Staub und Spinnweben
Schaukästen mit fein säuberlich rubrizierten Wollmäusen. (Galerie Gillian Morris)

Das derzeit ständig präsente Bild des Coronavirus dient als Beleg für eine Macht, die für unser Auge unsichtbar ist. Die Künstlerin Jenny Michel beschäftigt sich seit Jahren mit kleinsten Teilchen: Staub, Spinnweben und elektromagnetische Felder im Raum.Mehr

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