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Kulturnachrichten

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Konrad Lorenz verliert Ehrendoktorwürde

Uni Salzburg fällt Entscheidung posthum

Der Verhaltensforscher Konrad Lorenz hat wegen seiner Unterstützung der NSDAP posthum die Ehrendoktorwürde der Universität Salzburg verloren. Die Universität begründete die Entscheidung mit Lorenz' Aufnahmeantrag in die Hitler-Partei aus dem Jahr 1938. Darin hatte der Wissenschaftler erklärt, er werde immer Nationalsozialist bleiben. Auch wolle er seine Forschung in den Dienst des NS stellen. Die Universität erklärte, Lorenz habe durch seine Arbeit die rassistische Ideologie der NSDAP verbreitet.
Der 1989 verstorbene österreichische Zoologe hatte 1973 zusammen mit zwei Kollegen den Nobelpreis für Medizin erhalten. Er ist vor allem für seine Forschung instinktiven Verhaltens von Tieren bekannt. Lorenz hatte seine NSDAP-Mitgliedschaft erst zugegeben, als sein Mitgliedsantrag lange nach dem Zweiten Weltkrieg aufgetaucht war.

Politik fordert medienfreundlichere Museen

Nordrhein-westfälische CDU gemängelt Fotoverbote in deutschen Museen als nicht mehr zeitgemäß

Im Louvre drängeln sich täglich Hunderte Besucher, um die Mona Lisa mit dem Smartphone zu fotografieren. Wer in deutschen Museen den Fotoapparat oder das Handy zückt, bekommt es oft mit dem strengen Aufsichtspersonal zu tun. Die CDU-Opposition im nordrhein-westfälischen Landtag fordert nun in einem Antrag, dass Museen sich stärker den kommunikativen Gewohnheiten ihrer Besucher anpassen, "wenn sie nicht an Relevanz verlieren wollen". Dazu gehöre auch, dass die Digitalisierung von Museumsbestände im Internet vorangetrieben werde. Durch "teilweise sehr rigorose Fotoverbote" werde ein Museumsbesuch gerade von jungen Menschen nicht selten wie ein "unproduktives Funkloch" erlebt, bemängelt die CDU-Fraktion. "Besonders dann, wenn sogar die begleitende Informationssuche mit dem Smartphone als nicht erwünscht vom Aufsichtspersonal unterbunden wird." Die Kunstsammlung NRW beispielsweise hat bereits ihren Bestand online gestellt. Auf der Internetseite kann man nach Werken und Künstlern suchen.

Stéphane Braunschweig wird Bondy-Nachfolger in Paris

Théatre national de l'Odéon hat einen neuen Leiter

Der französische Regisseur Stephane Braunschweig wird als Nachfolger des kürzlich verstorbenen Luc Bondy die Leitung des Theatre national de l’Odeon in Paris übernehmen. Das gab das französische Kulturministerium bekannt. Braunschweig leitet seit 2010 das Pariser Théatre national de la Colline. Zuvor war er Chefregisseur in Orléans sowie Direktor des Nationaltheaters in Straßburg und der angeschlossenen Theaterhochschule. Bei den Osterfestspielen Salzburg war 2007 bis 2010 seine in Koproduktion mit Aix-en-Provence erarbeitete Inszenierung von Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ zu sehen. 2010 feierte er bei den Wiener Festwochen mit „Wozzeck“ von Alban Berg sein Wien-Debüt.

Kinder auf der Flucht - Unicef-Foto des Jahres

Mazedonischer Fotograf Georgi Licovski ausgezeichnet

Für sein Bild von verzweifelten Flüchtlingskindern an der griechisch-mazedonischen Grenze ist der Fotograf Georgi Licovski vom Kinderhilfswerk Unicef geehrt worden. Der Journalist wurde am Donnerstag in Berlin für das "Unicef-Foto des Jahres 2015" ausgezeichnet. "In ihren Gesichtern, in jeder Faser ihres Körpers ist die schiere Verzweiflung dieser beiden Kinder zu erkennen", sagte die Unicef-Schirmherrin und Lebensgefährtin des Bundespräsidenten, Daniela Schadt. Das Bild vom 21. August zeigt einen Jungen und ein Mädchen, die zwischen den Menschenmassen und den Grenzsoldaten von ihren Angehörigen getrennt wurden.

Gutachten zu Gurlitt-Testament erwartet

War der Kunsthändler beim Verfassen seines Testaments zurechnungsfähig?

Der Rechtsstreit um das Testament von Cornelius Gurlitt vor dem Oberlandesgericht (OLG) München neigt sich möglicherweise dem Ende zu. Noch bis zum Jahresende soll ein Gutachten vorliegen, ob der umstrittene Kunsthändler beim Verfassen seines letzten Willens im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte war oder nicht, wie ein OLG-Sprecher am Donnerstag sagte. Gurlitts Cousine Uta Werner hat das Testament angefochten, weil sie davon ausgeht, dass der alte Mann unzurechnungsfähig war. Der "Tagesspiegel" hatte zuvor berichtet, Gurlitts Testament, in dem er seine millionenschwere Bildersammlung dem Kunstmuseum Bern hinterließ, sei "anerkannt". Eine Entscheidung im Rechtsstreit sei noch nicht gefallen, betonte allerdings der Gerichtssprecher. Im Jahr 2012 waren rund 1280 Kunstwerke in Gurlitts Münchner Wohnung von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden, zwei Jahre später tauchten weitere 238 Gemälde in seinem verwahrlosten Haus in Salzburg auf. Bei Hunderten davon bestand Verdacht auf Nazi-Raubkunst.

Armin Müller-Stahl feiert 85. Geburtstag

Großer Bahnhof für den Schauspieler, Musiker und Maler

Das Land Schleswig-Holstein richtet seinem Ehrenbürger Armin Mueller-Stahl zu seinem heutigen 85. Geburtstag eine große Feier in Berlin aus. Die Schauspielerin Iris Berben, Berlinale-Direktor Dieter Kosslick und Außenminister Frank-Walter Steinmeier wirken am Programm mit. Zudem hat Ministerpräsident Torsten Albig Mueller-Stahls Musikerkollegen Günther Fischer, Tobias Morgenstern und Tom Götze in die Landesvertretung geladen. "Aus Mangel an Begabung" flog Armin Mueller-Stahl einst von der staatlichen Schauspielschule in Ost-Berlin. Aber es klappte auch so. Der Sohn eines ostpreußischen Bankangestellten schaffte es zum beliebtesten Schauspieler der DDR und später zum international renommierten Aushängeschild Deutschlands in Hollywood. Für seine Rolle in dem Musikerdrama "Shine" wurde er 1997 mit einer Oscar-Nominierung geehrt. Trotz seines Ruhms hat sich Müller-Stahl weitgehend von der Leinwand verabschiedet. "Langsam übernimmt die Malerei mein Leben", schreibt er in seiner Autobiografie. "Beim Malen erlebe ich die Momente, in denen ich wirklich fliegen kann." Das Holstein-Museum in Eutin zeigt noch bis zum 31. Januar die Jubiläumsausstellung "Die Jahre kommen und gehen ..." mit rund 80 vor allem neueren Bildern von Mueller-Stahl.

Künstler Kai Althoff im MoMA

Große Einzelausstellung im kommenden Herbst

Das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) widmet dem deutschen Künstler Kai Althoff eine große Ausstellung. Mehr als 200 Gemälde, Collagen, Skulpturen und Videos sollen ab September 2016 in der Ausstellungshalle in Manhattan zu sehen sein. Der 1966 in Köln geborene Althoff, der auch als Musiker arbeitet, sei "einer der großartigsten und unvorhersagbarsten Künstler seiner Generation". Die Schau soll bis zum 22. Januar 2017 zu sehen sein.

Tutanchamuns Totenmaske wird wieder gezeigt

Die lädierte Totenmaske wurde von deutschen Wissenschaftlern in Kairo repariert

Die goldene Totenmaske des Pharaos Tutanchamun ist nach einer komplizierten Restaurierung wieder in ihre Vitrine im Ägyptischen Museum in Kairo zurückgekehrt. Vor etwa einem Jahr war der Bart abgefallen, als Putzkräfte beim Reinigen der Vitrine gegen die Maske stießen. Der königliche Zeremonialbart war daraufhin eilig mit Kunstharz wieder befestigt worden. Mit deutscher Unterstützung wurde die blaugoldene Maske nun fachmännisch restauriert. Seit Mittwochabend sei die Totenmaske der Öffentlichkeit wieder zugänglich, teilte die Düsseldorfer Gerda Henkel Stiftung am Donnerstag mit. "Der goldenen Maske konnte auf diese Weise ihre historische Identität zurückgegeben werden", sagte der Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo, Professor Stephan Seidlmayer, bei einem Festakt im Museum. Bei der Restaurierung habe man auch eine "Fülle neuer Erkenntnisse" über die Maske gewonnen. Das Grab des Pharaos Tutanchamun (um 1330 v.Chr.) war vom britischen Archäologen Howard Carter nach jahrelanger Suche 1922 in "Tal der Könige" bei Luxor entdeckt worden. Es war mit goldenen Masken, Möbeln und anderen Schätzen prall gefüllt. Die Totenmaske gehörte dabei zu den wertvollsten Funden.

30-fach Platin für Jacksons "Thriller"

Michael Jacksons Platte erschien 1982 und gilt als eines der meistverkauften Alben weltweit

Michael Jacksons Album "Thriller" hat einen weiteren Verkaufsrekord gebrochen. Die Recording Industry Association of America gab bekannt, dass das Album in den USA 30 Millionen Mal verkauft wurde und Jackson der erste Künstler ist, der einen 30-fachen Platin-Status erlangt. Der Chef der Vereinigung, Cary Sherman, ließ sich mit den Worten zitieren: "Welch eine außergewöhnliche Leistung und ein Beweis für den bleibenden Stellenwert von "Thriller" in unseren Herzen und in der Musikgeschichte." Das Album war 1982 auf den Markt gekommen, darauf zu finden sind Hits wie "Beat It" und "Billie Jean", "Thriller" und "Wanne Be Startin' Somethin'". Jackson war im Juni 2009 im Alter von 50 Jahren gestorben. Weltweit ist "Thriller" nach Angaben des Verbands mehr als 100 Millionen Mal über den Ladentisch gegangen.

Mezzosopranistin Stella Doufexis gestorben

Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin wurde 47 Jahre alt

Nach ihrem Gesangsstudium in Berlin begann Stella Doufexis ihre Karriere 1995 am Theater Heidelberg. Schnell gehörte sie zu den gefragten Sängerinnen ihrer Generation. Die deutsch-griechische Mezzosopranistin gastierte an den großen Opernhäusern in Deutschland und Europa, so in München, Salzburg, Barcelona, Frankfurt, Stuttgart und Brüssel und arbeitete während vieler Jahre mit namhaften Künstlern und Ensembles zusammen. Der Komischen Oper Berlin war sie in den Jahren 2005 bis 2012 als Ensemblemitglied, später als Gastsolistin, verbunden. Am 15. Dezember starb sie nach langer Krankheit in Berlin.

Besucherzahlen in deutschen Museen gestiegen

Lediglich Naturkundemuseen verzeichneten Rückgänge

Die Besuchszahlen von deutschen Museen und Ausstellungshäusern sind 2014 im Vergleich zum Vorjahr um drei Millionen auf 118 Millionen gestiegen. Während die Besuchszahl von ortsgeschichtlichen Museen sowie Schloss- und Burgmuseen deutlich anwuchs, verzeichneten naturkundliche Museen Rückgänge. Wie das Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin und der Deutsche Museumsbund am Mittwoch in Berlin mitteilten, nahmen an der zugrundeliegenden jährlichen Befragung 4.900 Museen und 310 Ausstellungshäuser in Deutschland teil. Die am häufigsten genannten Gründe für den Anstieg der Besucherzahl waren Sonderausstellungen und die Erweiterung der Öffentlichkeitsarbeit. Von den rund 9.000 Sonderausstellungen waren etwa 40 Prozent der Kunst gewidmet. Viele deutsche Museen erinnerten 2014 an den Beginn des Ersten Weltkriegs zuvor, wodurch die Zahl der Sonderausstellungen mit historischem Schwerpunkt deutlich stieg.

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