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Kulturnachrichten

Montag, 14. Dezember 2015

Amsterdamer Rijksmuseum ändert rassistische Namen

Rund 300 diskriminierende Bezeichnungen korrigiert

Das Rijksmuseum in Amsterdam hat Kunstwerke mit rassistisch klingenden Namen umbenannt. Begriffe wie Neger, Eskimo, Indianer und Hottentotten seien zwar in den Aufzeichnungen des Museums vermerkt, "wir werden sie nur nicht mehr in der Ausstellung des Museums zeigen", erklärte Pressesprecher Boris de Munnick. Nun werden rund 300 Namen in dem niederländischen Nationalmuseum geändert. "Der Eskimo" werde künftig mit "Inuit" betitelt, der "Neger" heiße dann "Schwarzer". Auch werde künftig das Wort "exotisch" getilgt, wenn sich ein Kunstwerk-Name auf Kulturen außerhalb Europas beziehe.

Althistoriker Christian Meier gibt Archiv nach Marbach

Deutsches Literaturarchiv um interessante Korrespondenzen erweitert

Der Historiker Christian Meier hat sein Schriftgut dem Literaturarchiv Marbach geschenkt. Es handle sich um "Manuskripte und Zettelkästen aus allen Phasen seines Schaffens sowie um ausgewählte, inhaltsreiche Korrespondenzen mit Geisteswissenschaftlern, Rechtswissenschaftlern und Persönlichkeiten aus Politik und Kultur, teilte das Archiv mit. Der 1929 in Pommern geborene Meier war unter anderem Vorsitzender des Verbandes der Historiker Deutschlands. Zudem war der emeritierte Münchner Professor für Alte Geschichte von 1996 bis 2002 auch Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Kaiser Julian im Passionstheater Oberammergau

Christian Stückl inszeniert Ibsens "Kaiser und Galiläer"

Das Leben des eigenwilligen römischen Kaisers Julian kommt im Sommer 2016 im Passionstheater Oberammergau auf die Bühne. Der Intendant des Münchner Volkstheaters und Passionsspielleiter Christian Stückl inszeniert Henrik Ibsens Schauspiel "Kaiser und Galiläer" für die riesige Freilichtbühne. Premiere ist am 1. Juli 2016. Ibsen arbeitete fast zehn Jahre an dem Drama, das er selbst als sein Hauptwerk ansah. "Kaiser und Galiläer" schildert Julians gewaltsamen Aufstieg zum Kaiserthron, seine Regierung und sein Ende, aber auch die wichtigsten Ereignisse jener Zeit.

Annemie Vanackere bleibt bis 2022 Intendantin des HAU

Langfristige Planung und Stabilität

Annemie Vanackere bleibt Intendantin des Berliner Theaters HAU Hebbel am Ufer. Ihr Vertrag wurde um weitere 5 Jahre bis 2022 verlängert. "Ich freue mich über das mir entgegengebrachte Vertrauen, das diese Entscheidung zum Ausdruck bringt", so Vanackere. "Dies unterstreicht die Anerkennung unserer Arbeit, die uns schon im Herbst mit der Erhöhung unseres Etats, unter anderem für das Festival Tanz im August zuteil wurde, und ermöglicht uns eine langfristige und vorausschauende Planung. In einer sich ständig verändernden Stadt wie Berlin schafft eine solche Entscheidung eine wertvolle Stabilität, auch für die Künstler. Das ist Voraussetzung dafür, unsere Arbeit vertiefen und neue Perspektiven eröffnen zu können."

Streit um Bestseller von Dorothee Achenbach

Ehefrau des inhaftierten Kunstberater im Visier der Justiz

Dorothee Achenbachs Bestseller über ihren Abstieg aus dem Jetset hat der Ehefrau des wegen Millionenbetrugs verurteilten Kunstberaters Helge Achenbach juristischen Ärger eingebracht. Die Witwe des Aldi-Erben Berthold Albrecht wolle mehrere Passagen aus Achenbachs Buch "Meine Wäsche kennt jetzt jeder" streichen lassen. Das sagte der Geschäftsführer des Düsseldorfer Droste Verlags, Jürgen Kron, und bestätigte damit Zeitungsberichte. "Wir prüfen acht Stellen in dem Buch", sagte Kron. Sollte es keine Einigung mit den Anwälten geben, müssten die Passagen geschwärzt werden oder würden in der nächsten Auflage nicht mehr abgedruckt. Das Mitte November erschienene Buch von Dorothee Achenbach ist binnen kurzer Zeit zu einem Bestseller geworden und wird laut Verlag bereits in der vierten Auflage gedruckt. Dorothee Achenbach erzählt in dem Buch über die Verhaftung ihres Mannes, die Ermittlungen der Justiz und ihren eigenen Existenzkampf. Achenbachs Firmen sind insolvent, seine Kunstsammlung wurde zwangsversteigert.

Geiger Itzhak Perlman erhält den Genesis-Preis

Israel vergibt "Jüdischen Nobelpreis"

Der US-israelische Geiger Itzhak Perlman wird im kommenden Jahr mit dem Genesis-Preis ausgezeichnet. Die mit einer Million Dollar dotierte Ehrung wird auch als Jüdischer Nobelpreis bezeichnet. Perlman wird für seine musikalischen Erfolge, die Förderung von Nachwuchskünstlern und seines Einsatzes für Behinderte gewürdigt. Der 16-fache Grammy-Gewinner Perlman erklärte, er fühle sich zutiefst geehrt, dass er nicht nur für seine persönlichen Erfolge, sondern auch für sein Engagement für das Judentum ausgezeichnet werde. "Ich war immer sehr stolz auf meine jüdische Herkunft, die meine Musik stark beeinflusst hat, meine Weltanschauung und meine Arbeit als Fürsprecher für Personen, die von der Gesellschaft oft zurückgelassen werden." Perlman, der als Kind an Polio erkrankte und an Krücken geht, setzt sich stark für Behinderte ein. Der Preis soll ihm am 23. Juni von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Jerusalem überreicht werden. Bisherige Preisträger waren der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg und der Schauspieler Michael Douglas.

Händel-Haus stellt Musikdokumente online

Digitalisierung historischer Schriften geht weiter

Das Händel-Haus in Halle hat 144 historische Musikdokumente digital erfasst und ins Internet gestellt. Zu den Objekten aus der Sammlung gehört unter anderem der Erstdruck von Georg Friedrich Händles Oper "Ottone", sowie frühe Ausgaben der Oratorien "Salomon" und "Joseph and his brethren (Joseph und seine Brüder)" - beide mit Händel-Porträts des Kupferstechers Jacobus Houbraken. Die Objekte umfassen 30 Händel-Ausgaben aus dem 18. Jahrhundert, ein Bündel von 106 Einzelstücken, darunter Liedzettel mit Musikstücken von Händel und anderen Komponisten, sowie acht handschriftliche Kopien von Händel-Werken aus dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert.

Hamburger Straße soll nach Prostituierter benannt werden

"Domenica-Niehoff-Twiete" trägt den Namen einer bekannten Hamburger Prostituierten und Streetworkerin

Altonaer Bezirkspolitiker haben einem Bericht des "Hamburger Abendblatts" zufolge für das neue Wohngebiet Neue Mitte Altona eine Liste von Frauen vorgelegt, nach denen die zwölf Straßen und drei Plätze benannt werden sollen. Weitere Vorschläge sind die Schauspielerin Helga Feddersen (1930-1990) und die Journalistin Susanne von Paczensky (1923-2010). "Domenica" (1945-2009) wurde in den 80er Jahren als Prostituierte bekannt, als sie sich vor allem in Talkshows für die Legalisierung der Prostitution starkmachte. 1990 stieg sie aus und arbeitete als Streetworkerin. Von 1991 bis 1997 war sie für den Verein Ragazza im Stadtteil St. Georg tätig, wo sie als Sozialarbeiterin junge drogensüchtige Mädchen und Frauen betreute, die ihre Sucht durch Prostitution finanzierten. 1994 erschien ihre Autobiografie "Körper mit Seele - Mein Leben".

Saudi-Arabien bleibt ohne Kino

Die staatliche Medienkommission dementiert Berichte über geplantes Kino in Riad

Die Personen und Stellen, die in entsprechenden Meldungen zitiert worden seien, besäßen keinen amtlichen Status, erklärte die Behörde laut saudischen Medien. Zuvor war die Nachricht verbreitet worden, die Regierungsbehörde habe eine Grundsatzvereinbarung über die Errichtung von Kinos getroffen. Darin gehe es neben zollrechtlichen Bestimmungen für Filme auch um den Schutz islamischer Traditionen und der nationalen Identität. Zugleich war von konkreten Plänen für ein Kino in Riad die Rede. Sowohl die Ankündigung als auch das Dementi lösten lebhafte Reaktionen in sozialen Netzwerken aus.

Neuer "Star Wars"-Film feiert Weltpremiere

Nach zehn Jahren erstmals wieder eine "Star Wars"-Episode im Kino

Der langerwartete neue "Star Wars"-Film feiert heute Abend in Los Angeles Premiere. Zum Inhalt von "Das Erwachen der Macht" sind noch immer keine Details bekannt. Klar ist nur, dass sich zu den Stars wie Carrie Fisher und Harrison Ford neue Gesichter wie Daisy Ridley und Adam Driver gesellt haben. Regie führte J.J. Abrams, der vor einigen Jahren bereits die "Star Trek"-Reihe wiederbelebte. "Das Erwachen der Macht" ist der siebte Film der Reihe und das erste "Star Wars"-Spektakel seit zehn Jahren. George Lucas ist allerdings nicht mehr dabei. Der Schöpfer der Sternenwelt hatte sein Imperium vor drei Jahren an Disney verkauft. Der Unterhaltungsgigant macht für den Film seit einem Jahr intensiv Werbung.

Thatchers Memorabilien unter dem Hammer

Mehr als 400 Handtaschen, Schmuck und Kostüme werden bei Christie´s versteigert

Ein Aktenkoffer aus rotem Leder und den Insignien des britischen Königshauses: "Prime Ministerial Dispatch Box", heißt das Stück - der Aktenkoffer der einstigen Premierministerin Margaret Thatcher. Er ist das Prachtstück unter den Objekten, die bei Christie's online sowie bei einer traditionellen Versteigerung am Dienstag unter den Hammer kommen. Versteigert werden Kleider und Handtaschen, Schmuck und Porzellan, auch Staatsgeschenke sowie Dokumente.

Voodoo-Nationalrat in Haiti wählt neues Oberhaupt

Oberster Voodoo-Priester erhält sein Amt zunächst für sieben Jahre

Alcenat Zamor ist vom Nationalrat des haitianischen Voodoo zum neuen geistlichen Oberhaupt gewählt worden. Der 60-Jährige aus der Kleinstadt Gros-Morne im Norden Haitis wird Nachfolger von Max Beauvoir, der am 12. September im Alter von 79 Jahren gestorben war. Die Ernennung zum obersten Geistlichen, dem sogenannten Ati, dauert zunächst sieben Jahre und ist verlängerbar. Zamor ist laut nationalen Medien vom Wochenende seit 18 Jahren professioneller Voodoo-Priester. In einer ersten Stellungnahme rief Zamor die Voodoo-Anhänger zu Einheit auf. Nach dem Tod von Beauvoir war es zu Spaltungen unter den Gläubigen gekommen. Zamor sagte, auch Dissidenten hätten ihren Platz in der Gemeinde. Er erwarte sie "mit offenen Armen". Zamor hatte sich bei der Wahl, die bereits Donnerstag stattfand, gegen sechs Mitbewerber durchgesetzt.

Dortmund ehrt Marie NDiaye mit Nelly-Sachs-Preis

Die Stadt Dortmund hat französische Schriftstellerin ausgezeichnet

Marie NDiaye gilt als eine der erfolgreichsten französischen Gegenwarts-Dramatikerinnen. Die 48-Jährige setze sich in ihren Werken "auf literarisch überragende Weise" mit Fragen zur Herkunft und dem Rätsel der Identität auseinander, hieß es in der Begründung der Jury. NDiaye habe ein Bewusstsein für die sozialen, politischen und moralischen Dimensionen der Probleme unserer Zeit. Der "Nelly-Sachs-Preis" wird alle zwei Jahre verliehen. Er ist mit 15 000 Euro dotiert. Marie NDiaye lebt seit 2007 in Berlin. Zuletzt erschien 2014 ihr Roman "Ladivine".

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