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Kulturnachrichten

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Kunstfälscherskandal: Spies muss keinen Schadenersatz zahlen

Max-Ernst-Experte entlastet

Kunstexperte Werner Spies muss im Fälschungsskandal um ein Gemälde von Max Ernst in Frankreich nun doch keinen Schadenersatz zahlen. Wie das Berufungsgericht in Versailles heute bestätigte, wurde ein Urteil vom Mai 2013 für ungültig erklärt, nach dem Spies zusammen mit einem französischen Galeristen eine Strafe von mehr als 650.000 Euro zahlen sollte. Geklagt hatte ein Sammler, der das vermeintliche Ernst-Werk "Tremblement de terre" gekauft hatte, nachdem von Spies die Echtheit des von Wolfgang Beltracchi gefälschten Werkes bestätigt wurde. Spies gilt weltweit als Experte des deutschen Surrealisten Ernst. Der Autor eines Werkkatalogs über Max Ernst habe nicht dieselbe Verantwortung wie ein Verkaufsexperte, erklärte das Gericht seine Entscheidung. Beltracchi wurde in dem spektakulärsten Fall von Kunstfälschung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg im Oktober 2011 zu sechs Jahren Haft verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, mit Fälschungen rund 60 Millionen Euro verdient zu haben. Dabei ging es auch um vermeintliche Gemälde des Surrealisten Max Ernst. Sie wurden gegen beachtliche Honorare von Spies für echt erklärt.

Unseld-Berkéwicz neue Aufsichtsratschefin bei Suhrkamp

Verlegerin zieht sich aus operativem Verlagsgeschäft zurück

Ulla Unseld-Berkéwicz übernimmt ab heute den Vorsitz des Aufsichtsrats bei Suhrkamp, wie das Unternehmen in Berlin mitteilte. Nach einem jahrelangen Machtkampf mit dem inzwischen verstorbenen Minderheitsgesellschafter Hans Barlach hatte sich der Verlag bereits Anfang des Jahres in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Dabei wurde auch die personelle Neuaufstellung angekündigt. Als alleiniger Vorsitzender der Suhrkamp Verlag AG trat nun wie vorgesehen Jonathan Landgrebe an. Dem neuen Aufsichtsrat gehören neben Verlegerin Unseld-Berkéwicz nach Unternehmensangaben auch Wella-Erbin Sylvia Ströher und Rachel Salamander an.

Nominierungen für die Golden Globe Awards 2016

Lesbischer Liebesfilm "Carol" erhält fünf Nominierungen

Eine lesbische Liebesgeschichte geht als Favorit in das Rennen um die Golden Globes: Die Romanze "Carol", die eine Liebschaft zwischen einer Hausfrau und einer Verkäuferin im New York der 1950er Jahre erzählt, erhielt fünf Nominierungen für die begehrten Filmpreise, wie der Verein der Auslandspresse in Hollywood heute mitteilte. In der Kategorie "Bestes Drama" sind außerdem "The Revenant - Der Rückkehrer", der Endzeitfilm "Mad Max: Fury Road", der Entführungs-Thriller "Room" und das Drama "Spotlight" nominiert. Ebenfalls gute Aussichten auf eine Auszeichnung haben die Finanzkrisen-Tragikomödie "The Big Short", der Western-Thriller "The Revenant - Der Rückkehrer" und der biografische Spielfilm "Steve Jobs" über den verstorbenen Apple-Gründer. Die von der Hollywood-Auslandspresse ausgelobten Golden Globes werden am 10. Januar in einer großen Gala in Beverly Hills verliehen und gelten als wichtiges Stimmungsbarometer für die Oscars.

Bundeskulturstiftung fördert neue Projekte mit 37 Millionen Euro

Großteil der Fördergelder geht an geplante Bauhaus-Museen

Die Kulturstiftung des Bundes will in den kommenden Jahren knapp 37 Millionen Euro in neue Vorhaben investieren. Das beschloss der Stiftungsrat unter Vorsitz von Kulturstaatsministerin Monika Grütters heute in Halle. Allein für das "Bauhaus 2019" würden von 2016 an rund 16,5 Millionen Euro beigesteuert, teilte die Stiftung mit. Neben den Jubiläumsschauen an den Bauhaus-Orten Weimar, Dessau und Berlin fördere die Stiftung ein mehrjähriges Vermittlungsprogramm für die drei geplanten neuen Bauhaus-Museen. Eingerichtet werde zudem ein "Fonds Bauhaus heute", der internationale Projekte zur Aktualität des Bauhauses unterstützt.13,5 Millionen Euro gehen an das Programm "Trafo - Modelle für Kultur im Wandel". Vier Modellregionen in Südniedersachsen, dem Oderbruch, der Saarpfalz und der Schwäbischen Alb können damit Kulturkonzepte entwickeln, die auf den demografischen Wandel in Dörfern reagieren. Die transmediale Berlin, laut Stiftung größtes internationales Festival für Medienkunst in Deutschland, erhält 2,25 Millionen Euro für weitere Jahre. Außerdem profitieren 30 Vorhaben aus der allgemeinen Projektförderung in Höhe von 4,57 Millionen Euro.

Historiker Heinrich August Winkler erhält Leipziger Buchpreis

Die Auszeichnung würdigt seine vierbändige "Geschichte des Westens"

Der Historiker Heinrich August Winkler erhält den mit 20.000 Euro dotierten Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2016. "Mit seiner souveränen Kunst, Analyse und Erzählung zu verbinden und die Vielfalt der Aspekte in eine überzeugende Synthese zu integrieren, leistet er einem breiten, historisch interessierten Publikum wertvolle Orientierungshilfe", begründet die Jury ihre Wahl. Die Preis wird anlässlich der Eröffnung der Leipziger Buchmesse am 16. März 2016 im Gewandhaus verliehen. Die Laudatio wird der Historiker, Publizist und Schriftsteller Volker Ullrich halten. Der Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung wird seit 1994 jährlich vergeben und zählt zu den wichtigsten Literaturauszeichnungen in Deutschland. Das Preiskuratorium bilden das Land Sachsen, die Stadt Leipzig, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Leipziger Messe.

Jugendmedienschützer warnen vor Verbreitung von Hassvideos

Zunahme drastischer Gewaltdarstellungen sei besorgniserregend

Deutsche Jugendschützer haben vor einer Ausbreitung islamistischer Propagandavideos im Internet gewarnt. Propaganda-Videos der Terrororganisation "Islamischer Staat" bedienten sich Symbolen aus der Popkultur, Anleihen aus Computerspielen oder Videoclips, die an Hollywood-Filme erinnerten oder wie Musikvideos gestaltet seien, sagte Stefan Glaser, stellvertretender Leiter von jugendschutz.net. Über solche Mittel könnten rasch viele Nutzer und zehntausende Klicks erreicht werden. Zwischen 2012 und 2015 seien insgesamt rund 1050 Verstöße gegen den Jugendschutz registriert worden, wie die Bundeszentrale für politische Bildung und der Recherchedienst Jugendschutz.net heute zu ihrer Studie "Islamismus im Internet" mitteilten. Seien 2012 rund fünf Prozent der beanstandeten Fälle drastische Gewaltdarstellungen gewesen, waren es 2014 bereits 26 Prozent und 2015 mehr als 50 Prozent. Laut jugendschutz.net kommt dabei vor allem reichweitenstarken Plattformen wie Facebook, YouTube oder Twitter eine Schlüsselrolle zu. Jugendschutz.net forderte die Betreiber auf, nicht nur nach Aufforderung Hassvideos zu löschen. Die Anbieter müssten von sich aus aktiv werden, um die Verbreitung von Hassvideos etwa mit technischen Mitteln zu verhindern.

Kunstpreis für Augsburger Flüchtlingshotel

Das Grandhotel Cosmopolis erhält den "Zeitsicht"-Preis

Das Augsburger Grandhotel Cosmopolis, in dem neben Hotelgästen auch Asylsuchende wohnen, erhält den mit 10.000 Euro dotierten Kunstpreis "Zeitsicht". Das Hotel in der Augsburger Innenstadt beherbergt eine Flüchtlingsunterkunft, ein Hotel, Ateliers, Werkstätten sowie einen gastronomischen Betrieb. Der Preis "Zeitsicht", gestiftet von einem privaten Beratungsinstitut, wird alle zwei Jahre von einem bedeutenden zeitgenössischen Künstler vergeben, "um auf wichtige Impulse der zeitgenössischen Kunst und des künstlerischen Arbeitsprozesses aufmerksam zu machen", so die Preisstifter. Das Grandhotel Cosmopolis werde als "soziale Skulptur" im Sinne des erweiterten Kunstbegriffs von Joseph Beuys geehrt. Erst gestern war es vor dem Haus zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen, die eine kosovarische Familie mit kleinen Kindern abschieben wollte. Mehrere Menschen stellten sich den Beamten in den Weg, die Abschiebung wurde vorläufig nicht vollzogen.

Indischer Filmstar Salman Khan freigesprochen

Das Gericht entschied in allen Anklagepunkten zugunsten Khans

Der Bollywood-Superstar Salman Khan muss doch nicht hinter Gitter. Ein Gericht in Mumbai sprach den 49-jährigen heute frei. Ihm wurde vorgeworfen, im Jahr 2002 mit seinem Auto einen Obdachlosen auf einem Gehweg überfahren und dabei getötet zu haben. Khan hatte stets bestritten, das Auto in der Unglücksnacht selbst gefahren zu haben und beschuldigte seinen Fahrer. Bislang musste der Star wegen dieses Falls nicht hinter Gitter, da er zunächst auf Kaution frei war. Im Mai war ein niedrigeres Gericht noch zu dem Schluss gekommen, dass Khan am Steuer saß und wegen Totschlags fünf Jahre lang ins Gefängnis muss. Die Anklage kann noch vor den Supreme Court ziehen.

Tolstois "Krieg und Frieden" als Lesemarathon

Mehr als 1300 Russen haben bereits teilgenommen

Menschen aus allen Teilen Russlands lesen im Rahmen einer öffentlichen Lesung Kapitel des Tolstoi-Romans "Krieg und Frieden" an verschiedensten Orten, unter anderem im Winterpalais in St. Petersburg und auf abgelegenen Inseln in der Arktis. Ein Kosmonaut meldete sich aus dem All von der Internationalen Raumstation ISS. Der in Fernsehen, Radio und per Webcast übertragene Lesemarathon wird von der Moderatorin Fjokla Tolstaja organisiert, der Ururenkelin des Verfassers Lew Tolstoi. Für die zahlreichen französischen Passagen hat Tolstaja die Schauspielerin Fanny Ardant aus Frankreich gewonnen. Heute morgen sind zwei Bände des Monumentalwerkes über die Spitzen der russischen Gesellschaft während der Zeit der napoleonischen Kriege zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgeschlossen worden. Die andern beiden Bände sollen bis morgen vorgelesen werden. Das Werk gilt als einer der bedeutendsten Beiträge Russlands zur Weltliteratur.

Madonna singt auf dem Pariser Platz der Republik

US-Popstar gibt ein spontanes Mini-Konzert

Madonna hat knapp einen Monat nach den Anschlägen von Paris ein spontanes Konzert auf dem Platz der Republik in Paris gegeben. Die Sängerin fuhr in der vergangenen Nacht nach einem Konzert zu dem Platz, der zu einem der zentralen Gedenkorte für die 130 Anschlagsopfer geworden ist. Begleitet nur von ihrem Gitarristen Monte Pittman sang sie vor einigen wenigen Zuhörern unter anderem ihre Hits "Like a Prayer" und "Ghosttown". Fotos und Videos von dem spontanen Auftritt an der symbolträchtigen Stätte, die nahe einer Reihe der Anschlagsorte vom 13. November liegt, verbreiteten sich rasend schnell im Internet. "Sie wollte Paris ihren Tribut zollen, sie liebt diese Stadt", sagte Madonna-Gitarrist Pittman. Schon bei ihrem Auftritt in der Konzertarena im Pariser Stadtteil Bercy hatte die 57-Jährige Paris ihren Respekt ausgesprochen. "Wir weichen nicht der Angst", rief die Musikerin dem Publikum zu. Sie erinnerte daran, wie sie als 20-Jährige in die französische Hauptstadt gekommen sei und damals beschlossen habe, Musikerin zu werden. Zuletzt hatte Madonna 2012 in Paris gespielt. Derzeit steht sie für ihre "Rebel Heart Tour" auf der Bühne.

Cranach-Gemälde kehrt nach Zerbst zurück

Das Werk lagerte seit Jahrzehnten fast völlig vergessen in einem Archiv

Nach etwa einem halben Jahrhundert kehrt ein Gemälde von Lucas Cranach dem Jüngeren (1515-1586) an seinen angestammten Platz in Zerbst im Landkreis Anhalt-Bitterfeld zurück. Das großformatige Werk mit dem Titel "Gnadenstuhl mit den Fürsten Joachim und Wolfgang von Anhalt" sei lange in einem desolaten Zustand gewesen, teilte das Kultusministerium in Magdeburg heute mit. Es wurde bereits mehrfach übermalt. Für die Landesausstellung zu Cranach wurde das Gemälde in der Anhaltischen Gemäldegalerie Dessau gezeigt. Vom kommenden Montag an soll das restaurierte Werk wieder in der Bartholomäi-Kirche in Zerbst zu sehen sein.

Fortbestand des Dokuzentrums für DDR-Alltagskultur gesichert

DDR-Museum in Eisenhüttenstadt geht an die Kreisverwaltung Oder-Spree

Das Dokumentationszentrum für DDR-Alltagskultur in Eisenhüttenstadt kann endgültig durch die Kreisverwaltung Oder-Spree übernommen werden. Die Stadtverordneten stimmten gestern mehrheitlich für die Schenkung an den Kreis, wie die Stadtverwaltung Eisenhüttenstadt heute bekanntgab. Kürzlich hatten die Kreistagsabgeordneten bereits die Übernahme ab Januar 2016 beschlossen. Nun fehlte noch die Zustimmung der Stadt. Bis 2012 hatten sich Eisenhüttenstadt, der Kreis und das Land die Finanzierung für die Sammlung mit 160.000 Alltagsgegenständen aus der DDR-Zeit aufgeteilt. Weil es bei der Kommune Sparzwänge gab, stand das Dokumentationszentrum zwischenzeitlich vor der Schließung.

Preußenmuseum öffnet Bibliothek für die Öffentlichkeit

Bestand des Museums Wustrau steht ab Mitte 2016 allen Interessierten offen

Das Museum Wustrau im Landkreis Ostprignitz-Ruppin präsentiert seine Bibliothek künftig für die Öffentlichkeit. Der Bestand umfasst mehr als 6500 Bände. Die Bücher stammen zum Teil aus dem Mittelalter. Zu den Werken gehört auch ein Band aus dem 18. Jahrhundert, der die Einwanderung von Salzburgern in Preußen beschreibt. "Die Werke zur brandenburgisch-preußischen Geschichte sind ein ungeheurer Wissensschatz", sagte der Leiter des Museums, Stephan Theilig. "Wir rechnen mit großer Nachfrage." Bisher seien die Kostbarkeiten von Wissenschaftlern genutzt worden. Ab kommendem Sommer können auch interessierte Privatleute die Bücher einsehen. Das im Jahr 2000 eröffnete private Museum beschäftigt sich mit der Geschichte Brandenburg-Preußens. Derzeit wird die Dauerausstellung umgestaltet. Ende Mai öffnet auch eine neue Sonderschau zum Thema Polen und Preußen.

Julian Schnabel gestaltet "Die Welt"

Kunst-Ausgaben auch "identitätsstiftend" für Mitarbeiter

Die Zeitung "Die Welt" gibt sich zum sechsten Mal ein künstlerisches Gewand: Die heutige Ausgabe wurde komplett vom amerikanischen Maler und Regisseur Julian Schnabel gestaltet. Ausgedacht hat sich den Coup Cornelius Tittel, Creative Director von "Welt" und "Welt am Sonntag" und Chefredakteur des Kunstmagazins "BLAU". Georg Baselitz war der Erste –und bekam 2010 den Auftrag, die Ausgabe zu "20 Jahre Deutsche Einheit" zu gestalten, es folgten unter anderen Neo Rauch und Gerhard Richter. Die Redakteure der Zeitung müssen anlässlich der Kunst-Ausgaben auf Fotos verzichten, was sie laut Kittel aber inzwischen liebend gern tun. Die Künstler seien den ganzen Tag über beim Zeitungsmachen dabei.Das sei inzwischen auch "identitätsstiftend" für die Mitarbeiter geworden, so Kittel.

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