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Dienstag, 20.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 4. Dezember 2015

Knochenfisch ist "Fossil des Jahres"

Der sprottenähnliche Zartschupoper ist 150 Millionen Jahre alt

Ein kleiner, heute ausgestorbener Knochenfisch ist das "Fossil des Jahres" 2016. Bei "Leptolepides sprattiformis", der übersetzt in etwa sprottenähnlicher Zartschupper heißt, handele es sich um einen vier bis sieben Zentimeter großen Schwarmfisch, teilte die Paläontologische Gesellschaft am Freitag in Solnhofen mit. Er habe vor rund 150 Millionen Jahren zu Zeiten des Oberjuras gelebt. Der kleine Fisch schwamm in den ehemaligen Meeresbereichen der Schwäbischen Alb sowie im Gebiet von der heutigen südlichen Frankenalb bis in den Regensburger Raum. "Die Jurameer-Sprotte" gehörte zu den frühen Vertretern der Echten Knochenfische, deren Wirbelkörper bereits vollständig verknöchert waren.Die Paläontologische Gesellschaft wählt jedes Jahr ein besonders Fossil aus, um die Paläontologie der Öffentlichkeit näher zu bringen.

Kokoschka-Preis geht an Andrea Fraser

Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert

Der mit 20 000 Euro dotierte Oskar-Kokoschka-Preis 2016 geht an die US-Künstlerin Andrea Fraser. "Andrea Fraser ist eine Künstlerin von wegweisender Bedeutung, die ein beeindruckend konzises Werk aufweist und dennoch völlig unberechenbar geblieben ist", teilte die Jury der Universität für Angewandte Kunst Wien mit. Die 1965 geborene Künstlerin lebt in New York und Los Angeles. Sie wurde in den 90er Jahren einem breiteren Publikum durch ihre Performances "Museum Highlights" bekannt, in denen sie die Verbindung von Kunst und Kapital, Kunst und Kunstbetrieb offenlegte. Die seit 1980 vergebene Auszeichnung wird am 1. März verliehen. Preisträger waren unter anderem Gerhard Richter, Maria Lassnig und Yoko Ono.

Coen-Film eröffnet Berlinale 2016

In "Hail, Cesar!" versammeln die Coens ein Starensemble

Mit "Hail, Caesar!" von den Oscar-Preisträgern Joel und Ethan Coen werden am 11. Februar 2016 im Berlinale Palast die 66. Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnet. Der Film spielt während des „goldenen Zeitalters Hollywoods, der Hochphase des Studiosystems, und versammelt ein hochkarätiges internationales Starensemble mit Josh Brolin, George Clooney, Ralph Fiennes, Scarlett Johansson, Frances McDormand, und Tilda Swinton. Die Komödie begleitet einen Tag lang den Mann, der hinter den Kulissen eines großen Hollywood-Studios jede Menge aufzuräumen hat. Berlinale-Direktor Dieter Kosslick freut sich: "Wie schön, dass Joel und Ethan Coen erneut die Berlinale eröffnen. Ihr Witz, die einzigartigen Charaktere und ihr fantastisches Erzähltalent werden das Publikum garantiert begeistern." "Hail Cesar!" startet in Deutschland am 18. Februar 2016 im Kino.

Journalist Peter Moosleitner gestorben

"P.M. - Peter Moosleitners interessantes Magazin"

Der Journalist Peter Moosleitner, Gründer der populärwissenschaftlichen Zeitschrift «P.M.», ist tot. Er starb am Mittwoch im Alter von 82 Jahren. Das teilte der Verlag Gruner+Jahr mit. "Gruner+Jahr und die P.M.-Gruppe verlieren einen wunderbaren Menschen und großen Blattmacher", heißt es in einer Stellungnahme. Moosleitner, der eigentlich gar nicht Peter hieß sondern Gerhard Dietrich Marie, stieß über die Zeitschrift "Eltern" zu Gruner+Jahr und wurde 1976 mit der Entwicklung einer Zeitschrift beauftragt. Im Oktober 1978 lag die erste Ausgabe von "P.M. - Peter Moosleitners interessantes Magazin" am Kiosk. Mittlerweile ist daraus eine Gruppe von Titeln geworden, die neben Wissenschaft auch Rätsel zum Gegenstand haben. Moosleitner verantwortete "P.M." über zwei Jahrzehnte, teils als Chefredakteur, teils als Herausgeber. Seit 1998 war er im Ruhestand.

Architektenkammer fordert bezahlbaren Wohnraum

Wegen der Flüchtlinge brauchten Städte "Renaissance des Wohnungsbaus"

Deutschlands Architekten fordern angesichts der Flüchtlingskrise eine "Renaissance des Wohnungsbaus". In Deutschland fehlten mehr als 750 000 Wohnungen, teilte die Bundesarchitektenkammer am Freitag in Berlin mit. Vor allem in den Städten steige der Bedarf an günstigem Wohnraum. Die Architekten listeten Vorschläge auf, wie man den Bau bezahlbarer Wohnungen ankurbeln könnte. Standards, Baurecht, Planungsrecht und Genehmigungsverfahren müssten geändert werden. Der Maßnahmenkatalog der Architekten richtet sich vor allem an die Politik. Bislang knüpften zum Beispiel zu wenige Kommunen den Verkauf von Grundstücken an Bedingungen für den sozialen Wohnungsbau, kritisierte die Kammer. Nach Ansicht der Kammer müssten Experten auch prüfen, ob mit dem Zuzug von Flüchtlingen Wohnungen anders geschnitten sein müssen. Derzeit würde viel für kleine Familien, Singles und alte Menschen gebaut.

Regisseur Schipper wurde mit "Victoria" nicht reich

10.000 fürs Drehen, 20.000 für die Regie und sechs Lolas

Sein Erfolgsfilm "Victoria" hat dem Regisseur Sebastian Schipper zwar sechs Lola-Filmpreise eingebracht - reich gemacht hat er ihn aber nicht. "Meine Gage waren 10 000 Euro fürs Drehen und 20 000 Euro für die Regie", sagte Schipper der "Süddeutschen Zeitung". Schippers Kino-Experiment "Victoria" - ein 140 Minuten langer, ohne einen einzigen Schnitt gedrehter Echtzeit-Thriller - kostete nach Angaben des Regisseurs eine knappe Million Euro. Nach dem Erfolg bekomme er nun Drehbücher aus Los Angeles.

Flüchtlingsengagement: Regisseur sagt Inszenierung ab

Alvis Hermanis will nichts mit Engagement des Thalia zu tun haben

Alvis Hermanis hat seine für April 2016 angekündigte Inszenierung "Russland. Endspiele" nach Dostojewskij, Tolstoi, Gorki am Thalia Theater Hamburg. Das macht das Thalia Theater in einer Pressemitteilung offiziell. Grund sei, dass Hermanis nicht mit dem humanitären Engagement des Thalia Theaters für Flüchtlinge in Verbindung gebracht werden wolle. "Die deutsche Begeisterung, die Grenzen für Flüchtlinge zu öffnen, sei extrem gefährlich für ganz Europa, weil unter ihnen Terroristen seien", paraphrasiert die Pressemitteilung des Thalia Theaters den lettischen Regisseur. Die Anschläge von Paris zeigten, dass wir mitten im Krieg seien. In jedem 'Krieg' müsse man sich für eine Seite entscheiden, er und das Thalia Theater stünden auf entgegengesetzten. Die Zeiten der political correctness seien vorbei. Für Thalia-Intendant Joachim Lux zeigt der Vorfall "über den Einzelfall hinaus aufs Neue, wie tief Europa derzeit gespalten ist.

Akademie der Künste: Weiter Streit um Archivchefin

Brief an Grütters mit Vorwürfen gegen Meerapfel wegen der Entlassung

In der Akademie der Künste in Berlin gibt es Streit um die Entlassung der Archivdirektorin. Eine Gruppe renommierter Mitglieder wirft der neuen Präsidentin Jeanine Meerapfel in einem Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) vor, den Senat bei der Entscheidung umgangen zu haben, wie ein Mitunterzeichner der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" über den Brief berichtet. Grütters ist für die Rechtsaufsicht zuständig. Präsidentin Meerapfel hatte im September das Arbeitsverhältnis der neuen Archivdirektorin Birgit Jooss kurz vor Ende der Probezeit beendet - eigenmächtig und "menschlich unverantwortlich", wie ihre Kritiker sagen. Bei der Mitgliederversammlung Mitte November hatte das zu einer scharfen Diskussion geführt. Zu den Unterzeichnern des Briefes an Grütters gehören die Autoren Lars Gustafsson, Christoph Hein, Ingo Schulze und Martin Mosebach, der Soziologe Wolf Lepenies sowie der Schauspieler Hanns Zischler.

Debatte um Syrien-Einsatz - Naidoo singt "Nie mehr Krieg"

Der Song wurde rund zwei Millionen Mal angeklickt

Der umstrittene Sänger Xavier Naidoo hat parallel zur Debatte um den Bundeswehr-Einsatz in Syrien einen Song gegen Krieg verbreitet. Das Lied der Band Söhne Mannheims postete der Journalist Jürgen Todenhöfer am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite und seiner Homepage. "Nie mehr Krieg" wurde bis Freitagvormittag rund 2 Millionen Mal angeklickt. Der Refrain lautet: "Nie mehr Krieg. Wenn wir das nicht sagen dürfen, dann läuft doch etwas schief." Naidoo teilte das Video auf Facebook und schrieb dazu: "Helft uns, diese Botschaft zu verbreiten!" In dem Lied gibt es auch provokante Zeilen: "Muslime tragen den neuen Judenstern, alles Terroristen, wir haben sie nicht mehr gern." Der Sänger aus Mannheim gilt wegen politischer Äußerungen als umstritten. Der NDR hatte ihn vor einigen Tagen als einzigen deutschen Kandidaten für den ESC 2016 in Schweden aufgeboten, seine Nominierung aber nach erheblichen Protesten zurückgezogen.

Rekordjahr für den Presserat - schon 2200 Beschwerden

Der Löwenanteil betrifft den Germanwings-Absturz

Der Deutsche Presserat hat noch nie so viele Beschwerden erhalten wie in diesem Jahr. Das sagte eine Sprecherin am Freitag in Berlin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Mit jetzigem Stand seien es bereits rund 2200 Beschwerden. Im gesamten Vorjahr seien es 2009 gewesen, im Jahr davor noch 1347. Ein Löwenanteil stehe diesmal im Zusammenhang mit dem Absturz der Germanwings-Maschine im März. "Allein dazu gab es 430 Beschwerden", sagte die Sprecherin. "Allerdings wird auch die politische Berichterstattung zunehmend Thema." Das Spektrum reiche von der Flüchtlingspolitik bis zur Rolle Russlands in der Welt. Der Presserat ist das Selbstkontrollorgan der deutschen Printmedien.

Achenbach gibt Kunstgeschichts-Kurs im Gefängnis

Der Kunstberater ist als Millionenbetrüger verurteilt

Der als Millionenbetrüger verurteilte Kunstberater Helge Achenbac unterrichtet hinter Gittern Kunstgeschichte. Titel seiner Vortrags-Reihe: "Die Kunstgeschichte vom Mittelalter bis heute". Achenbachs Frau bestätigte über ihre Verlegerin einen Bericht der "Bild"-Zeitung vom Freitag. Der Kunst-Workshop habe durchschnittlich zehn Teilnehmer. Helge Achenbach ist gelernter Sozialpädagoge. Das Urteil gegen ihn - sechs Jahre Haft - ist noch nicht rechtskräftig. Deswegen sitzt er nach wie vor in Untersuchungshaft.

US-Rocker Scott Weiland gestorben

Frontmann der Bands Stone Temple Pilots und Velvet Revolver

Der US-Musiker und frühere Frontmann der Bands Stone Temple Pilots und Velvet Revolver, Scott Weiland, ist tot. Nach übereinstimmenden Medienberichten vom Freitag starb der 48-Jährige im US-Bundesstaat Minnesota während einer Tour mit seiner Band The Wildabouts. Manager Tom Vitorino bestätigte dem Sender CNN Weilands Tod, ohne Einzelheiten zu nennen. Die Todesursache war zunächst unbekannt. Weiland hatte mehrmals mit Drogenexzessen für Schlagzeilen gesorgt und saß wegen Drogenbesitzes sowie wegen Trunkenheit am Steuer im Gefängnis.

Sieben Neuaufnahmen beim immateriellen Kulturerbe

Das Bundesverzeichnis umfasst jetzt 34 Traditionen

Sieben Kulturformen sind neu in das deutsche Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Es handelt sich um das Sternsingen, das Kneippen, das Schützenwesen, das Ehrsame Narrengericht zu Grosselfingen, die Volkstanzbewegung, das Choralsingen und die manuelle Glasfertigung, wie die Deutsche Unesco-Kommission (DUK) und die Kultusministerkonferenz (KMK) mitteilten. Mit dem Verzeichnis werde "das Bewusstsein für den ideellen Wert der über Generationen überlieferten Kenntnisse und Bräuche" geschärft, erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Das Bundesverzeichnis umfasst nun 34 lebendige Traditionen und Brauchtümer.

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