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Kulturnachrichten

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Weiteres Gurlitt-Bild als Raubkunst geklärt

Provenienz von fast 500 Werken noch ungeklärt

Ein weiteres Bild aus dem spektakulären Kunstfund des Münchner Sammlers Cornelius Gurlitt ist als NS-Raubkunst identifiziert worden. Wie die zur Aufklärung eingesetzte Taskforce mitteilte, ließ sich bei der Bleistiftzeichnung "Inneres einer Gotischen Kirche" von Adolph von Menzel (1815-1905) nachweisen, dass der ursprüngliche Besitzer es wegen der Verfolgung seiner Familie durch die Nazis verkaufen musste. Bisher haben noch keine Erben Anspruch auf das Werk erhoben. Es ist der fünfte Fall, in dem die Taskforce einen NS-Raubkunstverdacht erhärten konnte. Fast 500 Werke sind allerdings noch zweifelhaft.

Bataclan-Konzerthalle soll Ende 2016 wieder eröffnen

Angreifer hatten in der Pariser Location 90 Menschen getötet

Die Betreiber des Bataclan wollen die bei den Pariser Anschlägen attackierte Konzerthalle Ende 2016 wieder eröffnen. "Es ist notwendig, die Türen wieder geöffnet zu sehen", sagten Jules Frutos und Olivier Poubelle der Tageszeitung "Le Monde". "Das Team will einen Wiederaufbau, die Künstler wollen es auch." Auch der Mischkonzern Lagardère, der eine Mehrheit am Bataclan hält, wünsche eine Wiedereröffnung der legendären Konzerthalle, in der islamistische Angreifer am 13. November 90 Menschen getötet hatten. Drei schwerbewaffnete Angreifer hatten die Konzerthalle, in der 1500 Menschen Platz finden, während eines Konzerts der US-Rockband Eagles of Death Metal attackiert. Band-Sänger Jesse Hughes kündigte bereits vergangene Woche an, er wolle bei einer Wiedereröffnung des Bataclan spielen.

Beschwerden gegen Pranger in "Bild" unbegründet

So die Entscheidung des deutschen Presserates

Die "Bild"-Zeitung hat mit ihrer "Pranger"-Aktion gegen Facebook-Hetzer nicht gegen den Pressekodex verstoßen. Das teilte der Deutsche Presserat in Berlin mit. Die "Bild" hatte im Oktober als Signal gegen Fremdenfeindlichkeit Facebook-Nutzer, die im sozialen Netzwerk aggressiv Stimmung gegen Flüchtlinge machten, mit Klarnamen und Foto in einem "Pranger" abgedruckt. 38 Leser hatten sich über die Aktion und eine ähnliche Auflistung in der "Huffington Post" beschwert. Dabei hatten sie unter anderem Verletzungen der Persönlichkeitsrechte beklagt. Das Selbstkontrollorgan der deutschen Printmedien wertet diese Beschwerden jedoch als unbegründet. "Aus Sicht des Ausschusses war die Veröffentlichung der Äußerungen mit Name und Profilbild in beiden Berichterstattungen zulässig, da es sich hier nicht um private, sondern erkennbar um politische Äußerungen der User in öffentlich einsehbaren Foren handelte", begründete der Presserat seine Entscheidung. Hieran besteht ein öffentliches Interesse, das die Persönlichkeitsrechte überlagert. Dass die "Bild" von einem "Pranger" sprach und die "Huffington Post" die kritisierten Flüchtlingsgegner als "Hassfratzen" bezeichnete, sei eine "zugespitzte, scharfe Meinungsäußerung", die sich aber "noch im Rahmen der presseethischen Grenzen bewegt".

Kanzlerin Merkel erhält Abraham-Geiger-Preis

Sie wird damit für ihre Verdienste um das Judentum geehrt

Kanzlerin Angela Merkel wird heute abend in Berlin für ihre Verdienste um das Judentum geehrt. Sie erhält den Abraham-Geiger-Preis, eine Auszeichnung des gleichnamigen Kollegs an der Universität Potsdam. Merkel sei "Garantin der Freiheit der Religionen in der modernen Gesellschaft", teilte die Jury vorab mit. In Zeiten "des zunehmenden Antisemitismus in Deutschland und Europa" sei ihre "unverbrüchliche Solidarität" Rückgrat des Vertrauens für die jüdische Gemeinschaft. Das Abraham-Geiger-Kolleg ist nach eigenen Angaben die erste akademische Ausbildungsstätte für Rabbiner und Kantoren in Deutschland seit dem Holocaust. Der Preis trägt den Namen eines Denkers des liberalen Judentums, Abraham Geiger (1810-1874). An der Verleihung im Jüdischen Museum nimmt unter anderem auch der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, teil.

Zuckerberg will 99 Prozent seiner FB-Anteile spenden

Das hat der Facebook-Gründer auf seiner FB-Seite angekündigt

Der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat auf seiner Facebook-Seite angekündigt, 99 Prozent seiner Anteile an dem sozialen Netzwerk im Laufe seines Lebens zu spenden. Nach Angaben des 31-jährigen Facebook-Chefs sind die Anteile aktuell 45 Milliarden Dollar wert. Anlass der Ankündigung ist die Geburt seiner Tochter Max. In einem "Brief an unsere Tochter" schreiben Zuckerberg und seine Frau Priscilla Chan in einem Posting, die Tochter habe ihnen einen Grund gegeben, über die Welt nachzudenken, in der sie leben werde. Zuckerberg und seine Frau kündigten an, die Organisation "Chan Zuckerberg Initiative" zu starten. Im Fokus der Aktivitäten sollen unter anderem personalisiertes Lernen, die Heilung von Krankheiten, die Vernetzung von Menschen und der Aufbau starker Gemeinschaften stehen. Weitere Details würden sie in den kommenden Monaten mitteilen, wenn sie aus dem Elternurlaub zurück seien, heißt es in dem Brief.

Ron Howard erhält Stern auf dem Walk of Fame

Eine weitere Ehre für den Oscar-Preisträger und Regisseur von "Apollo 13"

Der US-Regisseur Ron Howard soll auf dem Walk of Fame in Los Angeles mit einer Sternenplakette geehrt werden. Nach Mitteilung der Veranstalter soll der 61-jährige Oscar-Preisträger am 10. Dezember den 2568. Stern auf dem berühmten Bürgersteig enthüllen. Als Gäste sind unter anderem Schauspieler Michael Keaton und Produzent Brian Grazer eingeladen. Howard, der zunächst als Schauspieler ("American Graffiti",1973) bekannt wurde, nahm 2002 für das Drama "A Beautiful Mind" zwei Oscar-Trophäen in Empfang, als Regisseur und als Produzent des besten Films. Unter anderen führte er auch bei den Filmen "Apollo 13" und "Rush - Alles für den Sieg" die Regie. In dieser Woche läuft Howards Abenteuerdrama "Im Herzen der See" mit Chris Hemsworth in den deutschen Kinos an. Es beruht auf der wahren Begebenheit um das Walfangschiff Essex im Jahr 1820, die einst Herman Melville zu seinem Roman-Klassiker "Moby Dick" inspirierte.

Dokufilm über Beltracchi nicht in Oscar-Vorauswahl

Aus 124 Filmen wurden in Beverly Hills 15 Anwärter ausgewählt

Der Dokumentarfilm "Beltracchi - Die Kunst der Fälschung" des deutschen Regisseurs Arne Birkenstock hat es nicht in die Oscar-Vorauswahl geschafft. Die Doku über den Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi war zunächst unter 124 Filmen, die sich um den Doku-Oscar 2016 beworben hatten. Eine Jury wählte nun 15 Anwärter daraus aus, wie die Filmakademie in Beverly Hills bekanntgab. Fünf davon kommen in die Endrunde. Unter den 15 Kandidaten ist US-Regisseur Michael Moore mit "Where to Invade Next", Davis Guggenheim mit "Malala - Ihr Recht auf Bildung" und Joshua Oppenheimer mit "The Look of Silence" über die Opfer des Militärputsches im Indonesien der 60er Jahre. Weitere Kandidaten: "Cartel Land" über den mexikanischen Drogenkrieg, "Amy" über die Sängerin Amy Winehouse, "We come as Friends" von dem Österreicher Hubert Sauper und "Winter On Fire - Ukraine's Fight for Freedom" über den Ukraine-Konflikt. Die 88. Oscar-Verleihung findet am 28. Februar 2016 im Dolby-Theater in Hollywood statt. Die Nominierungen dafür werden am 14. Januar bekanntgegeben.

"Spiegel" streicht 150 Stellen

Verlag will Kosten um 16 Millionen Euro senken

Beim "Spiegel" soll drastisch gespart werden. Die Kosten sollen bis 2018 um insgesamt rund 16 Millionen Euro gesenkt werden, wie der Verlag mitteilte. Rund 150 von derzeit 727 Stellen sollen gestrichen werden. Geschäftsführer Thomas Hass sprach von "harten und schmerzlichen Einschnitten". Es gebe aber keine Alternative, "wenn wir die wirtschaftliche Zukunft unseres Unternehmens sichern wollen". Die Redaktion soll nach Angaben des Verlags 6,4 Millionen Euro einsparen, die Dokumentation 1,5 Millionen Euro und der Verlag 8,2 Millionen Euro. Hass erklärte, "wir haben großen Wert darauf gelegt, die Lasten gleichmäßig zu verteilen". Der Verlag setzt laut Hass vor allem auf freiwillige Beendigungen von Arbeitsverträgen.

Lehmbruck Museum will Nolde-Gemälde restituieren

Gutachten: Verkauf des Bildes 1942 war verfolgungsbedingt

Das Emil-Nolde-Gemälde "Frauen im Blumengarten" im Duisburger Wilhelm Lehmbruck Museum soll an die beiden Erben des jüdischen Kunstsammlers Eduard Müller zurückgegeben werden. Mit seinem einstimmigen Beschluss sei das Kuratorium der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum einem Gutachten der Berliner Expertin Beate Schreiber gefolgt, teilte das Museum in Duisburg mit. Museumsdirektorin Söke Dinkla sei nun beauftragt, mit den Vertretern der Erben eine Lösung über den weiteren Umgang mit dem Gemälde von 1916 zu verhandeln. "Mein Ziel ist es, das Gemälde weiterhin in Duisburg der Öffentlichkeit zugänglich zu machen", erklärte Dinkla. Denkbar sind dem Museum zufolge ein Ankauf durch das Museum oder ein Erhalt als Dauerleihgabe.

Finanzierung der Forschungsstelle Entartete Kunst gesichert

Kulturstaatsministerin Grütters übernimmt Finanzierung für 2016
 
Die Zukunft der Forschungsstelle Entartete Kunst an der Freien Universität ist für das Jahr 2016 gesichert. Die Ende des Jahres 2015 auslaufende Finanzierung der Forschungsstelle durch die Ferdinand-Möller-Stiftung übernimmt für 2016 das Haus von Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Grütters erklärte, der Bund werde sich darüber hinaus für die erforderlichen Mittel für 2017 und 2018 einsetzen, sofern das Land Berlin seiner Verantwortung nachkommt, indem es das Projekt für die im kommenden Jahr beginnenden Hochschulvertragsverhandlungen anmeldet und ab 2019 für eine Finanzierung sorgt. Die Zukunft der Forschungsstelle war bis zuletzt unklar, weil eine Anschlussfinanzierung durch FU oder Land bislang fehlte. 2003 wurde die Forschungsstelle auf Initiative der Ferdinand-Möller-Stiftung gegründet und ist seitdem Anlaufstelle für Provenienzforscher, Museumsleute und Privatsammler. Im Mittelpunkt der Forschungen stehen die Methoden nationalsozialistischer Kunstpolitik, insbesondere die Vorgeschichte, Geschichte und die Auswirkungen der Beschlagnahme moderner Kunstwerke in deutschen Museen durch die Nationalsozialisten im Jahr 1937.
 

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