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Kulturnachrichten

Sonntag, 14. Dezember 2014

Europäischer Filmpreis: Triumph für "Ida"

Auch deutsche Filme gingen bei der Gala in Riga nicht leer aus

Für Pawel Pawlikowski war es eine "fantastische Nacht". Mit seinem bewegenden Schwarz-Weiß-Drama "Ida" holte der polnische Regisseur beim 27. Europäischen Filmpreis fünf Trophäen, darunter den Preis für den besten Spielfilm. Doch auch der Deutsche Marc Bauder konnte nach der Verleihung in der lettischen Hauptstadt Riga die Sektkorken knallen lassen. Er wurde für seine Banker-Doku "Master of the Universe" in der Kategorie bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Mit "Ida" bewirbt sich Polen nun auch um den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Beim "europäischen Oscar" setzte sich der 80-minütige Gewinnerfilm unter anderem gegen Lars von Trier Sex-Drama «Nymphomaniac" durch, das komplett leer ausging. Auch die Deutschen Natascha Curtius-Noss und Claus-Rudolf Amler bekamen Preise - für das Kostüm- und Szenenbild des Alpendramas "Das finstere Tal". Die Auszeichnung als bester Schauspieler gewann der Brite Timothy Spall ("Mr. Turner - Meister des Lichts"). Als beste Schauspielerin wurde in Abwesenheit die Französin Marion Cotillard ("Zwei Tage, eine Nacht") geehrt. Emotional wurde es, als Agnès Varda (86) für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Die französische Filmemacherin nahm die Ehrung sehr gerührt und etwas verlegen entgegen. Doch die Regisseurin und Autorin - "Großmutter der Nouvelle Vague" - äußerte auch Kritik: Zu wenig Frauen seien unter den Nominierten für den Filmpreis gewesen. Der britische Filmemacher Steve McQueen ("12 Years a Slave") wurde für seinen "einzigartigen Beitrag zum internationalen Kino" geehrt.

Berény-Gemälde mit bizarrer Geschichte für 229.500 Euro versteigert

"Schlafende Dame" als Wandschmuck in Hollywood-Film entdeckt

Nach einer weltumspannenden, bizarren Geschichte ist das Ölgemälde "Schlafende Dame mit schwarzer Vase" des ungarischen Malers Róbert Berény in Budapest für 229.500 Euro versteigert worden. Käufer sei ein ungarischer Sammler, der nicht genannt werden wolle, teilte das Auktionshaus Virag Judit am Samstag mit. Die "Schlafende Dame" war auf einem komplizierten Trip, dessen Stationen nicht restlos aufgeklärt sind, für 400 Dollar (rund 320 Euro) in den Besitz eines Hollywood-Studios gelangt, wo es bei wechselnden Produktionen als Inventarstück an der Wand hing. Der Avantgarde-Künstler Berény (1887-1953), der in der Zeit der Weimarer Republik eine Affäre mit Marlene Dietrich gehabt haben soll, war ein Freund des Psychoanalytikers Sigmund Freud. Er kam früh in Begegnung mit der französischen Künstlerszene und veranstaltete gemeinsame Ausstellungen mit Henri Matisse. Das Requisiten-Gemäde "Schlafende Dame" wurde in den Hollywood-Film "Stuart Little" von 1999 aufgenommen, wo es als Wandschmuck diente. Hunderte Millionen Menschen sahen den Film - aber nur der Budapester Kunsthistoriker Gergely Barki erkannte es im Film wieder. Nachdem Barki das Bild erkannt hatte - von dem er zuvor nur eine Schwarz-Aufnahme gekannt hatte - begann er mit der Aufklärung der Geschichte. Barki vermutet, dass die "Schlafende Dame" Ende der 1920er Jahre von einem Juden gekauft und vor dem Zweiten Weltkrieg oder während des Krieges in die USA gebracht wurde. Dort wurde es Ende der 1990er Jahre zunächst bei einer Wohltätigkeitsauktion für 40 Dollar verkauft, bevor es dann in einem Antiquitäten-Laden in Pasadena seine Karriere als Film-Requisite startete. "Ich wusste immer, dass es ein Meisterwerk war", sagte Barki nach der Budapester Auktion. "Nun sieht es so aus, dass der Markt damit einverstanden ist." Berénys Enkelin Lidia Szajko, eine Regisseurin aus San Francisco, sagte, das Leben ihres Großvaters wäre "mit der Anerkennung seines Werks leichter gewesen". Sie hoffe, dass der neue Besitzer des Gemäldes es für Ausstellungen herausgebe, "damit viele von uns es genießen können".

Wartburg-Sanierung wird teurer als geplant

Die Sanierung und Restaurierung der Wartburg bei Eisenach zum 500. Reformationsjubiläum 2017 wird teurer als geplant

"Wir brauchen bis Ende 2016 noch einmal einige hunderttausend Euro", sagte Burghauptmann Günter Schuchardt. Vom Bund und vom Land Thüringen waren 1,8 Millionen Euro zugesagt worden. Jetzt rechnet die Wartburg-Stiftung damit, dass rund 2,5 Millionen Euro benötigt werden. In der Vogtei und im Ritterhaus seien Handwerker und Restauratoren unerwartet auf Hausschwamm und gebrochene tragende Balken gestoßen. Auf der Wartburg, seit 1999 Unesco-Welterbe, werden in diesem Jahr voraussichtlich 340 000 Besucher gezählt werden.

Ossietzky-Medaille für Whistleblower Snowden, Poitras und Greenwald

Gemeinsam mit dem US-Amerikaner zeichnet die Internationale Liga für Menschenrechte auch die amerikanische Dokumentarfilmerin Laura Poitras und den Journalisten Glenn Greenwald aus

Sie hätten die "umfangreichste verdachtsunabhängige Überwachung aller Zeiten" aufgedeckt und sich damit um Demokratie und Menschenrechte verdient gemacht, hieß es zur Begründung. Die Liga fordert Asyl für Snowden in Deutschland. Zur Verleihung wird Snowden aus Moskau zugeschaltet, Poitras wird persönlich an der Verleihung teilnehmen. Die Auszeichnung ist nach dem deutschen Pazifisten und Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky benannt, der 1938 an den Folgen der Haft im Konzentrationslager starb. Die Liga für Menschenrechte vergibt die Medaille seit 1962.

Parzinger will Entscheidung über Museumsstandort Anfang 2015

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, drückt beim geplanten Museum der Moderne in Berlin
aufs Tempo

"Es ist wichtig, dass sich alle Beteiligten - Bund, Berlin und Stiftung Preußischer Kulturbesitz - bald im neuen Jahr an einen Tisch setzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen", sagte Parzinger. "Ich bin sicher, dass wir schnell Einigkeit herstellen können. Mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters bin ich einig, dass das Grundstück an der Potsdamer Straße der optimale Standort ist." Der Bundestag hatte kürzlich überraschend 200 Millionen Euro für das in Berlin schon lange erhoffte Museum für die Kunst des 20.
Jahrhunderts zur Verfügung gestellt. Ursprünglich war ein Standort hinter der Neuen Nationalgalerie vorgesehen. Das prominentere und größere Grundstück an der Potsdamer Straße, ebenfalls in unmittelbarer Nachbarschaft, hat laut Parzinger den Reiz, dass damit städtebaulich auch das Kulturforum aufgewertet werden kann. "Es muss endlich ein wirkliches Forum werden. Mit den 200 Millionen Euro haben wir die Möglichkeit, diese Alternative zu realisieren. Das ist eine historische Chance", sagte er. Mit dem Museum könne eine der letzten ganz großen Lücken für die Kultur in der Bundeshauptstadt geschlossen werden.

Hacker-Angriff auf Sony fiel womöglich auch Bond-Skript zum Opfer

Vom Hacker-Angriff auf die Computer der Filmgesellschaft Sony Pictures ist möglicherweise auch ein frühes Drehbuch zum neuen James-Bond-Film "Spectre" betroffen

Im Internet kursierten bereits Einzelheiten über den neuen Film, berichtet der britische Sender Sky News. So soll das Spektakel mit Daniel Craig und Christoph Waltz als Bösewicht mit Produktionskosten von 300 Millionen US-Dollar der teuerste Bond aller Zeiten werden. Bei dem Angriff wurden gigantische Datenmengen von den Sony-Computern gestohlen, darunter auch mehrere unveröffentlichte Filme. Es war spekuliert worden, Nordkorea könnte hinter dem Angriff stehen. Als möglicher Auslöser gilt die Filmkomödie "The Interview", in der zwei US-Journalisten beauftragt werden, den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un zu töten. Im Namen der Hackergruppe "Guardians of Peace", die die Verantwortung für den Angriff übernahm, wurde inzwischen gefordert, den Film zu stoppen. Nordkorea bestritt offiziell eine Beteiligung an der Attacke. Neben Filmen wurden auch vertrauliche E-Mails der Filmgesellschaft publik.

"BamS": Unveröffentlichte Manuskripte von Konsalik aufgetaucht

Dagmar Konsalik, die Tochter des Bestsellerautors Heinz G. Konsalik, hat nach einem Bericht der "Bild am Sonntag" größtenteils unveröffentlichte Manuskripte ihres Vaters gefunden

Ein Wasserschaden im Keller des Familiensitzes in Bad Honnef-Aegidienberg habe einen Ordner mit mehr als 50 Geschichten zum Vorschein gebracht. Sie habe zunächst alte Exposés vermutet, sagte Dagmar Konsalik der Zeitung. "Es waren aber Kurzgeschichten. Ich blätterte durch, und schnell war klar: Das waren Geschichten, die ich nie in meinem Leben gesehen, geschweige denn gelesen hatte." Die Texte stammten aus der Zeit, bevor Heinz G. Konsalik 1957 mit dem Roman "Der Arzt von Stalingrad" der Durchbruch als Autor gelang. Noch sei sie am Sichten und Ordnen. "Manche Geschichten werden, da muss man ehrlich sein, für die heutige Zeit nicht mehr zu verwenden sein. Viele sind aber Konsalik pur. Wie er Dinge beschreibt und ausschmückt, es ist alles drin, was ihn für viele Leser so unwiderstehlich macht", sagte Dagmar Konsalik. Heinz G. Konsalik war im Oktober 1999 im Alter von 78 Jahren an einem Schlaganfall gestorben.

Alexander Kluge mit Düsseldorfer Heine-Preis geehrt

Die Laudatio auf den 82-jährigen Kluge hielt der Bildhauer und Maler Anselm Kiefer

Der Filmemacher und Schriftsteller Alexander Kluge hat den mit 50.000 Euro dotierten Heine-Preis der Stadt Düsseldorf erhalten. Oberbürgermeister Thomas Geisel überreichte die begehrte Auszeichnung am Samstag, dem 217. Geburtstag von Heinrich Heine, in einem Festakt. Der 1932 in Halberstadt geborene und in München lebende Kluge knüpfe "als wichtiger Vertreter der kritischen Theorie an das poetische, publizistische und politische Schaffen Heinrich Heines an", begründete die Jury ihre Wahl. Kluge gehörte 1962 zu den Initiatoren des "Oberhausener Manifests" junger deutscher Filmemacher, die sich damit von den Heimatfilmen und Schnulzen der 50er Jahre absetzten und den Neuen Deutschen Film begründeten. Nach dem Studium von Jura, Geschichte und Kirchenmusik wandte sich Kluge der literarischen Arbeit zu, er schrieb unter anderem Kurzgeschichten. Kluge erhielt in der Folge zahlreiche nationale und internationale Preise, unter anderem 1982 den Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig, 2003 den Georg-Büchner-Preis und 2008 den Deutschen Filmpreis. Der seit 1972 vergebene Heine-Preis zählt zu den bedeutendsten Kultur- und Literaturauszeichnungen in Deutschland. Er wird alle zwei Jahren an Menschen verliehen, die "durch ihr geistiges Schaffen im Sinne der Grundrechte des Menschen, für die sich Heinrich Heine eingesetzt hat, den sozialen und politischen Fortschritt fördern, der Völkerverständigung dienen oder die Erkenntnis von der Zusammengehörigkeit aller Menschen verbreiten".

Kurt Krömer will sich vom Fernsehen verabschieden

"Ich habe mich dazu entschlossen, ab 2015 meinen künstlerischen Schwerpunkt ausschließlich auf die Bühne zu verlagern", sagte Krömer laut RBB-Angaben

Komiker Kurt Krömer will sich vom Fernsehen verabschieden und keine TV-Shows mehr produzieren. Das habe er dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) am Freitag in einem Schreiben mitgeteilt. Die parallele Arbeit auf der Bühne und für das Fernsehen sei nicht mehr vereinbar mit seinem Wunsch, dem Publikum Substanz und gut ausgefeilte Inhalte anzubieten. Nach Angaben eines RBB-Sprechers lief die jüngste Staffel der "Krömer- Late Night Show" im Herbst im Ersten. Sollte Krömer also 2015 nichts Neues mehr machen, sei das bereits die letzte Staffel gewesen.

Hochschulen fördern Weiterbildungen für Senioren

Sie nennen sich "Seniorenkolleg", "Studieren ab 50", oder "Senioren-Campus": Mit speziellen Weiterbildungsangeboten wollen die Hochschulen in Sachsen-Anhalt ältere Menschen zurück in die Hörsäle holen

"Auch Senioren haben wissenschaftliche Ansprüche. Das Angebot der Hochschulen wird diesen gerecht", sagte die Organisatorin des Seniorenkollegs der Hochschule Anhalt, Elke Eckhardt. Ganz ohne Leistungsdruck förderten die Hochschulen so das lebenslange und generationsübergreifende Lernen. Dafür bieten sie entweder spezielle Vorlesungsreihen an oder öffnen die regulären Vorlesungen und Seminaren für die Ältere.

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