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Kulturnachrichten

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Schriftsteller Ralph Giordano gestorben

Publizist wurde 91 Jahre alt

Giordano starb in der vergangenen Nacht in einem Kölner Krankenhaus. Vor einigen Wochen hatte er sich bei einem Sturz einen Oberschenkelhalsbruch zugefügt. Von den Folgen und der anschließenden Operation erholte sich der Schriftsteller und Journalist nicht mehr. Das bestätigte Helge Malchow, Giordanos Verleger beim Verlag „Kiepenheuer und Witsch“, dem "Kölner Express". Giordanos berühmtestes Werk ist die autobiografische Familien-Saga „Die Bertinis“von 1982, die in seiner Geburtsstadt Hamburg spielte.
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) würdigte Ralph Giordano als "wirkmächtigen und streitbaren Protagonisten" der politischen Kultur in Deutschland. Als Holocaust-Überlebender habe er es sich mit der jungen Bundesrepublik nicht leicht gemacht, heißt es in der Mitteilung. In der politischen Debatte zur
Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus habe Giordano
keinen Konflikt gescheut. Seine mahnende und streitbare Stimme werde Deutschland sehr fehlen.

Literaturnobelpreis : Verleihung an Patrick Modiano

Französischer Schriftsteller wird heute in Stockholm ausgezeichnet

Die Schwedische Akademie lobte den 69-Jährigen für seine "Kunst der Erinnerung". Die Romane Modianos spielen oft im besetzten Paris oder in der Nachkriegszeit. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Place de l'Étoile", "Im Café der verlorenen Jugend" und "Der Horizont". Vor kurzem erschien sein Roman "Gräser der Nacht" auf Deutsch. Der Literaturnobelpreis ist wie die anderen Nobelpreise mit umgerechnet rund 880.000 Euro dotiert.

Leibniz-Preise gehen an acht Wissenschaftler

Erstmals seit 30 Jahren weniger Nominierungen als Preise

Auch eine Forscherin fehlt für die zehn ausgelobten Ehrungen mit dem bedeutendsten deutschen Wissenschaftspreis. Der Leibniz-Preis gehe im kommenden Jahr an acht Wissenschaftler, teilte die Deutsche Foirschungsgemeinschaft (DFG) mit. Nur sie hätten unter 136 vorgeschlagenen Forschern die höchsten Qualitätsansprüche erfüllt, sagte DFG-Präsident Peter Strohschneider. Von den acht Preisträgern kommen jeweils drei aus den Naturwissenschaften und den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie zwei aus den Lebenswissenschaften. Das Fehlen einer Preisträgerin bezeichnete Strohschneider als unbefriedigend.
Die Leibniz-Preise sind mit jeweils 2,5 Millionen Euro dotiert. Mit dem Geld sollen die Arbeitsbedingungen der Spitzenforscher verbessert werden. Die Preise werden am 3. Mai 2015 in Berlin verliehen.

Bühnenverein lehnt Tarifeinheitsgesetz ab

Gesetzentwurf sei konfliktträchtig und nicht praktikabel

Vielmehr werde das Gesetz die Konkurrenz unter den Gewerkschaften anheizen und viele Kulturbetriebe in Schwierigkeiten stürzen, erklärt der Deutsche Bühnenverein. An den 142 öffentlich getragenen Theatern und Orchestern gebe es drei Künstlergewerkschaften und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Die unterschiedlichen Mehrheitsverhältnisse in den Betrieben würden dann zu einer unübersichtlichen Tarifsituation führen. Die Tarifregelungen für Chor, Orchester, Schauspieler oder Tänzer würden mit dem neuen Gesetz von Betrieb zu Betrieb ganz unterschiedlich ausfallen. Das widerspreche der Politik des Bühnenvereins und der Künstlergewerkschaften. Sie wollten den Tarifpluralismus beenden und die Anzahl der Tarifregelungen reduzieren.
Mit dem Tarifeinheitsgesetz will Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) Tarifkämpfe kleiner Gewerkschaften wie bei der Bahn eindämmen.

Jürgen Kaube wird neuer "FAZ"-Herausgeber

Nachfolger für verstorbenen Schirrmacher steht fest

Der 52-Jährige Kaube war zuletzt unter anderem stellvertretender Leiter des Feuilletons. Er wird zum 1. Januar den neuen Posten als Mitherausgeber und Feuilletonchef antreten.
Frank Schirrmacher, langjähriger Feuilleton-Chef, war am 12. Juni im Alter von 54 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Die "FAZ" kündigte zudem an, dass der bisherige Mitherausgeber Günther Nonnenmacher Ende Dezember in den Ruhestand gehen werde.
Wegen Schirrmachers Tod hatte er seinen Abschied verschoben.

Opern-Star Netrebko verteidigt Spende für Theater in Donezk

Netrebko weist Vorwurf politischer Parteinahme zurück

Der aktuelle Konflikt mache ihr große Sorgen, erklärt Netrebko auf ihrer Facebook-Seite. "Mein Erbe ist sowohl Russisch als auch Ukrainisch, und es bricht mir das Herz, die Kämpfe und Zerstörung zu sehen», schrieb die 43jährige. Ihr Scheck über eine Million Rubel (rund 15 000 Euro) für das Theater in Donezk hatte Kritik hervorgerufen, weil ein prominenter Separatistenführer die Summe entgegengenommen hatte. Es sei keine politische Aktion gewesen, betonte Netrebko. Der Politiker Oleg Zarjow sei ihr als «einzige Person vorgestellt worden, die die Spende sicher dem Theater in Donezk übergeben kann».
Besonders in der Ukraine riefen Netrebkos Fotos mit Zarjow samt der Separatistenfahne scharfe Kritik hervor. «Die Präsentation der Flagge hat mich kalt erwischt; ich habe sie nicht gleich erkannt und erst später gesehen, was es war", sagte die Opernsängerin.

Deutscher Lesepreis für erste Bücherei in Asylbewerberheim

Acht weitere Projekte ausgezeichnet

Zum zweiten Mal ist der mit insgesamt 23 000 Euro dotierte Lesepreis in Mainz vergeben worden. Die Stiftung Lesen verleiht ihn gemeinsam mit der Commerzbank-Stiftung. Für sein Engagement wurde der Initiator der Nürnberger "Asylothek", Günter Reichert, geehrt. Er hatte die bundesweit erste Bücherei in einem Asylbewerberheim ins Leben gerufen. Geehrt wurde auch die Berliner Lehrerin Anja Chrzanowski, die einen Literaturclub für Kinder aus sozial benachteiligten Familien gründete. Weitere Preise gingen an die 13-jährige Mainzer Schülerin Lena Ismail für den von ihr betriebenen Jugendbuch-Blog und an Claudia Berghorn aus Münster, der Erfinderin von "Wortschatz-Caching". Bei ihrer Variante des "Geocaching" werden Teilnehmer ebenfalls mit GPS-Geräten ausgestattet und auf Schatzsuche geschickt, um literarisch bedeutende Orte oder historische Inschriften zu finden. Als herausragendes kommunales Projekt wurde die Initiative "Bücher brechen Mauern" der Stadt- und Kreisbibliothek Greiz geehrt, das sich mit der Leseförderung von Strafgefangenen befasst.

Erzbistum Berlin setzt Sanierungsplanungen für Hedwigskathedrale fort

Neuer Erzbischof soll Entscheidungsgrundlagen vorfinden

Der Nachfolger von Kardinal Rainer Maria Woelki, der nach Köln wechselte, wird derzeit in einem mehrstufigen Verfahren gewählt.
Für die Sanierung der Hedwigskathedrale sei der Ausgang des Architektenwettbewerbs vom Juli bindend, erklärte das Erzbistum Berlin. Bei dem Wettbewerb belegte ein Firma aus Fulda den ersten Platz. Ihr Konzept sieht unter anderem vor, die seit 50 Jahren bestehende Bodenöffnung mit Freitreppe zur Unterkirche zu schließen, was bei Denkmalschützern auf Kritik stößt. Das Vorhaben soll durch eigene Rücklagen, die öffentliche Hand und von privaten Geldgebern finanziert werden. Dafür wird die Gründung einer Stiftung vorbereitet. Nach Angaben des Erzbistum ist eine Sanierung der Kathedrale seit Jahren dringend notwendig.

Originalzeichnung von Bär Pu erzielt Rekordpreis bei Auktion

Zeichnung für knapp 400.000 Euro versteigert

Die Tintenzeichnung des Illustrators Ernest Shepard erzielte gestern beim Auktionshaus Sotheby´s in London die höchste Summe, die eine Buchillustration je erzielt hat. Die Zeichnung zeigt den Bären Pu und seinen Freund, das Ferkel sowie den Jungen Christopher Robin von hinten auf einer Brücke stehend. Die Pu-Geschichten des englischen Autors Alan Alexander Milne stammen im Original aus den 1920er Jahren und wurden in Deutschland auch wegen der gelungenen Übersetzung von Harry Rowohlt bekannt.

Original-Aquarell zum "Kleinen Prinzen" findet keinen Käufer

Zeichnung von Saint-Exupéry auf 500.000 Euro geschätzt

Das Aquarell des französischen Autors für sein weltberühmtes Kinderbuch hat bei einer Versteigerung in Paris keinen Käufer gefunden. Das teilte das Auktionshaus Artcurial mit. Die Zeichnung illustrierte die Erstausgabe des "Kleinen Prinzen" aus dem Jahr 1943. Zu sehen ist der türkische Astronom, der den Asteroiden B612 entdeckt, den Planeten des kleinen Prinzen. Das Buch erschien erstmals im New Yorker Verlag Reynal & Hitchcock. Das Original-Aquarell, von Antoine de Saint-Exupéry signiert, hat einen geschätzten Wert von 400.000 bis 500.000 Euro.
Dass es keinen Käufer fand liegt dem Auktionshaus zufolge an einem Skandal um mutmaßlichen Betrug im Geschäft mit Manuskripten. Deswegen hat die Justiz gegen das Unternehmen Aristophil des Manuskripte-Händlers Gérard Lhéritier umfangreiche Ermittlungen eingeleitet.

Schwedische Polizei nimmt Torrent-Server vom Netz

Auch "The Pirate Bay" ist offline

Die schwedischen Behörden gehen erneut massiv gegen den Betreiber von Web-Servern vor, die den Austausch von Musik- und Filmdateien ermöglichen. Nach einer Razzia der Polizei bei einer schwedischen Internet-Firma sind die weltweit bekannte Tauschbörse «The Pirate Bay» aber auch andere, so genannte Tracker-Websites wie EZTV, Zoink Torrage, Istole und das Pirate-Bay-Forum Suprbay.org nicht mehr verfügbar.

Nach einem Bericht der schwedischen Tageszeitung «Dagens Nyheter» wurde die Aktion von einem Sonderstaatsanwalt für Filesharing geleitet und habe in der Region Stockholm stattgefunden.

«The Pirate Bay» und andere Websites ermöglichen die Verbreitung großer Dateien über den Dienst BitTorrent. Dabei wird statt der kompletten Datei zunächst lediglich eine kleine Torrent-Datei heruntergeladen: Diese ist nur wenige Kilobyte groß und enthält die Internet-Adresse eines Servers, des sogenannten Trackers, der den Interessenten weiterführt.

Russischer Milliardär ersteigert Medizin-Nobelpreis für früheren Preisträger

US-Forscher hatte seine Auszeichnung verkauft

Nach einem BBC-Bericht hat der russische Stahl-Magnat Alischer Usmanow den Medizin-Nobelpreis des Wissenschaftlers James Watson ersteigert, um ihn an den 86jährigen zurückzugeben. Usmanow hatte die Goldplakette am 5. Dezember in New York für 4,8 Millionen US-Dollar (3,85 Millionen Euro) anonym erworben.
Der Milliardär gilt als einer der reichsten Männer Russlands. Er hält
die Mehrheit am Londoner Fußballclub FC Arsenal. Usmanow erklärte, er habe ein schlechtes Gefühl bei dem Gedanken, dass Watson sich zur Versteigerung seiner Medaille gezwungen gefühlt habe. Deswegen möchte er sie ihm zurückgeben. Watson hatte den Nobelpreis 1962 für die Entdeckung der Molekularstruktur der DNA erhalten. Er ist nach BBC-Informationen der erste Medizin-Nobelpreisträger, der seine Medaille verkauft hat.

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