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Kulturnachrichten

Sonntag, 7. Dezember 2014

Grütters fordert Herkunftsforschung für archäologische Objekte

Reform der Kulturgutschutz-Gesetze geplant

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) will die archäologischen Sammlungen des Bundes zu mehr Transparenz verpflichten. "Ich habe die Museen aufgefordert, in jedem Jahresbericht den Stand zum Thema Provenienzforschung aufzunehmen", sagte Grütters dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Sie plane eine Reform der bisherigen Kulturgutschutz-Gesetze, um mit strengeren Regeln das Milliardengeschäft mit illegalen Raubgrabungen einzudämmen. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, hatte in den vergangenen Tagen die archäologischen Sammlungen der Stiftung angewiesen, ihm die Einkäufe aus dem Kunsthandel der vergangenen Jahre zu melden, wie das Magazin weiter meldet. Dabei habe sich herausgestellt, dass die Museen bis vor wenigen Jahren Objekte erworben hätten, deren Herkunft unklar sei. Parzinger wolle jetzt die Provenienz dieser Antiken überprüfen lassen. "Bei nachweislich illegaler Herkunft sind wir immer zur Rückgabe bereit", sagte er dem "Spiegel".

Wowereit setzt weiter auf neue Landesbibliothek

Die Mehrkosten bei der Staatsoper blockieren nicht die neue Zentralbibliothek

Berlins scheidender Regierungschef Klaus Wowereit (SPD) setzt trotz der Kostenexplosion bei der Staatsoper Unter den Linden auf ein neues Domizil für die Zentral- und Landesbibliothek. "Natürlich kann Berlin das stemmen. Ich bin sehr optimistisch, dass die Bibliothek einen neuen Standort bekommt, denn der ist notwendig", sagte der SPD-Politiker in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Erneut bedauerte er, dass der ursprünglich geplante Standort für einen Neubau am Tempelhofer Feld durch einen Volksentscheid klar abgelehnt wurde. "Ich hätte dieses Projekt gern noch selbst unumkehrbar auf den Weg gebracht", sagte Wowereit. "Aber ich bin froh, dass es jetzt bei allen Fraktionen das Interesse gibt, möglichst rasch neue Pläne zu erarbeiten." Der Neubau war bisher auf 270 Millionen Euro veranschlagt. In dieser Woche war bekannt geworden, dass Berlin für die Sanierung der Staatsoper insgesamt fast 150 Millionen Euro mehr aufbringen muss als ursprünglich geplant. Das blockiere nicht das Projekt Bibliothek, sagte Wowereit. "Da muss man die Prioritäten abwägen und das neu im Haushaltsplan verankern."

Mehr als drei Millionen für Kazuo Shiragas Fußgemälde

Auch Werke von Macke und Uecker wurden für mehr als eine Millionen Euro versteigert

Rekordpreis für ein Fußgemälde von Kazuo Shiraga: Das Ölgemälde "Chijikusei Gotenrai" ist für knapp 3,15 Millionen in München unter den Hammer gekommen, wie das Auktionshaus Ketterer mitteilte. Nach Angaben des Hauses ist das ein Rekordpreis für ein Werk des japanischen Künstlers bei einer Auktion in Deutschland. Es ging nach einem langen Bietergefecht an einen Käufer in Hongkong. Der 2008 gestorbene Shiraga malte seine Bilder an Seilen hängend mit seinen nackten Füßen. Einen Millionenerlös gab es auch für ein Gemälde von August Macke. Sein Aquarell "Unter den Lauben von Thun" wurde für 580 000 Euro aufgerufen - und erbrachte mehr als eine Million mehr. Es ging für knapp 1,83 Millionen Euro an einen Bieter aus Süddeutschland. Günther Ueckers "Weißer Wind" wurde für rund 1,1 Millionen Euro versteigert. Egon Schieles "Liegender weiblicher Akt mit angezogenen Beinen", der mit 300 000 Euro aufgerufen wurde, brachte einen Erlös von 925 000 Euro.

Westpreußisches Landesmuseum an neuem Standort eröffnet

Nach Münster-Wolbeck nun Warendorf

Mit einem Festakt ist das Westpreußische Landesmuseum an seinem neuen Standort in Warendorf wiedereröffnet worden. Das Museum, das zuvor in Münster-Wolbeck untergebracht war, präsentiert in den Räumen eines ehemaligen Franziskanerklosters die Kultur-, Wirtschafts- und politische Geschichte der Region am Unterlauf der Weichsel mit Danzig als wirtschaftlichem und kulturellem Zentrum. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) würdigte die Bedeutung des Museums bei der Eröffnung. "Die neue Dauerausstellung wird helfen, die Geschichte Deutschlands und Polens, aber auch die Geschichte Europas besser zu verstehen: die Erinnerungen, die wir teilen, die Traditionen, die uns verbinden, aber auch die Traumata infolge der Konflikte und des Leids auf westpreußischem Boden", sagte sie. Die inhaltlich neu konzipierte und deutlich erweitere Dauerausstellung beeindrucke dabei durch herausragende Exponate und Details, die sich zu einer differenzierten, historischen Gesamtschau fügten. Das Westpreußische Landesmuseum ist in Deutschland die zentrale Einrichtung für die Sammlung und Erforschung des Landes am Unterlauf der Weichsel. Anhand von Gemälden, Möbeln, Alltagsgegenständen und Textilien sowie Dokumenten wird die kulturelle Blüte Preußens besonders im 16. und 17. Jahrhundert als Erinnerungsort für Deutsche und Polen gleichermaßen erfahrbar machen. Die Bibliothek des Museums bietet nach eigenen Angaben rund 12.000 Titel. Das Museum ist ab Dienstag für die Öffentlichkeit zugänglich.

Rattle will nach Philharmoniker-Abschied in Berlin bleiben

Er habe durch die Philharmoniker viel gelernt, so Rattle

Simon Rattle (59), Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, will auch nach seinem Abschied vom Orchester im Jahr 2018 in Berlin wohnen bleiben. Dann wolle er auch mehr an der Staatsoper und der Deutschen Oper dirigieren, sagte Rattle heute in einem Interview mit der "Berliner Morgenpost". Die Leitung eines Opernhauses wolle er aber nicht übernehmen. "Noch eine Familie wäre zuviel", sagte der Brite. Rattle lebt mit seiner Frau, der Mezzosopranistin Magdalena Kozená und drei Kindern in Berlin. Er komme nun in das Alter, in dem Dirigenten begönnen, gut und kompetent zu werden, sagte Rattle. In dem Interview räumte er ein, dass es mit den Berliner Philharmonikern immer wieder Spannungen gebe. "Es sind schwierige Menschen. Das gehört mit zum Titelblatt der Philharmoniker, das ist kein Geheimnis." Er habe aber dadurch viel gelernt. Im Mai 2015 wollen die Berliner Philharmoniker einen Nachfolger für Rattle wählen.

"Die Songs brechen heraus" - Tom Waits wird 65

"Als Kind wollte ich alt sein, weil die Alten die sind mit den großen Geschichten und den coolen Klamotten. Jetzt würde ich das gern mitnehmen und zurück in diese Zeit gehen", so Waits

Heute feiert Tom Waits seinen 65. Geburtstag.Mit seiner rauen, rauchigen, immer wieder brechenden Stimme lässt sich Tom Waits nicht in ein einziges Genre sperren. Irgendwo zwischen Rock und Folk wird er notdürftig eingeordnet, Blues- und Jazzelemente tauchen auf, manchmal wird seine Musik auch als Indie oder Alternative bezeichnet. Er ist nicht nur Sänger und Komponist, er ist auch Autor und Schauspieler. Als sich stetig wandelnder, mal Vorbildern wie Bob Dylan oder Johnny Cash nacheifernder Sänger, mal als innovativer, rebellischer Musiker hat Tom Waits sich seinen Namen gemacht. Mit 20 Jahren fing der in Kalifornien geborene Waits an, erste Songs zu schreiben, bald verdiente er damit sein Geld. Der kreative Prozess fiel ihm nie schwer, sagte Waits in einem Interview: "Die Songs brechen aus einem heraus." Sein erstes Album "Closing Time" veröffentlichte er mit 24, jedoch nicht mit dem Erfolg, den andere Künstler mit seinen Songs feierten. Im Vorprogramm von Frank Zappa wurde Waits regelmäßig ausgebuht. Mit sechs weiteren Alben waren die siebziger Jahre eine künstlerisch fruchtbare, aber auch alkohollastige Zeit für Waits. Mit Kathleen Brennan, der laut Waits "größten Liebe seines Lebens", seiner Ehefrau und wichtigsten künstlerischen Partnerin, kam die musikalische und persönliche Wende. 1980 heiratete das Paar, 1983 kam das erste ihrer drei gemeinsamen Kinder auf die Welt. In diesem Jahr veröffentlichten Waits und Brennan auch ihr erstes gemeinsam produziertes Album. "Swordfishtrombones" markierte Waits' Abkehr von traditionellen gitarren- oder klavierdominierten Arrangements, abgelöst durch unkonventionelle Klangstrukturen, manchmal mit einem Dudelsack oder einem Marimbaphon im Programm. «Der einzige Grund dafür, dass Leute neue Songs schreiben, ist, dass sie keine Lust mehr auf die alten haben», sagte Waits in einem Interview und gab damit die beste Erklärung für die stete Wandlung seines Sounds. Waits war nie ein Fan der Medienaufmerksamkeit, die seine Musik oder seine Filmauftritte - häufig in der Rolle des Musikers - hervorriefen. Die Gespräche mit Medien, die einer Albenveröffentlichung vorangehen, bezeichnet er als "Geschirrspülen", als notwendige, lästige, immer wiederkehrende Aufgabe, die dem Fest des kreativen Schaffens folge.

Griechischer Schriftsteller Koumandareas tot

Polizei vermutet Mord

Einer der bekanntesten griechischen Schriftsteller, Menis Koumandareas (83) ist tot in seiner Wohnung in Athen gefunden worden. Die Polizei geht von einem Verbrechen aus. "Er hatte Prellungen und kleine Wunden am Hals und dem Gesicht", teilten die Ermittler mit. Ob es sich um einen Mord handelt, "das wird uns die Gerichtsmedizin sagen", sagte heute ein Polizeioffizier der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe aber viele Anzeichen, die dafür sprächen, hieß es. Die Leiche war gestern entdeckt worden. Koumandareas war er einer der beliebtesten Schriftsteller in Griechenland und galt als wichtige Figur des Realismus. Seine bekanntesten Bücher sind "Die Mofas" (1962), "Das Trikot mit der (Nummer) Neun" (1986), das auch verfilmt wurde, sowie "Zwei Mal Grieche" (2001). Zudem übersetzte er mehrere Bücher englischsprachiger Autoren, wie Ernest Hemingway und Scott Fitzgerald. Nach Abbruch eines Jura-Studiums arbeitete Koumandareas zunächst für Reedereien und widmete sich dann dem Schreiben.

Coldplay feiert Tour-Abschluss mit exklusivem Konzert in München

Highlight zum Abschluss des Jahres

Die britische Rock-Pop-Band Coldplay hat am Samstagabend vor rund 1500 Gästen den Abschluss ihrer "Ghost Stories Tour 2014" mit einem exklusiven Konzert gefeiert. Es war eine von sieben intimen Shows in sieben Städten rund um den Globus. "Wir verbringen gerade so viel Zeit im Studio - da ist es wie Kokain, hier oben zu stehen", rief Frontmann Chris Martin den Münchnern zu. Und schenkte ihnen nach Hits wie "Viva la Vida" und "The Scientist" nach einer Stunde Konzert und drei Zugaben am Ende noch ein Weihnachtslied: "Christmas Lights" als gelungenen Ausklang dieser Show am Nikolaustag.

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