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Kulturnachrichten

Montag, 30. Dezember 2013

Parlament: Keine NS-Raubkunst im Bundestag

Im Deutschen Bundestag hängt nach Angaben des Parlaments keine NS-Raubkunst.

Damit wies das Parlament einen Bericht der "Bild"-Zeitung zurück. Es stünden aber zwei Bilder im Verdacht, NS-Raubkunst zu sein. Die Werke würden derzeit von einer Kunsthistorikerin genau überprüft. Dabei handele es sich um das Ölgemälde "Kanzler Bülow spricht im Reichstag" von Georg Waltenberger sowie um die Kreidelitographie "Straße in Königsberg" von Lovis Corinth. Die "Bild"-Zeitung hatte heute berichtet, dass die Werke zur NS-Raubkunst gehören würden. Die Litographie stamme zudem aus der Sammlung der Münchener Familie Gurlitt. Auch diesen Vorwurf wies das Parlament zurück.

Schon vor vier Jahren musste der Bundestag der Zeitung zufolge ein von den Nazis gestohlenes Gemälde an die Erben des ehemaligen Besitzers herausgeben. Seit 2012 forscht eine Historikerin auf Beschluss des Kunstbeirats nach Raubkunst in der Sammlung des Bundestags. Die Auswertung soll in wenigen Monaten abgeschlossen sein.

Sternensinger sammeln für Flüchtlingskinder

Sie sammeln für Flüchtlingskinder auf der ganzen Welt: mehrere tausend Kinder, die sich in den kommenden Tagen als Heilige Drei Könige verkleiden.

Die bundesweite Spendenaktion ist heute im Kölner Dom gestartet worden. Im Zentrum der Aktion steht dieses Mal das kleine Land Malawi in Ostafrika. Wie die Initiative des Kindermissionswerks "Die Sternsinger" und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend mitteilten, sind dort tausende Kinder auf der Flucht, viele stammen aus dem Kongo. Die gesammelten Spenden der Sternensinger würden auf rund 2.000 Projekte weltweit verteilt. Sie sollen zum Beispiel in die medizinische Versorgung fließen, in Traumatherapien oder in den Schulbesuch.

Bei der letzten Aktion kamen rund 43,7 Millionen Euro Spenden zusammen.

Weltweit 70 Reporter ums Leben gekommen

Im Jahr 2013 sind weltweit mindestens 70 Reporter bei ihrer Arbeit ums Leben gekommen.

Das geht aus einem aktuellen Bericht des "Komitees zum Schutz von Journalisten" hervor. Demnach wurden knapp 30 Reporter bei der Berichterstattung über den Bürgerkrieg in Syrien getötet. Sechs Journalisten seien in Ägypten ums Leben gekommen. Vor allem der Nahe Osten sei für die Berichterstatter zu einer Gefahr geworden, hieß es. Der stellvertretende Vorsitzende des Komitees forderte die Internationale Gemeinschaft auf, den Schutz von Reportern zu verbessern.

Holocaust-Überlebende fordert NPD-Verbot

"Ich finde, dass man sich schon längst hätte darum kümmern müssen, dass die NPD verboten wird."

Das sagte die Musikerin und Sängerin Esther Bejarano im Deutschlandradio Kultur. Bejarano gehörte als Jugendliche zum Mädchenorchester von Auschwitz - heute rappt sie in der anti-rassistischen Band Microphone Mafia und hat jetzt ihre Memoiren veröffentlicht. Die 89-Jährige betonte, sie sehe eine große Gefahr, dass rechtsradikale und neo-nazistische Gruppierungen und Parteien speziell bei vielen Arbeitslosen und Unzufriedenen großen Zulauf finden könnten. Verboten werden müssten alle Institutionen, die die schreckliche, menschenhassende Ideologie wie die Nazis hätten.

Bejarano kehrte Anfang der 60 Jahre aus Israel nach Deutschland zurück. Anfangs sei es für sie "sehr schlimm gewesen". Besonders die Polizei habe ihr Angst gemacht – Erinnerungen an die Gestapo seien ihr gekommen.

Regierungsbeauftragte weist Hirtenbrief gegen Gender-Ideologie zurück

Gender-Ideologie - dieser Begriff wird seit Monaten in Polen heiß debattiert.

Die katholische Kirche des Landes hat ihn geprägt. Mit "Gender Ideologie" empört sie sich gegen alle staatlichen und europäischen Programme zur Gleichberechtigung der Geschlechter. Durch sie würden Familien zerrüttet und Homosexualität begünstigt. Dazu hat sich nun die polnische Regierungsbeauftragte für Gleichberechtigung, Agnieszka Kozlowska-Rajewicz, geäußert: Sie betonte, man solle den von der Kirche erfundenen Begriff Gender-Ideologie fallen lassen und stattdessen von der Gleichbehandlung von Männern und Frauen sprechen.

Die Regierungsbeauftragte widersprach auch der Kirchenbehauptung, im Rahmen von Gleichberechtigungs-Programmen müssten sich Jungen als Mädchen verkleiden. Außerdem würden Mädchen nicht ihre Weiblichkeit verlieren, wenn sie mit Autos spielten oder später den Führerschein machten. Zuletzt hatte die polnische katholische Kirche die angebliche Zerstörungskraft der Gender-Ideologie in den Weihnachtspredigten von allen Kanzeln herab angeprangert.

NS-Raubkunst im Bundestag aufgefunden

NS-Raubkunst hängt immer noch im deutschen Parlament.

Das hat der Kunstbeirat des Bundestags festgestellt und ein Sprecher von Bundestagspräsident Lammert bestätigt, wie die "Bild"-Zeitung berichtet. Bei den nun entdeckten Werken handele es sich um das Gemälde "Kanzler Bülow spricht im Reichstag" von Georg Waltenberger sowie um die Kreidelitographie "Straße in Königsberg" von Lovis Corinth. Dieses Bild stamme aus der Sammlung der Münchner Familie Gurlitt. - Schon vor vier Jahren musste der Bundestag der Zeitung zufolge ein von den Nazis gestohlenes Gemälde an die Erben des ehemaligen Besitzers herausgeben. Seit 2012 forscht eine Historikerin auf Beschluss des Kunstbeirats nach Raubkunst in der Sammlung des Bundestags. Die Auswertung soll in wenigen Monaten abgeschlossen sein.

Saudische Religionspolizei verbietet Neujahrsfeiern

Wer morgen in Saudi-Arabien ins neue Jahr feiert, der könnte Ärger bekommen.

Denn die Religionspolizei des Landes warnt davor, jegliche Feierlichkeiten in dem ultra-konservativen Königreich zu zelebrieren. Das berichtet die Zeitung "Okaz". Grund ist eine entsprechende Fatwa, also ein religiöse Rechtsauskunft. Denn in Saudi-Arabien wird der Islam streng ausgelegt und folgt dem Kalender der Hidschra, also der Auswanderung Mohammeds von Mekka nach Medina. Seine Ankunft dort am 24. September 622 markiert den Beginn der islamischen Zeitrechnung. Deshalb feiern streng gläubige Muslime das neue Jahr nicht wie wir am 1. Januar. Die saudische Religionspolizei hat speziell Händler von Blumen und Geschenken verwarnt: Sie dürften keine roten Rosen oder andere Gaben verkaufen.

Gauck warnt vor "Hassmechanismen" zum Weltkriegsgedenken

Bundespräsident Joachim Gauck befürchtet, dass nationalistische Strömungen in Europa 2014 befördert werden könnten.

Grund ist das Gedenken an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor einhundert Jahren. Dazu sagte Gauck dem "Spiegel", man könne nur hoffen, dass die Stimme der Aufgeklärten stärker sei als in der Zwischenkriegszeit. Heute sei Europa zwar "zu friedlich", als dass er wieder in Kriegsszenarien denken könne, betonte der Bundespräsident. Aber beim Krieg auf dem Balkan in den 90er Jahren habe man gesehen, dass "mitten in einem befriedeten Jahrzehnt plötzlich archaische Hassmechanismen wieder greifen können".

Gedenkstätte Auschwitz erhält Original- Baracke aus US-Museum zurück

Damit dürfte das Holocaust-Museum in Washington nicht gerechnet haben.

Nach über 20 Jahren musste die amerikanische Einrichtung den ausgeliehenen Teil einer Original-Holzbaracke des Vernichtungslages Auschwitz nach Polen zurückgeben. Hintergrund ist eine gesetzliche Neuregelung: Das Parlament in Warschau hatte beschlossen, die Ausleihe von Museumsstücken auf fünf Jahre zu begrenzen. Der Direktor der Gedenkstätte in Auschwitz, Piotr Cywinski, bedankte sich für das Verständnis der US-Seite. Die Baracke soll nun im Ganzen restauriert und an ihrem ursprünglichen Standort in Auschwitz-Birkenau wieder aufgebaut werden. - In dem Vernichtungslager im Süden Polens ermordeten die Nazis zwischen 1940 und 1945 mehr als eine Million Menschen.

Schweizer Verein sucht neue Hymne für das Land

Sie ist zu schwülstig, zu gottesfürchtig und sollte ersetzt werden - das sagen einige Schweizer über die eigene Landeshymne.

Deshalb hat die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft zu einem inoffiziellen Künstlerwettbewerb aufgerufen. Der Verein will ein halbes Jahr lang Vorschläge für eine neue Hymne sammeln; der beste Beitrag soll dann der Regierung vorgelegt werden. Ob die aber handelt und zum Beispiel per Volksentscheid über das Nationallied abstimmen lässt, ist unklar. Denn es gibt auch viele Schweizer, die ihre Hymne behalten wollen und gegen diese "Kulturrevolution" protestieren. - Die aktuelle Schweizer Nationalhymne wurde 1961 provisorisch eingeführt und erst 1981 endgültig bestätigt.

Als der Schweizer Bundesstaat 1848 gegründet wurde, sangen die Eidgenossen ein anderes Lied. Da die Melodie aber dieselbe war wie die der britischen Hymne "God save the Queen", änderten die Schweizer das Lied.

Hilfswerke fürchten Spendeneinbruch wegen Konten-Umstellung

Hilfswerke befürchten, dass sie ab dem 1. Februar deutlich weniger Spenden bekommen.

Grund ist die Umstellung aller Kontodaten auf international einheitliche Standards. Dabei werden bisherige Kontonummern und Bankleitzahlen durch IBAN- und BIC-Nummern ersetzt. Dazu sagte Daniela Felser, Geschäftsführerin des Deutschen Spendenrats, dem Magazin "Der Spiegel", man rechne mit Einbrüchen zwischen 20 und 30 Prozent durch falsch ausgefüllte Überweisungsträger. Bisher haben viele Hilfsorganisationen einfach zu merkende Kontonummern, die nun durch eine Kombination aus Ziffern und Buchstaben ersetzt werden. Felser betonte, je öfter eine Bank die Überweisungsträger nicht anerkenne, desto mehr sinke die Bereitschaft zu spenden. Auch telefonische Spenden sind durch die Umstellung auf das europäische Zahlungssystem SEPA nicht mehr ohne weiteres möglich, weil sie schriftlich bestätigt werden müssen.

Felser erklärte, das Problem sei mit Banken und Fernsehsendern bisher nicht zufriedenstellend geklärt worden. - Im Deutschen Spendenrat haben sich Spenden sammelnde Organisationen zusammengeschlossen.

Filmkomponist Wojciech Kilar gestorben

Der polnische Komponist Wojciech Kilar ist tot.

Er starb im Alter von 81 Jahren in Katowice. Kilar wurde vor allem durch seine Filmmusiken bekannt - etwa für die Werke "Bram Stoker´s Dracula" und "Der Pianist", für dessen Score er den französischen Filmpreis César erhielt. Das Angebot, die Musik für die Herr-der-Ringe-Trilogie zu schreiben, schlug Kilar aus, weil er sich vor allem der Konzertmusik widmen wollte. Im Laufe seiner langen Karriere verfasste der Pianist und Komponist mehrere Symphonien und Konzerte. In einer Reaktion auf Wojciech Kilars Tod nannte ihn der Direktor der Warschauer Oper eine der wichtigsten Persönlichkeiten der polnischen Kultur.

"Dinner for One" auch nach 50 Jahren noch beliebt

Der Sketch "Dinner for One" ist einfach Kult.

Jeder dritte Deutsche ab 14 Jahren schaltet die Sendung regelmäßig am Silvesterabend ein. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine nicht repräsentative Umfrage. Vor allem bei Ältern sind Miss Sophie, die in dem Schwarz-Weiß-Kurzfilm ihren 90. Geburtstag feiert, ihr lallender Butler James und der berühmte Tigerkopf beliebt. Der Sketch selbst ist inzwischen 50 Jahre alt. "Dinner for One" war 1963 vom Norddeutschen Rundfunk in Hamburg aufgezeichnet worden, nachdem ein Auftritt in einer Live-Fernsehsendung sehr erfolgreich gewesen war. - Zum Jubiläum strahlt der NDR zwei Sondersendungen aus. Der Sketch selbst wird zum Jahreswechsel 15 Mal gezeigt.

Frankreich: Ess-Insekten bald im Supermarkt

Noch eine Grille für die Dame oder ein Mehlwurm für den Herrn?

Im Feinschmeckerland Frankreich kommen jetzt essbare Insekten aus heimischer Produktion in den Supermarkt. Einen entsprechende Vereinbarung hat ein Jungunternehmer aus der Region Toulouse nach eigenen Angaben mit einer großen Kette geschlossen. Ein erster Testverkauf soll im Januar mit Grillen und Mehlwürmer beginnen. Der Unternehmer sagte der Deutschen Presse-Agentur, er sei überzeugt, dass Insekten zur Ernährung der Zukunft gehörten. Die Ekelgefühle vieler Europäer seine vollkommen unbegründet. - Die Welternährungsorganisation FAO wirbt seit Jahren dafür, dass Menschen Insekten essen. Begründung: Die Tierchen sind reich an Mineralstoffen und Proteinen, wachsen schnell und verursachen wenig Treibhausgase.

Papst über Schlüsselworte zum Familienglück

Was ist der Schlüssel für ein glückliches Familienleben?

Nach Auffassung von Papst Franziskus gehören dazu auch die Worte "Darf ich", "Danke" und "Entschuldigung". Anlässlich des Festes der Heiligen Familie erklärte der Papst auf dem Petersplatz in Rom: In einer Familie, in der es nicht aufdringlich zugehe, frage man um Erlaubnis, bevor man etwas tue. Außerdem lerne man, sich zu bedanken und sich zu entschuldigen, falls man etwas falsch gemacht habe. Dann herrschten Frieden und Freude. Anschließend forderte der Papst die versammelten Gläubigen auf dem Petersplatz auf, die Schlüsselworte laut zu wiederholen. - Das katholische Fest der Heiligen Familie erinnert an Maria, Josef und das Jesuskind als Urbild der christlichen Familie.

Sachsen-Anhalts Archäologen : erfolgreiche Bilanz 2013

Die Archäologen von Sachsen-Anhalt blicken auf ein gutes Jahr zurück.

Landesarchäologe Harald Meller sagte der Deutschen Presse-Agentur, "trotz der Flut" sei man mit 83 Grabungen sehr erfolgreich gewesen. Allerdings hätte das Hochwasser im Juni auch beinahe tausende Funde unwiederbringlich zerstört. Meller betonte, herausragend sei 2013 die Aufnahme der Himmelsscheibe von Nebra in die Liste des Unesco-Dokumentenerbes "Memory of the World" gewesen. Außerdem hätten Forscher aus Halle daran mitgearbeitet, "die genetische Geschichte Europas" zu entschlüsseln. Dabei wurde mit Hilfe einer umfangreichen DNA-Studie erstmals die Besiedlungsgeschichte Europas wissenschaftlich belegt. Die Ergebnisse zeigten, aus welchen Regionen die ersten Bauern eingewandert waren.

Ulrich Tukur beklagt Leistungsdruck in der Gesellschaft

"Die Menschen in den Gesellschaften der Industrieländer sind einem Leistungsdruck und einer Geschwindigkeit ausgesetzt, die für viele nicht mehr erträglich ist."

Das meint der Schauspieler Ulrich Tukur. Der 56-Jährige ist zur Zeit im Kinofilm "Houston" in der Rolle eines Mannes unter Erfolgsdruck zu sehen. Dazu sagte Tukur der Deutschen Presse-Agentur, mit dem atemberaubenden Fortschritt der technischen Möglichkeiten und einer explodierenden Kommunikation, die das Leben in allen Bereichen durchdringe, verschärfe sich das Tempo in der Gesellschaft. Auch in seiner Wahlheimat Venedig. Dorthin sei er vor 14 Jahren gezogen, um Ruhe und Schönheit zu finden. Jetzt würden Kreuzfahrtschiffen mit Tausenden von Menschen an Bord in die Kanäle fahren und die Fundamente der Stadt zerstören.

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