Seit 01:05 Uhr Tonart

Freitag, 22.11.2019
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Samstag, 28. Dezember 2013

CJP: Ukraine muss unabhängige Ermittlungen gewährleisten

Das "Committee to Protect Journalists" fordert nach dem Angriff auf eine ukrainische Journalistin unabhängige Ermittlungen.

Die Untersuchungen müssten transparent sein und auch die journalistische Arbeit Tatjana Tschornowils als mögliches Motiv für die Tat berücksichtigen, schreibt die Organisation in einer Stellungnahme. Die Journalistin hatte zuletzt über das Privatvermögen ukrainischer Spitzenpolitiker berichtet. Kurz danach war Tschornowil brutal zusammengeschlagen worden. Nach Angaben des Committee to Protect Journalists befindet sie sich weiterhin im Krankenhaus.

Russland-Experte: "Mit Belehrungen alleine kommen wir nicht weiter"

"Pussy Riot wird hier im Westen völlig überschätzt."

Dieser Meinung ist der Publizist und Russland-Experte Richard Kiessler. Im "Deutschlandfunk" sagte Kiessler, er habe bei seinen letzten Reisen festgestellt, dass das Thema Pussy Riot in der russischen Öffentlichkeit bei weitem nicht so hochgespielt werde, wie bei uns. Viele Menschen bewerteten den damaligen Auftritt der Musikerinnen in der Christus-Erlöser-Kathedrale als unanständig und unangemessen. Der Journalist betonte, es sei der falsche Weg, ständig mit dem erhobenen Zeigefinger auf Moskau zu zeigen. Vielmehr müsse der Westen Russland auf Augenhöhe begegnen und akzeptieren, dass das Land nicht unbedingt den Weg einer westlichen Demokratie gehen werde.

Ukrainische Journalistin Tschornowil hält Überfall für Racheaktion

Das war kein Zufall.

Die vor einigen Tagen brutal zusammengeschlagene ukrainische Journalistin Tatjana Tschornowil glaubt nicht an ein gewöhnliches Gewaltverbrechen. Sie sei vor dem Überfall von einem schwarzen Geländewagen verfolgt worden, sagte sie dem oppositionellen Fernsehsender "Kanal 5". Das Auto habe sie von der Straße gedrängt und dann hätten sie die Insassen des Wagens angegriffen. Tschornowil hatte zuletzt über Luxusresidenzen von Staatschef Viktor Janukowitsch und anderen führenden Politiker berichtet. Das Innenministerium meldete unterdessen, man habe nach der Attacke fünf Verdächtige festgenommen. Diese hätten Verbindungen zur ukrainischen Opposition, erklärte das Ministerium.

UNESCO-Schutz für Stecci : Antrag scheitert an innerbosnischem Streit

Stecci sind mittelalterliche Grabsteine mit Reliefbildern und Symbolen, die nur im Balkanraum vorkommen.

Etwa 60.000 von ihnen finden sich heute noch in Bosnien und Herzegowina. Denkmalschützer wollen die Stecci nun auf die Weltkulturerbeliste der UNESCO bringen, scheiterten jedoch zunächst an einem innerbosnischen Streit. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob die Stecci ein Ausdruck des katholisch-westlichen Kulturkreises waren oder ob sie in der östlich-orthodoxen Tradition standen. Die Vertreter der muslimisch-kroatischen Föderation des Landes konnte sich deshalb nicht mit den Repräsentanten der serbischen Teilrepublik auf eine gemeinsame Kandidatur einigen.

SZ: Der chinesische Kunstmarkt ist schwer zu verstehen

Die Erschließung des chinesischen Kunstmarktes ist für westliche Firmen schwieriger als erwartet.

Dieses Fazit zieht die "Süddeutsche Zeitung" und beruft sich auf mehrere Kunstexperten. Der chinesische Markt sei schwer zu verstehen, weil die Vorlieben und Trends pausenlos wechselten. Außerdem sei er überschwemmt mit Fälschungen. Laut "SZ" herrscht eine "traditionsreiche und ehrenwerte Kultur des Kopierens". Zudem bleibe die westliche Kunst vielen Chinesen kulturell fremd, zitiert die Zeitung die Asien-Expertin des Auktionshauses "Christie´s". Käufer bevorzugten etwa Landschaften, denn niemand wolle sich das Portrait eines fremden Menschen ins Wohnzimmer hängen.

Christie´s hatte als erstes westliches Auktionshaus im September eine Auktion in China abgehalten.

Türkische Spielshow abgesetzt - Moderator hatte Korruptionsskandal thematisiert

Er hat offenbar einmal zu oft die türkische Regierung kritisiert.

Wie die "New York Times" berichtet, ist die Spielshow "The World Game" im türkischen Fernsehen eingestellt worden. Nach Informationen der Zeitung hatte der Moderator der Sendung während einer Fragerunde mit einem Kandidaten den Korruptionsskandal thematisiert. Einige Monate zuvor habe er bereits die Proteste im Gezi-Park in seiner Sendung erwähnt. Nach Angaben von Bloggern ist die Absetzung der Show nur ein Teil einer großangelegten Aktion gegen Medien, die den Korruptionsskandal zum Thema machen.

Verleger: Interesse an Zeitschriften ist ungebrochen

Das Zeitschriftengeschäft hat sich in diesem Jahr besser entwickelt als erwartet.

Das teilte der Verband Deutscher Zeitungsverleger in Berlin mit. 2013 seien in Deutschland mehr als 1.600 Zeitschriften, Wochenzeitungen und Magazine erschienen, so viele Titel wie nie zuvor, sagte Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer. In Zukunft müssten die Verlage neben Bezahlsystemen im Internet weitere Erlösquellen ausbauen - etwa Video-Angebote oder datenbankgestützte Services. Der Verband forderte die Politik auf, die Rahmenbedingungen für eine unabhängige Presse zu erhalten. Es dürfe keine Wettbewerbsnachteile gegenüber beitragsfinanzierten Angeboten geben.

Journalist Greenwald: Hacker sollen sich für Schutz der Privatsphäre einsetzen

Er ist überzeugt, dass der Kampf um die Privatsphäre vor allem über Technologie ausgefochten wird.

Der Journalist und Snowden-Vertraute Glen Greenwald sagte bei seinem Video-Auftritt beim Jahreskongress des Chaos Computer Clubs in Hamburg, er glaube nicht, dass der US-Kongress dem Geheimdienst NSA wirksame politische Grenzen setzen werde. Greenwald forderte Computerexperten und Hacker auf, sich für den Schutz der Privatsphäre einzusetzen. Außerdem kündigte er eine Fortsetzung der Enthüllungen an. Wörtlich sagte er: "Es wird noch viele weitere Berichte geben." Zugleich warb der Journalist dafür, dass Länder wie Deutschland, Frankreich oder Brasilien den Informanten Edward Snowden aufnehmen sollten.

Initiative: Menschliche Überreste aus der Kolonialzeit müssen zurück in Herkunftsländer

Migrantenorganisationen fordern von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz die Rückgabe menschlicher Überreste aus der Kolonialzeit.

Allein in den Staatlichen Museen in Berlin lagerten Gebeine von mehreren Tausend Menschen aus aller Welt, sagte Mnyaa Sururu Mboro von der Organisation Berlin Postkolonial dem Evangelischen Pressedienst. Die Überreste seien etwa zu rassistischen Forschungszwecken und im Zusammenhang mit kolonialen Kriegszügen nach Deutschland gelangt. Sie müssten aus ethischen Gründen dringend nach Afrika, Asien und Lateinamerika rückgeführt werden. Mboro betonte, die meisten Herkunftsländer sähen traditionelle Bestattungen vor, ansonsten fänden die Toten keine Ruhe.

Erzbischof Zollitsch: Deutschland muss mehr Flüchtlinge aufnehmen

"Wir in Deutschland haben die Möglichkeit, mehr Flüchtlinge aufzunehmen. Und dann müssen wir das auch tun."

Mit diesen Worten hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, die Bundesregierung zur Aufnahme weiterer Flüchtlinge aufgefordert. Der Freiburger Erzbischof sagte der Deutschen Presse-Agentur, neben Deutschland müssten auch andere europäische Länder handeln. Nötig sei deshalb eine europaweite Regelung. Geprüft werden müsse die Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien ebenso wie etwa aus Nordafrika.

Reisetagebücher von Humboldt werden in Potsdam erforscht

Auf über 3.500 Seiten hat Alexander von Humboldt über seine Reisen durch Lateinamerika berichtet.

Wissenschaftler der Potsdamer Universität wollen die Tagebücher jetzt analysieren. Unterstützung erhalten sie von internationalen Forschern - insbesondere aus Lateinamerika. Der Romanist Ottmar Ette erklärte, es handele sich um ein wichtiges Manuskript des 19. Jahrhunderts - sowohl aus politischer als auch aus künstlerischer Sicht. Humboldt habe mit seinen Beobachtungen wichtige Impulse für die Feldforschung geliefert. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hatte die Tagebücher erst vor kurzem mit Hilfe öffentlicher und privater Geldgeber von einem Erben Humboldts gekauft.

Intendant Klöter: Theater ist Grundbedürfnis in einer urbanen Struktur

Trotz des Sparzwangs sieht er die Zukunft der deutschen Theater optimistisch.

Der geschäftsführende Intendant des Mannheimer Nationaltheaters, Ralf Klöter, sagte der Deutschen Presse-Agentur, ohne Optimismus könne man eine Institution nicht vor dem Untergang bewahren. Klöter bezeichnete Theater als ein Grundbedürfnis in einer urbanen Struktur. Es sei immer gelungen, Menschen für dieses Live-Erlebnis zu begeistern. - Ab dem 12. Januar kommen in Mannheim Intendanten, Direktoren und Kulturpolitiker zur Jahreshauptversammlung des Deutschen Bühnenvereins zusammen.

Schauspieler Hinrichs: Tatort bietet Möglichkeit, eine Rolle weiterzuentwickeln

Großvater, Vater und Bruder gingen zur Polizei - er selbst wollte nie Polizist werden.

Der neue "Tatort"-Kommissar in Franken, Fabian Hinrichs, sagte der "tageszeitung", mittlerweile sei er aber immerhin davon überzeugt, dass es die Polizei geben müsse. Trotzdem stelle er sich weiterhin die Frage: "Was ist der Staat und warum muss es ihn geben?" Wer etwa nachts um drei an einer roten Fußgängerampel stehen bleibe, obwohl kein Auto komme, habe eine komische Vorstellung vom Staat als Ordnungsmacht. Über das Tatort-Angebot habe er sich gefreut, sagte der Schauspieler. Denn der Tatort sei die einzig anspruchsvolle Reihe in Deutschland, in der eine Rolle über längere Zeit die Möglichkeit habe, sich weiterzuentwickeln.

Nordamerikanischer Indianerstamm klagt gegen Hollywood-Thriller "Out of the Furnace"

Im US-Bundesstaat New Jersey haben 17 Mitglieder eines Indianerstamms gegen den Hollywood-Thriller "Out of the Furnace" geklagt.

Sie sind der Ansicht, dass ihr Stamm durch den Film beleidigt wird. Unter anderem tragen acht der Kläger den gleichen Nachnamen wie der Filmcharakter, der den Bruder der Hauptfigur ermordet. Die Kläger fordern umgerechnet gut 100.000 Euro Schadenersatz. Sie argumentieren, der Film enthalte negative und unbegründete Klischeevorstellungen. Die Produktionsfirma hat sich laut einem CNN-Bericht noch nicht zu der Klage geäußert. Der Film mit Christian Bale und Casey Affleck soll im April in die deutschen Kinos kommen.

US-Gericht hebt Urheberrechtsschutz für Sherlock Holmes auf

Sherlock Holmes ist Allgemeingut

zumindest in den USA. Dort hat ein Richter jetzt entschieden, dass alles, was der britische Schriftsteller Arthur Conan Doyle vor 1923 über den Detektiv geschrieben hat, nicht mehr vom Urheberrecht geschützt ist. Wie die "New York Times" schreibt, kann somit jeder die Figuren und die Handlung in eigenen Texten verwenden und muss keine Lizenzgebühr an Conan Doyles Nachlassverwalter mehr zahlen. Geklagt hatte der amerikanische Autor Leslie S. Klinger, der mehrere Bücher über Sherlock Holmes veröffentlicht hat. - Alle Einzelheiten, die Conan Doyle erst nach 1923 über den Detektiv geschrieben hat, sind übrigens nach wie vor geschützt - zum Beispiel auch die Tatsache, dass Dr. Watson im Team des Rugby-Clubs Blackheath war.

"SZ": Protestkünstler darf Wald verwanzen - Ermittlungen eingestellt

Aus Protest gegen die Überwachungspraktiken der NSA verwanzte er deutsche Wälder, bekam eine Anzeige und darf jetzt doch weiter abhören.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Freiburg die Ermittlungen gegen den Künstler Florian Mehnert eingestellt. Es habe nicht genügend Anhaltspunkte für eine "Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes" gegeben. Mehnert hatte unter anderem im Bayrischen Wald, in der Vulkaneifel und im Schwarzwald Mikrofone installiert und Spaziergänger auf Lichtungen und an Wegen belauscht. Seine "Abhörprotokolle aus den Wäldern" veröffentlichte er dann im Internet.

Hier der Link zu den "Waldprotokollen".

Kosmonauten der ISS bauen Kameras wieder ab - unzufrieden mit Qualität

Sie montierten die Kameras, bauten sie dann aber sofort wieder ab.

Zwei Kosmonauten der Internationalen Raumstation ISS haben bei einem Außeneinsatz mehrere Kameras installiert. Die Geräte sollten spektakuläre Aufnahmen zur Erde senden. Die Bildqualität der Kameras sei jedoch nicht gut genug gewesen, meldete die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf die Flugleitzentrale in Moskau. Die Russen hätten die Ausrüstung deshalb sofort wieder abmontiert und zurück an Bord gebracht. Zu ihrem letzten Außeneinsatz im November hatten die beiden Kosmonauten die Fackel der Olympischen Spiele 2014 in Sotschi mit ins All genommen.

Studie: "Machismo" behauptet sich in Spanien hartnäckig

Das Machotum ist in Spanien trotz Gleichberechtigung offenbar weit verbreitet.

Die Deutsche Presse-Agentur berichtet über die Ergebnisse einer Studie, die die Regierung in Madrid in Auftrag gegeben hat. Demnach fühlen sich fast ein Drittel der Spanierinnen zwischen 13 und 19 Jahren von ihren Partnern gegängelt. Vor allem per Internet und Smartphone würden sie ständig kontrolliert. Sieben Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Frauen, die von ihren Lebensgefährten verprügelt wurden, keine Anzeige erstatten sollten. Die Experten führen die Machismo-Kultur darauf zurück, dass spanische Jugendliche nach der Studie mit 13 Jahren beginnen, feste Beziehungen einzugehen. In diesem Alter seien sie besonders unsicher, das begünstige einen Rückfall in altes Rollenverhalten.

"Game of Thrones" ist Spitzenreiter bei illegalen Downloads

Diese Serie wurde öfter geklaut als legal geschaut.

Das Fantasy-Spektakel "Game of Thrones" ist in diesem Jahr die am häufigsten unerlaubt im Internet heruntergeladene Serie gewesen. Der Webdienst "TorrentFreak" berichtet, allein das Finale der Staffel sei 5,9 Millionen mal verbotenerweise abgerufen worden. Das seien mehr illegale Zuschauer weltweit als die 5,5 Millionen legalen in den USA. An zweiter Stelle folgt demnach die Serie "Breaking Bad" mit 4,2 Millionen Downloads und dann "The Walking Dead" mit 3,6 Millionen.

Judi Dench: Britischer Geheimdienst konnte meine Wohnung nicht finden

Da war der britische Geheimdienst wohl mit einer einfachen Adresse überfordert.

Schauspielerin Judi Dench, in den James-Bond-Filmen 17 Jahre lang Geheimdienstchefin M, berichtete dem BBC von einem Dinner mit ihrem Rollen-Vorbild, dem damaligen Geheimdienst-Chef David Spedding. Vor dem Termin habe sie 45 Minuten auf ihre Abholung warten müssen. Denn der vom Geheimdienst geschickte Fahrer habe ihre Wohnung nicht finden können. Sie sei deshalb zum Dinner "peinlich zu spät" gekommen.

Kulturnachrichten hören

Dezember 2013
MO DI MI DO FR SA SO
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

Faszination AquariumWie Nemo ins Wohnzimmer kam
Ein orangefarbener Fisch schwimmt durch ein Aquarium. ( Unsplash / Delbert Pagayona )

Aquarien bringen geheimnisvolle Unterwasserwelten ins Wohnzimmer. Die Faszination Aquarium entstand im 19. Jahrhundert – auch weil sie Hausfrauen Freiräume eröffnete. Aber ist es heute noch zeitgemäß, Fische in einem kleinen Glaskasten zu halten?Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur