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Kulturnachrichten

Samstag, 21. Dezember 2013

Lob der Feuilletons für Castorfs Balzac-Adaption " La Cousine Bette" an der Berliner Volksbühne

"Ein fulminanter Abend, Quell der hundsmiserabelsten Freude, der zartesten Abscheu - aber auch der unerträglichen dramaturgischen und politischen Unzulässigkeiten."

Das schreibt die "Berliner Zeitung" über Frank Castorfs Adaption des Romans "La Cousine Bette" von Honoré de Balzac an der Berliner Volksbühne. Die Inszenierung sei über weite Strecken ziemlich lustig, wenn auch nicht eindeutig zielführend - und verlange dem Publikum geradezu übermenschliche Ausgeschlafenheit ab, heißt es im "Tagesspiegel". Die "Süddeutsche Zeitung" schreibt von fünf heftigen, tollen Theaterstunden. Und die "Welt" meint, es handele sich um eine höchstens streckenweise wirklich kapierbare Freakshow - mit einem trotz aller Komik tiefernsten Fazit: Der ewig getriebene, chaotische Mensch werde niemals weise.

Dokumentarfilmer Cyril Tuschi über den "Fall Chodorkowski"

Die Begnadigung von Michail Chodorkowski ist kein Zeichen von Stärke.

Dieser Ansicht ist der Filmemacher Cyril Tuschi, der 2011 einen Dokumentarfilm über den Kreml-Gegner gedreht hat. Tuschi sagte im Deutschlandfunk, Präsident Putin habe vermutlich einen Trumpf ausspielen müssen - aus Gründen, die vielleicht noch gar nicht bekannt seien. Vieles am Fall des früheren Oligarchen sei noch rätselhaft, betonte Tuschi. Putin könne sich auch überlegt haben, das "nervige Moralsymbol" Chodorkowski loszuwerden: In diesem Fall handele es sich um einen Rausschmiss - und der Begnadigte könne möglicherweise nicht mehr nach Russland einreisen.

Wiener Philharmoniker entziehen Nazis Ehrungen

Die Wiener Philharmoniker ziehen Konsequenzen aus der Aufarbeitung ihrer Vergangenheit.

Das Orchester hat insgesamt sechs Ehrungen zurückgezogen, die an Mitglieder des NS-Regimes verliehen worden waren. Nach Angaben des Historikers Oliver Rathkolb handelt es sich unter anderem um den später als Kriegsverbrecher verurteilten Minister Arthur Seyß-Inquart sowie den damaligen Wiener Bürgermeister Baldur von Schirach. Rathkolb hatte eine Untersuchung zu den engen Verbindungen des Orchesters zu hohen NS-Funktionären geleitet. Die Entscheidung der Wiener Philharmoniker fiel bereits im Oktober, wurde aber erst jetzt bekannt. - 1942 gehörte rund die Hälfte der Wiener Philharmoniker der NSDAP an.

Familienministerin Schwesig will Extremismus-Klausel abschaffen

Seit 2011 müssen Vereine, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren und vom Bund mit Fördergeldern unterstützt werden wollen, die sogenannte Extremismusklausel unterzeichnen.

Die neue Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) will das schriftliche Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung nun aber abschaffen. Schwesig sagte dem "Spiegel", viele Organisationen empfänden die von ihrer Vorgängerin Kristina Schröder (CDU) eingeführte Verpflichtung als Angriff. Diese Organisationen sollten aber nicht unter Generalverdacht gestellt, sondern gefördert werden. Spätestens seit Bekanntwerden der Verbrechen des rechtsextremen NSU ist nach den Worten von Schwesig klar, dass Rechtsextremismus nicht nur ein Problem Ostdeutschlands ist. Er dürfe in ganz Deutschland nicht unterschätzt werden.

Feuilletons kommentieren das Aus von Harald Schmidt bei "Sky"

"Ohne ihn fehlt dem hiesigen Fernsehen eine Farbe im alltäglichen Talkshowgrau."

So kommentiert die FAZ die Nachricht, dass der Fernsehsender "Sky" den Vertrag von Harald Schmidt nicht verlängert hat. Dass Schmidt in der Verbannung ende, sage einiges über Deutschland aus, wo man es eben flach und harmonisch möge, kritisiert die FAZ. Die Süddeutsche Zeitung meint: "Womöglich muss ein Sender, wenn er sich nicht zerfransen will, einen Moderator, der sich in der Endlosschleife eingerichtet hat, irgendwann aus dieser Schleife herausfieseln. Die Harald-Schmidt-Story sei einfach zu Ende erzählt, bilanziert die SZ. Und das "Hamburger Abendblatt" schreibt, jetzt könne, wieder einmal, die Phase der Verklärung zur Legende beginnen. Nur noch konsequenter, da ja angesichts der niedrigen Quoten niemand wisse, ob Schmidt immer noch so einsame Spitze gewesen sei, wie er es gern von sich behauptet habe.

Bronzestatuen von Riace kehren nach Jahren wieder an ihren angestammten Platz zurück

Die Bronzestatuen von Riace stehen wieder aufrecht.

Die beiden rund 2.500 Jahre alten Skulpturen sind von heute an wieder an ihrem angestammten Platz im Nationalmuseum im süditalienischen Reggio Calabria zu sehen. 2009 waren sie wegen der Renovierung des Museums ausgelagert und seitdem liegend aufbewahrt worden - und das deutlich länger als ursprünglich geplant. Das hatte unter anderem die Unesco zu einer Ermahnung und Kunstfreunde zu einer Petition an das italienische Kulturministerium veranlasst. - Die Skulpturen zweier unbekleideter Krieger stammen aus großgriechischer Zeit und sind ungewöhnlich gut erhalten.

Hier einige Bilder der Statuen.

Selten gezeigtes Werk von Vincent van Gogh wird in Washington ausgestellt

Dieses Gemälde von Vincent van Gogh war seit Mitte der 60er-Jahre nicht mehr in der Öffentlichkeit ausgestellt.

Ab sofort ist das "Grüne Weizenfeld, Auvers" in der National Gallery in Washington D.C. zu sehen. Es gehört der Familie des 1999 verstorbenen Mäzens Paul Mellon, die dem Museum jetzt gestattet hat, das Werk auszustellen. Es ist eines der letzten, die van Gogh vor seinem Selbstmord 1890 malte.

Van Gogh hat oft mit billiger, nicht sehr lange haltbarer Farbe gemalt. Laut Museumskuratorin Mary Morton ist das Bild aber verhältnismäßig gut erhalten, weil der Maler vor allem kalte Farbtöne verwendet hat, die weniger schnell verblassen.

Hier können Sie einen Blick auf das Gemälde werfen.

Schwabinger Kunstfund: Taskforce arbeitet an gütlicher Einigung mit Cornelius Gurlitt

Ingeborg Berggreen-Merkel hofft auf eine gütliche Einigung mit Cornelius Gurlitt.

Die Leiterin der "Taskforce" zum Schwabinger Kunstfund sagte dem "Focus", wenn sich bei Bildern der Verdacht des "verfolgungsbedingten Entzugs" bestätige, stelle sich die Frage, ob Gurlitt sich dem Appell zur Suche nach fairen und gerechten Lösungen anschließe. Daran arbeitete man, betonte Berggreen-Merkel. Andernfalls müssten die früheren Eigentümer ihre Ansprüche in Zivilrechtsprozessen gegen Gurlitt durchsetzen - und das versuche man zu verhindern.

Berggreen-Merkel wies außerdem darauf hin, dass die Taskforce selbst weder Ansprüche klären noch frühere Eigentümer informieren könne. Alle Ergebnisse würden an die Augsburger Staatsanwaltschaft weitergegeben, die dann darüber entscheiden müsse.

Literaturwissenschaftlerin Sara Danius als neues Mitglied in die Schwedische Akademie aufgenommen

Mit ihr erhöht sich die Frauenquote in der Schwedischen Akademie auf ein Drittel.

Sara Danius ist in Stockholm feierlich in das 18-köpfige Gremium aufgenommen worden. Künftig darf die Literaturwissenschaftlerin und Professorin für Ästhetik mit darüber entscheiden, wer den Literaturnobelpreis bekommt. Danius folgt auf den 2012 verstorbenen Knut Ahnlund. Die Mitgliedschaft in der Akademie gilt lebenslang. Sara Danius hat unter anderem zum Werk von Marcel Proust, James Joyce und Gustave Flaubert geforscht und ist auch als Kritikerin tätig. Außerdem hat die 51-Jährige eine Ausbildung als Croupière.

"Zwei Leben" von Georg Maas weiter im Rennen um den Auslands-Oscar

Der Film "Zwei Leben" von Georg Maas hat weiterhin Chancen auf einen Oscar.

Das Stasi-Drama zählt zu den neun verbliebenen Kandidaten im Wettbewerb um den besten nicht-englischsprachigen Film. Das gab die Academy of Motion Picture Arts and Sciences in Los Angeles bekannt. Ausgewählt wurden auch das Kung-Fu-Epos "The Grandmaster" des chinesischen Regisseurs Wong Kar Wai, "Die Jagd" von Thomas Vinterberg aus Dänemark und der italienische Beitrag "La Grande Bellezza" von Paolo Sorrentino. Die fünf Finalisten werden - wie alle anderen Oscar-Nominierungen - am 16. Januar bekanntgegeben. - Verliehen wird der Filmpreis am 2. März.

Tom Cruise und Bauer-Verlag legen Rechtsstreit bei

Tom Cruise und der Bauer-Verlag haben ihren Rechtsstreit beigelegt.

Der Verlag teilte mit, man habe eine vertrauliche Einigung erzielt. Hintergrund sind Berichte der Klatschmagazine "Life & Style" sowie "In Touch" über den Umgang des US-Schauspielers mit seiner Tochter. Cruise hatte ursprünglich umgerechnet gut 36 Millionen Euro gefordert.

Landesmediendirektor plädiert für Medienanstalt auf Bundesebene

Die Aufsicht über private Radio- und Fernsehprogramme haben in Deutschland die 14 Landesmedienanstalten.

Es sollte aber auch ein Behörde auf Bundesebene geben. Dieser Ansicht ist Thomas Fuchs, Direktor der Medienanstalt Hamburg und Schleswig-Holstein. Fuchs sagte der Deutschen Presse-Agentur, wichtige Zukunftsfragen müssten bundesweit geklärt werden. Wie etwa in der Schweiz könnten unter anderem die Themen Netzinfrastruktur, Lizenzierung und Medienkonzentration an zentraler Stelle gebündelt werden. Dies sei im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung auch schon angelegt, betonte Fuchs.

Axel Springer und Ringier geben Zeitungs-Geschäft in Tschechien auf

Der Springer-Verlag kehrt Tschechien den Rücken.

Wie der Medienkonzern mitteilte, wird er seine gemeinsam mit dem Schweizer Ringier-Verlag betriebene Tochtergesellschaft an die Unternehmer Daniel Kretinsky und Patrik Tkac verkaufen. Das gelte auch für die Beteiligung an dem tschechischen Presse-Grossisten PNS. Der Unternehmenswert wird mit 170 Millionen Euro angegeben. Springers Erlös in Tschechien war in diesem Jahr deutlich zurückgegangen. So brach die Auflage der größten Boulevard-Zeitung "Blesk" um mehr als zehn Prozent ein.

Wegen Fälschungsverdacht: Galerie in Istanbul bricht Miro-Ausstellung ab

Eigentlich wollte eine Galerie in Istanbul bis Mitte Januar eine Ausstellung mit Werken von Joan Miro zeigen.

Doch jetzt wurde die Schau vorzeitig geschlossen. Der Grund: Es besteht der Verdacht, dass es sich bei einigen der rund 60 gezeigten Werke um Fälschungen handelt. Der Besitzer der Galerie sagte der Agentur AP, Nachlassverwalter des katalanischen Surrealisten hätten auf den Verdacht hingewiesen. Sie würden im Januar nach Istanbul kommen, um die verdächtigen Werke genauer zu untersuchen.

Russischer Umweltschützer und Olympia-Kritiker muss für drei Jahre ins Gefängnis

Wenn es um irreparable Eingriffe in die Natur rund um Sotschi geht, zählt er zu den prominentesten Kritikern.

Wenige Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele in der Stadt am Schwarzen Meer hat ein russisches Gericht nun entschieden, dass der Umweltschützer Jewgeni Witischko für drei Jahre ins Gefängnis muss. Die Strafe wegen der vorsätzlichen Beschädigung von Privateigentum war 2012 zunächst zur Bewährung ausgesetzt worden.

Witischko hatte 2011 gegen das Ferienhaus des Gouverneurs von Krasnodar protestiert, weil es in einem Naturschutzgebiet liegt. Er und mehrere Mitstreiter wurden daraufhin beschuldigt, den Zaun des Grundstücks zerstört zu haben.

Konservative spanische Regierung verschärft Abtreibungsgesetz

Die spanische Regierung will das Abtreibungsgesetz verschärfen.

Das Kabinett des konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy hat einen umstrittenen Reformentwurf gebilligt. Abtreibungen sollen künftig lediglich nach Vergewaltigungen oder bei schweren gesundheitlichen Risiken für die Mutter erlaubt sein - und das auch nur noch bis zur 14. Schwangerschaftswoche. Bislang war eine Abtreibung bis zur 14. Schwangerschaftswoche ohne Angabe von Gründen erlaubt, unter bestimmten Voraussetzungen auch bis zur 22. Woche. Die Opposition und die Frauenbewegung kritisierten, Spanien falle durch das neue Gesetz ins Mittelalter zurück. In mehreren Städten des Landes kam es am Abend zu Protesten.

Architekt Sattler: Wiederaufbau des Berliner Schlosses ist modern

"Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses ist eine moderne Tat, kein nostalgischer Akt."

So sieht es der Architekt Christoph Sattler, dessen Büro mit der Bauausführung beauftragt ist. Er sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", der Neubau sei modern, weil es sich um eine freie Entscheidung handele, die keinen ideologischen Vorgaben folge. Sattler erklärte, die Gegend um die Berliner Oper, das Zeughaus, die Humboldt-Universität im Übergang zum Lustgarten und zur Museumsinsel sei auf das Schlossgebäude bezogen. Solange dieses nicht da sei, wirke alles desolat und beziehungslos. Deshalb ist der Architekt sicher: Wenn das Schloss in einigen Jahren wieder stehe, werde man merken, wie stark es auf einmal stark das Zentrum der Stadt bilde.

Porträt von Tony Blair in der National Portrait Gallery enthüllt

Er hängt jetzt in einer Reihe mit William Shakespeare, Isaac Newton und Joanne K. Rowling.

In der National Portrait Gallery in London ist ein Bild des früheren britischen Premierministers Tony Blair enthüllt worden. Gemalt hat es Alastair Adams, der auch Präsident der Königlichen Vereinigung der britischen Porträt-Maler ist. Kuratorin Sarah Howgate hob Blairs direkten Blick hervor, der kompromisslos wirke, aber gleichzeitig das Verhandlungsgeschick des Labour-Politikers andeute.

Und so sieht das Gemälde aus.

Bolivien schickt ersten Satelliten ins All

Bolivien hat seinen ersten Kommunikations-Satelliten ins All geschickt.

Nach Angaben des Präsidialamtes in La Paz soll er in einer Woche seine Umlaufbahn erreichen und im Frühjahr seine Arbeit aufnehmen. Das staatliche Telekommunikationsunternehmen installierte mehr als tausend Antennen-Anlagen im Land, um die Signale des Satelliten zu empfangen. So sollen Rundfunk-, Internet und Telefonverbindungen verbessert werden.

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70 Jahre FSK Was Kinder sehen dürfen
Ein Filmausschnitt aus "Gier nach Liebe" (1955), mit dem "zu" tiefen Dekolletee von Brigit Bardot und der dazugehörigen Zurückweisung der FSK (Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft). Aufgenommen am 10.09.2011 im Deutschen Filmhaus in Wiesbaden. Das Deutsche Filmhaus in Wiesbaden zeigte vom 20. September bis zum 31. Oktober 2011 unter dem Motto "Die erotischen 50er" Filmplakate, Ausschnitte und Werbematerial von "Skandalfilmen" aus den 50er Jahren. Viele der Filme lösten zum Teil politische Debatten über Erotik und Moral aus.  (dpa / Fredrik von Erichsen)

Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, die Altersempfehlungen für Filme vergibt, feiert Geburtstag. Als erstes prüfte die FSK vor genau 70 Jahren den Film "Intimitäten". Wie der Prüf-Alltag heute aussieht, berichtet die Gutachterin Annette Lohse.Mehr

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