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Kulturnachrichten

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Köln gibt Bilder aus Museum Ludwig an Flechtheim-Erben zurück

Die Stadt Köln und die Erben des jüdischen Kunstsammlers Alfred Flechtheim haben sich geeinigt.

In dem Streit ging es um die Rückgabe von Gemälden aus der Sammlung des Museums Ludwig. Die sechs Zeichnungen von Karl Hofer, Paula Modersohn-Becker, Ernst Barlach, Aristide Maillol und Wilhelm Morgner bleiben nun im Museum - allerdings als Dauerleihgabe. Neue Eigentümer sind die Flechtheim-Erben. Außerdem bleiben auch fünf Zeichnungen aus der Sammlung Curt Glaser im Museum Ludwig. In diesem Fall hat die Stadt die Gemälde den rechtmäßigen Erben abgekauft.

Berliner Landesbibliothek: Zwei erste Plätze bei Architektenwettbewerb

Wer genau die neue Berliner Zentral-und Landesbibliothek bauen wird, bleibt erst mal unklar.

Bei dem europaweiten Architektenwettbewerb gab es zwei Gewinner. Bei der Vorstellung der Entwürfe sorgte der Erfolg der jungen Architekten Sarah Miebach und Rico Oberholzer aus Zürich für Überraschung. Außer Ihnen sind Regina Kohlmayer und Jens Oberst aus Stuttgart noch im Rennen. Welcher Entwurf tatsächlich gebaut wird, soll im Frühjahr entschieden werden. Das Gebäude auf dem Tempelhofer Feld soll 270 Millionen Euro kosten.

ARD und ZDF sprechen sich auch für Beitragssenkung aus

ARD, ZDF und die Politik scheinen sich einig zu sein:

Eine Absenkung des Rundfunkbeitrags wäre zu begrüßen. Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor erklärte, eine solche Beitragssenkung sei im Interesse aller Beteiligten. ZDF-Intendant Thomas Bellut sprach von einer schlüssigen Konsequenz aus den aktuellen Prognosen". Auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich begrüßten den Vorschlag der Komission zur Ermittlung des Finanzbedarfs des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die Absenkung um 73 Cent könne aber nur ein erster Schritt sein. Die KEF hatte im Entwurf für ihren nächsten Bericht ermittelt, dass ARD, ZDF und das Deutschlandradio bis 2016 knapp 1,15 Milliarden Euro mehr einnehmen als sie als Bedarf angemeldet hatten.

KEF-Bericht: Rundfunkbeitrag könnte sinken

Dass der Rundfunkbeitrag sinkt, wird immer wahrscheinlicher.

Im Entwurf für ihren 19. Bericht spricht sich die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für eine Reduktion um 73 Cent aus. Damit würde die monatliche Haushaltsabgabe 17 Euro 25 betragen. Durch die Umstellung von der GEZ-Gebühr auf die Haushaltsabgabe nehmen ZDF, ARD und Deutschlandradio den Berechnungen zufolge knapp 1,15 Milliarden Euro mehr ein als sie nach eigenen Angaben bis 2016 brauchen. Die KEF empfiehlt, die Hälfte davon für die Senkung des Beitrags zu verwenden und den Rest als Reserve zurückzuhalten. Der KEF-Bericht muss noch von den Ländern beraten und beschlossen werden.

München will russischen Dirigenten behalten

München will an Waleri Gergijew festhalten.

Am Rande einer Stadtratssitzung sagte Kulturreferent Hans-Georg Küppers, es gebe für die Stadt keinen Grund, den Vertrag mit dem Dirigenten als neuem Chef der Münchner Philharmoniker aufzulösen. Auch Oberbürgermeister Christian Ude erklärte, er halte die Äußerungen des Musikers für "missverständlich, unglücklich" und "im Wesentlichen für ausgeräumt". Die städtischen Antidiskriminierungsgrundsätze seien auch für Gergijew bindend. Der Dirigent war wegen seiner großen Nähe zu Russlands Präsident Wladimir Putin und wegen angeblich schwulenfeindlicher Äußerungen in die Kritik geraten.

Eklat bei Wagner-Konferenz in Jerusalem

Darf man die Musik Richard Wagners in Israel öffentlich aufführen?

Eine Diskussion zu diesem Thema hat in Jerusalem zu einem Eklat geführt. Wie die Zeitung "Haaretz" berichtet, stürmte während der Veranstaltung ein junger Mann aufs Podium, sang die Nationalhymne und bezeichnete einen der Referenten als Nazikollaborateur. Die Konferenz war vom Jerusalemer Symphonieorchester organisiert worden. Die Musik Richard Wagners ist aus israelischen Konzertsälen nahezu vollständig verbannt worden. Wagner war der Lieblingskomponist Adolf Hitlers.

Türkei ist weltweit Spitzenreiter bei inhaftierten Journalisten

In keinem Land der Welt sind derzeit mehr Journalisten in Haft als in der Türkei.

Das geht aus dem Jahresbericht des "Komittees zum Schutz von Journalisten" hervor, der heute in New York vorgestellt wurde. In dem Land säßen 40 Bericherstatter hinter Gittern, manche seit über zehn Jahren. In der internationalen Statistik folgen auf die Türkei der Iran mit 35, und China mit 32 Journalisten im Gefängnis. Insgesamt, so der Bericht, waren im vergangenen Jahr 211 Journalisten weltweit wegen ihrer Arbeit inhaftiert.

China könnte knapp 25 US-Journalisten ausweisen

Für die Beziehungen zwischen den USA und China wäre das ein harter Schlag.

Die Behörden in Peking verweigern offenbar seit Wochen rund zwei Dutzend amerikanischen Journalisten die Verlängerung ihrer Visa und Arbeitserlaubnis. Faktisch kommt dies einer Ausweisung aus dem Lande gleich - noch nie hat die Volksrepublik so viele ausländische Korrespondenten gezwungen, das Land zu verlassen. Betroffen sind neben einem Reporter der New York Times auch Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Bloomberg. Beide Medien hatten in den vergangenen Wochen Artikel über den Reichtum und die Geschäfte von Chinas Führungskadern veröffentlicht.

Stadtschloss: Grütters für Franco Stellas Entwurf

Die Debatte kommt zu spät, die Entscheidung ist gefallen.

Mit dieser Haltung hat die neue Kulturstaatsministerin Monika Grütters auf die Debatte um den Ostflügel des Berliner Schlosses reagiert. Grütters sagte dem RBB-Fernsehen, die Diskussion komme jetzt zu spät. Für den Neubau des Schlosses habe man sich für den Entwurf von Franco Stella entschieden, und der werde auch realisiert. Der Architekt Stephan Braunfels hatte vorgeschlagen, auf den Anbau an der Ostseite des Schlosses ganz zu verzichten.

Unbekannte stehlen Jesuskind aus Krippe

In Thessaloniki gibt es eine merkwürdige Diebstahlsserie.

Zum dritten Mal in Folge ist in der griechischen Hafenstadt das Jesuskind aus einer Krippe auf dem Aristoteles-Platz gestohlen worden. Nach Medienberichten vermuten die Behörden, dass es sich bei den Tätern um eine autonome atheistische Gruppe handelt. 2009 hatten Unbekannte das Kind durch einen Fernseher ersetzt, 2010 wurde die Krippe angezündet.

Berlin: Feuerwehr zieht Frauenfigur aus Spreekanal

Sie hat weder Kopf noch Arme, dennoch ist das Berliner Denkmalamt mit ihrem Zustand sehr zufrieden.

Die Feuerwehr hat in der Stadt eine 2,60 Meter große Sandsteinskulptur aus dem Spreekanal geborgen. Die Denkmalschützer vermuten, dass die Frauenfigur zum Schmuck der Münzprägeanstalt Neue Münze gehörte. Etwa 80 Prozent des Kunstwerkes seien noch erhalten, inklusive der Gewandfalten. Bis Januar wollen die Experten nun feststellen, wen die Skulptur darstellt, dann soll entschieden werden, was mit ihr passiert.

Deutsche sehen Bundestagswahl als wichtigstes Medienthema

Die Bundestagswahl war in Deutschland Medienthema Nummer Eins.

In einer repräsentativen Umfrage der Universität Hohenheim gaben 33 Prozent der Befragten an, die Wahl sei für sie das wichtigste Thema des Jahres 2013 gewesen. Auf Platz zwei kam die Taifun-Katastrophe auf den Philippinen mit 16 Prozent, gefolgt von den Koalitionsverhandlungen und der NSA-Spähaffäre. Deutlich weniger Sorgen als früher machten sich die Menschen in Deutschland zum Thema Euro- und Verschuldungskrise. In diesem Punkt seien die Bürger inzwischen abgestumpft, sagte Studienleiterin Claudia Mast.

Argentinien führt neue Regeln für Fernsehbilder ein

Bisher haben einige argentinische Fernsehsender die Unterscheidung zwischen neuen Fernsehbildern und Archivmaterial nicht so genau genommen.

Jetzt gibt es in dem Land neue Regeln, die die Sender dazu verpflichten, Archivmaterial als solches auszuweisen. In Untertiteln sollen ab jetzt Ort und Zeitpunkt der Aufnahme genannt werden. Dies sei dann besonders wichtig, wenn es um Berichte über Gewalt oder Proteste gehe, hieß es von der zuständigen Behörde. Der Präsident der lateinamerikanischen Kommission für Meinungsfreiheit, Claudio Paolillo sagte, die Einhaltung der Regelung sei für gute Journalisten selbstverständlich. Zwei Sender haben angekündigt, sich erst nach einer Prüfung durch ihre Anwälte an die neue Regelung halten zu wollen. Untertitel einzufügen koste Zeit und Geld.

Islamische Verbände fordern Abberufung Khorchides

"Das Verhältnis ist nachhaltig zerrüttet und irreparabel beschädigt."

Mit diesen Worten fordern Islamverbände die Abberufung von Mouhanad Khorchide als Leiter des Zentrums für Islamische Theologie der Uni Münster. Eine konstruktive Zusammenarbeit sei nicht mehr möglich, erklärte der Koordinationsrat der Muslime in einer Stellungnahme. Untermauert werde dies durch ein Gutachten zur Theologie Khorchides. Vorausgegangen war ein wochenlanger Streit. Die Verbände werfen dem Leiter des Zentrums eine zu liberale Haltung vor. Bundespräsident Joachim Gauck hatte beim Besuch in Münster Ende November dazu aufgerufen, die Konflikte in Ruhe zu lösen. Der Islam kenne nicht "die eine religiöse Autorität", sagte Gauck.

Künftiger Chefdirigent der Münchner Philharmoniker äußert sich

Von seinen angeblichen Äußerungen über Homosexuelle hat er sich zwar distanziert.

Aber zum Anti-Homosexuellen-Gesetz in seiner russischen Heimat will sich der Dirigent Waleri Gergijew nicht äußern. Weder kenne noch verstehe er den Text, sagte der künftige Chefdirigent der Münchner Philharmoniker auf einer Pressekonferenz. Die Behauptung, er habe Schwule und Pädophile gleichgesetzt, sei lächerlich. Gergijew, der sein Amt in München 2015 antreten soll, war wegen angeblich schwulenfeindlicher Äußerungen und wegen seiner Freundschaft zu Russlands Präsident Wladimir Putin in die Kritik geraten. Zu einem Konzert mit seinem künftigen Orchester hat die Münchner schwul-lesbische Wählerinitiative "Rosa Liste" zu Protesten aufgerufen.

Legendärer Posträuber Ronny Biggs gestorben

Er war Großbritanniens wohl berühmtester Krimineller.

Einer der Drahtzieher des Postzugraubs von 1963, Ronny Biggs, ist tot. Wie seine Sprecherin bestätigte, starb der 84-Jährige in London. Biggs hatte zusammen mit 14 Komplizen 1963 den königlichen Postzug von Glasgow nach London ausgeraubt und 2,6 Millionen Pfund erbeutet. Nach 19 Monaten im Gefängnis konnte er fliehen und tauchte im Ausland unter. Im Jahr 2001 kehrte er aus gesundheitlichen Gründen nach Großbritannien zurück und wurde verhaftet. Acht Jahre später wurde er wegen seines schlechten Gesundheitszustandes begnadigt. Der legendäre Postraub diente als Grundlage für mehrere Spielfilme. Biggs selbst spielte in Filmen mit und nahm Alben mit der Band „The Sex Pistols“ und später mit den „Toten Hosen“ auf.

Welterbe: Seltene Panorama-Tapete wird in Wismar restauriert

Risse und Knicke müssen gekittet und Fußabdrücke entfernt werden.

Die wertvollen Panorama-Tapeten aus Wismars neuem Welterbezentrum werden derzeit in Brandenburg restauriert. Diebe hatten die Tapeten 1995 aus einem lehrstehenden Fachwerkhaus gerissen und dabei große Schäden an den Kunstwerken verursacht. Zum Welterbetag 2014 soll die seltene Wandverkleidung wieder in Wismar hängen. Die Hansestadt gehört seit einigen Jahren zum Unesco-Weltkulturerbe. Am einstigen Tatort entsteht derzeit ein Besucherzentrum, das im Juni 2014 eröffnet wird. Die kunstvolle Bildtapete wurde 1823 in Paris hergestellt und nimmt 64 Quadratmeter ein. Dargestellt ist eine Geschichte aus der griechischen Mythologie.

Albrecht Müller: Willy Brandt hinterlässt ein großes Vermächtnis

Willy Brandt wird zu Unrecht auf seine außenpolitischen Erfolge reduziert.

Dieser Meinung ist Albrecht Müller, Autor des Buchs "Brandt aktuell: Treibjagd auf einen Hoffnungsträger". Brandts Wahlkampfleiter von 1972 kritisierte im "Deutschlandradio Kultur", in jedem historischen Werk werde wiedergekaut, der damalige Kanzler habe nur Sinn für die Ostpolitik gehabt. Dabei würden die innenpolitischen und ökonomischen Erfolge unterschlagen. Unter anderem habe der SPD-Politiker dafür gesorgt, dass der protestierenden Jugend eine Möglichkeit gegeben worden sei, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Brandt habe - anders als die meisten Politiker - die Gabe besessen, langfristig strategisch zu denken, sagte der Autor. Willy Brandt wurde heute vor 100 Jahren - am 18. Dezember 1913 - geboren.

Rumänische Regierung will Trampen verbieten

Trampen könnte in Rumänien demnächst verboten werden.

Das Verkehrsministerium in Bukarest hat gestern auf seiner Webseite einen Eilerlass der Regierung veröffentlicht. In dem geplanten Gesetzprojekt heißt es zur Begründung, Trampen sei "eine rechtswidrige Praxis". Es schädige die öffentlichen Verkehrsunternehmen und gefährde die Sicherheit im Straßenverkehr. Fahrern, die Anhalter mitnehmen, drohen demnach Strafen bis zu umgerechnet 1.100 Euro. In Rumänien verhandelt man beim Trampen mit dem Fahrer, ob man etwas zahlt und wie viel. Oft liegt der Preis unter dem von Bus- und Bahnunternehmen, so dass zahlreiche Tramper an den Straßen stehen. Rumänische Medien bewerteten das Gesetz als überflüssig. Man werde dadurch im Staatshaushalt keinen Cent mehr einnehmen.
 

Irans Kultusminister macht Hoffnung auf freien Internetzugang

"Vielleicht werden wir in fünf Jahren die jetzigen Einschränkungen lächerlich finden."

Mit diesen Worten hat der iranische Kultusminister Ali Dschanati den Iranern Hoffnung gemacht, dass Medien-Verbote gelockert werden. Nach Angaben des Ministers sind die Einschränkungen im Internetbereich, besonders die Blockade sozialer Netzwerke wie Twitter und Facebook, zwecklos. Auch das Verbot von Satelliten-Fernsehen bringe nichts. So hätten rund 70 Prozent der Iraner als Klimaanlagen getarnte Satellitenschüsseln auf dem Dach. - Der iranische Präsident Hassan Rohani hatte nach seinem Amtsantritt versprochen, er setze sich dafür ein, dass die Iraner bequemen Zugang zu allen Informationen weltweit bekämen.

Obama diskutiert mit Chefs von Google, Facebook & Co.

Sie durften ihre Kritik persönlich loswerden.

Fast zwei Stunden lang diskutierte US-Präsident Barack Obama in Washington mit den Chefs von Google, Apple, Yahoo und anderen bekannten Firmen. Man habe Obama dazu gedrängt, eine Reform der staatlichen Überwachung aggressiv voranzubringen, erklärten die Manager. Aus dem Weißen Haus hieß es, der US-Präsident habe sich zu einem offenen und freien Internet bekannt. Führende Internetunternehmen hatten Obama in der vergangenen Woche in einem offenen Brief aufgefordert, die Geheimdienste zu beschränken und stärker zu kontrollieren.

"Reporter ohne Grenzen": Syrien gefährlichstes Land für Journalisten

Vor allem über die Lage in Syrien zeigt sich "Reporter ohne Grenzen "sehr besorgt".

Die Organisation teilte in ihrer Jahresbilanz mit, das Land sei in diesem Jahr das gefährlichste für Reporter gewesen, gefolgt von Indien, den Philippinen, Somalia und Pakistan. Demnach sind in Syrien zehn hauptberufliche Journalisten und 35 Bürgerjournalisten gestorben. Weltweit ist die Zahl der getöteten Journalisten leicht gesunken - dieses Jahr waren es 71 Journalisten sowie 39 Blogger und Bürgerjournalisten. Mehr als verdoppelt hat sich dagegen die Zahl der entführten Journalisten - und zwar auf 87 weltweit.

Rosenberg-Tagebücher an Holocaust-Museum in Washington übergeben

Die Rosenberg-Tagebücher waren lange verschollen, jetzt werden sie in Washington ausgewertet.

Die US-Zollbehörde übergab die Tagebücher des NS-Chefideologen Alfred Rosenberg jetzt an das Holocaust-Museum. Forscher erhoffen sich aus den Dokumenten neue Erkenntnisse über die Planung des Massenmords an europäischen Juden im Zweiten Weltkrieg. Rosenberg war Reichsminister für die besetzten Ostgebiete und prägte mit seinen Schriften die Rassentheorien der Nationalsozialisten. Er wurde bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen zu Tode verurteilt und 1946 hingerichtet. Danach blieben die Tagebücher verschollen. Die US-Zollbehörde beschlagnahmte sie schließlich im Frühjahr dieses Jahres bei einem früheren Professor im Bundesstaat New York.

Die kompletten Tagebücher sind für die Öffentlichkeit im [Online-Archiv des Museums |www.ushmm.org] einsehbar.

Obama beruft lesbische Tennislegende in Sotschi-Besuchsdelegation

Dies dürfte ein deutliches Signal an den russischen Präsidenten Wladimir Putin sein.

US-Präsident Barack Obama hat die lesbische Tennislegende Billie Jean King in die offizielle US-Delegation für die Olympischen Winterspiele berufen. Die 70-Jährige ehemalige Sportlerin solle zur Eröffnung ins russische Sotschi reisen, teilte das Weiße Haus in Washington mit. Der Delegation des Weißen Hauses werden hingegen erstmals seit langem keine Kabinettsmitglieder angehören. Die Regierung in Russland steht unter anderem wegen der Diskriminierung von Homosexuellen in der Kritik. Mehrere Staatsführer haben bereits angekündigt, nicht nach Sotschi zu reisen, darunter Bundespräsident Joachim Gauck und Frankreichs Präsident François Hollande.

Sachsen-Anhalt: Grünes Licht für erste Theater-Verträge

Monatelang hat Sachsen-Anhalt über die Sparpläne bei Theatern und Orchestern diskutiert.

Jetzt hat das Kabinett grünes Licht für die Verträge mit sechs Standorten gegeben, darunter auch die Landeshauptstadt Magdeburg. Kultusminister Stephan Dorgerloh teilte mit, für drei weitere Standorte - die von Einsparungen bedrohten Häuser in Halle, Dessau und Eisleben - solle Anfang 2014 eine Einigung gefunden werden. Sachsen-Anhalt will seine Förderung von derzeit 36 Millionen Euro auf rund 30 Millionen Euro im kommenden Jahr reduzieren. Gleichzeitig will das Land aber zusätzliches Geld für Tarifsteigerungen geben und Umstrukturierungen mit einem Extra-Fonds unterstützen. In den vergangenen Monaten hatten Kulturschaffende massiv gegen Kürzungen bei Theatern und Orchestern protestiert.

Grütters befürwortet Freiheit der Kunst

Kunst sollte nicht kleinlich gesteuert und instrumentalisiert werden.

Dieser Meinung ist die neue Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Kunst und Kultur bräuchten vielmehr "größtmögliche Freiheit, um sich entfalten zu können", sagte die CDU-Politikern bei ihrem Amtsantritt im Kanzleramt. Als Schwerpunkt ihre Arbeit nannte Grütters das Zusammenwirken von Bund und Ländern bei der Kulturplanung und Finanzierung. Monika Grütters war bislang Vorsitzende des Bundeskulturausschusses. Sie folgt nun auf ihren Parteifreund Bernd Neumann.

Cannes-Gewinner: Es ist mein Recht, einer Vorlage nicht treu zu bleiben

"Ich glaube, es wäre besser, er käme gar nicht in die Kinos."

Abdellatif Kechiche hat nach eigenen Worten keine Freude mehr an seinem preisgekrönten Film "Blau ist eine warme Farbe". Die Kritik der beiden Hauptdarstellerinnen und der Autorin der Comicvorlage an seinen Arbeitsmethoden verstellten den Blick auf das Kunstwerk, sagte der Regisseur der "Berliner Zeitung". Es sei sein Recht, einer Vorlage nicht in jedem Aspekt treu zu sein. Seine Arbeitsmethoden seien außerdem bekannt. Bis der Film in Cannes die goldene Palme gewann, habe sich niemand bei ihm beschwert. Nach der Preisverleihung hatten ihm vor allem die beiden Hauptdarstellerinnen Ausbeutung und zu lange Dreharbeiten vorgeworfen.

Bonn: Initiativen setzen sich für Festspielhaus ein

In Bonn machen private Initiativen Druck.

Sie wollen bis zum 250. Geburtstag des Komponisten Ludwig van Beethoven im Jahr 2020 ein Festspielhaus bauen lassen. Dafür haben sie nun die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens beantragt. Zwei Entwürfe für das Konzerthaus am Rheinufer liegen bereits vor. Der Bau des Beethoven-Festpielhauses soll vollständig von privaten Sponsoren finanziert werden, als Hauptgeldgeber will die Deutsche Post 30 Millionen geben. Für den Betrieb hat der Bund bereits 39 Millionen zugesagt. Bonner Kommunalpolitiker streiten seit Jahren über das Vorhaben.

Gefangener Buddhist hat Anspruch auf vegetarische Speisen

Die Religionsfreiheit gilt auch fürs Essen im Gefängnis.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat entschieden, dass ein buddhistischer Gefängnisinsasse ein Recht auf vegetarische Ernährung hat. Der Mann sitzt seit 14 Jahren in Rumänien in Haft. Früher versorgte ihn seine Familie mit Essenspaketen, dies wurde dann aber verboten. Seitdem ist der Häftling auf das angewiesen, was ihm die Wärter bringen. Der Gerichtshof in Straßburg sprach dem Kläger dafür nun 3.000 Euro Schmerzensgeld zu. Der Staat Rumänien wurde zudem darauf verpflichtet, in den Gefängnissen künftig auf religiöse Speise-Vorschriften Rücksicht zu nehmen.

Joachim Kaiser von Kollegen zum 85. gewürdigt

"Man möchte seine Intelligenz wie eine Melodie notieren können."

Das schreibt der Dramatiker Botho Strauss über den Musikkritiker Joachim Kaiser, der heute 85 Jahre alt wird. In der "Süddeutschen Zeitung" lobt Strauss den altgedienten Feuilletonisten, gemeinsam mit weiteren Kulturschaffenden. Der Weggefährte Fritz Raddatz würdigt Joachim Kaiser als einen behutsamen Kritiker, an dem er nie Schärfe oder Aggressivität erlebt habe. - Kaiser ist seit 1959 leitender Redakteur der "Süddeutschen Zeitung".

Kopenhagen: 150 Millionen Jahre alter Dinosaurier wird ausgestellt

"Misty" wird in Kopenhagen ausgestellt.

Das auf diesen Namen getaufte Skelett eines 150 Millionen Jahre alten Dinosauriers wird im Dänischen Museum für Naturgeschichte zu sehen sein. Das Museum teilte mit, es habe die Überreste im vergangenen Monat in Südengland für umgerechnet 470.000 Euro ersteigert. Der Kuratorin zufolge handelt es sich um eines von weltweit nur sieben oder acht vollständigen Skeletten der Gattung der Diplodocus longus. Die versteinerten Knochen wurden 2009 auf einem Privatgrundstück im US-Bundesstaat Wyoming gefunden.

Feuilletons gratulieren Keith Richards zum 70. Geburtstag

"Niemand sonst beherrschte in der Rockmusik die große Kunst, unverwechselbare Tonfolgen einfach so aus dem Handgelenk tropfen zu lassen."

Mit diesen Worten gratuliert die "Süddeutsche Zeitung" Keith Richards zum 70. Geburtstag. Der Gitarrist der Rolling Stones habe trotz seiner Drogen-Exzesse über die Jahre nie an Würde verloren, sondern eher noch gewonnen, schreibt die Zeitung. Der "Tagesspiegel" resümiert wörtlich: "Wenn Stein das Urmaterial der Rockmusik ist, dann ist Keith Richards der Meißel." Nach Ansicht der "Berliner Zeitung" ist der Musiker das faltige Gesicht des Rock 'n' Roll. Richards umgebe die "Aura eines frohgemut Unverwüstbaren".

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