Dienstag, 22.10.2019
 

Kulturnachrichten

Montag, 9. Dezember 2013

Axel Springer kauft Nachrichtensender N24

Der Axel-Springer-Verlag versucht erneut, ins Fernsehgeschäft einzusteigen.

Wie in Berlin mitgeteilt wurde, will das Verlagshaus den Nachrichtensender N24 übernehmen. Geplant ist, den Sender mit der Redaktion der Zeitung "Die Welt" zusammenzulegen. Springer sichert sich damit auch den Zugang zu aktuellen Bewegtbildern für seine Online-Angebote. Der Kaufpreis ist geheim. Das Kartellamt muss die Übernahme noch prüfen.

Im Jahr 2006 wollte Springer die Sendergruppe ProSiebenSat.1 übernehmen, scheiterte damals aber am Kartellrecht.

Neue Staats-Agentur in Russland gegründet

Nachrichten-Agenturen werden in Russland per Präsidenten-Erlass gegründet und geschlossen.

Präsident Wladimir Putin teilte heute mit, dass die bekannte Agentur "Ria Novosti" aufgelöst wird. An ihre Stelle soll eine neue Organisation namens "Russland heute" - "Rossija Segodnja" treten.

Als Generaldirektor der neuen Agentur setzte Putin den Fernseh-Journalisten Dmitri Kisseljow ein, einen bekannten Hardliner. Er ist schon mehrfach mit anti-westlichen und extrem konservativen Ansichten aufgefallen. So erklärte Kisseljow beispielsweise, die Organe von Homosexuellen seien seiner Ansicht nach nicht für Transplantationen geeignet und sollten deshalb verbrannt werden.

Ann Cotten erhält Adelbert-von-Chamisso-Preis

Deutsche Literatur von Nicht-Deutschen zeichnet der Adelbert-von-Chamisso-Preis aus.

In diesem Jahr geht der Hauptpreis an die junge US-Amerikanerin Ann Cotten. Sie ist in Wien aufgewachsen und lebt heute in Berlin. Ausgezeichnet wird sie in erster Linie für ihren Erzählungsband "Der schaudernde Fächer". Ihre Geschichten lobt die Jury als hochmusikalisch. Der deutschen Gegenwartssprache habe die Schriftstellerin auf sehr poetische Weise neue Impulse gegeben. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wird von der Robert-Bosch-Stiftung vergeben.

Papst Franziskus schreibt Briefe an Hans Küng

Der kritische Theologe Hans Küng hat Post bekommen - aus dem Vatikan.

In einem Interview mit dem "Spiegel" sagte Küng, er habe von Papst Franziskus schon zwei sehr freundliche, handgeschriebene Briefe erhalten. Unterzeichnet habe der Papst "mit brüderlichem Gruß". Was ansonsten in den Briefen stand, wollte Küng aber nicht sagen. In jedem Fall zeige sich darin ein neuer Stil. Johannes Paul der II. habe ihm 27 Jahre lang nie geantwortet. - Der heute 85-jährige Theologieprofessor Küng hat schon 1979 seine Lehrerlaubnis verloren, weil er die Unfehlbarkeit des Papstes angezweifelt hatte.

Kölner Oper verlängert Vertrag mit Intendantin Birgit Meyer

Ihr Vertrag sollte eigentlich "im Spätsommer" unterzeichnet werden.

Nun, da der Spätsommer definitiv vorbei ist, hat man sich geeinigt: Die Stadt Köln teilt mit, dass sie den Vertrag mit ihrer Opern-Intendantin Birgit Meyer verlängern will. Der Posten ist nicht zuletzt deshalb ein schwieriger, weil die Kölner Oper zur Zeit überhaupt kein Haus hat. Der marode Stammsitz wird saniert, als Ausweich-Spielstätte dient ein Musical-Zelt.

Bayerisches Museum sucht Erinnerungsstücke

Das Haus der Bayerischen Geschichte sucht historische Weihnachtsgeschenke und andere Gegenstände, die eine Geschichte erzählen.

Direktor Richard Loibl sagte in München, die Bevölkerung könne helfen, das in Regensburg geplante Museum einzurichten. Gefragt seien zum Beispiel auch Erinnerungsstücke aus der bayerischen Frauenbewegung oder von Demos für den Umweltschutz. Das Haus der Bayerischen Geschichte soll im Jahr 2018 eröffnen, der erste Spatenstich ist für 2015 geplant.

Mann im rosa Tutu wirbt in Berlin für Brustkrebs-Initiative

Der Mann im rosa Tutu war schon an vielen bekannten Orten auf der Welt.

Nun hat er sich vor dem Brandenburger Tor in Berlin fotografieren lassen. Die Fotos des Amerikaners Bob Carey entstehen für einen guten Zweck. Sie werden zugunsten einer Stiftung gegen Brustkrebs verkauft. Der 52-Jährige leicht untersetzte Ehemann macht diese Selbstporträts im Ballett-Röckchen seit 10 Jahren. Anfangs ging es ihm darum, seine erkrankte Frau aufzuheitern. Dann wurden eine Stiftung und ein Medienprojekt daraus. In harten Zeiten seien diese Fotos wie eine Therapie, sagte Carey in Berlin.

Tugan Sokhiev: Meine Fehler hört man sofort

Musiker sind ein Medium, durch das hindurch die geschriebenen Noten ans Ohr des Zuhörers gelangen können.

So erklärt es der Musikchef des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin, Tugam Sokhiev. Er sagte dem Berliner "Tagesspiegel", er als Dirigent bewerte Beethoven nicht wie ein Kritiker. Er versuche stattdessen, dem Publikum das Werk in seiner ganzen Komplexität zu vermitteln. Sokhiev meint, wenn er einen Fehler mache, höre man das sofort im Orchester. Dann wisse er, dass er ein Stück beim nächsten Mal gestisch anders umsetzen müsse.

"La Traviata" in der Scala: Feuilletons sind kritisch

Die Meinungen sind geteilt.

Die "Neue Zürcher Zeitung" nennt die "La Traviata"-Premiere in der Mailänder Scala eine vorbildlich durchgestaltete Inszenierung. Es habe sich um Regietheater vom Feinsten gehandelt - dafür sei Regisseur Dmitri Tcherniakow aber vom Publikum mit Buhrufen bedacht worden. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" kritisiert, der Russe habe aus der weiblichen Hauptfigur ein zerzaustes Hausmütterchen gemacht. Er habe die Gelegenheit verpasst, dem Verdi-Jubiläumsjahr einen intellektuell adäquaten Abschluss zu bescheren. Und die "Süddeutsche Zeitung" spricht von einer Sternstunde im trüben Operngeschäft, was vor allem an der grandiosen Leistung der Sopranistin Diana Damrau gelegen habe. Sie, so die Zeitung, hätte allerdings mehr verdient als gängige Dirigierroutine.

Medienaufsicht in der Türkei: Fernsehsender zahlen Strafen nicht

Zu viel Erotik oder Gewalt - wegen solcher Vergehen verhängt die Medienaufsicht in der Türkei regelmäßig hohe Geldstrafen.

Jetzt ist allerdings herausgekommen, dass kaum einer der verurteilten Fernsehsender das Bußgeld bezahlt. Die Regierung erklärte auf Anfrage im Parlament, die Behörde habe in den vergangenen elf Jahren Strafen von rund 26 Millionen Euro verhängt. Bisher sollen aber lediglich vier Millionen eingetrieben worden sein. Grund seien beispielsweise anhängige Klagen der Fernsehsender. Die Zeitung "Vatan" berichtet, der Sender "atv" etwa habe bisher von 2,5 Millionen Euro keinen Cent an die Staatskasse überwiesen. Auch Zahlungen des staatlichen Senders "TRT" stünden noch aus.

Metallica-Konzert in der Antarktis vor 19 Fans

Dieses Konzert war wirklich exklusiv.

Die US-Band "Metallica" hat gestern in der Antarktis für 19 Fans aus Südamerika gespielt. Die Gruppe trat auf der König-Georg-Insel in einem transparenten Iglu auf. Um die Umwelt zu schützen, gab es keine Lautsprecher. Die Zuschauern hörten Metallica über Kopfhörer zu. Die Tickets gab es im Wettbewerb eines Getränkeherstellers zu gewinnen.

Comiczeichner Kverneland: Munchs Kinn macht ihn zur perfekten Figur

Edvard Munch ist der perfekte Comic-Character.

Das sagt der norwegische Illustrator Steffen Kverneland, der eine Biografie seines Landsmannes in Comicform gezeichnet hat. Er sagte der Zeitung "Die Welt", Munch sei sehr exzentrisch und habe viele auffällige Züge gehabt. Um ihn als Comic-Figur zu schaffen, habe er nur das ohnehin ausgeprägte Kinn des Malers überzeichnen müssen. Kverneland betonte, es sei ihm darum gegangen, Munch aus Missverständnissen früherer Biografien zu befreien. Er werde oft als depressiver, missverstandener Künstler dargestellt. Dabei sei er ein witziger und streitbarer Kopf gewesen, der immer aktiv an sich und seinem Erfolg gearbeitet habe.

Kunsthistorikerin kritisiert Umgang der Behörden mit Gurlitt-Fund

Sie findet die teilweise Veröffentlichung des Münchner Kunstfundes im Internet "sehr bedenklich".

Mit diesen Worten hat die Kunsthistorikerin Vanessa Voigt das Vorgehen der Behörden im Umgang mit den bei Cornelius Gurlitt entdeckten Bildern kritisiert. Sie war 2012 als Expertin hinzugezogen worden, als Beamte Gurlitts Wohnung in Schwabing durchsuchten. Voigt sagte dem "art"-Magazin, der 80-Jährige habe entrückt und paralysiert gewirkt, weil auf einmal so viele fremde Menschen in seinem privaten Bereich gewesen seien. Den Abtransport der Bilder habe sie nicht verstanden. Voigt betonte, sie hätte sich gewünscht, dass die Behörden mehr mit Gurlitt kommuniziert hätten.

BR-Journalist und LKA-Beamte abgehört

Journalisten dürfen in Deutschland nur abgehört werden, wenn es um schwere Straftaten geht.

Einem Bericht des Bayerischen Rundfunks zufolge reichte der Staatsanwaltschaft München dafür die Beschuldigung eines Informanten. Er habe behauptet, zwei Beamte des Landeskriminalamtes wollten mithilfe eines BR-Reporters Informationen aus einem Verfahren gegen die BayernLB verkaufen. Daraufhin seien die Telefone aller drei monatelang überwacht worden. Die Vorwürfe hätten sich als haltlos erwiesen. Der Münchner Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch bestätigte der "Deutschen Presse-Agentur", dass es ein Ermittlungsverfahren gegeben habe. Die Staatsanwaltschaft müsse tätig werden, sobald ein Anfangsverdacht bestehe.

Hier geht es zum Bericht des |BR|http://www.br.de/nachrichten/abhoeraffaere-bka-lka-bendixen-100.html].

Reportervereinigung FCCC kritisiert chinesische Visumsvergabe für Journalisten

Nach Ansicht der Reportervereinigung nutzen die chinesischen Behörden die Visumsvergabe, um Einfluss auf die Berichterstattung zu nehmen.

Die Vereinigung der Auslandskorrespondenten FCCC in Peking kritisierte, dass bisher keiner der Korrespondenten von "New York Times" und "Bloomberg" sein jährliches Visum erneuern konnte. Damit droht ihnen die Ausweisung aus China. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte ein "New York Times"-Mitarbeiter das Land verlassen müssen, weil er kein neues Visum bekam.

US-Rockband "Heart" sagt "Sea World"-Auftritt nach kritischer Doku ab

An diesem Ort wollen die Künstlerinnen lieber nicht auftreten.

Wie die CNN berichtet, hat die von zwei Schwestern gegründete Rockband "Heart" einen Auftritt im Freizeitpark "Sea World" in Florida abgesagt - als Reaktion auf eine Dokumention des Fernsehsenders. Der Film "Blackfish" hatte den Tod einer Trainerin beleuchtet, die 2010 von einem Orca getötet wurde. Er hatte sich kritisch mit der Haltung großer Wale in Gefangenschaft auseinandergesetzt. Laut dem Bericht sagten daraufhin auch schon der Country-Sänger Willie Nelson und die kanadische Band "Barenaked Ladies" ihre Auftritte ab.

1.400 Jahre alter Buddha-Tempel in Nordchina entdeckt

Aus China wird ein bedeutender Fund aus der Frühgeschichte des Buddhismus gemeldet.

In der nordchinesischen Provinz Shanxi entdeckten Archäologen einen 1.400 Jahre alten Buddha-Tempel. In den Wänden des Schreins befinden sich Nischen für Buddha-Skulpturen. Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua zitiert den Leiter der Ausgrabungen: Die Anlage sei die einzige bislang bekannte Anlage dieser Art in China und werfe ein Licht auf die frühe Buddha-Verehrung. Der Fund gehört zum Tempelkomplex von Tongzi in den Bergen nahe der Provinzhauptstadt Taiyuan. Den Angaben zufolge wurde der Tempel im Jahr 556 in einer Blütezeit des Buddhismus während der Nördlichen Qi-Dynastie errichtet. Obwohl 1117 zerstört, seien eine Reihe von Buddha-Figuren gut erhalten.

Kino bildet besser als Eltern und Lehrer

Das Kino ist manchmal der bessere Lehrer.

Das findet der französische Regisseur Luc Besson. Bei der Erziehung von Kindern könnten Filme oft weitaus mehr bewegen als Eltern oder Lehrer, sagte Besson der Deutschen Presseagentur. Ein guter Kinofilm über die Natur vermittele zum Beispiel spielerisch und zugleich eindringlich, dass man die Umwelt schützen müsse. Besson hat selbst fünf Töchter.

Lindenstraßen-Männer ziehen sich aus

Das Thema ist vielen Männern unangenehm: Die Krebsvorsorge.

Um mehr Männer zu motivieren, sich untersuchen zu lassen, beginnt die Fernseh-Serie Lindenstraße eine Kampagne. Männliche Darsteller der Serie haben sich für einen Foto-Kalender ausgezogen. Der Kalender soll in der nächsten Lindenstraßen-Folge gezeigt werden. Die Bilder werden dann auch ins Internet gestellt. In der Handlung der Serie war zuletzt jemand an Prostata-Krebs gestorben.

US-Schauspielerin Kate Williamson gestorben

Sie galt ebenso wie ihr Ehemann Al Ruscio als Charakterdarstellerin.

Jetzt ist die US-Schauspielerin Kate Williamson wenige Wochen nach ihm im Alter von 83 Jahren gestorben. Das berichtet der "Hollywood Reporter". Williamson spielte in Filmen wie "Enthüllung" und "Dahmer" mit. Außerdem übernahm sie Rollen in zahlreichen Fernsehserien wie "Unsere kleine Farm" und "Eine himmlische Familie".

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