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Kulturnachrichten

Samstag, 7. Dezember 2013

Europäischer Filmpreis wird heute Abend in Berlin verliehen

Favorit ist das belgische Drama "The Broken Circle" mit sechs Nominierungen.

Heute Abend wird der 26. Europäische Filmpreis in Berlin verliehen. Der deutsche Schwarz-weiß Film "Oh Boy" ist in vier Kategorien nominiert. Er geht in den Kategorien "bester Spielfilm" und "bester Debütfilm" ins Rennen. Außerdem wurde das Werk von Regisseur Jan Ole Gerster für den Publikumspreis vorgeschlagen. Der Hauptdarsteller des Films, Tom Schilling, konkurriert in der Kategorie "bester Schauspieler" unter anderem mit Jude Law.

Nordpol-Expedition mit der "Fram" 1893: Tagebücher von Schiffsarzt entdeckt

"Er mischt sich in jedes Gespräch ein und will überall der Beste sein."

Diese wenig schmeichelhaften Worte schrieb der Schiffsarzt Henrik Greve Blessing über den norwegischen Polarforscher Fridtjof Nansen. Nansen gilt als norwegischer Nationalheld. Er leitete in den 1890er Jahren eine Nordpol-Expedition mit dem Schiff "Fram", an der auch Blessing teilnahm. Blessings bislang unbekannte und unpublizierte Tagebücher und Briefe wurden jetzt in einem Nachlass entdeckt. Durchgehendes Motiv in den Aufzeichnungen soll Blessings Unzufriedenheit mit Nansen sein. Eine Forscherin der Nationalbibliothek bezeichnete den Fund als "weiteres spannendes Puzzlestück" im Bild des Polarforschers.

Der norwegische Künstler, der die Dokumente gefunden hatte, will nun ein Buch auf der Grundlage von Blessings Aufzeichnungen schreiben.

Japanische Walfangschiffe auf dem Weg in die Antarktis

Auch diesmal lautet die Begründung "im Dienste der Forschung".

Drei japanische Walfangschiffe haben sich auf den Weg in die Antarktis gemacht, wo sie auf ein Mutterschiff treffen sollen. Bis Ende März wollen die Walfänger bis zu 930 Zwergwale und 50 Finnwale töten. Weil der kommerzielle Walfang seit 1986 verboten ist, rechtfertigt Japan seine Jagd auf Wale mit "wissenschaftlichen Zwecken". In der letzten Saison konnte Japan nur etwas über 100 Zwergwale harpunieren - als Gründe wurden schlechtes Wetter und Störungen durch die Umweltorganisation "Sea Shepherd" genannt.

Statt Nobelvorlesung: Video mit Alice Munro wird gezeigt

Dieses Jahr gibt es keine typische Nobelvorlesung in Literatur.

Weil die Preisträgerin Alice Munro aus gesundheitlichen Gründen nicht nach Stockholm reisen kann, wird stattdessen ein aufgezeichnetes Videogespräch mit der Schriftstellerin gezeigt. Es trägt den Titel "Alice Munro - In ihren eigenen Worten". Die 82-Jährige ist vor allem durch ihre Kurzgeschichten bekannt. Ihre Tochter wird den Nobelpreis am 10. Dezember stellvertretend entgegennehmen. - Die Preisträger in Medizin, Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaften halten ihre Vorlesungen an diesem Wochenende.

Hopi-Masken dürfen in Paris versteigert werden

Moralische Aspekte sind in diesem Fall zweitrangig.

Das befand ein französisches Gericht, das über die Versteigerung von 25 Masken eines Indianerstammes entscheiden musste. Es entschied: Zwar könne die Auktion die Würde der Indianer verletzen, aber diese moralische Betrachtung rechtfertige keine einstweilige Verfügung gegen den Verkauf. Die Masken sind Kultobjekte der nordamerikanischen Hopi-Indianer und werden bei religiösen Zeremonien getragen. Zusammen mit der Organisation "Survival International" hatten die Hopi versucht, die Auktion zu verhindern. Bereits im Frühjahr waren sie vor Gericht gezogen, um eine Versteigerung von 75 Masken zu stoppen - auch damals erfolglos.

Produzent Jerry Bruckheimer wechselt zu Paramount

Für Jerry Bruckheimer geht es zurück zu seinen Wurzeln.

Der amerikanische Produzent wechselt nach 20 Jahren bei den Disney-Studios zum Unternehmen Paramount Pictures. Für Disney hatte Bruckheimer unter anderem "Armageddon" und die "Fluch der Karibik"-Reihe produziert. Im September hatten beide Seiten ihre Zusammenarbeit beendet. Für Paramount war Bruckheimer bereits in den 80er Jahren tätig gewesen, als er unter anderem für "Top Gun" und "Tage des Donners" verantwortlich war.

Nominierungen bekannt gegeben: Rapper Jay-Z ist Favorit beim Musikpreis Grammy

Die Grammys sind die begehrtesten Musikpreise der Welt.

Jetzt steht fest, wer im kommenden Jahr gute Chancen hat, einen oder emhrere davon zu gewinnen: In der Nacht wurden die Nominierungen in Los Angeles bekannt gegeben. Der Favorit 2014 ist der US-amerikanische Rapper Jay-Z mit neun Nominierungen. Neben ihm haben zum Beispiel auch Justin Timberlake oder das Duo Macklemore & Ryan Lewis gute Aussichten auf den Preis. Sie wurden je siebenmal für eine Auszeichnung vorgeschlagen. - Vergeben werden die Grammys am 26. Januar in Los Angeles.

Dalai Lama lobt Entscheidung, Tebartz-van-Elst zu suspendieren

Bischof Tebartz-van-Elst zu suspendieren, war eine sehr gute Entscheidung, findet der Dalai Lama.

In einem Interview des Magazins "Focus" sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter, man müsse manchmal hart durchgreifen, um die Kirche zu schützen. Wenn Religionsführer Einfachheit predigten, sollten sie auch selbst so leben. Laut dem Dalai Lama neigen Geistliche manchmal dazu, in ihrem eigenen Kokon zu leben. Er habe Papst Franziskus nach dessen Entscheidung einen Brief geschrieben und hoffe, ihn im kommenden Jahr in Italien zu treffen. Der Pontifex sei offenbar ein sehr pragmatischer und energischer Mensch, so der 78-jährige Dalai Lama.

Elton John kritisiert bei Konzert in Moskau Diskriminierung von Homosexuellen

Dieses Konzert nutzte Elton John für eine politische Botschaft.

Bei einem Auftritt in Moskau kritisierte der homosexuelle Sänger offen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben in Russland. Jede Form von Diskriminierung sei schlecht für eine Gesellschaft, sagte der 66-Jährige. Er sei traurig über das "Gesetz gegen Homosexuellen-Propaganda", das im Juni in Kraft getreteten ist. Es stellt positive Äußerungen über Homosexualität gegenüber Minderjährigen unter Strafe. Seinen Auftritt widmete Elton John einem jungen Mann, der im Mai in Wolgograd wegen seiner Homosexualität ermordet worden war.

"SZ": US-amerikanischen Auslandskorrespondenten in China droht der Rauswurf

Die China-Korrespondenten der "New York Times" und der Nachrichtenagentur Bloomberg müssen möglicherweise zum Jahresende das Land verlassen.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, verweigern die chinesischen Behörden den Journalisten bislang die Verlängerung ihrer Aufenthaltsgenehmigungen. Sollten die Anträge bis Ende des Monats nicht bearbeitet werden, müssten die Auslandsbüros geschlossen werden. - In China müssen Auslandskorrespondenten einmal im Jahr ihre Aufenthaltsgenehmigung verlängern. Sowohl "New York Times" als auch Bloomberg hatten in diesem Jahr Texte über Korruption in den Familien der Elite veröffentlicht.

"KSTA": Ermittlungen gegen Günter Wallraff gegen Geldbuße eingestellt

Ein ehemaliger Mitarbeiter hatte Günter Wallraff beschuldigt, ihn über Jahre illegal beschäftigt zu haben.

Jetzt sind die Ermittlungen gegen den Enthüllungsjournalisten gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt worden. Nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeigers" soll Wallraff dafür etwa 8.000 Euro gezahlt haben. Ihm war unter anderem Beihilfe zum Sozialbetrug vorgeworfen worden. Außerdem wurde Wallraff versuchter Prozessbetrug angelastet, weil er bei einem Verfahren verfälschte Erklärungen von Mitarbeitern einer Großbäckerei vorgelegt haben soll.

Niederländische Bürgermeister wehren sich gegen Kürzung von Deutschunterricht

Es ist wichtig, dass die Jugendlichen in der Grenzregion Deutsch lernen.

Davon sind die Bürgermeister von elf niederländischen Städten überzeugt. Sie haben in einem Schreiben an die Kultursministerin des Landes gegen die Einschränkung des Deutschunterrichtes protestiert. Dabei geht es um Pläne, Deutsch nicht mehr an allen Berufsschulen zu unterrichten oder die Zahl der Stunden zu kürzen. Die Lokalpolitiker argumentieren, dass die Sprachkenntnisse die Berufsaussichten der Jugendlichen verbesserten. Protestiert haben unter anderem die Bürgermeister von Enschede, Venlo und Maastricht.

Japan: Umstrittenes Gesetz zu Staatsgeheimnissen verabschiedet

Kritiker fürchten, dass mit diesem Gesetz das Recht auf Informations- und Meinungsfreiheit beschnitten wird.

Der japanische Senat hat ein Gesetz verabschiedet, dass für die Verbreitung von Staatsgeheimnissen bis zu zehn Jahre Haft vorsieht. Dabei können zum Beispiel Informationen über Verteidigung, Diplomatie, Spionage und Terrorismus als Staatsgeheimnisse eingestuft werden. Eingebracht hatte das Gesetz die rechtskonservative Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe. Mehr als 250 Medienschaffende, Wissenschaftler und Juristen hatten sich gegen die Verordnung ausgesprochen.

Erziehungswissenschaftler: Ganztagsschule von der Qualität her noch kein Erfolgsmodell

An der Qualität der deutschen Ganztagsschulen muss noch gearbeitet werden.

Das meint Professor Ludwig Stecher, Erziehungswissenschaftler an der Universität Gießen. Im Deutschlandradio Kultur sagte Stecher, was die Qualität beträfe, seien die Ganztagsschulen noch kein Erfolgsmodell. An allen wichtigen Stellen säßen aber engagierte Leute, die bereit wären, das zu ändern. Was die Verbreitung angehe, sei die Ganztagsschule bereits ein Erfolg. Vergleiche mit anderen europäischen Ländern, in denen es das Modell schon länger gibt, lehnte Stecher als problematisch ab. Er äußerte sich anlässlich des zehnten Ganztagsschulkongresses in Berlin, der heute zu Ende geht.

Das vollständige Interview mit Ludwig Stecher können Sie hier nachhören.

Erster ägyptischer Film über Homosexualität soll zensiert werden

"Family Secrets" ist der erste ägyptische Film, der von Homosexualität handelt.

Obwohl der Film keine explizit sexuellen Szenen enthält, stört sich die Zensurbehörde des Landes an 13 Stellen. Sie forderte den Regisseur Hany Fawzy auf, diese zu streichen. Laut Fawzy handelt es sich dabei um wichtige Szenen wie zum Beispiel den Moment, in dem die Hauptfigur der eigenen Schwester gesteht, schwul zu sein. - "Family Secrets" erzählt die Geschichte eines jungen homosexuellen Mannes, dessen Bruder als Kind missbraucht wurde.

Artdokfest in Moskau: Deutsche Produktion "Putins Spiele" unter Polizeischutz gezeigt

Unter Polizeischutz hat das Moskauer Dokumentarfilmfestival Artdokfest die deutsche Produktion "Putins Spiele" über die Olympischen Winterspiele in Russland gezeigt.

Darin sprechen Augenzeugen über zwangsumgesiedelte Russen sowie Umweltzerstörung und Korruption bei der von Präsident Wladimir Putin persönlich kontrollierten Vorbereitung der Spiele. Der in Israel lebende Regisseur Alexander Gentelew blieb nach Drohungen von Nationalisten der Premiere gestern fern, wie die Deutsche Presse Agentur meldet. Der Oppositionelle Boris Nemzow, der zu den Protagonisten des 90minütigen Films gehört, sagte, die Winterspiele seien mit Kosten von mehr als 50 Milliarden US-Dollar die teuersten der Geschichte. Sie werden am 7. Februar in Sotschi am Schwarzen Meer eröffnet.

Erste Homo-Ehen Australiens geschlossen

In der australischen Hauptstadt Canberra ist ein umstrittenes Gesetz zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Kraft getreten.

Damit ist Australian Capital Territory der erste Bundesstaat des Landes, der Homosexuellen das Heiraten erlaubt. Kurz nach 0 Uhr haben sich bereits mehrere homosexuelle Paare nach dem neuen Gesetz trauen lassen. Allerdings ist völlig unklar, ob es bestehen bleibt. Die australische Regierung geht zur Zeit in einem Gerichtsverfahren gegen das Gesetz der Regionalregierung vor.

"Telegraaf" entschuldigt sich für Berichterstattung zu Mandelas Tod

Diese Verknüpfung war äußerst ungünstig.

Die niederländische Zeitung "De Telegraaf" hat sich dafür entschuldigt, wie sie online über den Tod von Nelson Mandela berichtet hat. In dem Artikel hieß es, Mandela sei am "Vorabend von Nikolaus (mit dem schwarzen Peter) gestorben". Der niederländische "Schwarze Peter", Zwarte Piet genannt, ist eine ähnliche Figur wie der deutsche Knecht Ruprecht. Er wird mit geschwärztem Gesicht dargestellt und hatte zuletzt heftige Debatten über Rassismus ausgelöst. Der "Telegraaf" machte eine "unglückliche Überschneidung von Umständen" für seinen Bericht verantwortlich.

Historische Karte von Verlusten nach Überfall auf Pearl Harbor versteigert

Die Karte zeigt die Verluste der US-Flotte nach dem Überfall auf Pearl Harbor.

Das Dokument der japanischen Marineflieger wurde jetzt in New York versteigert. Für umgerechnet etwa 310.000 Euro wechselte die Karte den Besitzer. Über den Käufer wurde nichts bekannt. Der japanische Kapitän zur See Mitsuo Fuchida hatte die Karte nach dem Angriff auf den amerikanischen Stützpunkt angefertigt und Kaiser Hirohito vorgelegt. Fuchida war auch derjenige, der das Angriffssignal "Tora! Tora! Tora!" gefunkt hatte. - Der Angriff auf Pearl Harbor im Dezember 1941 führte zum Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg.

Britische Jazz-Legende Stan Tracey im Alter von 86 Jahren gestorben

Der britische Jazz-Pianist Stan Tracey hat während seiner rund 70-jährigen Karriere unter anderem zusammen mit Größen wie Sonny Rollins und Charlie Watts gespielt.

Tracy starb nach Angaben seines Sohnes im Alter von 86 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Aus seiner Feder stammen Songs wie "Under Milk Wood" und "Alice in Jazzland". Sein letztes Album "The Flying Pig" erschien erst in diesem Jahr.

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