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Kulturnachrichten

Sonntag, 24. November 2019

Ägypten geht gegen Online-Nachrichtenportal vor

Ägyptens Führung ist gegen eines der letzten regierungskritischen Medien in dem nordafrikanischen Land vorgegangen. Das Online-Nachrichtenportal Mada Masr berichtete über Twitter, Sicherheitskräfte in Zivil seien bei einer Razzia in ihre Kairoer Redaktion eingedrungen und hätten die Mitarbeiter rund drei Stunden festgehalten. Drei Mitarbeiter seien festgenommen, später aber wieder freigelassen worden, darunter Chefredakteurin Lina Attalah. Einem Anwalt sei der Zugang verwehrt worden. Mada Masr gehört zu den letzten wenigen Medien Ägyptens, die kritisch über die Regierung berichten. Damit findet die Nachrichtenseite international große Beachtung, da es in dem Land kaum noch eine freie Presse gibt.

Altmaier: Zugang zu Internet ist Menschenrecht

Bundeswirtschaftsminister Altmaier hat den Zugang zu freiem Internet mit dem Recht auf Bildung oder medizinische Versorgung verglichen. Der freie Zugang müsse ein Grund- und Menschenrecht sein, das für alle Menschen weltweit gelte, erklärte der CDU-Politiker am Sonntag. Das Internet müsse auch für Bürger in Schwellen- und Entwicklungsländern global und frei bleiben. Daran müssten sich sowohl Regierungen als auch nichtstaatliche Interessengruppen halten, erklärte Altmaier. Er nahm damit Bezug auf das "Internet Governance Forum", das am Montag in Berlin beginnt und bis Freitag dauert.

Zentralrat der Juden warnt erneut vor Antisemitismus

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat bei seiner Ratsversammlung in Frankfurt am Main erneut vor wachsendem Antisemitismus in Deutschland gewarnt. Nicht zuletzt der Anschlag in Halle habe die Gefahr verdeutlicht, die vom Rechtsextremismus für die jüdische Gemeinschaft ausgehe, erklärte Präsident Schuster nach Ende des jährlichen Gremiumstreffens. Antisemitismus sei fester Bestandteil rechtsextremer Ideologie. Zugleich unterstrich Schuster, dass auch der Antisemitismus, den es unter Muslimen gebe, nicht aus den Augen verloren werden dürfe.

US-Regisseur Marks ist gestorben

Der US-amerikanische Produzent und Filmregisseur Arthur Marks ist tot. Nach Angaben seines Sohnes starb Marks bereits am 13. November im Alter von 92 Jahren in seinem Haus im kalifornischen Woodland Hills. Marks produzierte 80 Folgen der Fernsehserie "Perry Mason", bei der er auch Regie führte. Er inszenierte außerdem Folgen der Serien "I Spy", "Starsky and Hutch" und "The Dukes of Hazzard". In den 1970er-Jahren drehte Marks mehrere Low-budget-Filme aus der Sicht der Afroamerikaner (so gennannte Blaxploitation-Filme) – darunter "Detroit 9000", der 1998 von Quentin Tarantino in die Kinos gebracht wurde.

Papst: Nutzung von Atomwaffen ist ein "Verbrechen"

Papst Franziskus hat den Gebrauch von Atomwaffen als Verbrechen bezeichnet. Der Einsatz dieser Waffen sei ein "Verbrechen nicht nur gegen den Menschen und seine Würde, sondern auch gegen jede Zukunftsmöglichkeit", sagte das katholische Kirchenoberhaupt in der japanischen Stadt Hiroshima. Dort warfen die USA Ende des Zweiten Weltkriegs die erste Atombombe ab. 140 000 Menschen starben. "Wie können wir Frieden anbieten, wenn wir beständig die Drohung eines Atomkrieges als legitimes Mittel zur Konfliktlösung einsetzen?", so Franziskus weiter.

Bayern steigt aus dem nationalen Bildungsrat aus.

Bayern steigt aus dem nationalen Bildungsrat aus, das sagte Ministerpräsident Söder dem Bayerischen Rundfunk. Der Bildungsrat ist im Koalitionsvertrag vereinbart und soll Bildungsstandards in Deutschland vereinheitlichen. Von einigen Bundesländern gibt es jedoch Kritik an dem Gremium. Söder hatte es vor wenigen Wochen bereits als bürokratisches Monstrum bezeichnet. Man befürchte, das Ziel sei ein Berliner Abitur, so der CSU-Chef weiter: "Das würde eine Verschlechterung des Bildungsniveaus in Bayern bedeuten. Das bayerische Abitur bleibt bayerisch, übrigens genau so wie die Ferienzeiten. Wir wollen die nicht angleichen."

Literatur-Förderpreis "Wortmeldungen" verliehen

Katherina Braschel, Luca Manuel Kieser und Jana Krüger haben in Frankfurt den mit insgesamt 15.000 Euro dotierten "Wortmeldungen"-Förderpreis erhalten. "Der Förderpreis geht zu gleichen Teilen an drei herausragende Erzählungen, sie sich auf individuelle und kluge Weise mit der Sterblichkeit des Menschen auseinandersetzen und dabei eine gesellschaftspolitische Perspektive einnehmen", teilte die Frankfurter Crespo-Foundation am Sonntag mit. Ihrer Angaben nach gelinge Katherina Braschel eine detaillierte Gegenüberstellung von Lebendigkeit und Verfall des menschlichen Körpers. Luca Manuel Kieser betrachte in einer Kurzgeschichte den Lebensverlauf einer Frau, und Jana Krüger greife das Sterben von Migranten im Mittelmeer und die Seenotrettung auf. Der "Wortmeldungen"-Förderpreis wird jährlich für herausragende literarische Kurztexte verliehen, die sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen.

"Tim und Struppi"-Druck versteigert

Ein von dem US-Astronauten Buzz Aldrin signierter "Tim und Struppi"-Druck ist in Paris für rund 39-Tausend Euro versteigert worden. Er erzielte damit das Dreifache seines Schätzwertes. Das Motiv stammt aus dem in den 1950-er Jahren erschienenen Comic-Abenteuer "Schritte auf dem Mond". Darin wird der Reporter Tim zum ersten Menschen auf dem Erdtrabanten. Aldrin, in der Realität nach seinem Kollegen Neil Armstrong der zweite Mensch auf dem Mond, schrieb auf den Druck: "Erste Mondfahrer nach Tim". Die US-Astronauten waren 1969 im Rahmen der Apollo-11-Mission auf dem Mond spaziert. Seit dem Tod des belgischen Comicautors Hergé im Jahr 1983 erzielen seine Werke bei Auktionen immer höhere Preise.

Britischer Historiker erhält Preis für Migrationsforschung

Der britische Historiker Peter Frankopan hat am Abend in Bremerhaven den Kalliope-Preis für praxisnahe Migrationsforschung erhalten. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung des Deutschen Auswandererhauses bekam der Wissenschaftler der Universität Oxford für seine Forschung zur Globalgeschichte. Frankopan habe durch seine neue Perspektiven auf das historische und aktuelle Weltgeschehen überzeugt, hieß es zur Begründung. Er verlasse den eurozentristischen Blickwinkel und helfe, die Komplexität der Welt besser zu verstehen. Der Historiker, der zur Zeit in Bremerhaven arbeitet, hatte sich unter 20 Bewerbern - darunter auch Deutsche Exzellenzuniversitäten - durchgesetzt. Das 2005 eröffnete Deutsche Auswandererhaus ist bundesweit das einzige Museum zum Thema Migration.

Mario Adorf mit Filmpreis ausgezeichnet

Der Schauspieler Mario Adorf ist mit dem Hauptpreis des 33. Internationalen Filmfestivals Braunschweig ausgezeichnet worden. Die Festivalmacher ehrten ihn damit für seine herausragenden darstellerischen Leistungen und Verdienste um die europäische Filmkultur, hieß es. Die Auszeichnung "Die Europa" ist mit 20.000 Euro dotiert. Der "Weiße Löwe", der Lebenswerkpreis des Festivals für einen Filmkomponisten, ging an Helmut Zerlett. Er hat nach Angaben der Festival-Macher die Musik zu bislang 22 Spielfilmen, 28 TV-Filmen und mehr als 90 TV-Serienerfolgen komponiert. Den Publikumswettbewerb um den besten europäischen Debüt- oder Zweitfilm gewann die belgische Regisseurin Anke Blondé mit "The Best of Dorien B.".

Für einen Tag Chefin bei der BBC

Die Umweltaktivistin Greta Thunberg darf für einen Tag Chefin beim britischen Sender BBC sein. Die 16-Jährige ist eine von fünf Personen, die zwischen dem 26. Dezember und Silvesterabend für das Radio 4-Programm verantwortlich sind. Greta hat dafür bereits Berichte aus der Antarktis und Sambia sowie ein Interview mit dem Chef der britischen Notenbank, Mark Carney, in Auftrag gegeben. Zu den weiteren Teilnehmern gehört auch die Vorsitzende Richterin Brenda Hale vom obersten britischen Gericht, die die Parlamentsschließung von Premierminister Boris Johnson kurz vor dem geplanten Brexit für verfassungswidrig erklärt hat. Außerdem beteiligen sich an der Aktion der mit dem Turner-Preis ausgezeichnete Künstler Grayson Perry, der Rapper und Wortakrobat George The Poet und BBC-Kritiker Charles Moore.

Forscher entdecken mumifizierte Löwenbabys

Archäologen haben in Ägypten eine Grabkammer mit mehr als 75 Katzenstatuen und zahlreichen mumifizierten Tieren gefunden, darunter vermutlich erstmals auch Löwenbabys. Die fünf mutmaßlichen Löwenmumien stammten aus dem siebten Jahrhundert vor Christus, teilte das zuständige Ministerium mit. Die Grabkammer sei in der bekannten Nekropole Sakkara am Nil gefunden worden, wo Hunderttausende Tiere geopfert und in Gräbern deponiert wurden. Wenn sich die vorläufigen Untersuchungen bestätigten, wäre es das erste Mal, dass mumifizierte Löwenbabys in Ägypten gefunden worden seien. Im Jahr 2004 hatten Forscher mit dem Fund des kompletten Skeletts eines älteren männlichen Löwen nachgewiesen, dass die Raubkatzen in der Spätzeit eine Rolle im Kult der alten Ägypter spielten.

Michelangelo-Statue wird vor Publikum restauriert

Die Marmorstaturen der Pietà von Michelangelo im Museo dell’Opera del Duomo in Florenz werden vor den Augen der Besucher restauriert. Dies teilte die Gruppe "Friends of Florence" mit, die die Restauration finanziert. Über die Jahrhunderte sei das Werk durch Ablagerungen und Wachsrückstände verschmutzt worden. Die Restauratoren arbeiten auf einer Bühne rund um die Statue, so dass die Museumsbesucher die Arbeiten beobachten und sich gleichzeitig mit der Geschichte der Statue auseinandersetzen können. Die Skulpturengruppe zeigt Jesus Christus, nachdem er vom Kreuz genommen wurde, gestützt von der Jungfrau Maria, Maria Magdalena und einem gealterten Nikodemus, der Michelangelo ähnlich sieht. Die Restaurationsarbeiten werden voraussichtlich bis zum Sommer 2020 dauern.

Baron Cohen kritisiert politische Werbung auf Facebook

Der britische Schauspieler Sacha Baron Cohen hat den Facebook-Konzern für seinen Umgang mit politischer Werbung scharf kritisiert. "Solange du bezahlst, wird Facebook alle politischen Anzeigen schalten, die du willst - auch wenn sie Lügen enthalten", sagte Cohen auf einer Konferenz über Hassrede und Antisemitismus in New York. Hätte es in den 1930er Jahren schon Facebook gegeben, hätte Adolf Hitler dort problemlos antisemitische Werbeanzeigen schalten können, so Cohens drastisches Beispiel. Ausgehend von dieser "absurden Logik" hätte Facebook den Diktator selbst 30-Sekunden-Werbevideos für seine "Endlösung der Judenfrage" veröffentlichen lassen, verkündete der 48jährige, der für seine provokanten Aussagen bekannt ist. Er appellierte an den US-Konzern, Werbeanzeigen vor ihrer Veröffentlichung auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Cohen habe die Grundsätze des Online-Netzwerks "verdreht" dargestellt, ließ derweil Facebook verlauten.

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