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Kulturnachrichten

Donnerstag, 29. November 2018

documenta-Defizit steigt auf 7,6 Millionen Euro

Ursach für das Defizit seien unter anderem die zwei Standorte gewesen

Die documenta 14 hat mit einem noch höheren Defizit abgeschlossen als bisher bekannt. Nach Ende aller Prüfungen betrage die Finanzierungslücke 7,6 Millionen Euro, teilte die gemeinnützige documenta und Museum Fridericianum GmbH mit. Bisher war das Defizit der weltweit bedeutendsten Ausstellung für zeitgenössischen Kunst mit 5,4 Millionen Euro beziffert worden. Ursache für das Defizit sei unter anderem die Ausrichtung der Schau an zwei Standorten gewesen. Die 14. documenta fand von April bis September 2017 in Kassel und Athen statt. Ihr Budget war im Vorfeld auf 34 Millionen Euro beziffert worden. Nach Bekanntwerden der finanziellen Schieflagen erklärten sich das Land Hessen und die Stadt Kassel bereit, mit einer Bürgschaft einzuspringen.

Van Gogh-Museum: Foto zeigt Theo, nicht Vincent

Das angegebene Fotostudio gab es damals noch nicht

Ein Foto mit dem vermeintlichen Porträt des jungen Vincent van Gogh zeigt nach Einschätzung des Amsterdamer Van Gogh Museums nicht den Maler, sondern seinen Bruder Theo. Das Museum präsentierte die Ergebnisse einer Untersuchung: Das Foto zeige eindeutig Theo van Gogh im Alter von 15 Jahren. Dem niederländischen Maler Vincent van Gogh (1853-1890) wurden bislang zwei Porträtfotos zugeordnet. "Er ließ sich nicht gerne fotografieren", sagte der Kunsthistoriker Teio Meedendorp vom Van Gogh Museum. Ein Foto aus dem Jahre 1873 zeigt ihn als 19-Jährigen - das gilt als sicher. Das zweite sollte 1866 in Brüssel aufgenommen worden sein. Doch Untersuchungen ergaben, dass das nicht stimmen konnte. So gab es das angegebene Fotostudio damals noch gar nicht. Gesichtsanalysen von Forschern bestätigten dann nach Angaben des Museums, dass Bruder Theo abgebildet ist.

"Bilder Deiner großen Liebe" ist Hörbuch des Jahres

Unvollendeter Roman Wolfgang Herrndorfs

Die Produktion "Sandra Hüller singt und spricht 'Bilder deiner großen Liebe'" ist Hörbuch des Jahres 2018. Die Umsetzung des unvollendeten Romans aus dem Nachlass von Wolfgang Herrndorf sei ein großes Ereignis, begründete die Jury der HR2-Hörbuchbestenliste ihre Entscheidung. Kinder- und Jugendhörbuch des Jahres wurde "Kannawoniwasein! Manchmal muss man einfach verduften", teilte der Hessische Rundfunk (HR) in Frankfurt mit. Der Roman "Bilder Deiner großen Liebe" enthält Gedanken und Erlebnisse der jungen Isa, die aus der Psychiatrie entwichen ist. Im Kinderhörbuch "Kannawoniwasein!" erzählt Autor Martin Muser vom zehnjährigen Finn, der zum ersten Mal allein mit der Bahn nach Berlin fährt. Bei der Reise werden ihm Handy, Fahrkarte und Geld gestohlen.

Kabarettist Otto Stark mit 96 Jahren gestorben

Chef der zeitkritischen Berliner Bühne Distel

Otto Stark, langjähriger Direktor des Ostberliner Kabaretts Distel, ist mit 96 Jahren gestorben. Der gebürtige Österreicher war von 1968 bis zur Wende 1989 Chef der populären zeitkritischen Bühne Distel, die wegen ihrer Sticheleien gegen die DDR-Oberen immer wieder beim Regime aneckte. Stark kam 1922 in Wien als Sohn eines Hutmachers zur Welt. Seine Eltern und sein Bruder wurden von den Nazis ermordet, er selbst konnte mit 16 Jahren mit einem "Kindertransport" nach London emigrieren. Später kehrte er nach Wien zurück, absolvierte eine Schauspielerausbildung und ging 1949 in die DDR, wo er an unterschiedlichen Theatern in Berlin und Dresden arbeitete. Nach der Wende ging er mit Soloprogrammen auf Tournee.

Auktionsrekord für ZERO-Künstler Mack

Der Schätzpreis lag bei 150.000 Euro

Erstmals hat ein Werk des ZERO-Künstlers Heinz Mack (87) bei einer Auktion die Eine-Million-Euro-Grenze übersprungen. Der Objektkasten "Kleiner Urwald" sei für knapp über eine Million Euro versteigert worden, teilte das Auktionshaus Van Ham in Köln mit. Eine Sprecherin wollte keine Angaben dazu machen, wer das Werk erstanden hat. Geschätzt worden war die von 1966 stammende Arbeit auf nur 150.000 Euro. Mack und der 2014 gestorbene Künstler Otto Piene hatten die ZERO-Bewegung 1957 ins Leben gerufen, etwas später stieß Günther Uecker dazu. ZERO verstand sich als radikale Kritik an der abstrakten Malerei der Zeit. Mack ist heute vor allem für seine Skulpturen und Reliefs bekannt.

"Grün ist das neue Rot" ist Schlagzeile des Jahres

Den dritten Platz teilen sich vier Überschriften

"Grün ist das neue Rot" ist die Schlagzeile des Jahres. Mit diesem Titel zu den Stimmverschiebungen von der SPD zu den Grünen bei der bayerischen Landtagswahl konnte sich die "Bild"-Zeitung bei der Wahl des Vereins Deutsche Sprache durchsetzen. Knapp dahinter kam das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" mit der Schlagzeile "Liba mit Fibl" zur Überlegenheit des klassischen Orthografieunterrichts beim Schreibenlernen auf Platz zwei. Den dritten Platz teilen sich vier Überschriften: "Loch und Löcher" (Berliner "Tagesspiegel" zur Finanzkrise des Berliner Flughafens BER), "Junge, komm nie wieder" ("Süddeutsche Zeitung" zu einem möglichen Comeback von Silvio Berlusconi), "Brüllende Stille" ("Börsen-Zeitung" zur internen Kommunikation bei der Deutschen Bank) sowie "Der wüste Sohn" ("Hannoversche Allgemeine" zu den Machenschaften des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman).

Netflix dreht Serie über Hip-Hop-Szene in Deutschland

Hip-Hop.Produzent erhält Chance seines Lebens

Ab heute dreht Netflix eine neue Serie in Deutschland. "Skylines" widmet sich der Hip-Hop- und Drogenszene in Frankfurt am Main. Zu den Hauptdarstellern gehören Richy Müller, den viele als Stuttgarter "Tatort"-Kommissar kennen, und Edin Hasanovic, der 2016 die Goldene Kamera als bester Nachwuchsdarsteller erhielt. Weitere Darsteller sind Murathan Muslu, Peri Baumeister und Erdal Yildiz. In "Skylines" geht es um einen jungen Hip-Hop-Produzenten, der die Chance seines Lebens erhält, als er beim Label Skyline Records unterschreibt. Doch als der kriminelle Bruder des Label-Inhabers und größten Rap-Stars des Landes aus dem Ausland zurückkommt und seinen Anteil einfordert, droht Ärger.

Musikrichtung Reggae wird immaterielles Kulturerbe

Staatenvertreter tanzten spontan zu Song "One Love"

Die UN-Kulturorganisation Unesco hat die unter anderem durch Bob Marley bekanntgewordene Reggae-Musik aus Jamaika zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt. Nach dem Beschluss des zuständigen Ausschusses in Mauritius tanzten die Staatenvertreter spontan zu Marleys Song "One Love", berichtete eine Sprecherin. Die goldene Zeit des Reggaes waren die 1970er Jahre. Der Sound der Musikrichtung aus dem karibischen Inselstaat Jamaika kommt fröhlich und sorgenfrei daher. Doch das täuscht etwas: Themen wie Unterdrückung, soziale Ungleichheit und politische Entfremdung sind zentrale Merkmale der Texte von Reggae-Größen wie Bob Marley, Peter Tosh und Jimmy Cliff.

Entfernte Kunstinstallationen beschäftigen den BGH

Nathalie Braun Barends kämpft um den Erhalt ihrer Werke in der Kunsthalle Mannheim

Nach dem Um- und Neubau der Kunsthalle Mannheim kämpft die Künstlerin Nathalie Braun Barends weiter um den Erhalt zweier von ihr geschaffener Kunstwerke. Am Donnerstag erreicht der Streit in höchster Instanz den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Dabei geht es um die als "Mannheimer Loch" bekannt gewordene Arbeit "HHole", die sich durch kreisrunde Öffnungen in den Geschossdecken eines Gebäudeteils zog. Für die Neueröffnung der Kunsthalle im Juni 2018 wurde der Gebäudeteil entkernt und ist jetzt offen bis unters Dach. Braun Barends' Lichtinstallation "PHaradise" in der Kuppel des historischen Billing-Baus fiel einer Dachsanierung zum Opfer. Die Künstlerin sieht ihr Urheberrecht verletzt. Sollten die Werke nicht wieder installiert werden, verangt sie Schadenersatz - mindestens 220.000 Euro für "HHole" und mindestens 90.000 Euro für "PHaradise". Bisher hatten ihre Klagen jedoch keinen Erfolg. Die Gerichte meinten, dass die Interessen des Eigentümers, in diesem Fall der Stadt Mannheim, vorgehen.

"Rocky" hängt Handschuhe an den Nagel

US-Schauspieler Sylvester Stallone gibt Ende seiner Box-Saga bekannt

Der US-Schauspieler Sylvester Stallone will nach über 40 Jahren keinen weiteren "Rocky"-Film mehr drehen. Der von ihm verkörperte Rocky Balboa werde seine Handschuhe endgültig an den Nagel hängen, teilte Stallone auf Instagram mit. Allen seinen Fans dankte der 72-Jährige, dass sie "die Rocky-Familie über 40 Jahre ins Herz geschlossen" hätten. "Es war mein höchstes Privileg, diese bedeutende Figur zu schaffen und darzustellen", schrieb Stallone. Auch wenn es sein Herz breche: "Leider müssen alle Dinge vorbeigehen ... und enden." Dennoch werde Rocky "nie sterben, denn er wird in euch weiterleben". Die Rocky-Serie besteht aus acht Filmen, von denen der erste 1976 erschien und gleich zum Überraschungserfolg wurde. "Creed II", der vermutlich letzte Film, kam erst vor kurzem in die Kinos.

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