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Kulturnachrichten

Donnerstag, 15. November 2018

Schauspieler Rolf Hoppe gestorben

Er hatte seinen Durchbruch mit dem Film "Mephisto" von Istvan Szabo

Der Schauspieler Rolf Hoppe ist mit Jahren gestorben. Er sei am Mittwoch "nach einem erfüllten Leben im Kreise seiner Familie friedlich entschlafen", teilte die Familie über das Hoftheater Dresden mit. 1995 hatte Hoppe - geboren im thüringischen Ellrich - am Rande von Dresden einen Bauernhof gekauft und das Theater gegründet, wie es im Internetauftritt des Hoftheaters heißt. Seinen Durchbruch hatte der DDR-Star mit dem 1982 oscarprämierten Spielfilm "Mephisto" von Istvan Szabo. Hoppe, der lange als "Bösewicht vom Dienst" galt, stellte dort Hermann Göring dar. Auch im ARD-"Tatort" war er mehrmals zu sehen. Zudem trat er in verschiedenen Märchenfilmen auf. So spielte Hoppe den König im Klassiker "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", der im Weihnachtsfernsehprogramm läuft. 2017 war Hoppe erster Preisträger beim neuen Märchenfilmfestival "fabulix" in Annaberg-Buchholz, wo er für sein Lebenswerk geehrt wurde.

Country-Sänger Roy Clark gestorben

Emmy-dekorierter Country-Star starb an einer Lungenentzündung

Der Country-Musiker Roy Clark ist tot. Clark sei im Alter von 85 Jahren in seinem Haus in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma an einer Lungenentzündung gestorben, teilte die Recording Academy mit, die für die Verleihung der Grammys zuständig ist. "Die Country-Musik-Gemeinschaft hat einen ihrer beliebtesten Musiker verloren." Der 1933 in Virginia geborene Clark hatte schon als Kind Banjo und Gitarre gelernt und war dann mit Hits wie "Yesterday When I Was Young" oder "Come Live With Me" sowie zahlreichen TV-Auftritten bekannt geworden. Er wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit einem Grammy.

Olsenbande-Schauspieler Grunwald gestorben

Er war das letzte lebende Mitglied des dänischen Filmtrios Olsenbande

Er war der Letzte aus der legendären Olsenbande: Der dänische Schauspieler Morten Grunwald ist im Alter von 83 Jahren an Krebs gestorben. Das teilte seine Familie der dänischen Zeitung "Politiken" mit. Grunwald hatte in mehr als 50 Filmen mitgewirkt, darunter in 14 über die berühmte Olsenbande, in denen er Benny mit den gelben Socken spielte. Die Filme seien soziale Satire gewesen, sagte Grunwald der dpa zum 50jährigen Jubiläum der Filme. Der kleine Mann gegen die Reichen und Mächtigen. Wohl auch deshalb sei die Olsenbande in der DDR so beliebt gewesen. Jenseits der Olsenbande feierte Morten Grundwald auch als Theaterschauspieler und -direktor Erfolge. In den Kinos war er 2014 zum letzten Mal zu sehen.

Doku über Helmut Berger: Regisseur verklagt

Der Film sei ohne Bergers Wissen entstanden

Der österreichische Schauspieler Helmut Berger hat drei Jahre nach Erscheinen eines Dokumentarfilms über ihn den Regisseur Andreas Horvath verklagt. Berger fordert 50 000 Euro Schadenersatz und die Unterlassung der Weiterverbreitung. Laut der Klage, über die zuerst die "Kronen-Zeitung" berichtete, sei der Film ohne Bergers Wissen entstanden. Einige Szenen seien "bloßstellend und herabsetzend". Horvaths Anwalt erklärte, dass Berger vor den Dreharbeiten eine Einverständniserklärung unterzeichnet und den Film auch gesehen habe. Bergers Anwalt bezweifelt nach seinen Angaben allerdings, dass sein Mandat geschäftsfähig war, als er die Einverständniserklärung unterschrieb. Die Kombination aus seinen damals sehr starken Medikamenten und Alkohol sei ein "Horrorcocktail" gewesen. Helmut Berger war in den 1960er und 1970er Jahren ein Star des europäischen Kinos.

Uruguayerin Ida Vitale erhält Cervantes-Literaturpreis

Wichtigste literarische Auszeichnung der spanischsprachigen Welt

Die uruguayische Schriftstellerin Ida Vitale wird mit dem diesjährigen Cervantes-Literaturpreis ausgezeichnet. Dies gab der spanische Kulturminister José Guirao in Madrid bekannt. Der Cervantes-Preis gilt als die wichtigste literarische Auszeichnung in der spanischsprachigen Welt und ist mit 125 000 Euro dotiert. Die Jury hielt sich mit ihrer Entscheidung dieses Mal nicht an die ungeschriebene Regel, wonach die Ehrung abwechselnd spanischen und lateinamerikanischen Autoren zuerkannt wird: Im vergangenen Jahr hatte der nicaraguanische Autor und Menschenrechtler Sergio Ramírez den "Premio Cervantes" erhalten. Die 95jährige Vitale ist erst die fünfte Frau, der die wichtige Ehrung zuteil wird.

"Unsere kleine Farm": Katherine MacGregor gestorben

Mrs Olson-Schauspielerin wurde 93 Jahre alt

Die US-Schauspielerin Katherine MacGregor aus der TV-Serie "Unsere kleine Farm" ist tot. MacGregor starb im Alter von 93 Jahren, wie US-Medien unter Berufung auf ihren Sprecher Tony Sears berichteten. In der beliebten 70er-Jahre-Serie verkörperte MacGregor die garstige Wichtigtuerin Harriet Oleson. Die gebürtige Kalifornierin startete ihre Karriere als Tänzerin in New York. Später wechselte sie ins Schauspielfach. Bevor sie zu der prägenden Rolle in der Kultserie nach den Büchern von Laura Ingalls Wilder kam, verdingte sich MacGregor in kleineren Film- und Fernsehproduktionen. Ihre Kollegin Melissa Gilbert, die Laura in "Unsere kleine Farm", würdigte MacGregor auf Instagram: Sie sei "zum Schreien" komisch gewesen.

Betrugsanzeige nach gefälschtem Morricone-Interview

Burda Verlag will Autor verklagen

Das manipulierte Interview mit Ennio Morricone, das im Playboy erschienen ist, hat für den Autor juristische Konsequenzen. Playboy-Chefredakteur Florian Boitin hat in einem Newsletter angekündigt, dass der Burda-Verlag den freien Journalisten Marcel Anders wegen Betruges verklagen wird. Anders hatte zuvor eingeräumt, dass das Interview nicht dem Wortlaut entsprach und ein Entschuldigungsschreiben veröffentlicht. Der frisierte Text war wegen seiner pikanten Aussagen international zitiert worden. Morricone lästerte in dem Interview über den Regisseur Quentin Tarantiono und die Oscars. Ennio Morricone selbst distanzierte sich auf seiner Webseite von den Aussagen. Der Autor, Marcel Anders, ist ein in der Branche bekannter Musikjournalist, der für Zeitungen und Rundfunk arbeitete und bislang einen guten Ruf genoss.

Nach Drohung: Ministerium sucht Kino für "Wildes Herz"

Preisgekrönter Dokumentarfilm über die linke Band Feine Sahne Fischfilet

Wegen einer anonymen Drohung musste die Vorführung des Dokumentarfilms "Wildes Herz" über die Punkband Feine Sahne Fischfilet in Bad Schwartau abgesagt werden. Schleswig-Holsteins Bildungsministerium nach einem Ersatz-Kino. Der Film sollte im Rahmen der SchulKinoWoche in Schleswig-Holstein (26. - 30. November) gezeigt werden. In dem preisgekrönten Dokumentarfilm erzählt Schauspieler Charly Hübner die Geschichte der Band, die sich gegen rechts engagiert. Im Oktober hatte die Stiftung Bauhaus Dessau unter Verweis auf ihr Hausrecht ein Konzert der Band auf der historischen Bauhaus-Bühne abgesagt. Rechte Gruppierungen hatten zuvor in sozialen Netzwerken gegen das Konzert mobil gemacht.

Top-Country-Preis für Keith Urban

Australischer Sänger nimmt Auszeichnung unter Tränen entgegen

Der australische Musiker Keith Urban hat bei der Verleihung der CMA-Awards in Nashville unter Tränen den Country-Top-Preis als "Entertainer des Jahres" entgegengenommen. "Baby Girl, ich liebe dich so sehr. Ich bin mehr als geschockt", sagte Urban in Richtung seiner im Publikum sitzenden Ehefrau, Schauspielerin Nicole Kidman. Auch Kidman war sichtlich gerührt und hatte Tränen in den Augen. Bei den Country Music Association Awards werden jährlich die besten Country-Musiker gekürt. Mehr als 7000 CMA-Mitglieder wählen die Preisträger aus. Als Solo-Künstler siegten in diesem Jahr Chris Stapleton ("Broken Halos") und Gastgeberin Carie Underwood ("Before He Cheats").

Rekorderlös für Schmuck von Marie Antoinette

Perlenanhänger war seit Generationen im Besitz des Hauses Bourbon-Parma

Ein Perlenanhänger der einstigen französischen Königin Marie Antoinette ist für umgerechnet 28,3 Millionen Euro unter den Hammer gekommen. Es handele sich um eine Rekordsumme für eine Perle, teilte das Auktionshaus Sotheby's mit. Das mit Diamanten verzierte Juwel galt als Vorzeigestück unter Schmuckwaren aus dem Adelshaus Bourbon-Parma. Die Auktion hatte Sotheby's als einmalige Chance für den Erwerb von Erbstücken und Juwelen angepriesen, die sich seit Generationen im Besitz der Dynastie befanden. Einige der angebotenen Schmuckstücke von Marie Antoinette waren bis zuletzt 200 Jahre lang in der Öffentlichkeit nicht zu sehen gewesen.

Kunstmesse Art Düsseldorf gestartet

90 Galerien machen Art Cologne Konkurrenz

Die neue Kunstmesse Art Düsseldorf startet am Nachmittag mit mehr Ausstellern zur zweiten Auflage. Rund 90 Galerien aus dem In- und Ausland bieten bis Sonntag moderne und zeitgenössische Kunst von 1945 bis 2018 an. Unter den Ausstellern im Areal Böhler sind internationale Schwergewichte wie David Zwirner aus New York, vor allem aber auch Galerien aus der Region und den Beneluxländern. Die Art Düsseldorf hatte vergangenes Jahr Premiere als Konkurrenz zur größeren Art Cologne. Bei ihrem Auftakt übertraf die Düsseldorfer Messe mit 43 000 Besuchern die Erwartungen der Veranstalter. Kurz vor der zweiten Auflage kündigte nun allerdings ihr Partner, die Schweizer Messegesellschaft MCH, den Ausstieg an. Die MCH veranstaltet auch die weltweit wichtigste Kunstmesse Art Basel.

National Book Award für Isabel Allende

Er gilt als "Oscar" der Literaturwelt"

Die große alte Dame der lateinamerikanischen Literatur, Isabel Allende, hat den diesjährigen National Book Award erhalten. Die in den USA lebende gebürtige Peruanerin bekommt die höchste Literaturauszeichnung der USA für ihr Lebenswerk - 70 Millionen verkaufte Bücher, übersetzt in 35 Sprachen. Isabel Allende sprach in ihrer Dankesrede über zunehmenden Nationalismus und Rassismus. In dunklen Zeiten seien alle Werte und Prinzipien der Zivilisation bedroht. Der National Book Award, auch als "Oscar" der Literaturwelt bezeichnet, wird in 5 Kategorien verliehen. Für ihren Roman "The Friend" bekam ihn Sigrid Nunez in der Kategorie Belletristik. Der Poetik-Preis wurde Justin Philip Reed verliehen, den für Übersetzung Margaret Mitsutani für ihre Übertragung von Yoko Tawada's "The Emissary" aus dem Japanischen.

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