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Kulturnachrichten

Montag, 28. November 2016

Erzgebirge will Unesco-Welterbetitel im zweiten Anlauf

Deutsche und tschechische Partner haben Antrag gemeinsam verbessert

Das Erzgebirge unternimmt einen zweiten Anlauf für den Titel Unesco-Welterbe. Die beteiligten Landkreise, Städte und Gemeinden beschlossen auf ihrer Mitgliederversammlung in Freiberg, bis zum Stichtag 1. Februar 2018 ihren überarbeiteten Welterbeantrag bei der Unesco einzureichen. Im April war der 2014 erstmals gestellte Antrag zurückgezogen geworden. Seither hatte der Welterbeverein nach Empfehlungen des Internationalen Denkmalrats in Paris gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen und den tschechischen Partnern zahlreiche Verbesserungen und Konkretisierungen vorgenommen. Das Erzgebirge hat sich nach Darstellung des Vereins seit den ersten Silberfunden im Jahre 1168 zu einer einzigartigen Kulturlandschaft entwickelt. Bergbau und Hüttenwesen hätten die Entwicklung von Landschaft, Kunst und Kultur beeinflusst.

Streit um Dresdner Kulturpalast weitet sich aus

Nach Philharmonie-Chefdirigent Sanderling auch Musikfestspielchef Vogler verärgert über Budgetkürzungen

Der Intendant der Dresdner Musikfestspiele, Jan Vogler, hat verärgert auf die vom Stadtrat in der vergangenen Woche beschlossene Budgetkürzung reagiert. Wichtige Zukunftsentscheidungen für Dresden würden in „Grabenkämpfen zwischen Oberbürgermeister und Stadtrat gefährdet, kritisierte er am Montag und appellierte an die Beteiligten, zu ihren Versprechen zu stehen. Die Festspiele sollen nach einem Stadtratsbeschluss von 2014 die internationale Bespielung des neuen Saales im Kulturpalast organisieren.
Ursprünglich hatte die Stadt dafür einen Zuschuss von 300 000 Euro versprochen, eine Zusage, die der Stadtrat nun aber unerwartet kassiert hat.
Eine Absage der bereits engagierten Künstler und Absprachen wäre viel teurer, warnte Vogler. Am Sonntag hatte Philharmonie-Chefdirigent Michael Sanderling erklärt, dass er seinen Vertrag nicht verlängert. Als Grund nannte er mangelnde Wertschätzung und Unterstützung sowie eine „signifikante und verantwortungslose Beschneidung der künstlerischen Arbeit.

TV-Moderator Hans-Joachim Wolfram gestorben

"Außenseiter - Spitzenreiter"-Erfinder starb mit 82 Jahren

Der frühere DDR-Fernsehmoderator Hans-Joachim Wolfram ist tot. Der Erfinder der Sendung "Außenseiter - Spitzenreiter" starb bereits am 16. November im Alter von 82 Jahren, wie sein langjähriger Regisseur Bernd Gerbsch der Deutschen Presse-Agentur sage. Zuerst hatte der MDR berichtet. Wolfram hatte die Sendung 1972 erstmals im DDR-Fernsehen präsentiert. Im Dezember 2011 moderierte er sie nach fast 40 Jahren zum letzten Mal. Seit Februar 2012 präsentiert Madeleine Wehle "Außenseiter - Spitzenreiter".

Erinnerungstafel für Reich-Ranicki

"Meine Heimat ist die Literatur" vor ehemaligem Wohnhaus des Literaturkritikers

Vor dem ehemaligen Wohnhaus des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki (1920-2013) und seiner Ehefrau Teofila (1920-2011) im Frankfurter "Dichterviertel" wird am Freitag eine Erinnerungstafel enthüllt. Dazu werden unter anderen der in London lebende Sohn Andrew und die Enkeltochter Carla Ranicki erwartet. Unter dem Zitat "Meine Heimat ist die Literatur" ist zu lesen: "In diesem Hause lebten von 1974 bis 2013 der Literaturkritiker und Autor Marcel Reich-Ranicki und seine Ehefrau Teofila." Reich-Ranicki und seine Frau hatten sich im Warschauer Ghetto kennengelernt. Nach der Flucht und einigen Jahren in Polen, kam das Paar 1958 nach Frankfurt am Main. Von dort aus arbeitete Marcel Reich-Ranicki unter anderem als Literaturkritiker für die "Zeit" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Von 1988 bis 2001 leitete er "Das Literarische Quartett" im ZDF.

Besucher begeistert vom leeren Palais Barberini

Fertiggestelltes Potsdamer Museum Barberini erstmals geöffnet

Hunderte Besucher haben am Montag das neue Potsdamer Museum Palais Barberini gestürmt - viele zeigten sich begeistert vom Rundgang durch die noch leeren Säle. Bis zum Sonntag ist das von Kunstmäzen Hasso Plattner gestiftete Museum der Öffentlichkeit zugänglich. Jeder Veranstaltungstag steht unter einem eigenen Motto, das einen Teil der bewegten Geschichte des barocken Palais wiederspiegelt. Es hatte zwischen seiner Erbauung 1772 und seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg unter anderem als Kino, Standesamt, Tanzschule und Bücherei gedient. Eröffnet wird der Museumsbetrieb dann mit einer Ausstellung zum Impressionismus am 23. Januar.

700 "Fliegende Blätter" zum 500. Reformationsjubiläum

Flugblätter von Cranach,Dürer und Beheim in Gotha präsentiert

Vier Jahre lang hat eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe zu den wertvollen 700 Flugblättern der Reformationszeit im Besitz der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha geforscht. Das Ergebnis wurde jetzt präsentiert: ein prachtvoller zweiteiliger Katalog "Fliegende Blätter" zur Gothaer Sammlung der Einblattholzschnitte des 15. und 16. Jahrhunderts. Er wiegt 6,5 Kilogramm und enthält auch Arbeiten von beiden Cranachs, Dürer und Beham. Ob die Taufe Christi, Porträts von Martin Luther, mumifizierte Menschen auf der Insel Gran Canaria oder das drastische Bild eines Säufers - das Themenspektrum der Flugblätter, die im Mittelalter das schnellste Informationsmedium waren, war schier unerschöpflich.

Menschen mit Behinderung gestalten eigene "taz"-Ausgabe

Signal für Teilhabe im Alltag

Für einen Tag übernehmen Menschen mit Behinderung die Redaktion der Berliner "tageszeitung" (taz). Anlässlich des Internationalen Tages der Behinderten werden sie in der Freitagsausgabe von ihrem Leben berichten, teilte die "taz" in Berlin mit. Koordiniert wird das Projekt vom Internetportal Leidmedien.de des gemeinnützigen Vereins "Berliner Sozialhelden". Das Portal bietet Journalisten seit vier Jahren unter anderem "Tipps für eine klischeefreie Sprache". Ziel der Aktion sei unter anderem, "inmitten der Debatten um das Bundesteilhabegesetz ein wichtiges Signal zu senden", sagte die stellvertretende "taz"-Chefredakteurin Katrin Gottschalk. Das Gesetz gelte "leider nur für Bundesbehörden und Ämter". Es müsse aber, "da, wo sich das alltägliche Leben abspielt", eine Verpflichtung geben, "Barrieren abzubauen", heißt es weiter. Im Bundesteilhabegesetz sollen die Leistungen für Menschen mit Behinderung neu regelt werden. Ziel ist es, die Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung zu stärken.

Millionen Erwachsene können nur eingeschränkt lesen

Bund und Länder stellen Pläne vor zum Auftakt der Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung

Rund 7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland können nur eingeschränkt oder überhaupt nicht lesen und schreiben. Das sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Claudia Bogedan (SPD), mit Blick auf die Auftaktveranstaltung der "Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung". Bund und Länder wollen sich gemeinsam mit vielen Partnern in den kommenden zehn Jahren dafür einsetzen, die Grundbildung in Deutschland zu verbessern. Allein der Bund will bis zu 180 Millionen Euro investieren. Analphabetismus ist nach Einschätzung der Bremer Bildungssenatorin Bogedan ein vielschichtiges Problem. Die Ursachenforschung müsse ausgebaut werden, um präventiv zu arbeiten und Betroffenen frühzeitig zu helfen.

Vargas Llosa hofft auf Ende der "Diktatur" in Kuba

Literaturnobelpreisträger glaubt nach dem Tod Castros an eine Lawine wie nach dem Tod Stalins

Der peruanische Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa hofft nach dem Tod des kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro auf ein schnelles Ende der "Diktatur" in dem kommunistischen Karibikstaat. Während der Internationalen Buchmesse im mexikanischen Guadalajara äußerte der Schriftssteller, keine Diktatur in Lateinamerika habe sich so lange gehalten wie die in Kuba. Daher sei Castros Tod "wie ein Schneeball, der los rollt, wie der Tod Stalins, wie der Tod aller großer Diktatoren". Vargas Llosa war als junger Mann selbst ein Bewunderer des Revolutionärs Castro, wandelte sich aber zu einem entschiedenen Verteidiger einer liberalen Demokratie.

Frau von Putins Sprecher zeigt KZ-Eistanz

Tatjana Nawka tanzt in Eistanz-Fernsehshow zu Song aus "Das Leben ist schön"

Mit einem TV-Eistanz in einer KZ-Häftlingskluft mit Judenstern hat die Ehefrau des russischen Präsidentensprechers Dmitri Peskow im In- und Ausland für Empörung gesorgt. Mit ihrem Auftritt in einer Promi-Eiskunstlaufshow des Staatssenders Perwy Kanal heimsten Tatjana Nawka und ihr Tanzpartner, der Schauspieler Andrej Burkowski, am Samstag die höchste Punktzahl ein. Ein YouTube-Video des Auftritts wurde allerdings überwiegend negativ bewertet, der Auftritt sorgte für Fassungslosigkeit. Nawka und Burkowski hatten zu einem Song aus dem Oscar-prämierten italienischen Film "Das Leben ist schön" getanzt, einer Tragikomödie über einen Vater, der für seinen kleinen Sohn ihre gemeinsame Haft in einem NS-Konzentrationslager wie ein Spiel inszeniert. Bei dem Auftritt stach der Kontrast zwischen den gestreiften KZ-Häftlingsuniformen und dem strahlenden Lächeln des Tanzpaares ins Auge, der Auftritt endete mit dem Geräusch von Gewehrschüssen. Nawka schrieb im Onlinedienst Instagram, dieser Auftritt zähle zu ihren "liebsten Programmen". Mit Blick auf die NS-Herrschaft fügte die Olympiasiegerin im Eistanz hinzu, "unsere Kinder sollten diese schreckliche Zeit kennen und sich daran erinnern".

China plant milliardenschweres Filmstudio

China schon jetzt zweitgrößter Filmmarkt der Welt

Chinas Regierung will ein riesiges Filmstudio bauen. Das Studio soll in der im Südwesten gelegenen im Großraum Chongqing entstehen und einen Themenpark sowie Einrichtungen für Touristen umfassen, meldeten die Staatsmedien. Die Bauarbeiten sollen demnach Anfang kommenden Jahres beginnen und Schätzungen zufolge 15 Milliarden Yuan (rund zwei Milliarden Euro) verschlingen. Behördenvertretern zufolge liegen bereits Betriebsvereinbarungen mit etlichen Partnern im Ausland vor. China unterhält schon jetzt den zweitgrößten Filmmarkt der Welt und ist Heimat des international größten Theaterbetreibers. Doch bemühen sich die Regierung und Unternehmen intensiv darum, einen Gegenpol gegen westliche Kulturimporte zu bilden. Ziel der Führung in Peking ist die Produktion wettbewerbsfähigerer Filme und eine Ausweitung des kulturellen Einflusses der Volksrepublik.

WDR- Reporterin wieder frei

Die Journalistin wollte in der Türkei über ein Grubenunglück berichten

Die türkische Polizei hat die am Samstag festgenommene Journalistin Hatice Kamer wieder freigelassen. Das meldete der türkische Dienst der BBC, für die Kamer unter anderem arbeitet. Die Reporterin war in der südosttürkischen Provinz Siirt festgenommen worden, wo sie über ein Grubenunglück berichten wollte. Ein Grund für die Festnahme Kamers wurde nicht angegeben. Nach Angaben der BBC geht es der 39-Jährigen gut. Kamer, die auch Vorsitzende eines örtlichen Journalistenverbandes ist, arbeitet außerdem für den Westdeutschen Rundfunk (WDR) und Voice of America. Nach WDR-Angaben war sie aber nicht im Auftrag des Senders in Siirt unterwegs gewesen. Der Deutsche Journalistenverband (DJV) hatte die Festnahme der BBC- und WDR-Reporterin verurteilt. Kamer zähle zu den ganz wenigen Kollegen, "von denen wir noch unabhängige Nachrichten aus dem Land bekommen haben", erklärte der DJV-Vorsitzende Frank Überall. Nach der Ausrufung des Ausnahmezustands am 21. Juli geht die Regierung in der Türkei hart gegen kritische Medien vor. Nach Angaben der unabhängigen Journalistenplattform P24 sitzen mehr als 140 Journalisten in Haft - das sind mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Erste Pfarrerin für Frauenkirche

Nachfolgerin von Pfarrer Holger Treutmann

Die Dresdner Frauenkirche hat erstmals eine Pfarrerin: Am Sonntag wurde die Theologin Angelika Behnke in einem Gottesdienst ins Amt eingeführt. Mehr als 1.500 Besucher waren dazu in das symbolträchtige Gotteshaus gekommen, teilte die Stiftung Frauenkirche mit. Die 43-jährige Behnke war im Juni zur Nachfolgerin von Pfarrer Holger Treutmann bestimmt worden. Dieser ist seit Februar Rundfunkbeauftragter der sächsischen Landeskirche und MDR-Senderbeauftragter. Behnke wurde 2010 zur Pfarrerin in Frankfurt/Oder ordiniert. Seit 2013 war sie Inhaberin der Projektstelle "Erwachsen glauben" mit dem Schwerpunkt Erwachsenenpädagogik in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und beim Johanniterorden. Die Frauenkirche gehört zu Deutschlands meistbesuchten Bauwerken.

Dresden: Dirigent Sanderling will aufhören

Aus Protest gegen Kürzungen

Wegen Budgetkürzungen für die Dresdner Philharmonie steht Chefdirigent Michael Sanderling nicht mehr für Gespräche über eine Vertragsverlängerung nach 2019 zur Verfügung. "Eine weitere und darüber hinaus führende künstlerische Planung ohne die offensichtlich mangelnde Wertschätzung und ausreichende Unterstützung der eigenen Kultur-Verantwortlichen Dresdens lehne ich ab", schrieb er an Kulturbürgermeisterin Annekathrin Klepsch. Hintergrund ist die vom Stadtrat mit dem Doppelhaushalt 2017/2018 beschlossene Kürzung von jährlich 250 000 Euro für zusätzliche Aufgaben. Das bedeute "nicht weniger als eine signifikante und verantwortungslose Beschneidung der künstlerischen Arbeit der Philharmonie per sofort", erklärte Sanderling. Er warf Klepsch vor, sich nicht für einen der kulturellen Leuchttürme der Stadt eingesetzt zu haben. Es sei zudem "inakzeptabel", ihn als künstlerischen Leiter vorab nicht einmal über den Ernst der Lage zu informieren. Nur aus Verantwortung gegenüber Musikern und Publikum verzichtet Sanderling, der seit 2011 im Amt ist, nach eigenen Angaben auf einen sofortigen Rücktritt.

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