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Kulturnachrichten

Dienstag, 22. November 2016

NRW steht zum Schauspielhaus Düsseldorf

Kulturministerium schreckt nicht vor hohen Kosten zurück

Das Land Nordrhein-Westfalen steht hinter der millionenschweren Sanierung des Düsseldorfer Schauspielhauses. Man sei zuversichtlich, dass das seit Anfang des Jahres geschlossene Theater den Spielbetrieb 2018 wieder aufnehmen könne, sagte der Staatssekretär im Kulturministerium, Bernd Neuendorf, im Kulturausschuss des Landtags. Die Unterstützung für das Sprechtheater, das zu den größten in Deutschland zählt, habe "zu keinem Zeitpunkt gewackelt". Das Land und die Stadt Düsseldorf sind gemeinsam Träger des Theaters. Beide hatten kürzlich weitere insgesamt zehn Millionen Euro für die laufende technische Sanierung des Gebäudes freigegeben. Inzwischen belaufen sich die Mehrkosten auf 21 bis 25 Millionen Euro, wie Neuendorf sagte. "Es ist zu schaffen. Die Politik setzt sich das Ziel, das Düsseldorfer Schauspielhaus ab 2018 wieder zu eröffnen." Zuletzt war ein Streit um die Zukunft des Schauspielhauses entbrannt, nachdem Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel neben anderen Möglichkeiten auch die Existenz der Spielstätte zur Disposition gestellt hatte.

Schädel aus deutschen Kolonien in Berlin

Parzinger befürwortet Rückführung

Nach Recherchen des MDR-Magazins "FAKT" lagern in deutschen Depots weitaus mehr afrikanische Schädel und Knochen aus ehemaligen Kolonien als bisher bekannt. Allein im Zentraldepot der Stiftung Preußischer Kulturbesitz befänden sich noch immer 1.003 Schädel aus dem Gebiet des heutigen Ruanda und 60 Schädel aus Tansania, teilte der Sender mit. Das Magazin beruft sich auf exklusive Listen aus den Beständen der Stiftung. Stiftungs-Präsident Hermann Parzinger sagte dem Magazin: "Diese Dinge wollen wir schlicht und ergreifend nicht in unseren Sammlungen haben." Die Stiftung habe "kein Problem" sie zurückzugeben und befürworte eine Rückführung.

Gambia: Journalisten ohne Anklage in Haft

Verhaftete durften keine Anwälte kontaktieren

Kurz vor der Präsidentenwahl in Gambia sind zwei Journalisten nach UN-Angaben ohne Kontakt zur Außenwelt inhaftiert. Der Chef des gambischen Rundfunksenders, Momodou Sabally, sei zusammen mit einem Kollegen ohne Angabe von Gründen vom Geheimdienst verhaftet worden, erklärte ein Sprecher des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte in Genf. Bisher sei keine Anklage erhoben und kein Kontakt zu Angehörigen oder Anwälten ermöglicht worden. Dies verstoße gegen das Recht des westafrikanischen Landes und gegen Völkerrecht. In Gambia wird am 1. Dezember gewählt. Präsident Yahya Jammeh regiert seit einem Putsch vor 22 Jahren autokratisch und ging in den vergangenen Wochen hart gegen Kritiker vor.

David Hockney gestaltet "Queens-Fenster"

Sieben Meter hohes Buntglas-Fenster mit einer "Landschaft voller Blüten"

David Hockney wird zu Ehren der britischen Königin Elizabeth II. ein Fenster in der Londoner Westminster Abbey gestalten. Das "Queen's Window" genannte, fast sieben Meter hohe Buntglas-Fenster solle "eine Landschaft voller Blüten" darstellen, sagte der britische Maler und Grafiker. "Wir sind wie jeder andere gespannt, was er daraus machen wird", meinte ein Sprecher der rund 1000 Jahre alten Kirche, in der traditionell britische Monarchen gekrönt und beigesetzt werden. "Er hat ziemlich freie Hand, schließlich handelt es sich um David Hockney." Der 79-jährige Hockney, der lange Zeit in den USA lebte, gilt als einer der bekanntesten lebenden britischen Künstler.

Gericht schlägt Latchinian Vergleich vor

Gerichtsentscheid im Dezember

Im Streit um die Kündigung des früheren Intendanten des Rostocker Volkstheaters, Sewan Latchinian, hat das Landgericht Rostock einen Vergleich vorgeschlagen. Latchinian hatte dort gegen die im Juni 2016 ausgesprochene fristlose Entlassung geklagt. Der Anwalt von Latchinian, der Linken-Politiker Gregor Gysi, betonte, er sehe keinen Grund für die Kündigung. Er sei aber bereit, über einen Vergleich nachzudenken. Der Anwalt des Volkstheaters zeigte dazu jedoch keine Bereitschaft. Das Landgericht wird nun am 13. Dezember seine Entscheidung verkünden. Latchinian war im Juni 2016 nach knapp zwei Jahren Amtszeit fristlos entlassen worden. Zuvor hatte es monatelang Querelen und Streit gegeben.

BR gibt ARD-Mittagsmagazin an rbb ab

rbb will ein "modernes Hauptstadtmagagzin" senden

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg übernimmt zum 1. Januar 2018 vom Bayerischen Rundfunk die Federführung für das ARD-Mittagsmagazin. Darauf haben sich die beiden Sender in einer Absichtserklärung verständigt, wie der BR in München mitteilte. Mit der Übernahme sämtlicher Zuständigkeiten in den Bereichen Redaktion und Produktion wolle der rbb das Profil der Sendung zu einem "modernen Hauptstadtmagagzin" weiterentwickeln. Bisher hatte in den ARD-Wochen der BR die Federführung für das Mittagsmagazin inne, der die Sendung in München produzierte. In den ZDF-Wochen kommt das Magazin aus Mainz.

Run auf Elbphilharmonie

Zwei Karten für 9980 Euro bei eBay

Alle wollen in die Elbphilharmonie: Sieben Wochen vor Eröffnung des Konzerthauses am Hamburger Hafen gibt es für die gesamte erste Spielzeit kaum noch Karten. Der Handel auf Online-Plattformen blüht. Nach Angaben der Pressestelle gab es nur noch etwa 1000 Karten für einige wenige Veranstaltungen. Auf eBay wurden Karten für mehrere hundert und teilweise mehrere tausend Euro angeboten. Besonders begehrt waren demnach offenbar Tickets für den chinesischen Pianisten Lang Lang. Hier bot ein Verkäufer zwei Karten in der ersten Reihe für 9980 Euro zum Sofortkauf an - Versand immerhin kostenlos. Die Elbphilharmonie riet allen Interessenten, Tickets nur über ihre Website zu kaufen. Hier helfe es, sich rechtzeitig über die Vorverkaufsstarts für neu in den Verkauf gelangende Konzerte zu informieren.

Gedicht von Anne Frank wird versteigert

30 000 bis 50 000 Euro Schätzwert

Ein seltenes Gedicht von Anne Frank wird in den Niederlanden versteigert. Das Interesse sei sehr groß, sagte Thijs Blankevoort vom Auktionshaus Bubb Kuypers in Haarlem. "Fast aus der ganzen Welt melden sich Interessenten." 30 000 bis 50 000 Euro ist der Schätzwert für die Versteigerung. Anne hatte das Gedicht am 28. März 1942 in das Poesiealbum einer Schulfreundin geschrieben, kurz bevor die Familie Frank vor den deutschen Nationalsozialisten in Amsterdam untertauchen musste. "Beste Cri-Cri", steht über den acht Zeilen. Das war der Spitzname von Christiane van Maarsen, der älteren Schwester von Annes bester Freundin Jacqueline.

Bild von Christian Rohlfs zurück in Oldenburg

"Amaryllis" war 1937 von den Nationalsozialisten beschlagnahmt worden

Ein von den Nationalsozialisten beschlagnahmtes Bild des Expressionisten Christian Rohlfs gehört wieder zur Sammlung des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte in Oldenburg. Die großformatige Temperaarbeit "Amaryllis" aus dem Jahr 1925 wurde für einen mittleren fünfstelligen Betrag von einem Sammler in Belgien gekauft, wie der Museumsdirektor Rainer Stamm sagte. Das Werk war 1937 als "entartete Kunst" diffamiert und konfisziert worden. 2011 tauchte es auf einer Auktion auf. Als der neue Eigentümer später von der Geschichte des Bildes erfuhr, nahm er Kontakt zum Landesmuseum auf. "Die Rückerwerbung der "Amaryllis" ist für das Museum ein Glücksfall", sagte Stamm.

Studie: Facebook ist bei Jugendlichen out

WhatsApp, Instagram und Snapchat beliebter

Das soziale Netzwerk Facebook hat für die zwölf- bis 18-Jährigen nur eine geringe Bedeutung. Sie bevorzugten die Chat-App WhatsApp, die Foto-App Instagram oder den Sofort-Nachrichten-Dienst Snapchat, teilte der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest in Stuttgart mit. Bundesweit wurden 1.200 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren zu ihrem Freizeit- und Medienverhalten befragt. Auf Platz eins der von dieser Altersgruppe mindestens mehrmals pro Woche genutzten Kommunikations-Apps liege WhatsApp: 95 Prozent der Jugendlichen nutzten die Plattform regelmäßig. Auf Platz zwei stehe den Angaben zufolge Instagram (51 Prozent), knapp dahinter komme Snapchat mit 45 Prozent regelmäßigen Nutzern, dicht gefolgt von Facebook (43 Prozent). Nur bei den 18- bis 19-Jährigen sei Facebook im Alltag fest verankert.

Kanye West nach Tour-Abbruch in der Psychiatrie

Das meldet die Promi-Website "TMZ"

US-Rapper Kanye West ist einem Medienbericht zufolge auf Betreiben seines Arztes in die Psychiatrie gebracht worden. Michael Farzam habe die Polizei davon unterrichtet, dass sich der 39-Jährige "unberechenbar" verhalte, weil er unter Schlafmangel und Dehydrierung leide. Laut "TMZ" wurde der Rapper daraufhin aus seinem Haus in die Universitätsklinik von Los Angeles gebracht. In den vergangenen Tagen hatte West mit öffentlichen Ausfällen Fragen nach seinem Wohlergehen aufgeworfen. Der Konzertveranstalter Live Nation sagte Wests gegenwärtige Tournee ab, von der bis Jahresende noch 21 Konzerte ausstanden.

International Emmy Awards vergeben

Preisverleihung in New York

Die Schauspielerin Christiane Paul ist bei den International Emmy Awards als beste Hauptdarstellerin geehrt worden. Sie erhielt den Preis für ihre Rolle in dem ARD-Thriller "Unterm Radar". Als männlicher Hauptdarsteller bekam Dustin Hoffman den begehrten Preis für seine Rolle im BBC-Film "Roald Dahl's Esio Trot". Als bester Dokumentarfilm wurde "Krieg der Lügen" des deutschen Regisseurs Matthias Bittner ausgezeichnet. Die Doku war an der Filmakademie Baden-Württemberg entstanden, aber von keinem deutschen Festival gezeigt worden. Die RTL-Serie "Deutschland 83" wurde als beste Drama-Serie gwürdigt. Mit den International Emmy Awards werden Fernseh-Produktionen ausgezeichnet, die außerhalb der USA entstanden sind.

Plácido Domingo gibt erstmals Konzert in Kuba

Ana María Martínez und dem kubanischen Symphonieorcheste

Der spanische Startenor Plácido Domingo singt erstmals in Kuba. Er werde am kommenden Samstag ein Konzert im Großen Theater in Havanna geben, sagte der Präsident des kubanischen Musikinstituts, Orlando Vistel. Begleitet werde er von der puerto-ricanischen Sopranistin Ana María Martínez und dem kubanischen Symphonieorchester unter der Leitung des US-Dirigenten Eugene Kohn. Domingo werde Opernstücke singen, aber auch kubanische Lieder der Komponisten Gonzalo Roig y Ernesto Lecuona. Außerhalb des Theaters wird das Konzert auf Leinwände übertragen.

Londons "Fabric" darf wieder öffnen

Grünes Licht für legendären Techno-Club

Die Londoner "Fabric" wird wieder öffnen. Die Clublizenz war auf Bitten der Polizei im August ausgesetzt worden, nachdem zwei Teenager nach mutmaßlichen Drogenexzessen in dem Club gestorben waren. Die Entscheidung löste einen Aufschrei bei Nachtschwärmern, DJs und Plattenfirmen im In- und Ausland aus, für die "Fabric" eine Institution im Londoner Nachtleben war. Auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan hatte die Entscheidung bedauert. Die Wiedereröffnung zeige, "dass wir einvernehmliche Lösungen finden können, die sowohl die Zukunft der Clubs als auch die Sicherheit der Clubbesucher schützen", schrieb er auf Twitter. Das 1999 eröffnete "Fabric" ist berühmt für seine Drum and Bass-, Techno- und House-Partys.

Festival zeigt Filme über Arbeiterinnen

"Frauenwelten" präsentiert Kino aus weiblicher Sicht

Beim 16. Filmfest "Frauenwelten" in Tübingen kommen von diesem Mittwoch an Geschichten über Arbeiterinnen aus aller Welt ins Kino. Es geht unter anderem um Näherinnen in Bangladesch ("The True Cost") und Sklavinnen in Nepal ("Urmila - für die Freiheit"). Der Eröffnungsfilm "Tanna" handelt von einem Paar, das sich auf der gleichnamigen Pazifikinsel gegen eine arrangierte Hochzeit auflehnt. Die Einwohner der Insel spielen die Geschichte, die auf wahren Tatsachen beruht, selbst nach. Das Festival wird von Terre des Femmes organisiert und unter anderem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit finanziert.

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