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Freitag, 15.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 21. November 2016

Abzug eines Alfred Eisenstaedt-Fotos erzielt 48 000 Euro

Auf legendärem Schnappschuss küsst ein Matrose am "V-Day" eine Krankenschwester

Als der Zweite Weltkrieg vorbei war, gelang dem Fotografen Alfred Eisenstaedt ein legendärer Schnappschuss: Auf dem Times Square in New York küsst ein Matrose am "V-Day" (Siegestag) 1945 überschwänglich eine Krankenschwester. Bei einer Foto-Auktion der Galerie Westlicht in Wien erzielte ein Abzug des Fotos bei einem Startpreis von 8000 Euro schließlich 48 000 Euro. Auch ein Foto von US-Schauspieler-Legende James Dean aus dem Jahr 1955, als der Jungstar mit Zigarette im Mundwinkel auf dem Times Square spazieren ging, war einem Sammler viel Geld wert. Nach einem Startpreis von 2800 Euro fiel der Hammer für das Bild des Fotografen Dennis Stock schließlich bei 38 400 Euro, wie Westlicht bekanntgab.

Rostocker Ex-Theaterintendant klagt gegen Kündigung

Sewan Latchinian war im Juni 2015 fristlos entlassen worden

Der frühere Intendant des Rostocker Volkstheaters, Sewan Latchinian, klagt von Dienstag an vor dem Landgericht Rostock gegen seine fristlose Kündigung. Latchinian war im Juni 2015 nach knapp zwei Jahren Amtszeit fristlos entlassen worden. Zuvor hatte es monatelang Querelen und Streit gegeben. Latchinian wird vor Gericht durch den Linken-Politiker Gregor Gysi vertreten. Nach Angaben des Gerichts richtet sich die Klage gegen die Volkstheater Rostock GmbH, deren alleinige Gesellschafterin die Hansestadt ist. Wie bei solchen Terminen üblich, werde der Vorsitzende Richter zunächst versuchen, bei der Güteverhandlung eine Einigung der beiden Parteien zu erreichen. Mit einer Entscheidung ist am Dienstag nicht zu rechnen.

Irischer Schriftsteller William Trevor ist tot

Autor erhielt dreimal den Whitbread-Preis, den höchstdotierten britischen Literaturpreis

Der irische Schriftsteller William Trevor ist im Alter von 88 Jahren gestorben. "Wir teilen mit Bedauern den Tod von William Trevor mit, einer der größten Autoren Irlands", schrieb der Penguin Verlag auf Twitter. Nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. Trevor gilt als einer der bedeutendsten Romanciers und Erzähler der englischen Gegenwartsliteratur. Zu den wichtigsten Werken Trevors, der seit Jahrzehnten in England lebte, zählen unter anderem "Toren des Glücks" und "Die Geschichte der Lucy Gault". Er erhielt dreimal den Whitbread-Buchpreis, den höchstdotierten britischen Literaturpreis. Kürzlich war er auch für den Literatur-Nobelpreis im Gespräch. Den Durchbruch in Deutschland schaffte er erst vergleichsweise spät, mit dem Psychothriller "Felicias Reise" (1994). Als sein großes Vorbild nannte Trevor immer wieder die US-Krimiautorin Patricia Highsmith. Trevor veröffentlichte mehr als 15 Romane und weit über 100 Kurzgeschichten.

Magazin für ältere Leser aus dem "Spiegel"-Verlag

"Spiegel classic" soll erstmals am 21. März 2017 erscheinen

Der "Spiegel"-Verlag bringt einen neuen Titel an den Kiosk, der sich speziell an ältere Leser richtet. Das Magazin "für Menschen mit Erfahrung und Entdeckergeist" erscheine unter dem Titel "Spiegel classic" erstmals am 21. März 2017, teilte der Verlag in Hamburg mit. Es wende sich mit einem breiten Themenspektrum aus Gesellschaft, Politik, Kultur, Freizeit und Unterhaltung an Männer und Frauen in den besten Jahren. Das neue Magazin erscheine mit einem Umfang von circa 132 Seiten und in einer Druckauflage von rund 165 000 Exemplaren. Über den Erscheinungsrhythmus sei noch nicht entschieden.

Warburg-Preis für Sigrid Weigel

Literaturwissenschaftlerin wird für ihr Lebenswerk geehrt

Die Literaturwissenschaftlerin Sigrid Weigel hat den mit 25.000 Euro dotierten Aby M. Warburg-Preis der Hansestadt Hamburg für ihr Lebenswerk erhalten. Der kommunikative Austausch geschehe heute zunehmend über Bildmedien, sagte Kulturstaatsrat Carsten Brosda. Daher brauche es dringend eine visuelle Aufklärung, die die vermeintlich unmittelbar wirkende Kraft des Bildes so kritisch untersucht, wie dies gegenüber der Schrift bereits entwickelt wurde. Die gebürtige Hamburgerin lehrte von 1978 bis 1990 an der Universität Hamburg. 1990 wurde sie in den Vorstand des Kulturwissenschaftlichen Instituts NRW und 1992 an das Deutsche Seminar der Universität Zürich berufen. Von 1999 bis 2015 war sie Direktorin des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung in Berlin und zugleich Professorin an der TU Berlin. Die Wissenschaftlerin Mirjam Brusius erhielt den mit 10.000 Euro dotierten Förderpreis. Sie habe mit ihrer Dissertation einen wichtigen Beitrag zur Warburg-Forschung geleistet und werfe mit einem an Warburg geschulten Blick aktuelle, komplexe und bisweilen unbequeme Fragen auf, sagte Brosda.

Neue Chefin des Hamburger Völkerkundemuseums

Barbara Plankensteiner leitet zur Zeit Abteilung für afrikanische Kunst an der Yale University Art Gallery

Die Ethnologin Barbara Plankensteiner wird neue wissenschaftliche Direktorin des Hamburger Museums für Völkerkunde. Der Stiftungsrat des Museums habe die in Bozen geborene Kennerin afrikanischer Kunst zur Nachfolgerin von Wulf Köpke berufen, teilte die Kulturbehörde mit. Plankensteiner leitet seit 2015 die Abteilung für afrikanische Kunst an der Yale University Art Gallery in New Haven. Zuvor war sie stellvertretende Direktorin des Weltmuseums in Wien gewesen, wo sie auch Chefkuratorin des Hauses und Leiterin der Abteilung Afrika südlich der Sahara war. Vorgänger Köpke war als Experte für interkulturelle Fragen zur Akademie der Polizei in Hamburg gewechselt.

Pinakotheken geben NS-Raubkunst zurück

Gemälde wird in München bleiben können

Die Staatlichen Graphischen Sammlungen in München geben ein von den Nationalsozialisten geraubtes Bild an seine rechtmäßigen Besitzer zurück. Die in den USA lebenden Enkel des Wiener Kunstsammlers Stephan Mautner bekommen das Aquarell "Das Arbeitszimmer des Künstlers" von Rudolf von Alt am 30. November wieder. Da sie sich bereiterklärt haben, das Aquarell an die Ernst von Siemens Kunststiftung zu veräußern, wird das Kunstwerk in München bleiben können. Denn die Kunststiftung wird das Bild der Staatlichen Graphischen Sammlung als unbefristete Leihgabe zur Verfügung stellen.

Garance Le Caisne erhält Geschwister-Scholl-Preis

Preisverleihung heute abend in der Ludwigs-Maximilians-Universität

Der Geschwister-Scholl-Preis 2016 geht an Garance Le Caisne für ihr Buch "Codename Caesar" über einen syrischen Whistleblower. Die französische Journalistin erzählt die Geschichte eines syrischen Militärfotografen mit dem Decknamen "Caesar", der Zehntausende Fotos von Ermordeten des Assad-Regimes kopiert und außer Landes geschmuggelt hat. Die Preisverleihung findet heute in der Münchner Ludwigs-Maximilians-Universität statt. Zwei Jahre lang habe Caesar täglich sein Leben riskiert, hieß es in der Jury-Begründung. Inzwischen lebe der einstige Militärfotograf an einem unbekannten Ort in Nordeuropa. Garance Le Caisne habe nach Monaten sein Vertrauen gewonnen und schließlich seine Geschichte aufgeschrieben. Das Buch sei Zeugnis von Mut und zugleich Dokumentation der bürokratischen Obsession eines verbrecherischen Regimes. "Menschen wie Caesar und wie die Journalistin Garance Le Caisne, die ihm eine Stimme gibt, sind unverzichtbar, wenn man die inneren Mechanismen einer Diktatur verstehen will und wenn den Opfern eines Tages Genugtuung verschafft werden soll", urteilte die Jury weiter.

Schenkung aus New York für Dresdens Alte Meister

Gemälde "Der Bethlehemitische Kindermord" gehört zu den Dresdner Kriegsverlusten

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) haben ein bedeutendes Werk des Barockmalers Francesco Trevisani aus New Yorker Privatbesitz erhalten. Die 75 mal 136 Zentimeter große Ölstudie zu dem Gemälde "Der Bethlehemitische Kindermord", das zu den Dresdner Kriegsverlusten zählt, fand in der Gemäldegalerie Alte Meister seinen Platz. SKD-Generaldirektorin Marion Ackermann sprach von einer "großartigen" Schenkung. Das Werk sei das einzige Zeugnis, das das Originalbild als Ganzes malerisch überliefert. Die Eigentümer hatten das "Modelo" 2001 aus dem Kunsthandel erworben. "Das Thema ist tragisch wie die Zerstörung des Meisterwerkes und eine Erinnerung an die schrecklichen menschlichen Konsequenzen des Krieges", sagte Darcy Bradbury, eine der zehn Stifter.

Grütters will Kunstmuseum ohne Bundesamt bauen

Es bestehe ein Vertrauensverlust nach Erfahrungen mit mehreren kulturpolitischen Projekten

Nach der Kostenexplosion beim Pergamonmuseum will Kulturstaatsministerin Monika Grütters für das geplante Museum des 20. Jahrhunderts in Berlin nicht das Bundesbauamt beauftragen. Nach den Erfahrungen mit mehreren kulturpolitischen Projekten in der Hauptstadt gebe es einen Vertrauensverlust gegenüber dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), sagte ihr Sprecher auf Anfrage. Grütters wolle das Baumanagement für das neue Haus deshalb dem Landesbetrieb Bundesbau Baden-Württemberg übertragen. Zuerst hatte der Berliner "Tagesspiegel" berichtet. Üblicherweise betreut das BBR die Bauaufgaben des Bundes in Berlin und damit auch die Kulturbauten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Bei mehreren Großprojekten war inzwischen jedoch die Zeit- und Kostenplanung massiv aus dem Ruder gelaufen. Jüngstes Beispiel war die Sanierung des Pergamonmuseums, die mit 477 Millionen Euro jetzt fast doppelt so teuer wird wie ursprünglich geplant. Zudem verzögern sich die Arbeiten um vier Jahre bis 2023.

Programm zum 100. Bauhaus-Jubiläum vorgestellt

Jubiläumsjahr 2019 startet mit Eröffnungsfestival in Berlin

Deutschland feiert im Jahr 2019 mit einem üppigen Veranstaltungsprogramm das 100. Bauhausjubiläum. Unter dem Motto "Die Welt neu denken" sind dazu unter anderem Ausstellungen, Forschungs- und Bildungsprojekte sowie Tourismusangebote nicht nur an den zentralen Bauhausstätten in Weimar, Dessau und Berlin geplant, wie der Leiter der Bauhaus Kooperation, Sven Sappelt, in Berlin ankündigte. Auch in anderen Bundesländern und in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern stehen Veranstaltungen auf dem Programm. Starten wird das Jubiläumsjahr 100 Jahre Bauhaus mit einem Eröffnungsfestival in Berlin. Danach folgen in Weimar, Dessau und Berlin drei große Jubiläumssausstellungen zu unterschiedlichen Aspekten. Touristisch soll das Bauhaus über eine "Grand Tour der Moderne: 100 Jahre - 100 Orte" im gesamten Bundesgebiet erschlossen werden können. Zudem sind in Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen Ausstellungen zu besonderen Aspekten des Bauhaus geplant.

Holocaust-Überlebende Esther Bauer gestorben

Sie trat an zahlreichen Schulen und Universitäten als Mahnerin auf

Die Holocaust-Überlebende Esther Bauer, unermüdliche Mahnerin vor den Gefahren des Rechtsextremismus, ist tot. Die gebürtige Hamburgerin starb am Samstag in New York im Alter von 92 Jahren, wie der Leiter der theaterpädagogischen Abteilung im Thalia-Theater, Herbert Enge, der Deutschen Presse-Agentur sagte. Esther Bauer war mit ihrer Familie im Sommer 1942 zunächst nach Theresienstadt deportiert worden, kam dann in die Konzentrationslager Auschwitz und Mauthausen. Nach dem Krieg wanderte sie in die USA aus und ließ sich in New York nieder. Seit den achtziger Jahren trat Esther Bauer an zahlreichen Schulen und Universitäten in den USA und in Deutschland auf. Außerdem nahm die Bundesverdienstkreuzträgerin an Gedenkveranstaltungen in ehemaligen Konzentrationslagern teil. Das Thalia-Theater zeigt bereits seit 2007 immer wieder das auf die 1924 in Hamburg-Eppendorf geborene Tochter des Schuldirektors Alberto Jonas und der Ärztin Marie-Anna Jonas zugeschriebene Stück "Das ist Esther" von Christiane Richers.

Händel-Preis 2017 geht an Mezzosopranistin Vivica Genaux

Händel-Festspiele 2017 unter dem Motto: "Original? - Fälschung?"

Die US-amerikanische Mezzosopranistin Vivica Genaux bekommt den Händel-Preis 2017. Sie gehöre zu den weltweit führenden Interpretinnen der Barock- und Belcanto-Musik, teilten die Veranstalter der Händel-Festspiele in Halle mit. Die 47 Jahre alte Echo-Klassik-Gewinnerin tritt regelmäßig auf internationalen Bühnen auf. Der Händel-Preis wird traditionell während der Festspiele verliehen. Sie finden im kommenden Jahr vom 26. Mai bis zum 11. Juni in Halle statt. Insgesamt sind mehr als 100 Veranstaltungen geplant - darunter Konzerte, Opern und auch wissenschaftliche Konferenzen. Die Festspiele stehen 2017 unter dem Motto "Original? - Fälschung?". Im Mittelpunkt von Vorträgen stehen Urheberfragen: Händel hat für seine Kompositionen die Musik anderer Komponisten verwendet. Es stelle sich die Frage, worin eigentlich das Original seiner Werke bestehe, erklärte Clemens Birnbaum, Intendant der Händel-Festspiele.

Tuvia Tenenbom erhält "Preis für ehrlichen Journalismus"

Preis wird zum ersten Mal vergeben

Der amerikanisch-jüdische Bestseller-Autor und Journalist Tuvia Tenenbom wird mit dem "Preis für ehrlichen Journalismus" geehrt. Die mit 7.000 Euro dotierte Auszeichnung wird Tenenbom am 12. Dezember bei einem Festakt im Berliner Hotel Adlon verliehen, wie die Initiatoren ankündigten. Die Laudatio hält "Spiegel"-Kolumnist Jan Fleischhauer. Stifter des erstmals vergebenen Preises ist der Herausgeber der Monatszeitung "Jüdische Rundschau", Rafael Korenzecher. Ausgezeichnet werde der in New York lebende Tuvia Tenenbom für seine ehrliche und ungeschönte journalistische Sicht auf die Dinge, hieß es zur Begründung. Nach seinen Bestsellern "Allein unter Deutschen" und "Allein unter Juden" habe er mit seinem neuesten Buch "Allein unter Amerikanern" eine scharfsinnige Analyse der USA hingelegt.

Weimar und Jena teilen sich Unesco-Lehrstuhl

Weltkulturorganisation würdigt damit "Transkulturelle Musikforschung"

Weimar und Jena teilen sich den zwölften Unesco-Lehrstuhl in Deutschland. Die Weltkulturorganisation würdigt damit die "Transkulturelle Musikforschung" am Gemeinsamen Institut für Musikwissenschaft der Hochschule für Musik "Franz Liszt" in Weimar und der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, wie die Deutsche Unseco-Kommission in Bonn mitteilte. Der neue Unesco-Lehrstuhl mit Hauptsitz in Weimar erforscht unter Leitung von Tiago de Oliveira Pinto musikalische Darbietungen in ihren jeweiligen gesellschaftlichen, historischen und globalen Bezügen. Dabei geht es auch um den Erhalt von musikalischen Traditionen etwa im Rahmen des Immateriellen Kulturerbes der Unesco. Kontakte bestehen unter anderem zu Museen, Archiven, Universitäten und Künstlern in Afghanistan, Äthiopien, Brasilien oder Kuba. Weltweit gibt es mehr als 700 Unesco-Lehrstühle in 124 Ländern.

Ausgedehntes Awaren-Gräberfeld gefunden

Bislang sind 15 Gräber freigelegt

Archäologen in Ungarn haben im Süden des Landes ein ausgedehntes Gräberfeld der frühmittelalterlichen Awaren entdeckt. Die sechs Friedhöfe mit insgesamt 800 Gräbern erstrecken sich über ein kompaktes Gelände nahe der Ortschaft Varong, sagte Ausgrabungseiter Janos Gabor Odor der Nachrichtenagentur MTI. Die Archäologen des Wosinsky-Museums in der Bezirkshauptstadt Szekszard und der Universität Pecs legten bislang 15 Gräber frei, je zwei bis drei aus jedem der sechs Friedhöfe, fügte er hinzu. Sie stammen aus der Zeit vom Ende des 7. bis zum 9. Jahrhundert. Das Wosinsky-Museum hatte bereits am vergangenen Mittwoch auf seiner Webseite von dem Fund berichtet. In den freigelegten Sarkophagen stießen die Archäologen auf recht gut erhaltene Skelette. Die Awaren waren im Frühmittelalter aus Asien gekommen. Sie herrschten über ein Reich, das sich vom heutigen Tschechien über Ungarn bis Bulgarien erstreckte.

NRW-Datenbank dokumentiert Glasmalerei

Mehr als 100 000 Glasmalerein unter www.glasmalerei-ev.net

Mehr als 100 000 Glasmalereien in Kirchen und öffentlichen Gebäuden in Nordrhein-Westfalen können jetzt in einer Internet-Datenbank angeschaut werden. In einem zehnjährigen Projekt wurden vor allem Dom- und Kirchenfenster in zahlreichen Groß- und Kleinstädten, aber auch moderne Kunstverglasungen in öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Rathäusern, Polizeipräsidien, Unternehmen und Ämtern dokumentiert. NRW verfügt mit über 100 000 Objekten über einen "einzigartigen Bestand an Glasmalerei", sagte Kulturministerin Christina Kampmann. Den Großteil der Projektkosten in Höhe von 3,1 Millionen Euro trug das Mönchengladbacher Stifterehepaar Annette und Ernst Jansen-Winkeln. Das Land steuerte rund 1,1 Millionen Euro bei. Die Stifter wollen zudem mit ihrer neu gegründeten "Europäischen Akademie für Glasmalerei-Stiftung" die wissenschaftliche Forschung zur Glasmalerei fördern. Alle erfassten Glasmalereien des 19. und 20. Jahrhunderts sind über das Internet abrufbar (www.glasmalerei-ev.net). Die Dokumentation umfasst neben NRW auch Objekte in den Niederlanden und Luxemburg.

Dokumentation Obersalzberg wird erweitert

Bis zu 1500 Besucher informieren sich täglich über NS-Diktatur

Der Freistaat Bayern will 21,35 Millionen Euro in Baumaßnahmen und eine neue Dauerausstellung der Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden investieren. Das kündigte das Finanzministerium an. Die am 20. Oktober 1999 eröffnete Ausstellung ist laut Mitteilung eine der wenigen Dauerdokumentationen, die sich mit allen wesentlichen Themen der Geschichte des Dritten Reichs beschäftigt und zur Aufarbeitung der NS-Zeit beiträgt. Ursprünglich war die Einrichtung für 30.000 bis 40.000 Besucher pro Jahr konzipiert, wie es heißt. Mittlerweile kämen aber durchschnittlich 170.000 Interessierte aus dem In- und Ausland. In Spitzenzeiten drängten sich fast 1.500 Besucher am Tag. Das Institut für Zeitgeschichte mit Sitz in München und Berlin konzipierte im Auftrag des Freistaats diesen Lern- und Erinnerungsort. Der Obersalzberg war seit 1923 Adolf Hitlers Feriendomizil. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde er zum zweiten Regierungssitz neben Berlin ausgebaut. Die Dauerausstellung beschränke sich daher nicht auf die Ortsgeschichte, heißt es. Sie verbinde vielmehr die Geschichte des Obersalzbergs mit einer Darstellung der zentralen Erscheinungsformen der NS-Diktatur.

Justin Bieber sahnt bei American Music Awards ab

Kanadier gewinnt in vier Kategorien - als "Künstlerin des Jahres" wird aber Ariana Grande geehrt

Die US-Sängerin Ariana Grande ist bei den American Music Awards als „Künstlerin des Jahres ausgezeichnet worden. Bei der Preisverleihung in Los Angeles setzte sich die 23-Jährige unter anderem gegen Justin Bieber und Rihanna durch. Bieber dagegen wurde als beliebtester Sänger geehrt. Außerdem gewann der 22-jährige Kanadier in den Kategorien bestes Album, bester Song und bestes Video. Den Preis als beste Sängerin erhielt Selena Gomez. Weitere Auszeichnungen gingen an die Band „Twenty One Pilots", an den Rapper Drake und posthum an Prince. Acht Monate nach seinem Tod wurde der US-Sänger für den Soundtrack „Purple Rain" von 1984 ausgezeichnet. Die American Music Awards verstehen sich als Alternative zu den Grammys und wurden bereits zum 44. Mal verliehen. Die Nominierungen basieren auf den Verkaufszahlen der Musiker, über die Gewinner stimmen die Fans inzwischen im Internet ab.

Marilyn-Monroe-Auktion bringt fast 11 Millionen Dollar ein

Dreitägige Auktion bei Julien's Auctions in Los Angeles

Fast 55 Jahre nach dem Tod von Marilyn Monroe hat früherer Besitz der Hollywood-Ikone hohe Preise erzielt. Eine dreitägige Versteigerung in Los Angeles aus Monroe-Nachlässen hätte fast elf Millionen Dollar eingebracht, wie das Auktionshaus Julien's Auctions mitteilte. Höhepunkt der Versteigerung war beim Auftakt am Donnerstagabend der Verkauf des hautengen Perlenkleides, in dem die Schauspielerin 1962 zum 45. Geburtstag des damaligen US-Präsidenten John F. Kennedy ihr "Happy Birthday, Mr. President"-Ständchen gesungen hatte. Es brachte 4,8 Millionen Dollar ein. Eine diamantenbesetzte Uhr der Marke Blancpain brachte 225 000 Dollar ein, sie wurde von dem Schweizer Uhrenhersteller zurückgekauft. Modeschöpfer Tommy Hilfinger ersteigerte eine kleine Abendtasche - mit Monroes Lippenstift, Puderpinsel, Kamm und Zigaretten - für knapp 188 000 Dollar. Das berühmte Cocktail-Kleid aus dem Film "Manche mögen's heiß" kam für 450 000 Dollar unter den Hammer. Die Schauspielerin war am 5. August 1962 im Alter von 36 Jahren gestorben.

Yoko Tawada mit Kleist-Preis geehrt

Preis würdigt alljährlich risikofreudige Schriftsteller

Die in Berlin lebende japanische Autorin Yoko Tawada ist neue Trägerin des Kleist-Preises. Sie erhalte die mit 20 000 Euro dotierte Auszeichnung, weil sie wie der Namensgeber als Vordenkerin für die Zukunft gelten könne, teilte die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft vor der Verleihung mit. Der Preis würdigt alljährlich risikofreudige Schriftsteller. Tawada, 1960 in Tokio geboren, lebt seit 2006 in Berlin. Sie schreibt auf deutsch und japanisch Prosa, Lyrik und Theaterstücke. Ihr Werk wurde bereits mit mehreren Auszeichnungen bedacht, darunter mit der Goethe-Medaille und mit dem Akutagawa-Sho, dem angesehensten Literaturpreis Japans. Zu den bisherigen Trägern des Kleist-Preises zählen Autoren wie Herta Müller, Max Goldt und Navid Kermani.

Buchgestalter Forssman erhält Antiquaria-Preis 2017

Forssman gestaltete u.a. Werkausgaben von Walter Benjamin und Christoph Martin Wieland

Der Buchgestalter Friedrich Forssman aus Kassel wird mit dem Antiquaria-Preis für Buchkultur ausgezeichnet. Seine Arbeiten zeigten eine "akribische Liebe zum Detail", begründete die Jury ihre Entscheidung. Er konzentriere sich unbeirrbar darauf, "modernen wie historischen Texten ihre schlüssige typographische Physiognomie zu geben". Der mit 10 000 Euro dotierte Preis wird ihm zum Auftakt der Antiquariatsmesse Ludwigsburg Ende Januar verliehen. Forssman hat die Werkausgaben von Walter Benjamin und Christoph Martin Wieland gestaltet. Auch das Gesamtbild der Publikationen von Verlagen wie Reclam und Weidle sowie von Institutionen wie der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung stammen von ihm.

Herta Müller fordert "Exilmuseum" in Deutschland

Autorin bekräftigt ihre in Deutschlandradio Kultur gestellte Forderung

Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller fordert die Gründung eines "Exilmuseums" in Berlin. Viele Bereiche der NS-Zeit wie die Verbrechen der Nazis, die Konzentrationslager, der industrialisierte Mord oder das Militär seien heute museal aufgearbeitet, sagte Müller der "Berliner Morgenpost". Aber das Exil ab 1933, die Vertreibung von Hunderttausenden Deutschen ins Ausland, sei eine Leerstelle in der Museumslandschaft. Es gebe zwar eine Reihe von Exilforschungen wie beispielsweise das Deutsche Exilarchiv in Frankfurt am Main, aber keinen großen Ort, an dem Flucht und das Exil dargestellt werden als Teil der deutschen Geschichte. Dabei gehe es nicht nur um prominente Namen wie Thomas Mann, sondern auch um die Millionen kleiner Leute, die ihre Berufe hatten, ihre Wohnung. Die plötzlich ihr Leben retten und alles stehen und liegen lassen mussten. "Für solche Biografien muss es ein Museum geben", forderte die Schriftstellerin. In einem Interview in Deutschlandradio Kultur am vergangenen Freitag hatte Müller ausführlich ihre Position erklärt. Zu diesem Thema hatte sie auch eine Tagung im Literaturhaus initiiert.

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