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Kulturnachrichten

Samstag, 12. November 2016

Filmfestival Cottbus: Preis für Attila Till

Für den Film "Tiszta Svivel, Kills on wheels"

Beim 26. Filmfestival Cottbus geht der Preis der Ökumenischen Jury an den Beitrag "Tiszta Svivel, Kills on wheels" des ungarischen Regisseurs Attila Till. Er handelt von einem ehemaligen Feuerwehrmann, der nach einem Arbeitsunfall querschnittsgelähmt ist und Auftragskiller wird, wie das Preisgericht mitteilte. Zur Begründung seiner Wahl führte die Jury an, dass es in dem Film "letztlich nicht um Killer geht, sondern um die Macht des menschlichen Geistes, den Willen zu leben und die Leidenschaft, niemals aufzugeben". Der Beitrag nehme mit großem Respekt die Situation von behinderten Menschen ernst. Zur Jury gehörten der Sprecher des Erzbistums Berlin, Stefan Förner, der Dozent und Therapeut Gratis Lidums (Riga), die Filmredakteurin Charlotte Timmermans (Antwerpen) sowie die Journalistin und Theologin Rita Weinert (Hamburg). Das bis diesen Sonntag dauernde Cottbusser Festival gilt als weltweit wichtigstes Forum des osteuropäischen Films.

Bassist Victor Bailey tot

Ex-Mitglied von Weather Report starb mit 56 Jahren

Victor Bailey starb an den Folgen der Charcot-Marie-Tooth-Erkrankung im Alter von nur 56 Jahren. Die Erkrankung behindert die Fortleitung von Nervenimpulsen und lässt dadurch die Muskulatur verkümmern. Bailey kämpfte mehr als zwei Jahrzehnte gegen die Krankheit, zuletzt war er an den Rollstuhl gefesselt. Bekannt wurde Victor Bailey in den 1980'er Jahren als Bassist der Jazz-Fusion-Gruppe Weather Report. Außerdem spielte er mit Musikern der unterschiedlichsten Genres zusammen, wie z.B David Gilmour, Sting, Sonny Rollins, Pharoah Sanders aber auch LL Cool J, Lady Gaga und Madonna. Auch als Lehrer engagierte er sich, unter anderem am Berklee College of Music.

Berlin: Kathedralenumbau erst bei sicherer Finanzierung

22 Millionen Euro fehlen noch

Der 60-Millionen-Euro-Umbau der Berliner Sankt-Hedwigs-Kathedrale beginnt erst bei einer verlässlichen Finanzierung. Der Diözesanvermögensverwaltungsrat, das höchste Finanzgremium des Erzbistums Berlin, werde dann "grünes Licht" geben, wenn sie "voll gesichert" sei, sagte der frühere Bundesverwaltungsrichter Hans-Jürgen van Schewick in Berlin. Er sprach vor dem Diözesanrat der Katholiken, den er in dem Finanzgremium vertritt. Nach van Schewicks Angaben gibt es bei dem Projekt noch 22 Millionen Euro "offene Finanzierungsrisiken". Erzbischof Heiner Koch habe jetzt jedoch eine Entscheidung treffen müssen, um staatliche Fördermittel beantragen zu können. Die Bauarbeiten können nach Angaben des Erzbistums frühestens 2018 beginnen.

Sting gibt Konzert zur Wiedereröffnung des Bataclan

Einnahmen werden gespendet

Am Vorabend des ersten Jahrestags der Anschläge von Paris gibt Rocklegende Sting am Samstag ein Konzert zur Wiedereröffnung der Konzerthalle Bataclan. Am 13. November 2015 hatten Dschihadisten Pariser Cafés, das Nationalstadion während des Fußball-Länderspiels Frankreich gegen Deutschland und das Bataclan angegriffen. 130 Menschen wurden getötet und Hunderte verletzt - allein an die 90 starben im Bataclan, in dem Terroristen mit Sturmgewehren und Sprengstoffgürteln während eines Rockkonzerts die Bühne stürmten und ins Publikum feuerten. Nach Angaben des Konzerthauses wurden die 1000 Karten für das Sting-Konzert in weniger als einer halben Stunde verkauft. Am Sonntag, dem eigentlichen Jahrestag, bleibt das Bataclan geschlossen. Geplant ist dort aber die Enthüllung einer Plakette zum Gedenken an die Opfer.

Parzinger: Bauakademie soll Haus der Architektur werden

Bundestag hatte überraschend 62 Millionen Euro für Wiederaufbau bewilligt

Nach Ansicht von Hermann Parzinger, dem Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, sollte die Schinkelsche Bauakademie nach ihrem Wiederaufbau ein Haus der Architektur werden. "Für eine Stadt wie Berlin, die sich im Grunde in den letzten 200 Jahren architektonisch und städtebaulich immer wieder neu erfunden hat, ist das fast ein Muss", sagte Parzinger der Nachrichtenagentur dpa. Das Haus könnte für wechselnde Ausstellungen zur Architektur und als eine Art Thinktank zu städtebaulichen Fragen genutzt werden, so Parzinger. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte in seiner abschließenden Sitzung am Freitag überraschend 62 Millionen Euro für den seit Jahren geplanten Wiederaufbau bewilligt.

Robert Redford hört als Schauspieler auf

Noch zwei Filme, dann will er nur als Regisseur arbeiten

Hollywood-Star Robert Redford will als Schauspieler nach seinen nächsten beiden Filmen einen Schlussstrich ziehen. Nach Ende der Dreharbeiten wollte er nur noch als Regisseur hinter der Kamera stehen, erzählt der Oscar-Preisträger in einem Interview, das sein Enkel Dylan Redford im Auftrag des Walker Art Centers führte. Mit Jane Fonda will Redford noch den Film "Our Souls at Night" drehen, eine Liebesgeschichte für ältere Menschen, sagt der Star. "Old Man with a Gun" sei das weitere Projekt mit Casey Affleck und Sissy Spacek. "Wenn die fertig sind, dann sage ich "Okay, das ist ein Goodbye zu all dem", und dann werde ich mich nur noch auf die Regie konzentrieren", erzählt Redford seinem Enkel.

Böhmer wirbt für Kulturaustausch mit der Türkei

Staatsministerin spricht zur Eröffnung der Internationalen Buchmesse in Istanbul

Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt Maria Böhmer hat angesichts aktueller Spannungen die Bedeutung der kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei hervorgehoben. Bei der Eröffnung der Internationalen Buchmesse in Istanbul sagte Böhmer: "Bücher und Literatur vermitteln zwischen den Kulturen und helfen, sich über Grenzen hinweg zu verständigen und zu verständigen. Auch in schwierigen Zeiten setzen wir auf Verständigung, auf den Dialog - mit der Regierung und dem Parlament und mit der Zivilgesellschaft." Deutschland ist Gastland der Buchmesse.

Leonard Cohen in Montréal beigesetzt

Bei der Beerdigung wurde aus seinem letzten Album zitiert

Die Musiklegende Leonard Cohen ist auf einem jüdischen Friedhof in seiner Geburtsstadt Montreal beigesetzt worden. Dies berichtete die Zeitung "La Presse" unter Berufung auf den Rabbiner Adam Scheier. Auf Cohens Website hieß es, dass in Los Angeles eine Trauerfeier für den verstorbenen Künstler stattfinden solle. Einen Termin gibt es bisher nicht. Cohen sei neben seinen Eltern, Großeltern und Urgroßeltern begraben worden, berichtete der Rabbiner. Während der Trauerzeremonie seien die Zeile "Hineni, Hineni, my Lord" ("Ich bin bereit, Herr") und andere Zitate aus dem Lied "You Want It Darker" von Cohens jüngstem Album vorgetragen worden. Trauernde Fans versammelten sich vor Cohens Haus in Montreal.

Fotograf Jiri Vsetecka gestorben

Bekannt wurde er durch den Bildband "Ein Spaziergänger durch Prag"

Der tschechische Fotograf Jiri Vsetecka ist tot. Er sei bereits am Mittwoch in Prag gestorben, berichtete die Zeitung "Lidove noviny" unter Berufung auf eine Mitarbeiterin des Künstlers. In seinen meist quadratischen Aufnahmen fing Vsetecka die magische Atmosphäre der Moldaumetropole Prag ein, mal in dichtem Nebel, mal kurz nach Sonnenaufgang. Sein Bildband "Ein Spaziergänger durch Prag" erschien in zahlreichen Auflagen und wurde zu seinem Markenzeichen. Der Zyklus war inspiriert von einem Reisetagebuch des surrealistischen Schriftstellers Vitezslav Nezval. Vsetecka, der ursprünglich Maschinenbau studiert hatte, lehrte jahrzehntelang an der Prager Filmhochschule FAMU. Seine Fotografien wurden unter anderem in Berlin, Paris, Washington und Jakarta ausgestellt.

Bowies Kunstsammlung bringt 38 Millionen Euro

Mehr als 1750 Interessenten bei Sotheby's in London

Eine Auktion von Kunstwerken aus der Sammlung des verstorbenen Sängers David Bowie hat 32,9 Millionen Pfund (38 Millionen Euro) eingebracht. Insgesamt 345 Werke wurden bei Sotheby's in London versteigert, wie das Auktionshaus mitteilte. Den höchsten Preis erzielte das Bild "Air Power" des New Yorker Künstlers Jean-Michel Basquiat aus dem Jahr 1984: Statt der geschätzten 3,5 Millionen Pfund lag das Endgebot bei 7,09 Millionen Pfund. Die Versteigerung habe "die Fantasie tausender Menschen angeregt", erklärte der Europa-Chef von Sotheby's, Oliver Barker. Nach Angaben des Auktionshauses kamen mehr als 1750 Menschen zu der zweitägigen Versteigerung, mehr als 26.500 weitere Interessierte verfolgten sie im Internet. Die vorangegangene Ausstellung hatte bereits mehr als 51.000 Besucher angezogen.

Italienische Stadt bietet Trump-Gegner De Niro Asyl an

Großeltern des Hollywoodstars stammen aus Ortschaft Ferrazzano

Hollywoodstar Robert De Niro könnte nach dem Wahlsieg von Donald Trump in Süditalien ein neues Zuhause finden. "Falls er nach der Enttäuschung mit Trump hier Zuflucht suchen will, sind wir bereit, ihn willkommen zu heißen", sagte der Bürgermeister der Gemeinde Ferrazzano, Antonio Cerio. De Niros Großeltern waren 1890 von dort aus in die USA ausgewandert. Für den 3000-Einwohner-Ort wäre es "eine Ehre und eine große Freude", wenn der Schauspieler tatsächlich in die Heimat seiner Familie zurückkehren würde, sagte Cerio. De Niro hatte in einer Talkshow im Sender ABC erzählt, dass ein Teil seiner Familie aus Ferrazzano stammt und er italienischer Staatsbürger sei. "Ich werde vermutlich dorthin umziehen müssen", scherzte er mit Blick auf den künftigen US-Präsidenten Trump, den er im Wahlkampf wie viele andere US-Künstler wegen seiner provokanten Äußerungen scharf attackiert hatte.

Marburger Kamerapreis geht an Luca Bigazzi

Er habe zur internationalen Renaissance des italienischen Kinos beigetragen

Der Marburger Kamerapreis 2017 geht an den Italiener Luca Bigazzi. Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung werde dem 1958 in Mailand geborenen Kameramann am 4. März überreicht, teilte die Stadt Marburg mit. Bigazzi habe mehr als 70 Filme aller Genres gedreht und damit erheblich zur internationalen Renaissance des italienischen Kinos beigetragen. Er beherrsche meisterhaft eine breite Palette an Bildsprachen und sei damit zu einem prägenden Akteur der italienischen und europäischen Filmgeschichte geworden. Bigazzis Weg zum Film führte ihn den Angaben zufolge über die Werbebranche, wo er 1977 als Regieassistent für Fernsehspots zu arbeiten begann. In Deutschland wurde er bekannt durch Filme wie "Lamerica" von Gianni Amelio, "Pane e Tulipani" (Brot und Tulpen) von Silvio Soldoni und "La Grande Bellezza" (Die große Schönheit) von Paolo Sorrentino.

Facebook-Fehler erklärt Zuckerberg und andere für tot

Etwa 2 Millionen Nutzer weltweit betroffen

Facebook hat durch eine Panne Gründer Mark Zuckerberg und viele andere Nutzer kurzzeitig für tot erklärt. In ihre Profile beim weltgrößten Online-Netzwerk wurde die für solche Fälle vorgesehene Gedenk-Nachricht an Freunde eingeblendet. "Das war ein schrecklicher Fehler, den wir nun behoben haben", erklärte Facebook und entschuldigte sich. Man habe sich beeilt, das Problem so schnell wie möglich zu korrigieren. Nach einem Bericht der Zeitung "Guardian" waren zwei Millionen der weltweit rund 1,8 Milliarden Nutzer betroffen. Facebook bietet die Möglichkeit, Profile verstorbener Nutzer in eine Art digitale Mahnmale zu verwandeln. Dafür ist grundsätzlich ein Nachweis erforderlich. Warum die Gedenknachricht scheinbar wahllos bei einigen Mitgliedern aktiviert wurde, erklärte Facebook nicht. Nach Angaben des "Guardian" sollte der Text bei tatsächlichen Gedenk-Profilen geändert werden - und landete stattdessen auf den Facebook-Seiten anderer Nutzer.

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