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Kulturnachrichten

Sonntag, 6. November 2016

DJV fordert Freilassung von türkischen Journalisten

Protestaktion zum Beginn des DJV-Verbandstags in Bonn

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) setzt sich angesichts von Verhaftungen von Journalisten in der Türkei für die Freilassung der Betroffenen ein. Einen entsprechenden Appell richtete der DJV-Vorsitzende Frank Überall an die türkische Regierung. "Wir denken an die vielen Kolleginnen und Kollegen in der Türkei, die eingesperrt wurden, weil sie ihren journalistischen Auftrag ernst nehmen", sagte Überall beim Verbandstag seiner Organisation in Bonn. Es müsse nun darum gehen, die Pressefreiheit in der Türkei wieder einzuführen. Zuvor waren bei einer Protestaktion 200 weiße Ballons aufgestiegen.

Mind Trap beste Newcomer bei Nachwuchswettbewerb

Insgesamt traten bundesweit 1400 Bands an

Die Akustik-Indie-Band Mind Trap aus Rheinland-Pfalz ist die beste Newcomerband des Jahres. Die Jury des "local heroes"-Bundesfinales kürte das Trio in Salzwedel zum Sieger des Nachwuchswettbewerbs, teilten die Organisatoren mit. Insgesamt seien Preise im Wert von 15 000 Euro vergeben worden. Der deutschlandweit größte, nichtkommerzielle "local heroes"-Wettbewerb für junge Musiker wird seit 25 Jahren ausgetragen. Seit Anfang des Jahres traten in regionalen Vorentscheiden mehr als 1400 Bands gegeneinander an. Über 13 Länderentscheidungen führte der Weg ins Bundesfinale.

Hasenclever-Literaturpreis an Jenny Erpenbeck verliehen

Ehrung erfolgt für Roman "Gehen, ging, gegangen" über Flüchtlinge in Deutschland

Die Berliner Schriftstellerin Jenny Erpenbeck hat den Walter-Hasenclever-Literaturpreis der Stadt Aachen erhalten. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung bekommt sie für ihren Roman "Gehen, ging, gegangen" über Flüchtlinge in Deutschland. Gewürdigt werde die politische Zivilcourage der 1967 geborenen Autorin, mit der sie sich aktuellen Problemen unserer Zeit stelle, erklärte die Stadt. Erpenbeck gebe den Flüchtlingen eine Stimme und nutze dabei eindrucksvoll und virtuos die Mittel des Romans, um die Leser in die Zeitgeschichte einzubeziehen, begründete die Jury ihre Wahl. In dem im August 2015 veröffentlichten Tatsachenroman schildere sie die unhaltbaren Lebensbedingungen hungerstreikender afrikanischer Flüchtlinge auf einem zentralen Platz mitten in Berlin.

Modersohn-Becker-Preis für Schlaf-Künstler

Virgile Novarina erforscht den Schlaf mit künstlerischen Mitteln

Der französische Performance-Künstler Virgile Novarina hat in Worpswede den Paula-Modersohn-Becker-Kunstpreis erhalten. Die mit 7.500 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihm in der Großen Kunstschau für seine Beschäftigung mit dem Phänomen Schlaf überreicht, die der Mann aus Paris seit mehr als 20 Jahren akribisch vorantreibt. "Mit großer Konsequenz erforscht Virgile Novarina mit künstlerischen Mitteln den Schlaf als unbekannte Lebenszeit", begründete die Jury ihre Entscheidung. Überzeugt habe die kompromisslose Verfolgung eines Lebensprojektes. "Selten trifft man einen Menschen, der sich so bedingungslos seinem Tun widmet", sagte Kuratorin Susanne Hinrichs. Es sei Novarina ein absolutes Bedürfnis herauszufinden, «was uns im Schlaf ausmacht, wer wir sind und was wir während dieser langen Zeit unseres Lebens nicht über uns wissen». So notiert er in sehr kurzen Wachphasen blitzartige Gedanken. Im Rahmen seiner Performance "En Somme" (im Schlaf) schläft er in aller Öffentlichkeit - in Schaufensterläden, Galerien und Museen. Die Schlaf-Performance in Worpswede wurde ergänzt um eine Dokumentation seiner künstlerischen Arbeit: Fotos weiterer Performances, im Halbschlaf aufgezeichnete Skizzen und Satzfetzen, Notizbücher, in denen Novarina seit 1995 täglich seinen Schlafort und die Schlafdauer dokumentiert, Schlafmasken, die er für seine Aktionen nutzt.

Heinz Strunk mit Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet

Ehrung erfolgte für Roman "Der goldene Handschuh"

Der Hamburger Schriftsteller, Musiker und Schauspieler Heinz Strunk ist in Braunschweig mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet worden. Strunk wurde für seinen 2016 erschienen Roman "Der goldene Handschuh" geehrt. Der mit 30.000 Euro dotierte Preis gehört zu den bedeutendsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Er wird jährlich für einen aktuellen Roman gemeinsam von der Stadt Braunschweig und dem Deutschlandfunk vergeben. Der Roman "Der goldene Handschuh" erzählt die Geschichte rund um die gleichnamige Hamburger Reeperbahn-Absturzkneipe und den Frauenmörder Fritz Honka (1935-1998). Strunk schildere mit "diskreter Empathie ein Leben zwischen Abfall, Gewalt und Dauersuff", begründete die Jury ihre Entscheidung. Er dringe ohne Sozialvoyeurismus in Dimensionen vor, an denen sich schon lange kein deutscher Autor mehr versucht habe.

Sieben Goldene Tauben bei DOK Leipzig verliehen

Größtes deutsches Dokumentarfilm-Festival vergab 21 Preise

Die prestigeträchtige Goldene Taube im Internationalen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm beim Filmfestival DOK Leipzig geht in diesem Jahr in die Ukraine. Der ukrainische Filmemacher Sergei Loznitsa erhielt die Ehrung für seinen Film "Austerlitz". In dem Werk beobachtet Loznitsa in Schwarz-Weiß Besucher in Konzentrationslagern. Beim größten deutschen Dokumentarfilmfestival wurden diesmal insgesamt 21 Preise mit einem Gesamtwert von 77.000 Euro vergeben. DOK Leipzig ist damit das höchstdotierte Dokumentarfilmfestival in Deutschland. Die Goldenen Tauben in verschiedenen Kategorien sind mit 10.000 Euro am höchsten dotiert. Die Goldene Taube im Deutschen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm ging an Thorsten Trimpop für seinen Film "Furusato", der die Nachwirkungen der Katastrophe von Fukushima einfängt. DOK Leipzig war am 31. Oktober eröffnet worden. Während der Festivalwoche liefen 309 Werke, darunter 100 Weltpremieren und internationale Uraufführungen.

Plaza der Elbphilharmonie erlebt Ansturm

Etwa 25 000 Menschen werden während des Wochenendes erwartet

Die hochgelegene Plaza der neuen Hamburger Elbphilharmonie hat sich in den ersten Tagen ihrer Öffnung als Besuchermagnet erwiesen. Etwa 25 000 Menschen werden während des Wochenendes erwartet. Die rund 4000 Quadratmeter große Aussichtsplattform in 37 Metern Höhe gewährt einen spektakulären Blick über die Stadt und den Hamburger Hafen. Um den Ansturm zu kanalisieren, müssen die Besucher für zwei Euro ein Ticket lösen, um dorthin zu gelangen. Es können sich bis zu 1200 Menschen gleichzeitig auf dem Gebäude aufhalten. Die Plaza ist täglich von 9.00 bis 24.00 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich. Das Gebäude sollte ursprünglich 2010 fertig werden. Durch Planungsmängel und Kompetenzprobleme kam es jedoch zu zahlreichen Bauverzögerungen und erheblichen Kostensteigerungen. Am Ende kostete die Elbphilharmonie den Steuerzahler 789 Millionen Euro.

NDR Filmpreis bei den Nordischen Filmtagen vergeben

Film-Drama "Herzstein" erhält den mit 12 500 Euro dotierten Preis

Das Film-Drama "Herzstein" (Hjartasteinn) des Isländers Gudmundur Arnar Gudmundsson hat bei den Nordischen Filmtagen in Lübeck den mit 12.500 Euro dotierten NDR Filmpreis erhalten. Der Filmemacher entführe "eigenwillig, ruhig und intensiv an einen Ort am Ende der Welt", begründete der NDR in Hamburg die Entscheidung der Jury. Der Film zeige Teenager auf ihrem Weg ins Leben und zu sich selbst. NDR-Intendant Lutz Marmor nannte das Erstlingswerk Gudmundssons "berührend und fesselnd". Der Film "Herzstein" lasse die Zuschauer authentisch an der Lebens- und Gefühlswelt zweier Heranwachsender teilhaben. Das NDR Fernsehen zeigt anlässlich der Nordischen Filmtage (5. November bis 11. Dezember) eine skandinavische Filmreihe.

New Yorker Kultureinrichtungen schließen am Wahlabend

Viele Theater und Konzerthallen wollen nicht mit Präsidentschaftswahl konkurrieren

Ob Broadway, Metropolitan Opera oder Carnegie Hall - viele New Yorker Kultureinrichtungen wollen nicht mit der US-Präsidentschaftswahl konkurrieren und lassen ihre Türen am kommenden Dienstagabend zu. Deutlich mehr Theater und Konzerthallen als an vergangenen Wahlabenden hätten diese Entscheidung getroffen, berichtet die "New York Times" - einerseits weil die Wahl mit besonderer Spannung erwartet wird, andererseits weil immer mehr Besucher Smartphones haben und die Ablenkungsgefahr durch eintrudelnde Wahlergebnisse zu hoch wäre. Die Konzerthalle Carnegie Hall, die Metropolitan Oper und mehr als die Hälfte aller Broadway-Theater bleiben ganz geschlossen. Einige Mitglieder der Berliner Philharmoniker versuchen einen Kompromiss: Sie spielen bei einer "Wahlabend-Party" im DiMenna Center in Manhattan zeitgenössische klassische Werke. Auf einer Leinwand werden währenddessen die Titel der Werke eingeblendet - und die neuesten Wahlergebnisse.

Hans Neuenfels erhält den Deutschen Theaterpreis

Weitere Preisträger sind Edgar Selge und Frank Castorf

Der Regisseur, Schriftsteller und Filmemacher Hans Neuenfels hat den Deutschen Theaterpreis "Der Faust" für sein Lebenswerk erhalten. Neuenfels gehöre zu den großen und prägenden Künstlern des deutschen Theaters, teilten die Stifter mit. Mit seinem Wirken inspiriere er ganze Generationen von Schauspielern, Sängern und Regisseuren. Sein künstlerisches Lebenswerk sei gekennzeichnet von außergewöhnlicher Intensität, Vielfalt und öffentlicher Wirkungsmacht. Die Laudatio auf Neuenfels hielt der frühere Opernintendant Klaus Zehelein. Als bester Schauspieler wurde Edgar Selge für die Rolle des François in "Unterwerfung" nach Michel Houellebecq am Deutschen Schauspielhaus Hamburgausgezeichnet. Als Bester Regisseur wurde Frank Castorf für seine Inszenierung "Die Gebrüder Karamasow" an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin geehrt. "Der Faust" ist nach Angaben der Stifter der bedeutendste Theaterpreis in Deutschland. Er wird seit 2006 jährlich in mehreren Kategorien vergeben.

Georg-Büchner-Preis an Marcel Beyer verliehen

Jan Assmann erhielt Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa

Der Schriftsteller Marcel Beyer ist in Darmstadt mit dem diesjährigen Georg-Büchner-Preis geehrt worden. "Seine Texte sind kühn und zart, erkenntnisreich und unbestechlich", begründete die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung ihre Wahl. Beyer beherrsche "das epische Panorama ebenso wie die poetische Mikroskopie". Der mit 50.000 Euro dotierte Büchner-Preis gilt als herausragende literarische Auszeichnung in Deutschland. Der 1965 in Tailfingen in Württemberg geborene Marcel Beyer wuchs in Kiel und Neuss auf und lebt seit 1996 in Dresden. Sein erster Roman "Das Menschenfleisch" erschien 1991, im selben Jahr auch der Gedichtband "Walkmännin". Weitere Romane sind "Spione" und "Kaltenburg". Beyer veröffentlichte außerdem mehrere Lyrikbände. Zusammen mit der Auszeichnung Beyers erhielt der Ägyptologe und Kulturwissenschaftler Jan Assmann den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa 2016. Assmann habe "mit weitgespannter Gelehrsamkeit und begrifflichem Scharfsinn die geistigen Überlieferungen Europas neu lesbar gemacht", lobte die Jury. Die Autorin und Bloggerin Kathrin Passig wurde mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay 2016 geehrt.

Gorki-Intendantin fordert klare Haltung zur Türkei

Shermin Langhoff appelliert an Kanzlerin Merkel

Die Intendantin des Berliner Maxim-Gorki-Theaters, Shermin Langhoff, hat Kanzlerin Merkel zu einer entschiedenen Haltung gegenüber der Türkei aufgefordert. "Sie wollen die Gespräche mit der Türkei fortsetzen, aber wenn Sie weitersprechen, müssen Sie deutlicher werden und die neuerlichen Verhaftungen auf das Schärfste verurteilen", schrieb Langhoff in einem offenen Brief an Merkel, den "Der Tagesspiegel" am Samstag veröffentlichte. Spätestens seit diesem Freitag sei deutlich, dass in der Türkei nicht nur Journalisten und Künstler, sondern auch gewählte Parlamentarier verfolgt würden. Merkel habe zwar nach den Verhaftungen der Journalisten der Zeitung "Cumhuriyet" Worte der Solidarität gefunden. "Neben Worten der Solidarität sind Sie und wir dringend aufgerufen zu handeln, damit das faktisch existierende totalitäre Regime in der Türkei nicht gänzlich in eine islamofaschistische Diktatur abdriftet", erklärte die Intendantin und Regisseurin, die in der Türkei geboren wurde. Alle wirtschaftlichen und politischen Beziehungen von Deutschland und Europa mit der Türkei müssten grundsätzlich überprüft werden.

Chefredakteur der "Cumhuriyet" in Untersuchungshaft

Neun Zeitungsmitarbeiter im Gefängnis

Ungeachtet scharfer internationaler Kritik an der Festnahme von 13 Mitarbeitern der türkischen Zeitung "Cumhuriyet" müssen neun von ihnen ins Gefängnis. Wie die türkische Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Polizeiangaben berichtete, ordnete ein Gericht in Istanbul am Samstag Untersuchungshaft für Chefredakteur Murat Sabuncu und acht Kollegen an. Die anderen vier Beschuldigten seien gegen Kaution freigelassen worden, dürften aber nicht ins Ausland reisen. Sie waren am Montag im Rahmen von Anti-Terror-Ermittlungen gegen die kurdische Untergrundorganisation PKK festgenommen worden. Journalistenorganisationen und westliche Politiker hatten mit Empörung auf das Vorgehen der türkischen Behörden reagiert. "Reporter ohne Grenzen" erklärte, die Schikanen zeigten die Geringschätzung der türkischen Regierung für abweichende Meinungen. "Cumhuriyet" wurde erst kürzlich mit dem "Alternativen Nobelpreis" ausgezeichnet.

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