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Kulturnachrichten

Mittwoch, 2. November 2016

Janssen-Museum erhält Werke für 1,5 Millionen Euro

Über 300 Zeichnungen, Aquarelle und Skizzen gekauft

Mit einem Kunstankauf für 1,5 Millionen Euro soll das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg eine geschlossene Sammlung erhalten. Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und Kunstsammler Stefan Blessin unterzeichneten im Oldenburger Rathaus den Kaufvertrag für mehr als 300 Werke von Horst Janssen, wie die Pressestelle der Stadt mitteilte. Bislang zeigt das Museum Dauerleihgaben und Einzelwerke. Der Kauf habe für das Haus und die Stadt zukunftsweisende Bedeutung, sagte Krogmann laut Mitteilung. Unter den Werken sind Zeichnungen, Aquarelle und Skizzen, die Janssen-Biograf Blessin über Jahre hinweg zusammengetragen hat. In vielen Fällen habe der Künstler selbst dafür gesorgt, dass die Werke in die Sammlung aufgenommen wurden. Anfang 2017 soll die Sammlung übergeben werden.

Fernsehen und Radio bleiben wichtigste Medien

Junge Generation nutzt Internet am häufigsten

Fernsehen und Radio haben laut einer ARD/ZDF-Langzeitstudie 2015 rund zwei Drittel des gesamten Zeitbudgets für Mediennutzung in Deutschland eingenommen. Sie haben sich damit trotz rasanter Entwicklung des Internets als meistgenutzte Medien behauptet. Mit insgesamt knapp neuneinhalb Stunden pro Tag blieb die Mediennutzung bei ab 14-Jährigen auf hohem Niveau stabil, wie aus der Studie hervorgeht. In der Altersgruppe bis 29 Jahre ist das Internet dominierend. Für die Ergebnisse befragte die GfK Media and Communication Research im ersten Halbjahr 2015 insgesamt 4300 deutschsprachige Menschen.

Fassbender will nicht der nächste Bond sein

"Wie wäre es mit einer Jane Bond?" fragte der Schauspieler

Michael Fassbender will nicht der nächste James Bond sein. Das machte der deutsch-irische Schauspieler in einem Interview des britischen Lifestyle-Magazins "GQ" deutlich. Als großer Bond-Fan habe er viel über die Nachfolge von Daniel Craig (48) nachgedacht, sagte Fassbender. Es sei Zeit für einen Wandel und einen "neuen Dreh". Daniel Craig habe als Bond mittleren Alters "einen sehr guten Job gemacht", lobte Fassbender, nun brauche es einen jugendlicheren Agenten. Oder eine weibliche Darstellerin für die Rolle des 007. "Wie wäre es mit einer Jane Bond?", fragte er. Nach vier Filmen als James Bond ist nicht klar, ob Craig die Rolle noch einmal spielen will. Daher wird seit längerem über einen Nachfolger spekuliert. Michael Fassbender gilt neben Tom Hiddleston, Aidan Turner und Idris Elba als einer der Kandidaten.

Datenbank soll deutsches Handschriftenerbe erfassen

Projekt ist auf 20 Jahre angelegt

Das gesamte deutschsprachige Erbe an Handschriften des Mittelalters soll in einer frei zugänglichen Datenbank erfasst werden. Der sogenannte "Handschriftencensus" sichere einen bedeutenden Schatz des kulturellen Erbes und biete ein wichtiges Fundament zum Verständnis der Vormoderne, hieß es in einer Mitteilung der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. Die Datenbank entsteht am Institut für Deutsche Philologie des Mittelalters an der Philipps-Universität Marburg, das gesamte Projekt läuft unter dem Dach der Akademie in Mainz. Die Datenbank soll alle weltweit handschriftlich überlieferten volkssprachig-deutschen Textzeugen des Mittelalters erfassen. Dazu gehören etwa 26 000 Handschriften in mehr als 1500 Bibliotheken, Sammlungen und Archiven. Das Vorhaben ist den Angaben zufolge eines der größten geisteswissenschaftlichen Forschungsprogramme der Bundesrepublik. Es ist auf 20 Jahre angelegt.

Muezzin soll in evangelischer Kirche zum Gebet rufen

Als Teil des Oratoriums "The Armed Man"

In der Bremer Friedenskirche soll demnächst im Rahmen eines "musikalischen Gottesdienstes" ein Muezzin zum Gebet rufen. Das "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") des muslimischen Ausrufers ist Teil des Oratoriums "The Armed Man", das der englische Musiker Karl Jenkins als Friedensmesse komponiert hat. Es wird am 13. November in der evangelischen Kirche aufgeführt. Was andernorts zu heftigen Diskussionen geführt hat, war nach den Worten der Kirchenmusikerin Megumi Ishida-Hahn in Bremen völlig unstrittig. "Wo, wenn nicht bei uns - das muss hier passieren", sagte sie dem Evangelischen Pressedienst.

Berliner Humboldt Forum als Ort des Weltverstehens

Grütters für kostenlosen Eintritt

Das Humboldt Forum im wiederaufgebauten Berliner Schloss soll nach dem Willen der Gründungsintendanten ein Ort des Lernens und Weltverstehens werden. Der britische Museumsexperte Neil MacGregor stellte in Berlin zusammen mit seinen Kollegen Hermann Parzinger und Horst Bredekamp das mit Spannung erwartete Konzept für das ambitionierte Kulturzentrum vor. "Die Museumssammlungen dienen als Basis für ein Verständnis der Verflechtungen der Welt und ermöglichen es uns - dem Humboldtschen Geist entsprechend - die Welt als Ganzes zu denken und zu verstehen", sagte er. Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat für das Forum mit seinen zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen einen kostenlosen Eintritt für Besucher vorgeschlagen. Das Humboldt Forum im wiedererrichteten Berliner Stadtschloss werde kein Museum klassischen Typs und sollte allen Menschen offenstehen, begründete Grütters ihren Vorstoß. Allerdings müsse dann der Betriebskostenanteil in der Finanzierung erhöht werden.

Hochhauspreis an New Yorker Gebäude vergeben

Nur ein Gebäude aus Deutschland unter den Nominierten

Ein von dem dänischen Architekten Bjarke Ingels entworfenes 140 Meter hohes Wohngebäude in Manhattan erhält den Internationalen Hochhauspreis 2016. Dies teilte die Jury in Frankfurt mit. Das neue Wohnhochhaus, das eine sehr ungewöhnliche geometrische Fassade hat, setzte sich im Finale gegen vier weitere Gebäude aus New York und Singapur durch. Unter den 30 für den Preis nominierten Gebäuden aus 14 Ländern war mit dem Frankfurter Neubau der Europäischen Zentralbank (EZB) nur ein Gebäude aus Deutschland. Der mit 50 000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre von der Stadt Frankfurt, der Deka-Bank und dem Deutschen Architekturmuseum vergeben. Ein Sonderpreis ging an die Wohnbaubehörde in Singapur für ihre Bemühungen, öffentliches Wohnen in Hochhäusern zu ermöglichen.

Urteil im Prozess gegen Böhmermann im Februar 2017

Erster Verhandlungstag des Zivilprozesses

In der mündlichen Verhandlung zur Unterlassungsklage des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gegen ZDF-Moderator Jan Böhmermann ist noch kein Urteil verkündet worden. Vor dem Landgericht Hamburg erörterten die Anwälte von Kläger und Beklagtem am ersten Verhandlungstag ihre Positionen. Staatsoberhaupt und Moderator waren nicht persönlich anwesend. Als Termin für die Verkündung einer Entscheidung wurde der 10. Februar 2017 festgesetzt. Erdogan wendet sich gegen das sogenannte Schmähgedicht, das Böhmermann am 31. März in seiner Sendung "Neo Magazin Royale" verlesen hatte. Er will mit seiner Klage ein Komplettverbot des Gedichts erwirken.

Havemann sieht sich durch Biermann verunglimpft

Florian Havemann stört sich an Stelle aus Biermanns Autobiographie

Der Berliner Schriftsteller Florian Havemann (64), Sohn des berühmten DDR-Dissidenten Robert Havemann, sieht sich durch eine Passage in der gerade erschienenen Autobiografie des Liedermachers Wolf Biermann verunglimpft. Biermann unterstelle dem Künstler eine gewisse Nähe zur Stasi, sagte Havemanns Agent Alexander Simon. "Das entbehrt jeglicher Grundlage, das ist mehrfach geprüft worden. Florian Havemann möchte, dass dies klargestellt wird." Biermann, ebenfalls Regimekritiker, war mit Robert Havemann eng befreundet. Der Sohn wolle die Angelegenheit auf friedlichem Wege aus der Welt räumen, etwa durch eine Klarstellung des Verlags oder durch eine Anmerkung in der nächsten Ausgabe des Buchs, sagte Simon.

Liste mit "Feinden der Pressefreiheit" veröffentlicht

Erdogan, al-Sisi und Chan-o-cha sind neu auf der Liste von "Reporter ohne Grenzen"

Die Reporter ohne Grenze (ROG) haben eine Liste von sogenannten "Feinden der Pressefreiheit" veröffentlicht. Darauf wirft die Organisation Staats- und Regierungschefs, Geheimdiensten sowie kriminellen Organisationen die Unterdrückung der Pressefreiheit durch Zensur, willkürliche Verhaftungen, Folter und Mord vor. Neu auf der am Liste sind unter anderem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, Ägyptens Präsident Abdelfattah al-Sisi und Thailands Junta-Chef Prayut Chan-o-cha. Auch dem burundischen Präsident Pierre Nkurunziza, dem venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro und Saudi-Arabiens König Salman und wirft die Organisation Verstöße gegen die Pressefreiheit vor. Außerdem stehen die Huthi-Rebellen im Jemen, die Terrormiliz "Islamischer Staat" und die Islamistengruppe "Ansarullah Bangla Team" in Bangladesch auf der Liste. ROG-Vorstandssprecher Michael Rediske appellierte an die Vereinten Nationen, einen Sonderbeauftragten für den Schutz von Journalisten einzusetzen.

Originalpartitur von Mahler wird versteigert

Originalpartitur der "Auferstehungssinfonie" wird in London angeboten

Die Originalpartitur von Gustav Mahlers "Auferstehungssinfonie" wird am 29. November bei Sotheby's in London versteigert. Noch nie sei das Manuskript auf dem Markt angeboten oder verkauft worden, teilte Experte Simon Maguire in Hamburg bei der Vorbesichtigung der Rarität mit. Der Schätzpreis liegt bei 3,5 Millionen Pfund (3,87 Mio. Euro). Gänzlich vom Komponisten selbst verfasst - auch die in teils blauer Farbe schnell niedergeschriebenen Änderungen, Streichungen und Anmerkungen - ist das Manuskript nach Angaben Sotheby's komplett unverändert, nicht beschnitten und ungebunden.

Toshiro Mifune bekommt posthum einen Hollywood-Stern

Japanische Schauspieler wird 19 Jahre nach seinem Tod geehrt

Der japanische Schauspieler Toshiro Mifune wird 19 Jahre nach seinem Tod mit einem Stern auf Hollywoods "Walk of Fame" geehrt. Die Plakette für den Schauspieler soll am 14. November auf dem berühmten Bürgersteig im Herzen von Hollywood enthüllt werden, teilten die Veranstalter mit. Zu der Zeremonie werden neben Freunden und Fans auch US-Regisseur Steven Okazaki und Mifunes Enkel, der Schauspieler Rikiya Mifune, erwartet. Mifune, der 1997 im Alter von 77 Jahren in Tokio starb, zählt zu den bekanntesten Schauspielern Japans. Allein unter der Regie seines Landsmanns Akira Kurosawa drehte er sechzehn Filme, darunter "Die sieben Samurai", durch den er international bekannt wurde.

Kleinkunstpreis für Konstantin Wecker und Tobias Mann

Auszeichnungen werden am 5. März 2017 in Mainz verliehen

Der Liedermacher Konstantin Wecker, der Kabarettist Tobias Mann und der Slam-Poet Nico Semsrott gehören zu den Trägern des Deutschen Kleinkunstpreises 2017. Dies gab die Jury in Mainz bekannt. Konstantin Wecker erhält den Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz. Die Jury würdigte ihn als "einen streitbaren Liedermacher und unbeugsamen Moralisten, der sich überall einmischt, wo eine starke Stimme gebraucht wird". Den Preis in der Sparte Kabarett erhält Tobias Mann für sein "Hochgeschwindigkeitskabarett". Nico Semsrott wird in der Sparte Kleinkunst gewürdigt, wobei die Jury seine "Grabrede auf die AfD" anführt. Den Preis für Chanson/Lied/Musik erhält das Gesangsduo "die feisten" mit Mathias Zeh und Rainer Schacht. Zudem erhält die Schweizer Kabarettistin Hazel Brugger einen Förderpreis der Stadt Mainz.

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