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Kulturnachrichten

Donnerstag, 26. November 2015

Schutzabkommen für Roms Altstadt

Beschluss von Vatikan und Italien

Ein Schutzabkommen für Roms Altstadt haben das Governatorat des Vatikanstaates und das italienische Kulturministerium im Vatikan vereinbart. Damit sollen der Erhalt und die Sanierung der historischen Bauten nach den UN-Leitlinien zur Bewahrung des Kulturerbes koordiniert werden. Dafür wurde eine bilaterale Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Die historische Altstadt umfasst rund 15 Quadratkilometer innerhalb der Aurelianischen Mauern links des Tiber und der Mura gianicolensi rechts des Tiber. Die Weltkulturorganisation Unesco stufte das Gebiet 1980 als Menschheitserbe ein.

Vorrömische Fresken sichergestellt

Die Wandmalereien wurden in Rom gefunden

Die italienische Polizei hat fünf wertvolle Fresken aus dem vierten und dritten Jahrhundert vor Christus sichergestellt, die vor Jahrzehnten von Raubgräbern weggeschafft worden waren. Sie stammen aus der Ruinenstätte von Paestum südlich von Pompeji. Es sei ein außergewöhnlicher Fund, sagte der Direktor der Stätte, Gabriel Zuchtriegel in Rom. In Paestum waren rund 200 bemalte Gräber der Lukaner entdeckt worden, die vor den Römern in der Region herrschten. Die jetzt gefundenen Fresken wurden wahrscheinlich schon in den 70er Jahren von Raubgräbern entwendet. Sie zeigen Frauen, die berittene Krieger bei ihrer Rückkehr aus der Schlacht begrüßen. Sie sollen bis Januar in einem Museum der Carabinieri ausgestellt werden und dann nach Paestum zurückgehen.

Europäisches Kulturforum entfällt

Europäische Kommission sagt Konferenz in Brüssel ab

Das Europäische Kulturforum musste aus Sicherheitsgründen abgesagt werden, heißt es von der Europäischen Kommission. Die größte Konferenz des europäischen Kulturbetriebs sollte heute beginnen und bis übermorgen dauern. Die Kommission richte sich bei ihrer Entscheidung an den allgemeinen Sicherheitshinweisen der belgischen Regierung, heißt es weiter. Zu der Veranstaltung wurden rund 1000 Kulturschaffende aus Europa erwartet. Sie kommen alle zwei Jahre zusammen. In Brüssel gilt bis Montag die höchste Terrorwarnstufe.

Dagmar Reim gibt ihr Amt als rbb-Intendantin auf

Sie scheidet 2016 vorzeitig aus

Die Intendantin des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), verlässt den Sender im nächsten Sommer. Sie wolle aus privaten Gründen ihr Amt aufgeben, kündigte sie heute an. Die 64-Jährige ist seit der Gründung des rbb aus SFB und ORB im Jahr 2003 Intendantin. Nach zwei Amtszeiten hatte der rbb-Rundfunkrat sie 2012 erneut bis April 2018 zur Intendantin gewählt. Reim führte als bundesweit erste Frau einen öffentlich-rechtlichen Sender. Die Rundfunkrat-Vorsitzende Friederike von Kirchbach erklärte, Reim habe dem rbb in der ARD Gewicht verliehen und den neuen Sender über Fernsehen, Radio und Internet in der Region fest verankert. Nach ihrer journalistischen Ausbildung arbeitete Reim als Redakteurin beim Bayerischen, Westdeutschen und Norddeutschen Rundfunk. Beim NDR leitete sie ab 1992 die Pressestelle und war zwei Jahre lang ARD-Sprecherin.

Adele kommt 2016 nach Deutschland

Konzerte in Berlin, Hamburg und Köln

Die britische Sängerin Adele kommt im Mai nach Deutschland. Die 27-Jährige gibt dann Konzerte in Berlin, Hamburg und Köln. In jeder Stadt sind zwei Konzerte angesetzt, wie die Veranstalter heute mitteilten. Dies sind die einzigen deutschen Stationen ihrer Europatournee in der ersten Jahreshälfte 2016. Der Vorverkauf beginnt am 4. Dezember. Die Europatournee führt Adele unter anderem auch nach Stockholm, Kopenhagen, Zürich, Barcelona, Amsterdam und Paris. Für ihr neues Album "25" zeichnen sich zurzeit in etlichen Ländern Rekordverkäufe ab.

Theaterfotografin Lore Bermbach gestorben

Die Fotokünstlerin starb mit 94 Jahren

Die Fotografin Lore Bermbach, die jahrzehntelang das Kunst- und Theaterleben Düsseldorfs in ihren Bildern festhielt, ist tot. Bermbach sei im Alter von 94 Jahren gestorben, teilte das Düsseldorfer Schauspielhaus mit. Von 1958 bis 2001 war Bermbach Chronistin des Bühnenlebens am Schauspielhaus. Ihr Handwerk hatte die 1921 in Mönchengladbach geborene Fotografin bei Liselotte Strelow gelernt, die für den einstigen Düsseldorfer Intendanten Gustaf Gründgens arbeitete. Bermbach porträtierte nicht nur Schauspieler, sondern auch Literaten wie Patricia Highsmith, Siegfried Lenz und Eugène Ionesco.

Hörbuch des Jahres

Hör-Edition mit Thomas Kling ausgezeichnet

Die Hör-Edition "Thomas Kling - Die gebrannte Performance" ist von der Jury der hr2-Hörbuchbestenliste zum Hörbuch des Jahres gewählt werden. Das teilte der Hessische Rundfunk mit. Das Hörbuch enthält auf vier CDs eine Zusammenstellung von Tondokumenten aus dem akustischen Nachlass des 2005 im Alter 48 Jahren verstorbenen Dichters Thomas Kling. Nach Meinung der Jury sind die vier CDs und der beiliegende ausführliche Materialband eine "vorzügliche Hinführung" zum längst nicht ausgeschöpften Werk des Dichters. Kling gehöre zu den Dichtern, die "in unserer Gegenwart bewiesen haben, was Poesie vermag". Als bestes Kinder- und Jugendhörbuch des Jahres ist "Kommissar Gordon - Der erste Fall" von Ulf Nilsson gewählt worden.

Gerichtshof für Menschenrechte billigt Kopftuchverbot

Französische Muslime scheitert mit Klage

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat das Kopftuch-Verbot für Angestellte an einem französischen Krankenhaus gebilligt. Die Regelung an der öffentlichen Klinik stelle keine Verletzung der Religionsfreiheit dar, entschieden die Straßburger Richter. Sie verwiesen auf die französische Verfassung, laut der der Staat säkular ist und alle Religionen gleichermaßen achtet. Geklagt hatte eine ehemalige Sozialarbeiterin des Pariser Krankenhauses, die trotz Beschwerden mehrerer Patienten ihre Kopfbedeckung nicht ablegen wollte. Die Klinikleitung hatte daraufhin entschieden, den Arbeitsvertrag der Muslimin nicht mehr zu verlängern. Dagegen hatte die Frau vergeblich vor mehreren französischen Gerichten geklagt.

Weimarer Student gewinnt Dirigierwettbewerb

Sieger des 7. Wettbewerbs steht fest

Der Weimarer Musikstudent Hontvári Gábor hat den 7. Dirigierwettbewerb der Mitteldeutschen Musikhochschulen gewonnen. Damit habe bereits zum siebten Mal infolge ein Student der "Weimarer Dirigentenschmiede" den Wettbewerb für sich entscheiden können, teilte die Hochschule für Musik "Franz Liszt" mit. Gábor, 1993 in Ungarn geboren, ist Master-Student in der Dirigierklasse von Nicolás Pasquet und Gunter Kahlert. Die beiden haben in den vergangenen Jahren mehrfach Studenten zu Siegen und vorderen Plätzen bei internaionalen Dirigierwettbewerben geführt. Neben Weimar entsenden die Leipziger Hochschule für Musik "Felix Mendelssohn Bartholdy" und die Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" Dresden jeweils zwei ausgewählte Studenten. Die Preisträger dürfen das MDR Sinfonieorchester Leipzig im Konzert dirigieren.

Tutanchamuns Grab wird nach Geheimkammern abgesucht

Pharaonengrab könnte auch letzte Ruhestätte der Nofretete sein

Mit modernen Methoden will Ägypten überprüfen, ob die legendäre Nofretete in einer Geheimkammer im Grabmal des Pharaos Tutanchamun begraben ist. Von heute bis Samstag werde mit besonders leistungsfähigen Radargeräten und Infrarot-Wärmekameras erforscht, ob es in den Gemäuern von Tutanchamuns Grab geheime Grabkammern gebe, teilte der Minister für antike Kulturgüter, Mahmud Eldamati, in Kairo mit. Tutanchamun war 1324 vor Christus im Alter von 19 Jahren gestorben. Sein Grabmal befindet sich im Tal der Könige in der Nähe von Luxor. Es wurde 1922 entdeckt und war anders als viele andere Pharaonengräber nicht bereits ausgeplündert, sondern enthielt mehr als 5000 intakte Objekte. Nofretete war die Gemahlin von Pharao Echnaton, des Vaters von Tutanchamun. Die sterblichen Überreste der Königin wurden nie entdeckt.

Hochsicherheitslager der Römer wirft Fragen auf

Spannender Archäologen-Fund am Niederrhein

Ein hoch gesichertes Militärlager der Römer am Niederrhein gibt den Archäologen Fragen auf. Warum war dieses Lager nicht wie üblich mit nur einem Graben gesichert, sondern gleich mit bis zu vier, fragen sich die Experten. Die sogenannten Spitzgräben sind nach Angaben des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege zwei Meter breit und laufen ins Erdreich zwei Meter tief v-förmig zusammen. Das würde bedeutet, dass sich das Lager in einer gefährlichen Situation befunden haben muss, heißt es. Es liege zwischen den bekannten Lagern des Niedergermanischen Limes in Xanten und Nijmegen. Der Fund soll in die Antragsliste für das Unesco Welterbe "Niedergermanischer Limes" aufgenommen werden. Dieser Grenzabschnitt des römischen Reiches reichte von der Osteifel in Rheinland-Pfalz bis zur Nordseeküste bei Katwijk.

Sechs Richter-Arbeiten für Benefiz-Aktion versteigert

Erhoffter Millionenerlös

Bei der Herbstauktion des Kölner Auktionshauses Van Ham werden heute auch sechs Arbeiten von Gerhard Richter zugunsten der Düsseldorfer Obdachlosenhilfe "fiftyfifty" versteigert. Jedes Einzelwerk der Edition "CAGE f.ff." von 2015 ist mit 70 000 bis 100 000 Euro taxiert. Die Arbeiten von Richter sind Teil eines Benefizverkaufs von über 100 Werken namhafter Künstler zum 20-jährigen Bestehen von "fiftyfifty". Die Arbeiten von 80 Künstlern, darunter Gerhard Richter, Imi Knoebel, Katharina Fritsch, Candida Höfer, Wim Wenders, Andreas Gursky und Thomas Schütte werden bis zum 16. Dezember in der Düsseldorfer Zentrale des Energieunternehmens Eon zum Verkauf angeboten. Die Künstler hatten ihre Werke für die Aktion gestiftet. Mit dem erhofften Millionenerlös sollen Wohnungen und Apartments gekauft werden, in denen Obdachlose befristet unterkommen.

Reiss-Engelhorn-Museen verklagen Wikipedia

Juristischer Streit um Urheberrecht

Die Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim verklagen die Macher der Online-Enzyklopädie Wikipedia vor dem Berliner Landgericht. Es geht um ein 1862 entstandenes Ölgemälde des Malers Cäsar Willich. Es zeigt den berühmten Komponisten Richard Wagner. Ein Foto davon, aufgenommen vom Hausfotografen des Ausstellungshauses, ist auf mehreren Wikipedia-Seiten zu sehen. Am Original-Gemälde ist das Urheberrecht erloschen, da der Künstler vor mehr als 70 Jahren gestorben ist. Offen ist die Frage, wer die Nutzungsrechte an dem Foto und an 16 weiteren Fotografien gemeinfreier Gemälde aus Mannheim hat. "Wenn sich Wikipedia durchsetzt, würden viele Menschen die von der Fotografie leben, ihre Rechte und Einnahmen verlieren. Das muss man sich klar vor Augen führen", sagt der Museumsdirektor Alfried Wieczorek.

"High Noon"-Cutter Elmo Williams gestorben

Der Oskarpreisträger wurde 102 Jahre alt

Der amerikanische Produzent und oscarprämierte Cutter Elmo Williams ist nach US-Medienberichten im Alter von 102 Jahren gestorben. Wie die Lokalzeitung "Curry Coastal Pilot" unter Berufung auf Williams' Familie berichtete, starb er gestern in seinem Haus in Brookings im US-Staat Oregon. Williams war vor allem durch seine Mitarbeit an dem Westernklassiker "Zwölf Uhr mittags" ("High Noon") von Regisseur Fred Zinnemann bekannt. Der Film von 1952 mit Gary Cooper und Grace Kelly erhielt vier Oscars, darunter für Hauptdarsteller Cooper und für Williams in der Sparte "Bester Schnitt".

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