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Kulturnachrichten

Mittwoch, 11. November 2015

Helmut Schmidt-Flughafen in Hamburg eine "charmante Idee"

Pendant zum "Franz-Josef-Strauß-Flughafen" in München

Nach dem Tod von Helmut Schmidt kursiert die Idee, den Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel nach dem Altkanzler zu benennen. Mit einem "Helmut Schmidt-Airport" hätte der Norden auch eine beziehungsreiche Entsprechung zum Münchner Flughafen "Franz Josef Strauß". Airport-Sprecherin Stefanie Harder sagte, sie hielte das für eine"charmante Idee", der Flughafen könne diese Frage allerdings nicht allein entscheiden - er sei zu 51 Prozent im Besitz der Stadt. Die Flaggen rund um den Airport stehen seit Dienstag auf Halbmast. Seit Mittwochmorgen ist die Flughafen-Umbenennung Thema in den sozialen Netzwerken von Facebook und Twitter. Am Nachmittag forderten auch die Jusos über Facebook einen "Helmut Schmidt Airport Hamburg". Damit würde sich Hamburg "einreihen in die Familie international bedeutender Flughafenstandorte, wie beispielsweise dem John-F.-Kennedy-Airport in New York oder Paris-Charles-de-Gaulle", erklärte Martin Heßelbarth, Vize-Juso-Landeschef in Hamburg.

Streit um schleppende Sanierung der Kölner Oper dauert an

Planungsbüro wehrt sich gegen Kündigung

Im Streit um die schleppende Sanierung der Kölner Oper wehrt sich das Planungsbüro für die Haustechnik gegen die Kündigung des Vertrages durch die Bühnen Köln. Diese sei sachlich nicht nachvollziehbar, sie werde auch nicht näher begründet, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Die Bühnen Köln hatten sich am Vortag vom Fachplanungsbüro getrennt und die Planung neu ausgeschrieben. Die Firma sei "wesentlich verantwortlich für das Scheitern der Wiedereröffnung der Bühnen". Das Büro wehrte sich: Die Stadt sei mehrfach erfolglos aufgefordert worden, die Terminplanung für alle Beteiligten der Baustelle und der Planung zu koordinieren. Es werde über eine Klage nachgedacht. Das aus der Nachkriegszeit stammende Opernhaus und das Theater werden seit drei Jahren saniert. Die Stadt Köln hatte die für November geplante Wiedereröffnung zunächst um ein Jahr verschoben, weil die Arbeiten länger dauern als geplant. Die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudeensembles war ursprünglich auf 278 Millionen Euro veranschlagt. Die Eröffnung dürfte sich durch die Trennung weiter verzögern.

Nach dem Tod Helmut Schmidts - Anerkennung aus der Kulturwelt

Er war "eine großartige Figur", aber auch "voller Widersprüche"

Der Tod von Altbundeskanzler Helmut Schmidt hat zu Reaktionen auch unter Kulturschaffenden geführt. Jürgen Flimm, Intendant der Berliner Staatsoper Unter den Linden, sagte gegenüber Deutschlandradio Kultur: "Er hat zu jedem großen Ereignis der Welt seine Meinung gehabt und die war wie so oft unbequem, aber sie hatte immer Grund und Sinn. Ich hab ihn gut gekannt, ich fand ihn eine großartige Figur, [...] er war ein klasse Typ." Hamburgs Erster Bürgermeister a.D. Klaus von Dohnanyi würdigte Schmidt in unserer Sendung Studio 9: "Schmidt war ein Mann von äußerster Disziplin und zugleich ein Mann von inneren Widersprüchen. Er war kritisch an Intellektuellen, [...] auf der anderen Seite war er der einzige Intellektuelle, der bisher Kanzler der Bundesrepublik Deutschland war. Er war kunstinteressiert, ein musischer Mann; er war eigentlich ein Intellektueller mit einer gewissen Verachtung für Intellektuelle, das war sein innerer Widerspruch." Ex-Kulturstaatsminister Michael Naumann, der mit Schmidt bei der Wochenzeitung "Die Zeit" zusammengearbeitet hatte, beschrieb Schmidt so: "Er war diskussionsfreundlich, [...] aber er war Realpolitiker und Geopolitiker im striktesten Sinne [...] und konnte ziemlich kühl über die Menschenrechte sprechen, was mir natürlich nicht gefallen hat. [...] Das änderte nichts daran, dass er in der Lage war in großen Zusammenhängen zu denken und zu schreiben."

Nelsons kann erst 2018 als Gewandhauskapellmeister anfangen

Dennoch "keine Lücke" in Konzertplänen befürchtet

Der designierte neue Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons kann seinen Posten in Leipzig erst später antreten als bisher geplant. Der 36 Jahre alte Lette habe mehrere Verpflichtungen nicht lösen können, sagte Gewandhaussprecher Dirk Steiner. Nelsons offizieller Amtsantritt verschiebe sich deshalb um fünf Monate auf Februar 2018. Der neue Zeitplan reiße jedoch keine Lücke in die Gewandhaus-Pläne. Nelsons werde nach dem vorzeitigen Rückzug des noch amtierenden Kapellmeisters Riccardo Chailly bereits ab August 2016 als designierter Nachfolger fungieren - und für insgesamt sieben Wochen für Konzerte in Leipzig sein. Zuvor muss der Stadtrat der neuen Personalie noch zustimmen. Eine Entscheidung ist für den 19. November angesetzt. Andris Nelsons ist derzeit Chefdirigent des Boston Symphony Orchestra. Künftig will er die Orchester in Boston und Leipzig gleichzeitig leiten.

Marbacher Schillerpreis für Theaterregisseurin Andrea Breth

Auszeichnung rückt Schillers Werk in den den Fokus

Die Theater- und Opernregisseurin Andrea Breth ist am Dienstag mit dem Schillerpreis der Stadt Marbach ausgezeichnet worden. Die Inszenierungen der 63-Jährigen hätten "eine Anmut, eine Demut und eine Vergegenwärtigungslust, die unvergleichlich sind", hieß es vorab in der Begründung der Jury. Bei den von ihr bearbeiteten Schillerdramen "Maria Stuart" oder "Don Carlos" entstehe der Eindruck, die Stücke seien neu geschrieben und als stehe der Autor wie selbstverständlich vor dem Zuschauer. Breths Versionen zählten zu den besten der letzten Jahre. Der mit 10 000 Euro verbundene Preis wird seit 1959 stets zum Schiller-Geburtstag verliehen. Wurde in den vergangenen Jahren eher politisches Wirken ausgezeichnet, ehrte die Jury diesmal bewusst wieder ein künstlerisches Werk. Mit der Auszeichnung für Breth habe die Jury auch das dramatische Werk Schillers in den Fokus rücken wollen, hieß es.

Schaubühnenchef findet Situation um "Fear" bedrohlich

Ostermeier: Drohungen dienen politischem Ziel

Die Berliner Schaubühne wehrt sich weiterhin gegen Vorwürfe, ihre Anti-AfD- und Anti-Rechtspopulismus-Collage "Fear" rufe zu Gewalt auf. Schaubühnen-Chef Thomas Ostermeier sagte im Deutschlandradio Kultur, die Drohungen, die Rufe nach Absetzung des Stücks und die Versuche, die Schaubühne zu verleumden, finde er besorgniserregend. Sie dienten allein einem politischen Ziel, "dass Afd Politiker nicht in einem Atemzug mit anderen rechtsnationalen oder vielleicht sogar Neonazifiguren auf der Bühne erscheinen, damit diese Afd-Bewegung sich als eine politisch integre, demokratische Partei zeigen kann. Und ich glaube das ist der tiefere Grund für diesen Aufschrei, dass sie einfach in ihren politischen Taktiken ein Problem bekommen, wenn sie in diese extrem rechte Ecke gesteckt werden." Das Stück "Fear" setzt sich mit der aktuellen Situation in Deutschland auseinander und greift die Rhetorik der so genannten besorgten Bürger auf. Ostermeier stellte klar: "Wir sind die wichtige Gegenöffentlichkeit, die sich eben auch nicht wegduckt und die mit dieser Politik der Angst versucht offensiv umzugehen und gegen diese Angst anzugehen."

Kyoto-Preis an John Neumeier verliehen

Auszeichnung für sein Lebenswerk mit 360.000 Euro dotiert

John Neumeier (73), Chefchoreograph und Direktor des Hamburg Ballett, ist mit dem Kyoto-Preis der Inamori-Stiftung ausgezeichnet worden. Er erhielt den mit umgerechnet rund 360.000 Euro dotierten Preis in der Kategorie Kunst und Philosophie für sein Lebenswerk. Bei der gestrigen Preisverleihung in Kyoto erinnerte der US-Amerikaner an das erste Gastspiel seiner Ballettkompanie 1986 in Japan. "Ich, ein Amerikaner, überbrachte nun durch meine Arbeit, meine Choreographie und meine Gruppe internationaler Künstler eine kulturelle Botschaft von Frieden und Versöhnung", so der Preisträger. Er habe dies als künstlerisches Privileg und zugleich als einen Missionsauftrag empfunden, dessen emotionalste Realisierung die Aufführung seines Balletts "Matthäus-Passion" nach der Musik von Johann Sebastian Bach am 16. Februar 1986 in Hiroshima darstellte. Damals tanzte Neumeier selbst die Rolle des Christus.
Die von Kyocera-Gründer Kazuo Inamori begründete Auszeichnung gilt neben dem Nobelpreis als eine der wichtigsten Ehrungen in Kultur und Wissenschaft. Jährlich ehrt sie drei Personen aus den Bereichen Kunst und Philosophie, Hochtechnologie und Grundlageforschung für ihr Lebenswerk.

Feuersalamander ist "Lurch des Jahres 2016"

Bestände gehen stark zurück

Der Feuersalamander ist zum "Lurch des Jahres 2016" gewählt worden. Zwar ist das durch sein intensives schwarz-gelbes Rückenmuster auffallende Tier bundesweit nicht gefährdet, wie die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde in Mannheim mitteilte. Doch gingen die Bestände vielerorts besorgniserregend zurück. Bedroht seien die meist 14 bis 18 Zentimeter langen Lurche vor allem, weil ihre Lebensräume durch forstliche Nutzung von Laubmischwäldern vernichtet werden.

Bad Hersfelder Magistrat macht Weg für Festspiele wieder frei

Faktische Haushaltssperre aufgehoben

Aufatmen in Bad Hersfeld: Der Magistrat der Stadt hat den erhöhten Finanzmittelbedarf der Bad Hersfelder Festspiele freigegeben. Damit könne der Vorverkauf baldmöglichst beginnen und weiterer Schaden von der Stadt abgewendet werden, teilte die Stadt mit. Die Stadtverordnetenversammlung hatte am vergangenen Donnerstag das 2015 entstandene Defizit der Festspiele in Höhe von rund 175.000 Euro nicht genehmigt und eine Überprüfung der Zahlen durch das Rechnungsprüfungsamt verlangt. Die nicht erfolgte Nachbewilligung hatte laut Bürgermeister Thomas Fehling zu einer "faktischen Haushaltssperre" für die Festspiele geführt. Intendant Dieter Wedel hatte daraufhin Verhandlungen mit Schauspielern abgebrochen und einen Rücktritt nicht ausgeschlossen.

Älteste Simultankirche von Katholiken und Protestanten saniert

Eröffnungsfeier im Dom Sankt Petri zu Bautzen am Samstag

Deutschlands älteste Simultankirche von Katholiken und Protestanten ist umfassend saniert. Nach zweijährigen Arbeiten wird der Dom Sankt Petri zu Bautzen am Samstag feierlich wiedereröffnet. Das kündigte das Bistum Dresden-Meißen an. Die Kosten beliefen sich auf über 2,1 Millionen Euro. Beide Konfessionen nutzen den gotischen Bau mit barocker Ausstattung seit über 470 Jahren gemeinsam. Nach einem Vertrag von 1543 ist der Chorraum für den katholischen und das Langhaus für den evangelischen Gottesdienst bestimmt. Seit der Bischofssitz 1980 von Bautzen nach Dresden verlegt wurde, ist der Bautzener Dom Kon-Kathedrale des Bistums Dresden-Meißen. Die Wiedereröffnung feiern Katholiken und Protestanten mit einer anschließenden Festwoche.

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