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Kulturnachrichten

Samstag, 29. November 2014

Herta Müller mahnt Würdigung deutscher Exilanten an

Literaturnobelpreisträgerin erhielt Solinger Ehrenpreis "Die schärfste Klinge"

Deutschland sollte an die ins Exil gegangenen und dort vielfach vergessenen Künstler erinnern, sagte Müller am Freitagabend bei der Entgegennahme des Preises. "Wer im Exil war, gilt bis heute nicht als Opfer", kritisierte sie. Viele Leben seien auch dort noch zerstört worden. Gleichzeitig würdigte die Schriftstellerin das jahrelange Engagement des Kunstmuseums Solingen und des dort angesiedelten Zentrums für verfolgte Künste.
Das Exil Hunderttausender Deutscher in der NS-Zeit sei keine Randerscheinung in der deutschen Geschichte, hob die in Rumänien geborene Autorin hervor. Die Nationalsozialisten wollten die Moderne in den Künsten auslöschen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hätte sich jedoch kaum jemand in Deutschland für die Belange der Exilanten interessiert. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) würdigte Müller in seiner Laudatio als Schriftstellerin, die davon erzähle, "welche Verletzungen Menschen erleiden müssen, die einem diktatorischen Regime ausgesetzt sind." Müller habe mit ihren weltweit gelesenen Büchern auch "eine Chronik über das amputierte Leben in der Diktatur" geschrieben und zugleich auch eine Lektion zum Thema Glück und Leben.

Deutscher Aktionskünstler stellt Goebbels-Schutt in Warschau aus

Ausstellung heute eröffnet

Der deutsche Künstler Gregor Schneider zeigt in der Warschauer Zacheta-Galerie Bauschutt aus dem Geburtshaus von Hitlers Propagandaminister Joseph Goebbels. Die Ausstellung "Unsubscribe" (Abmelden) öffnete am Freitagabend mit einer Vernissage. Die Kuratoren nennen die Überbleibsel des Hauses, in dem Goebbels 1897 geboren wurde, "schweigende Zeugen der Geschichte". Darunter sind Dachbalken, Ziegelsteine, Handpuppen und völkisches Schrifttum. Schneider hatte das Geburtshaus Goebbels in seiner Heimatstadt Mönchengladbach gekauft und nach und nach zerstört. Die Wahl Warschaus als Ausstellungsort gilt als umstritten, weil die Nazis die polnische Hauptstadt komplett zerstört hatten. Die befürchtete Empörung in der Öffentlichkeit über die Ausstellung (bis 1. Februar) blieb zunächst aus.

Forscher digitalisieren Beethovens Schaffensweise

Projekt auf 16 Jahre angelegt

Wissenschaftler aus dem Bonner Beethoven-Haus wollen erforschen, wie Beethoven komponierte. Beteiligt ist das Musikwissenschaftliche Seminar der Universität Paderborn und der Hochschule für Musik in Detmold, das die Schaffensprozesse digitalisiert. Die Grundlagenforschung wird mit 6,1 Millionen Euro vom Bund und dem Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Ludwig van Beethoven (1770-1827) hatte seine Kompositionen immer wieder überarbeitet. Die Entstehungsgeschichte mehrerer seiner Werke soll im Internet veröffentlicht werden.
Das Geburtshaus des Komponisten in Bonn ist heute Museum und Forschungsstätte. Es verfügt über eine der weltweit größten Beethoven-Sammlungen. Das Forschungsprojekt "Beethovens Werkstatt" wurde von der Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder beschlossen. Am Montag wird es in Bonn vorgestellt.

Mexikanischer Schauspieler Gómez Bolaños gestorben

85-Jähriger hatte Millionen Fans in ganz Lateinamerika

Der mexikanische Komiker und Fernsehstar Roberto Gómez Bolaños starb gestern im Alter von 85 Jahren im Badeort Cancún, wie das Sendernetzwerk Televisa mitteilte. Die Todesursache wurde nicht mitgeteilt. Gómez Bolaños, Schöpfer einiger der beliebtesten Fernsehsendungen Lateinamerikas, litt seit Jahren an Atemwegsproblemen. Gómez Bolaños war vor allem unter dem Pseudonym Chespirito bekannt. Seine gleichnamige Sendung wurde 25 Jahre lang im mexikanischen Fernsehen gezeigt. Mexiko habe eine "Ikone" verloren, erklärte Präsident Enrique Peña Nieto im Kurznachrichtendienst Twitter. Er habe mit seinen Sendungen "Grenzen und Generationen" überwunden.

Trailer für neuen "Star Wars"-Film verzückt die Fans

Weltweiter Hype durch 88-Sekunden-Video

Es wurde gestern von der Filmproduktionsfirma Walt Disney Pictures veröffentlicht. Mehrere Millionen Fans stimmten sich bereits auf YouTube für die siebte Episode "Star Wars - The Force Awakens" (Die Macht erwacht) des Filmklassikers ein. Kommentatoren der Fan-Webpage "TheForce.net" zeigten sich von den visuellen Effekten äußerst angetan.
Bis zum Leinwandspektakel muss sich die Fangemeinde jedoch noch mehr als ein Jahr lang gedulden. Der neue "Star Wars"-Streifen soll erst am 18. Dezember 2015 in die Kinos kommen.

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