Seit 14:05 Uhr Kompressor

Montag, 14.10.2019
 
Seit 14:05 Uhr Kompressor

Kulturnachrichten

Mittwoch, 19. November 2014

Internationaler Hochhauspreis für grüne Bosco Verticale

50 000 Euro für die bewaldeten Wohnhochhäuser Bosco Verticale im norditalienischen Mailand

Das Projekt habe Pionierarbeit für die Bepflanzung von Hochhäusern geleistet und könne als Prototyp für die Städte von morgen gelten, teilte die Jury heute in Frankfurt am Main mit. Die Auszeichnung für das weltweit innovativste Hochhaus ging an den Architekten Stefano Boeri und den Bauherrn Manfredi Catella. Der Internationale Hochhauspreis wird seit 2004 alle zwei Jahre von der Stadt Frankfurt, dem Deutschen Architekturmuseum und der DekaBank vergeben. Die Gebäude sollen Nachhaltigkeit, äußere Form und innere Raumqualitäten wie auch soziale Aspekte zu einem vorbildlichen Entwurf verbinden.

Wiener Festwochen : bekommen einen neuen Intendanten

Der 46-jährige Kulturmanager Tomas Zierhofer-Kin aus Salzburg wird neuer Intendant der Wiener Festwochen

Zierhofer-Kin ist derzeit Leiter des Donaufestivals in Krems. Er folgt 2016 Markus Hinterhäuser nach, der seinerseits als Intendant zu den Salzburger Festspielen wechselt. Um den Posten bei den Festwochen hatten sich 16 Interessenten beworben.
"Mir geht es zentral darum, dass die Wiener Festwochen als Motor für den künstlerischen Ausnahmezustand fungieren", kündigte Zierhofer-Kin an. Es gehe darum, sich mit den Zukunftsthemen unserer Zeit auseinanderzusetzen. Die Festwochen zeigen alljährlich ein breites Programm aus Opern, Konzerten und Theatervorführungen.

Streit um Vertriebenen-Stiftung - Stiftungsdirektor Kittel in der Kritik

Fachleute fühlen sich vom Stiftungschef übergangen und schlagen Alarm

Um die Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung gibt es erneut Streit. Eine Mehrheit des Wissenschaftlichen Beraterkreises fordert die Ablösung von Stiftungsdirektor Manfred Kittel. In einer gemeinsamen Stellungnahme erklären sie das Vertrauen in die Stiftungsleitung für erschüttert. Am Donnerstag soll es zu einem Krisengespräch bei Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) kommen. Der Vorsitzende des Beraterkreises, der Leipziger Kulturhistoriker Prof. Stefan Troebst, sagte heute, die Stiftungsleitung habe in Berlin eine Doppelausstellung zum Thema Vertreibung organisiert, ohne die Experten zu Rate zu ziehen. "Es ist bedauerlich, dass nach Jahren der Ruhe wieder eine öffentliche Debatte in Deutschland und Polen über dieses politisch so sensible Projekt losgetreten wird", so Troebst. Kittel wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Seine Sprecherin bestätigte lediglich, dass auf Wunsch des Beraterkreises das Kapitel Deutschland-Polen aus der seit 6. November laufenden Ausstellung im Deutschen Historischen Museum herausgenommen wurde. Nach Einschätzung der SPD-Abgeordneten Hiltrud Lotze, die dem Stiftungsrat angehört, hat fehlende Kommunikation zu der "Missstimmung" geführt. "Das muss ausgeräumt werden, damit alle wieder vertrauensvoll zusammenarbeiten können." Grütters hatte Kittels Vorgehen laut "Spiegel" als "kritikwürdig" bezeichnet.

Wuppertal sucht neuen Opernchef - Kamioka hört vorzeitig auf

Opernintendant und Generalmusikdirektor Toshiyuki Kamioka verlässt mit Ende der Spielzeit 2015/2016 die Stadt

Wuppertal muss sich überraschend auf die Suche nach einem neuen Chef für ihre Oper und ihr Sinfonieorchester machen. Toshiyuki Kamioka werde in seine Heimat Japan zurückehren und dort die Leitung eines Sinfonieorchesters übernehmen, kündigte er heute in einer Sondersitzung des städtischen Kulturausschusses an. Kamioka bestätigte damit Gerüchte, die in den vergangenen Tagen die Runde gemacht hatten. Er habe der Stadt vorgeschlagen, zwei Monate in Japan arbeiten zu können, dabei aber seine Wuppertaler Positionen zu behalten, erläuterte der Opernintendant. Darauf habe sich die Stadt aber nicht einlassen wollen. Die Stadt will nach Worten des Oberbürgermeisters Peter Jung (CDU) bis Ende des Jahres einen Weg finden, wie es mit Oper und Sinfonieorchester nach Kamiokas Weggang weitergeht. Als brisant gilt, dass Wuppertals Oper derzeit kein festes Ensemble hat. An dessen Entlassung hatte der Japaner seine Intendanz geknüpft. Seit dieser Spielzeit setzt die Stadt auf den in Deutschland unüblichen "Stagione"-Betrieb mit Gastsängern und zügig wechselnden Aufführungen. Das Modell ist in der Wuppertaler Kulturszene heftig umstritten.

Dieter Kosslick bleibt bis 2019 Berlinale-Chef

Kulturstaatsministerin Monika Grütters verlängert Vertrag

Der Direktor der Berliner Filmfestspiele, Dieter Kosslick, bleibt bis 31. Mai 2019 im Amt. Kosslick, der seit Mai 2001 die Berlinale leitet, etablierte bei dem Festival beispielsweise den Europäischen Filmmarkt, die Nachwuchsreihe Berlinale Talents, das Kiezkino und das Kulinarische Kino. "Es ist schön, dass ich noch weitere fünf Jahre das Profil der Berlinale mitgestalten kann", sagte Kosslick zur Verlängerung des Vertrags, der zuvor 2016 ausgelaufen wäre. Die 65. Ausgabe des Festivals zeigt vom 5. bis 15. Februar 2015 wieder Filme aus aller Welt.

Kunst und Oldtimer von Achenbach werden versteigert

Firmengeflecht des Kunstberaters Helge Achenbach zerfällt

Rund 2000 Kunstwerke sowie zwei Oldtimer der insolventen Firmen des seit über fünf Monaten inhaftierten Kunstberaters Helge Achenbach sollen versteigert werden. Das kündigte der Insolvenzverwalter Marc d'Avoine heute nach der ersten Gläubigerversammlung in Ratingen bei Düsseldorf an. Die 70 wertvollsten Kunstwerke sollen im Frühjahr auf einer Auktion in London angeboten und die meisten anderen Werke bis zum Sommer von deutschen Auktionshäusern veräußert werden. Insgesamt erhoffe man daraus einen Erlös von rund 6 Millionen Euro sowie eine sechsstellige Summe aus der Versteigerung der Oldtimer, sagte d'Avoine. Dem stünden summierte Forderungen in Höhe von 40 bis 50 Millionen Euro von rund 100 Gläubigern gegenüber, die sich gegen drei insolvente Firmen Achenbachs richteten. Achenbach sitzt wegen Betrugsverdachts in Untersuchungshaft. Im droht ein Strafprozess. Ein von der Familie des gestorbenen Aldi-Erben angestrengter Zivilprozess hat bereits begonnen.

Einzigartiges Kleist-Porträt in Frankfurt (Oder)

Rarität wird in Geburtsstadt des Dichters ausgestellt

Das einzige originale Porträt des Dichters Heinrich von Kleist rückt für kurze Zeit ins Licht der Öffentlichkeit: Die 1801 gemalte Miniatur, die aus konservatorischen Aspekten nur sehr selten gezeigt wird, ist zehn Tage lang im Kleist-Museum in Frankfurt (Oder) zu sehen - von Freitag bis zum 30. November. «Es gehört zu den Heiligtümern der Kleist-Forschung», sagte eine Museums-Sprecherin über das Porträt.

Das Miniaturbildnis ließ der Dichter für seine damalige Verlobte Wilhelmine von Zenge anfertigen. Das etwa fünf Zentimeter hohe Bild - Öl auf Elfenbein - wird sonst in der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin aufbewahrt. Es ist nun das Highlight der Sonderausstellung "Die drei Dinge Heinrich von Kleists", die anlässlich der Internationalen Jahrestagung der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft organisiert wurde.

Hannah-Höch-Preis für Künstlerin Nanne Meyer

Die 61-jährige Professorin der Kunsthochschule Berlin-Weißensee erhält die mit 60 000 Euro dotierte Auszeichnung für ihr herausragendes künstlerisches Lebenswerk

Meyer ist eine der ersten Nachkriegskünstlerinnen, die sich ausschließlich auf das Genre Zeichnung konzentriert. Ihre assoziative Arbeitsweise beschrieb sie einmal mit 96 verwandten Verben: "Bewegen sehen erfinden verwandeln abstrahieren ...". Der Preis wird am Donnerstag von Kulturstaatssekretär Tim Renner verliehen. Das Kupferstichkabinett am Kulturforum zeigt aus diesem Anlass Meyers Ausstellung "Nichts als der Moment. Zeichnungen" (bis 15. Februar).
Den diesjährigen Hannah-Höch-Förderpreis erhält die 1970 geborene Julia Oschatz. Die alle zwei Jahre vergebene Auszeichnung erinnert an die berühmte Berliner Dadaistin Hannah Höch (1889-1978).

Verfahren gegen "Zeit" - Chefredakteur eingestellt

Di Lorenzo hatte bei Europawahl zweimal abgestimmt

Di Lorenzo hatte in der ARD-Sendung "Günther Jauch" Ende Mai berichtet, dass er bei der Europawahl zweimal gewählt hatte - einmal als italienischer Staatsbürger im Konsulat des Landes in Hamburg, und ein zweites Mal als Bundesbürger in einer Grundschule der Hansestadt.
Nach dem Europawahlgesetz hätte er nur einmal wählen dürfen. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hatte daraufhin wegen des Verdachts der Wahlfälschung gegen di Lorenzo ermittelt. Nun wurde das Verfahren vorläufig eingestellt, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mitteilte.
Das Verfahren sei wegen geringer Schuld und gegen eine "namhafte" finanzielle Auflage vorläufig beendet worden. Die Höhe der Zahlung, die der"Zeit"-Chefredakteur leisten muss, wollte sie nicht nennen.
Sobald die Auflage bezahlt sei, werde das Verfahren endgültig eingestellt.

Landeskulturpreis für Filmemacher Dieter Schumann

Dokumentarfilm-Regisseur sei treibende Kraft bei der Etablierung der Filmkunst in Mecklenburg-Vorpommern

Der Filmemacher Dieter Schumann ist heute in Schwerin mit dem Landeskulturpreis Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet worden. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) überreichte den mit 10 000 Euro dotierten Preis bei einem Festakt im Goldenen Saal des Neustädtischen Palais. Schumann sei eine der treibenden Kräfte bei der Etablierung der Filmkunst in dem Bundesland nach der Wende gewesen, sagte Sellering.
Schumann gehörte zu den Gründern des Vereins Mecklenburg-Vorpommern Film und wirkte als erster Leiter des Landesfilmzentrums in Schwerin.
So habe er die Voraussetzungen für die erste Filmförderung des Landes geschaffen. Der 1953 in Ludwigslust geborene Schumann porträtierte mit Dokumentarfilmen wie "Mecklenburg - so fern, so nah" und "Wadans Welt- von der Würde der Arbeit" auch seine mecklenburgische Heimat.

Cranach-Gedenkmünze - "Dem fuertrefflichen Maler"

Zehn-Euro-Münze ab Oktober nächsten Jahres erhältlich

Zum 500. Geburtstag des Renaissancemalers Lucas Cranach der Jüngere (1515-1586) lässt die Bundesregierung eine Gedenkmünze prägen. Die Bilder Cranachs hätten die Reformation und ihre mediale Verbreitung entscheidend geprägt, hieß es zur Begründung. Lucas Cranach der Jüngere führte die Wittenberger Werkstatt seines Vaters fort, in der viele bedeutende Kunstwerke der Reformationszeit entstanden. Die Gedenkmünze wird das Wappen der Cranach-Werkstatt, eine geflügelte Schlange, und die Lebensdaten Cranach des Jüngeren zeigen. Auf dem Münzrand soll die Inschrift "Dem fuertrefflichen Maler" eingeprägt werden. Die Münze wird den Angaben zufolge in zwei Qualitäten erhältlich sein: einer Kupfer-Nickel- und einer Silber-Kupfer-Legierung.

Demokratiepreis für "Reporter ohne Grenzen"

Engagement zugunsten von Journalisten in Krisengebieten und Einsatz für Pressefreiheit

Der Generalsekretär der französischen Mutterorganisation "Reporter ohne Grenzen", Christophe Deloire, nahm die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung am Dienstagabend in Bonn entgegen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), der aufgrund einer Reise nach Kiew und Moskau nicht persönlich an der Preisverleihung teilnehmen konnte, unterstrich in einer Videobotschaft die gemeinsame Verantwortung von Außenpolitik und Medien für den Erhalt demokratischer Werte. Es bedürfe unerschrockener Reporter, "die selbst in schwierigsten Situationen Ereignisse beschreiben, Bilder machen und Menschen zu Wort kommen lassen". Freiheit und Demokratie brauchten "ganz fundamental das offene Wort und den unverstellten Blick".
Generalsekretär Deloire erinnerte an verfolgte und ermordete Medienvertreter. Aktuell säßen weltweit 180 professionelle Journalisten im Gefängnis; im vergangenen Jahr seien 75 Journalisten wegen ihres Berufs getötet worden. Der Internationale Demokratiepreis Bonn wird seit 2009 alle zwei Jahre für Verdienste um Demokratisierung und Menschenrechte verliehen. Bisherige Preisträger waren der frühere tschechische Präsident Vaclav Havel (2009), die iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi (2010) und der Präsident der ersten verfassungsgebenden Kommission Tunesiens, Yadh Ben Achour (2012).

Kulturnachrichten hören

November 2014
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur