Sonntag, 20.10.2019
 

Kulturnachrichten

Mittwoch, 12. November 2014

Wilfried Schulz soll Intendant in Düsseldorf werden

Der erfolgreiche bisherige Dresdner Intendant soll die krisengeschüttelte Bühne in der NRW-Landeshauptstadt übernehmen

Die Aufsichtsratsvorsitzenden der Bühne wollen den neuen Generalintendanten am Nachmittag öffentlich vorstellen. Schulz soll das Düsseldorfer Schauspielhaus, eines der größten Sprechtheater Deutschlands, ab der Spielzeit 2016/17 übernehmen. Derzeit wird die Bühne, die nach einem mehrmaligen Führungswechsel seit 2011 in eine tiefe Krise gerutscht ist, übergangsweise von Altintendant Günther Beelitz geführt. Schulz ist seit 2009 Intendant des Staatsschauspiels in Dresden. Zuvor hatte der erfahrene Theatermann neun Jahre das Schauspiel Hannover geleitet. Als Chefdramaturg in Basel und Hamburg hatte er zu Beginn seiner Karriere viele Jahre eng mit dem renommierten Intendanten Frank Baumbauer zusammengearbeitet. Unter der Führung von Schulz wurden Bühnen regelmäßig zum renommierten Theatertreffen und Festivals eingeladen. In der Spielzeit 2013/14 verzeichnete das von Schulz geführte Dresdner Staatsschauspiel einen Publikumsrekord mit 250 000 Zuschauern. In Düsseldorf übernimmt Schulz ein Theater, dessen Auslastung mit zuletzt 39 Prozent einen Tiefstand erreicht hat. Grund für die Krise sind mehrere Führungswechsel seit 2011 und ein Millionendefizit. Der schwedische Intendant Staffan Holm hatte nach nur einem Jahr Intendanz in Düsseldorf 2012 aufgegeben. Der damalige Kaufmännische Direktor Manfred Weber übernahm daraufhin die künstlerische Leitung. Als ein Millionendefizit des Schauspielhauses bekanntwurde, musste Weber gehen.

Warhol-Werke aus NRW werden heute in New York versteigert

Die Bilder gehören der finanziell angeschlagenen NRW-Bank-Tochter Westspiel

Über den Verkauf der Bilder war gestritten worden, weil weder Museen noch die Kulturpolitik des Landes in die Pläne einbezogen worden waren. Mit dem Erlös aus der Versteigerung will Westspiel den Casino-Betrieb in Nordrhein-Westfalen sanieren. Die beiden von Andy Warhol 1963 und 1966 gemalten Kunstwerke könnten 100 Millionen Dollar einbringen. In den 70er Jahren hatte der Spielkasino-Betreiber sie für zusammen 185.000 Dollar erworben.

Neues Museum in Nürnberg zeigt Gerhard-Richter-Ausstellung

28 Werke des deutschen Malers und Grafikers Gerhard Richter zeigt das Neue Museum in Nürnberg von diesem Donnerstag an

Nach Angaben des Gerhard Richter Archivs in Dresden gehört die Ausstellung zu den derzeit größten. Sie wurde von Richter selbst gestaltet. Die Werke des 1932 in Dresden geborenen Künstlers gehören zu den teuersten der Gegenwart. Seit knapp einem Jahr beherbergt das Neue Museum die drittgrößte Richter-Sammlung weltweit. Die Bilder stammen aus der Berliner Sammlung Böckmann und kamen vor rund einem Jahr als Dauerleihgabe nach Franken. Zwei der 29 Bilder aus der Sammlung Böckmann hängen allerdings im Bundeskanzleramt in Berlin. Dafür ist ein mehrteiliges Werk aus dem Privatbesitz von Richter in der Schau zu sehen.

Staatstheater Nürnberg richtet osteuropäischen Dramenwettbewerb aus

Nach Angaben des Initiators Christian Papke handelt es sich dabei um den größten und wichtigsten Literatur- und Dramenwettbewerb in Osteuropa

Das Staatstheater Nürnberg ist neuer Ausrichter des Dramenwettbewerbs für Osteuropa "Talking about Borders - Über Grenzen sprechen". Für viele Autoren in diesen Ländern sei er die einzige Möglichkeit bekannt zu werden, sagte Papke. Mehrere hundert Dramatiker hätten sich in den vergangenen zehn Jahren beteiligt. Das Nürnberger Haus wird von nun an jedes Jahr das Siegerstück in einer Uraufführung zeigen. Außerdem will Schauspieldirektor Klaus Kusenberg jeden Sommer ein Festival rund um den Wettbewerb etablieren.

Kunst für Einsteiger

Kunst, die man sich leisten kann, verspricht die dritte Ausgabe der Affordable Art Fair in Hamburg

Von Morgen bis Sonntag präsentieren 75 Galerien aus 16 Ländern in den Messehallen zeitgenössische Kunst zwischen 100 und 7500 Euro - darunter auch Werke von Künstlern wie Günther Uecker, Damien Hirst, Daniel Richter und Barbara McQueen. "Die Idee, dass Kunst auf hohem Niveau nicht teuer sein muss, hat in Hamburg zahlreiche Anhänger gefunden", so Messedirektor Oliver Lähndorf. Im vergangenen Jahr seien 16 500 Besucher gekommen und hätten für zwei Millionen Euro Umsatz gesorgt. "Die Hälfte der Besucher, die 2013 ein Kunstwerk gekauft haben, haben zuvor noch nie Kunst erworben", sagte Lähndorf.

Familie Gurlitt plant Dauerausstellung in deutschem Museum

Wenn das Kunstmuseum Bern das Erbe des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt ausschlagen sollte, will dessen Cousine Uta Werner als gesetzliche Erbin sofort sämtliche Raubkunst zurückgeben

Die rund 460 Bilder der klassischen Moderne aus deutschen Museen, die Gurlitts Vater Hildebrand aus der NS-Aktion "Entartete Kunst" erworben hatte, würden zusammen "dauerhaft in einem deutschen Museum ausgestellt" werden. Das teilte der Münchner Rechtsanwalt Wolfgang Seybold, der mehrere Mitglieder der Familie Gurlitt vertritt, am Mittwoch in München mit. Cornelius Gurlitt war im Mai gestorben und hatte seinen Besitz dem Kunstmuseum Bern vermacht. Dieses will am 26. November bekanntgeben, ob es das Erbe annimmt. Sollte Bern es ausschlagen, erben Uta Werner und ihr Bruder Dietrich Gurlitt alles.

'Big Bank Hank' gestorben

Er war Mitglied der US-Band Sugarhill Gang, die mit ihrem Welthit 'Rapper's Delight' den Weg für den kommerziellen Hip-Hop bereitet haben

'Big Bank Hank', der mit bürgerlichem Namen Henry Jackson hieß, starb gestern im Alter von 57 Jahren in einem Krankenhaus in New Jersey, wie das Management der Gruppe mitteilte. Demnach litt er an Krebs.Die beiden anderen Mitglieder des Trios Sugarhill Gang, Wonder Mike und Master Gee, zeigten sich bestürzt. "Es ist so traurig, zu hören, dass unser Bruder gestorben ist", erklärten sie. "Ruhe in Frieden, Big Bank." Das Lied "Rapper's Delight" stammt aus dem Jahr 1979 und schaffte es wenig später als erster Rapsong in die US-Charts. Damit war der Weg des kommerziellen Hip-Hops geebnet.

YouTube-Zwist offenbar beendet

Der Streit um die Vergütung der Musiker und Independent-Musiklabel bei einem geplanten Abo-Dienst von YouTube wurde beigelegt

In den vergangenen Tagen sei nach Monaten zäher Verhandlungen eine Einigung erzielt worden, berichtete die 'Financial Times'. Die Google-Tochter hatte gedroht, Musik der kleinen Firmen aus dem Angebot zu verbannen, wenn kein Deal erzielt wird. Die Independent-Firmen - mit Künstlern wie Adele und den Arctic Monkeys - hatten das ursprüngliche Google-Angebot zuvor als zu niedrig abgelehnt. YouTube wolle nun in wenigen Wochen seinen Abo-Dienst starten, hieß es in der 'Financial Times' unter Berufung auf informierte Personen. Bei dem Abo-Angebot sollen Nutzer ohne Werbeunterbrechungen Musik hören und Videoclips ansehen können. Google könnte der Musikindustrie so höhere Online-Einnahmen bescheren. YouTube kommt auf rund eine Milliarde Nutzer.

Umfangreichste Einzelausstellung von Norbert Bisky in Rostock

Unter dem Titel "Zentrifuge" sind mehr als 80 Gemälde zu sehen

In der Rostocker Kunsthalle wird an diesem Sonntag die bislang umfangreichste Einzelausstellung des Malers Norbert Bisky eröffnet. Bisky habe diese Ausstellung speziell für die Kunsthalle konzipiert, die Idee der Zentrifuge sei der Architektur mit dem eindrucksvollen Innenhof nachempfunden. Für die Schau seien Wände herausgenommen worden, die seit Jahrzehnten nicht mehr bewegt wurden. Erstmals in der 45-jährigen Geschichte des Hauses bekomme ein Künstler die Gelegenheit, beide Etagen zu gestalten. Die Kunsthalle Rostock war der einzige Neubau eines Kunstmuseums in der DDR. Die Opulenz und der "fast geniale Umgang" mit Farbe zeichne Biskys Werk aus, sagte Neumann. Der Künstler zeige häufig schöne Menschen, die oft in besonders schrecklichen Situationen dargestellt seien. "Es geht ihm um die Ambivalenz von Schönheit und Gewalt." In Rostock sei auch Biskys künstlerische Entwicklung der vergangenen Jahre gut nachzuvollziehen. Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Musiker Henrik Schwarz erarbeitet, der bei der Eröffnung am Sonntag eine seiner Kompositionen uraufführen will. Bisky studierte in den 1990er Jahren bei Georg Baselitz an der Universität der Künste Berlin und gilt als einer der herausragenden zeitgenössischen Künstler.

Neuer Ratsvorsitzender der EKD: online aktiv

Der Bayrische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm wurde gestern Nachmittag zum obersten Repräsentanten der mehr als 23 Millionen deutschen Protestanten gewählt worden

Der für seine Facebook-Aktivitäten bekannte Bedford-Strohm will sich auch nach seiner Wahl zum Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in dem sozialen Netzwerk weiter zu Wort melden, um über seine Arbeit zu berichten. Allerdings bittet er in seinem ersten Beitrag nach der Wahl um Verständnis, wenn einmal nichts von ihm zu lesen ist. "Jedes Wort kommt von mir selbst. Und wenn ich keine Zeit habe, dann kommt eben nichts". Mit seiner Wahl stieg die Zahl seiner Facebook-Fans sprunghaft von knapp unter 3.000 auf fast 3.800. Auch bei Twitter ist Bedford-Strohm präsent. Der Account @landesbischof zählt rund 750 Follower.

Weitere Strafanzeige gegen Kunstberater Achenbach

Die Sammlung Rheingold erstattete Strafanzeige wegen vermuteten Betrugs in Höhe von 130.000 Euro bei der Vermittlung eines Kunstkaufes

Damit wird Achenbach beim Handeln mit Kunst und Oldtimern Betrug zum Nachteil der Aldi-Familie, des Milliardärs Christian Boehringer, der Familie Viehof und einer weiteren Person sowie nun auch der Rheingold-Sammlung vorgeworfen. Die von Achenbach mitbegründete Sammlung Rheingold hatte ihn als ihren Ex-Geschäftsführer bereits vor zwei Wochen wegen Untreue angezeigt, weil er Anfang des Jahres 485.000 Euro von Konten der Stiftung auf seine Konten abgezweigt haben soll, wie die Zeitung berichtet. Die Sammlung Rheingold gehört zu den bekanntesten privaten Sammlungen Deutschlands. Vor der 6. Zivilkammer des Landgerichts Düsseldorf hatte am Dienstag der Prozess gegen den Kunstberater begonnen. Eine Entscheidung im Zivilverfahren soll voraussichtlich am 20. Januar fallen. Die Anwälte von Albrechts Erben werfen Achenbach vor, bei der Provision für die Vermittlung von Kunstwerken und Oldtimern einen höheren Kaufpreis zugrundegelegt haben, als er tatsächlich leistete. Insgesamt vermittelte Achenbach 21 Kunstwerke im Gesamtwert von 33,6 Millionen Euro und elf Oldtimer im Gesamtwert von 63,3 Millionen Euro.

Nicaraguanischer Autor Ramírez erhält Carlos-Fuentes-Preis

Der Preis ist mit 250.000 US-Dollar (rund 200.000 Euro) dotiert

Der nicaraguanische Autor Sergio Ramírez erhält den Carlos-Fuentes-Literaturpreis in Mexiko. Die Jury würdigte die literarische Qualität seiner Romane, Kurzgeschichten und Essays sowie seine Rolle als freier und kritischer Intellektueller, wie der Nationale Kulturrat und die Autonome Universität Mexikos mitteilten. Ramírez ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren Lateinamerikas. In seinen rund 40 Werken wie "Strafe Gottes", "Maskentanz" oder "Margarita, wie schön ist das Meer" verwischt er oft die Grenzen zwischen journalistischer Chronik und literarischer Fiktion. Ramírez ist studierter Jurist. Er lebte in den 70er Jahren mit einem Stipendium in Deutschland, bevor der sich dem Kampf gegen die Somoza-Diktatur in Nicaragua anschloss. Nach dem Sieg der Sandinisten war er zwischen 1984 und 1990 Vizepräsident des Landes an der Seite von Staatschef Daniel Ortega. Inzwischen zählt er jedoch zu den größten Kritikern des wieder regierenden Präsidenten Ortega. 2001 unterrichtete Ramírez als Gastprofessor an der Freien Universität Berlin. Der Fuentes-Preis wurde erst zum zweiten Mal vergeben. Im vergangenen Jahr erhielt ihn der 1936 geborene peruanische Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa.

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